Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Advent, Jan Hus und andere Revolutionen

nl-header_wunschzeit„Unerwarteter Gott. Dein Kommen schreckt uns auf!“

So lautet das traditionelle Adventsgebet der Anglikanischen Kirche: „Unexpected God, your advent alarms us.“

Das passt nicht unbedingt zu süßlicher Musik, Dekoration und ebenso süßem Gebäck, das wir kulturell mit der Adventszeit verbinden und zu Recht lieben. Ich zumindest liebe Adventskalender, Adventskränze und andere Traditionen. Auf Kaufhausmusik kann ich jedoch gern verzichten.

Aber das anglikanische Gebet passt auch zu der Tatsache, dass Gottes Kommen oft einiges durcheinander bringt.

 

Dort wo Dinge gott-los sind, ist was los, wenn Gott kommt.

 

Gerade lese ich einen biographischen Roman über den Tschechischen Reformator Jan Hus, der wie ein Löwe gegen die Missstände in der Kirche von damals gekämpft hat. Nur ein paar wenige: Drei Päpste waren mindestens zwei zu viel, Priester, die sich Ämter kaufen und finanziell von den Zwangsabgaben der Gläubigen profitieren konnten, ohne vor Ort seelsorgerlich tätig zu sein, Ablasshandel um den Krieg, den die Päpste gegeneinander führten, zu finanzieren.

Das Kommen Gottes – in Form des Reformators Jan Hus und seiner Freunde – brachte Licht in die damalige Finsternis. Es hat viele aufgeschreckt. Manche zu Erschütterung und Umkehr und neuer Freude und Freiheit in Gott. Andere zu noch mehr Hass und Grausamkeit, um die Finsternis – erfolglos – gegen das eindringende Licht zu verteidigen.

Das packend geschriebene Buch Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz hat mich aufgewühlt. So sehr, dass ich heute einige Stunden nicht einschlafen konnte. Es ist so krass, wie ein Mann und seine Freunde Schritt für Schritt Wahrheit erkannten und Licht in die stockfinstere Dunkelheit brachten.

Weniger wie ein Scheinwerfer, der auf einmal alles erhellt. Sondern eher wie Kerzen, die nacheinander angezündet wurden. Kerzen, deren Leuchtkraft begrenzt war, aber sich Kerze um Kerze, Erkenntnis um Erkenntnis, weiter in dunkle Ecken ausbreitete.

Was Jan Hus und seine Freunde – unter großen persönlichen Opfern – geleistet haben, um auch nachfolgenden Generationen Licht zu bringen, bringt mich zum Weinen. Vor Schmerz. Und Dankbarkeit.

Gottlos muss ja nicht unbedingt verdorben und ausbeuterisch heißen, wie in der Kirche vor Hus.

Gott-los kann einfach nur heißen – da ist Gott noch nicht hingekommen.

Ich frage mich:

Wo bin ich gott-los?

  • Wo ist Gott in meinem Leben bisher noch nicht hingekommen?
  • Welche Ecken meines Herzens halte ich noch verschlossen?
  • Wo ist es dunkel in mir, meinem Handel, meinem Herzen, meinem Denken?

 

Das wird mein Gebet für die Adventszeit sein:

Unerwarteter Gott. Da, wo ich gott-los bin, schrecke mich auf. Zur Erneuerung. Zu mehr Licht. Zu mehr Leben. 

stapel-bild0006Ganz praktisch Licht bringen 

Die Pragmatikerin in mir, will auch ganz praktisch und handfest Licht ins Leben von Menschen bringen.

In Form von Bäumen, die ich in Afghanistan pflanzen will. Dort, wo finstere Kräfte in grausamen Kriegen Millionen von Obstbäumen abgehackt haben, will ich Hoffnung pflanzen.

Hoffnung wie Kerzen. Die Stück um Stück Licht bringen.

Mein Ziel: 100 Bäume für Afghanistan. Oder mehr.

Einen Obstbaum zu pflanzen kostet nur 5 Euro.

Ein Baum  kann zur Ernährung und zum Einkommen einer Familie entscheidend beitragen.

Ich würde mich freuen, wenn du mitmachst. Aktuell (Stand 1. Advent Morgens)  warte ich noch auf eine Antwort, dann wird das Projekt zum Spendensammeln freigeschaltet. Aber du kannst jetzt schon Fan werden. Und dann mitmachen, sobald es losgegangen ist.

Licht nach innen. 

Licht nach außen. 

Das wird ein guter Advent. 

Schreiben ist wie Atmen

2016-11-24-16-04-18Schreiben ist für mich wie Atmen.

Meinem Laptop sieht man das an.

Durch das viele Schreiben, ist die Farbbeschichtung auf der Enter-Taste so abgenutzt, dass man die Technik durch das nun durchsichtige Plastik erkennt: „So was hab ich noch nie gesehen!“ staunte kürzlich jemand, der meinen Laptop sah… „Ich bin Autorin“ antwortet ich. „Ah, so!“ (Autorin und zu sparsam um 300!!! Euro für das Auswechseln einer einzigen Taste auszugeben).

Seit gestern bin ich auf Mallorca und mache den ersten Pauschalurlaub seit Jahrzehnten. Naja, so ganz pauschal ist es nicht. Ich hab mir einen Flug gebucht und kleines, altes Hotel gesucht, weil ich nicht in so einer Bettenburg untergebracht werden wollte. Und die Wahl war gut.

Es ist klein und fein. In den Speiseräumen dringt ruhige klassische Musik aus den Lautsprechern, kein Popgedudel. Und es ist direkt am Strand. Ich war heute Morgen schon im Meer schwimmen. Kurz: Ich fühle mich wohl

Ich habe einigen Freunden erzählt, dass ich im Urlaub auch schreiben will. Sie waren überrascht: „Warum willst du schreiben? Mach doch mal richtig Urlaub!“ Richtig heißt in dem Fall entweder nichts tun oder Aktivurlaub. Aber eben nicht Schreiben, weil ich damit ja auch mein Geld verdiene.

Ich nehme Rat von guten Freunden ernst und hab mich hinterfragt: Ist es richtig, was ich tue?
Gestern, bei einem langen Strandspaziergang wurde mir klar. Schreiben ist für mich wie Atmen. Ausatmen.

Ich bin eine Frau, die extrem viel aufnimmt. Wenn ich mit einer guten Freundin unterwegs bin, sehe ich – gefühlt – 10 x mehr Details als sie. Ich nehme Dinge mit einer Blitzgeschwindigkeit wahr und füge sie dann zusammen. Manchmal fange ich an, zu lachen, weil ich die Komik einer Situation erkenne, die andere noch nicht mal wahrnehmen. Und wenn ich Puzzles baue, muss ich in der Regel nicht denken, wo ein Teil hin soll – ich sehe es einfach.

Ich sehe (oder lese), kombiniere, verbinde, füge die Dinge an einen neuen Platz.

Mein wichtigstes Instrument beim inneren Sortieren ist das Schreiben. Wenn ich schreibe, sortiert sich das neu aufgenommen zu neuen Bildern, Gedanken, Konzepten.

Wenn ich nicht schreibe, weil mir die Zeit und der Raum dafür fehlt. dann bleibt es in mir stecken. Etwas will sich Ordnen, Sortieren, will Ausdruck finden. Meist sind die Gedanken vor dem Schreiben noch unsortiert. Beim Schreiben klärt sich mein Kopf, ich kann die Dinge selbst besser begreifen, während ich sie für andere niederschreibe.

Es ist immer auch so, dass ich mit dem, was ich entdeckt habe, gern auch andere Menschen inspirieren will. Gerade lese ich sehr viel über den Zusammenhang von Spielen, Leichtigkeit und Kreativität. Es formt sich in mir u neuen, hilfreichen Gedanken und Konzepten.

Einen Teil davon werde ich zusammenfassen und in mein Online-Jahrestraining einfließen lassen, an dem ich gerade arbeite.. Die anderen Gedanken vielleicht in diesen Blog.

Das schöne an Laptops ist, dass ihr Akku irgendwann leer ist.

Das ist eine gute Grenze: Ich schreibe so lange im Hotelgarten, bis der Laptop nicht mehr kann.. Den Rest der Zeit kann ich dann noch „richtig“ Urlaub machen.

Ich weiß nicht, was mit dem Körper passiert, wenn man immer nur einatmet und nie ausatmet. Vermutlich platzt man nicht. Aber gesund ist es auf keinen Fall

Ich brauche Schreiben wie Atmen. Das AUSatmen.c

Politik, Deutschland, Afghanistan und warum ich jetzt Bäume pflanze

Ich bin frustriert.

Richtig frustriert.

Am Tag der deutschen Einheit wurden die wichtigsten Politiker unserer Landes von einer pöbelnden Masse beschimpft und beleidigt. Ich fand das heftig. Und schrecklich. Natürlich handeln die Regierenden nicht immer so, wie Teile des Volkes das möchten. Das tun Eltern und Lehrer auch nicht.

Aber sie wechseln Windeln – die Eltern. Sie korrigieren unzählige rächt Schreibfehler – die Lehrer. Und schlagen sich mit Nachbarschaftsklagen, EU Verordnungen und Sozialgesetzgebung ebenso herum wie mit politischen Freunden und Gegnern und mit internationalen Amtsinhabern aller Sorten: den klugen und dummen, den despotischen und den gefährlichen.

Sie hängen in langweiligen Sitzungen fest, müssen die immer gleichen Beleidigungen der Presse über sich lesen und mit Leuten wie Erdogan oder Trump Mittagessen und dabei auch noch lächeln. Ich könnte das nicht. Weder das Bürokratische noch das Diplomatische. Finde es heftiger als Windeln wechseln  – das krieg ich mit Luft anhalten noch hin. Und bin dankbar, dass Menschen für uns dieses Sch…. job übernehmen. An dieser Stelle ein echter, ehrlicher Dank an alle Politiker  – egal ob auf Bezirks- Landes- oder Bundesebene.

Und ja, die Politik frustriert mich auch.

Kürzlich ging durch die Medien, dass die Bundesregierung Zehntausende von geflüchteten Afghanen abschieben will. Afghanistan ist komplex.  Ja, es gibt Regionen in Afghanistan, die relativ friedlich sind. Und in denen es sich – mal abgesehen von einer der höchsten Kindersterblichkeitsrate der Welt – gut leben lässt. Ich habe vor einigen Jahren – als die Lage nochstapel-bild0006 stabiler war, die Gegend um Kabul besucht. Ja, man kann dort leben. Arm. Aber Lebensraum.

Und zugleich gibt es eine Reihe von Regionen, in denen das Leben der Menschen durch Radikale bedroht ist. Selten ist die Bedrohung individuell – wie es das deutsche Asylgesetz erwartet, um Asylstatus zu gewähren – sondern meist allgemein. Da werden halt alle, die gerade da sind, bei einem Selbstmordattentat verletzt.

Aber auch individuell. Wenn man es etwa wagt, die Religion zu wechseln, weil man im Islam nichts mehr finden kann, was die eigene Seele hält. Darauf steht der Tod. Und Religionswechsel ist für liberale deutsche Asylanwälte kaum zu begreifen. Und wird aktuell in Dutzenden von Fällen nicht anerkannt. Da wurden beispielsweise Christen in der Notunterkunft von radikalen Moslems mit dem Tod bedroht – gegen die Angreifer ermittelt die Staatsanwaltschaft. Aber das Bundesamt für Migration lehnte den Asylantrag ab, weil für sie nicht zu erkennen war, dass es sich um einen ernstgemeinten Religionswechsel handelt (Wie bitte?!!)

Und natürlich gibt es die Menschen, die einfach „nur“ deshalb ihr Land verlassen, weil es in dem kargen, zerfurchten, armen Land keine Perspektive mehr für sie gibt.

Dennoch: Wenn Phrasen fallen wie „10.000 Afghanen werden abgeschoben“, wirkt das auf mich wie ein Eingeständnis an die Rechten.  Man biedert sich an, indem man sagt: „Wir tun ja was, um die Flüchtlingsflut zu beenden. Das Wort Flüchtlingsflut halte ich angesichts der Zahlen von weit unter einer Million immer noch für einen Witz, mal abgesehen davon, dass Menschen keine Flut sind. Aber das ist ein anderes Thema!

Was mich frustriert…Phantasielosigkeit

Ich frage mich, ob die Verantwortlichen sich vorstellen können, was das bedeutet, wenn eine Familie, manchmal ein ganzes Dorf alles Geld, was sie hatten, zusammenlegten, um einem Mitglied die Flucht zu ermöglichen. Was es in einer Kultur wie der Afghanischen heißt, mit Scham und Schande zurück zu kehren – mit noch schlechteren Vorraussetzungen als vorher.

Was ich auch nicht verstehe: Wenn man Menschen schon in Länder abschiebt, die alles andere als sicher singt, warum nutzt man die Chance nicht, Fluchtursachen aktiv zu bekämpfen. Eine Fluchtursache sind geringe Zukunftsperspektiven.

Da könnte man doch was machen. Etwa ein Bildungs- und Ausbildungsprogramm, das Menschen vor der Abschiebung Fähigkeiten vermittelt, die sie im Heimatland gut brauchen können. Egal ob Landwirtschaft oder Elektrik, Schneiderei oder Schweißen, Viehzucht oder Imkerei, Informatik oder Pädagogik, Säuglingspflege oder Geburtshilfe, Krankenpflege oder Sicherheit. Und ihnen dann mit einem kleinen Startpaket beim Neuanfang in der alten Heimat hilft. So dass sie nicht mit Scham und Schande in ihr Land zurück kehren, sondern mit einer Zukunft – für sich und die Menschen, die sie lieben,

Vielleicht, Und natürlich gibt es Gegenargumente. Das könnte ja andere anziehen. Was  soll´s. Probieren könnte man es. Und an manchen Stellen wird das ja auch schon – häufig ehrenamtlich gemacht.

stapel-bild0014Ich war in Afghanistan, habe den Mut gesehen, mit dem Menschen nach jahrzehntelangem Krieg wieder neu anfangen.

Ich habe sie dafür bewundert. So wie den alten Mann auf dem Bild, den die Taliban zusammen mit anderen Dorfbewohnern in einen Container gesperrt haben. Und dann weggingen. Als nach Tagen Hilfe kam, war er der einzige, der noch lebte. Und er baute  mit von der Flucht Zurückgekehrten das zerstörte Dorf wieder auf.

Ich träume davon, Menschen wie ihn zu unterstützen, damit Neuanfang leichter gelingen kann.

Ich bin frustriert, wütend, auch ein bisschen verzweifelt, dass Menschen einfach nur abgeschoben werden sollen, ohne eine Perspektive für danach. Das finde ich grausam. Ich bin gründlich frustriert über solches Handeln, das aus meiner Sicht Probleme nicht löst.

Wenn ich frustriert bin dann schaffe ich mir erst mal Luft. Das habe ich jetzt gerade getan. Mir die Seele aus dem Leib geschrieben. Der Dampf musste raus. Ich will dankbar sein und stolz  auf mein Land und das, was wir zur Linderung von Not und zur Lösung von Problemen in der Welt tun,  nicht frustriert über dummköpfige Politikerfeinde und manchmal kurzfristig agierende Politiker.

Lösungen suchen

Dampf ablassen tut gut. Aber ich will dabei nicht stehen bleiben. Ich suche Lösungen und denke mir: Kurzausbildungen für Menschen, die von Abschiebung bedroht sind, zu initiieren, wäre genial. Wenn sie mit Grundkenntnissen in Landwirtschaft, Gesundheitspflege, Geburtsbegleitung oder Nachsorge, als Schweißer, Elektriker oder oder in ihr Land zurückkehren könnten, wäre das schon eine gewisse Zukunftsperspektive. Auf jeden Fall besser als ohne irgendetwas in der Hand abgeschoben zu werden.

Lösungen prüfen und verwerfen

Der Realiatätcheck zeigt: So was für Tausende von Menschen zu organisieren und auf die Beine zu stellen überfordert gerade meine Kräfte und Ressourcen.

Passende Lösungen finden – 100 Bäume pflanzen – mindestens

stapel-bild0004Aber eine Reihe von Bäumen in Afghanistan pflanzen – das könnte ich tun.

Und das ist auch nötig. weil durch Krieg und Dürre fast keine Bäume mehr existieren, die Versteppung aufhalten und Menschen nähen können. Die Hilfsorganisation Shelter now gibt Menschen Obstbaum-Setzlinge und Bienenvölker. Davon können Familien ein gutes Stück weit leben. Und der Grundwasserspiegel und das Klima wird besser.

Das beste von allen:  Ein Baum kostet nur 4 Euro, Bienen für 100 Bäume noch mal 100 Euro. Also 100 Bäume plus Bienen, das sollte zu machen sein. Mindestens 100. Noch lieber 1000. Und 10.000 – das wäre schon ein Traum.

Ich werde ich es tatsächlich tun. 100 Bäume pflanzen. Mindestens. Für 100 Familien Obst. Ein kleiner Beitrag für ihre Zukunft. In dem Land, das sie Heimat nennen.

Und klar – alleine kann ich einiges schaffen. Zusammen schaffen wir mehr.

Wenn du auch keine Lust mehr hast, dich hilflos zu fühlen, dann mach einfach mit. Auf Startnext mache ich eine Kampagne zu den Bäumen. Ein Baum – plus Bienenvolk – kostet nur 5 Euro. Das schafft eigentlich jede*r.

Du kannst als erstes bei meinem Crowdfunding Projekt Fan werden, mir Feedback geben, ob alles gut und klar beschrieben ist.

Und dann wenn es richtig losgeht, natürlich mitmachen und eine oder zwei oder zwanzig, zweihundert … Bäume finanzieren. Und Menschen Hoffnung geben.

Erbauliche Zeiten

2016-01-09-16-08-32Im April 2017 werde ich 50 Jahre alt.

So, das Geheimnis ist jetzt auch raus.

Bis dahin möchte ich das Schiff wirklich, wirklich fertig gebaut haben…

Ich habe immer geflachst: Ich habe gebetet, dass das Schiff bis zu meinem Geburtstag fertig wird, aber habe versäumt ,das Jahr zu erwähnen. Jetzt erwähne ich es mit, wenn ich bete! Geburtstag 2017!!!!
2016-03-19-12-32-32Was aktuell noch aussteht: 
– Steuerhaus (Mein Büro) isolieren und ausbauen – das gehen wir jetzt als nächstes  an, weil es im Winter bei einfach verglasten Fenstern sonst superkalt ist.
– Böden im Seminarraum und Eingang schleifen und mit Kork bekleben
– Böden und Arbeitsplatten im Wohnzimmer schleifen und Ölen
– Regale / Einbauten für Klo, Bad, Gästezimmer 1 + 2, Werkzeugraum
– Dusche für mein Schlafzimmer
– Decken im Eingangsbereich
– Lüftungssystem fertigstellen
– Türen für Seminarraum
– Neuer Kaminofen für Seminarraum
und gefühlte 10.000 Kleinigkeiten.
(Bild: Holzplatten für mein Schiff streichen am Nachbarschiff – da war mehr Platz).
Wer mithelfen will, ist herzlich eingeladen, mich zu kontaktieren und wenn es passt, für ein paar erbauliche Stunden oder Tage an Bord zu kommen.  
Ein paar Stunden pro Tag zu malen, zu putzen, Holz zu sägen oder was auch immer gerade ansteht.  Ob mit oder ohne handwerkliche Fähigkeiten. Genug zu tun gibt es für Handwerker aller Abstufungen.
Und nebenbei ist es möglich,  das eine oder andere Gespräch mit mir zu haben, um selbst „erbaut“ zu werden oder das Leben zu sortieren.
Wenn dich das interessiert, dann bist du herzlich eingeladen, mit mir Kontakt aufzunehmen.
Auf erbauliche Zeiten! 

WUNDERschön. Matthias Beyer bei mir an Bord

2016-11-17-21-08-03Es ist 12 Stunden her, doch in meinen Augen stehen immer noch die Tränen.

Mein guter Freund Matthias Beyer hat gestern Abend zusammen mit seinem Schwiegervater mein Schiff besucht.

Das Besondere: Ostern 2015 lag Matthias nach einem extrem schweren Schlaganfall – der Arzt hatte noch nie ein so großes Aneurysma gesehen – im Sterben. Die Ärzte hatten ihn aufgegeben. Es war nur noch eine Frage, wann die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet würden.

Sein Großhirn sendete über eine Woche lang keine Signale, die auf einem EEG messbar gewesen wären. Nur das Stammhirn zeigte noch milde Aktivität.

Und dann – überraschend, schockierend, beglückend – wachte Matthias wieder auf und erlangte sein Bewusstsein zurück. In meinem Blogbeitrag Das zweitbeste Ostern aller Zeiten hab ich die Details erzählt.

Ein Mann erzählte mir gestern, seine Frau, die sich als „nicht gläubig“ bezeichnet, hätte danach gesagt: „Was mit Matthias geschehen ist, fordert meinen Unglauben heraus!“

Und – entgegen aller ärztlichen Prognosen – erholte er sich zusehends und gewann Fähigkeiten zurück, die Ärzte nicht für möglich gehalten hätten.

  • Stehen, Gehen mit Stock, selbständig gehen.
  • Etwas Verstehen, Worte sprechen, Sätze sprechen.

Gestern unterhielt er sich vier Stunden lang mit verschiedenen Menschen. Fragte, wie es ihnen geht. Und erzählte wie es ihm geht.

Er sagte: „Ich bin noch nicht ganz gesund. Irgendwo in der Mitte. Ich kann noch nicht arbeiten (man beachte das noch in dem Satz!). Aber ich kann viel mehr sprechen als andere. Ich bin dankbar. Ich lebe!“

Sein Zustand jetzt

  • Er kann gehen, aber die rechte Seite ist noch eingeschränkt, ich weiß nicht, wie das medizinisch heißt, aber es sieht aus wie eine Spastik, Finger und Beine lassen sich nicht so leicht beugen und koordinieren.
  • Er kann sprechen und ist in 98% der Fälle gut verständlich…Deutsch fällt ihm leichter als Englisch. Manchmal spricht er leicht „nuschelnd“…kein Vergleich zu vor einem Jahr, als ich manchmal 10 Mal um Wiederholung bitten musste, bevor ich ihn verstehen konnte.
  • Die Fokussierung seiner Augen wird besser. Direkt nach dem Schlaganfall sah er alles x-fach. Das reduzierte sich auf 6, 5. 4. 3 – jetzt sieht er Dinge noch doppelt, was natürlich sehr anstrengend ist. Lesen und Schreiben ist noch nicht oder kaum möglich.
  • Er begreift und versteht Dinge viel besser, Komplexes oder Witze sind noch schwer. Als wir auf mein Schiff anstießen, und sein Schwiegervater sagte: „Trink nicht zu viel, sonst bekomme ich Ärger mit zwei Frauen!“ verstand er es nicht. Als ich es einfacher erklärte, verstand er es schon: „Wenn du zu viel trinkst, sind (deine Frau) Kim und (deine Schwiegermutter) Jody böse auf David, weil er nicht gut auf dich aufgepasst hat!“
  • Er ist präsent und reagiert – ganz andes als letztes Jahr im Dezember, wo er oft vor sich hinstarrte…

„Ich bin so dankbar… “

Diesen Satz hat Matthias gestern ein paar Dutzend Mal gesagt.

Ich bin auch sooo dankbar

  • Dass er lebt
  • Dass die Einschränkungen weit weniger schlimm sind als erwartet
  • Dass sein Gehirn und auch seine Seele (im Frühjahr war er oft niedergeschlagen) sich zunehmend erholt.
  • Dass wir gemeinsam mein Schiff bestaunen konnten.

Bitte betet weiter für ihn 

  • Dass die rechte Körperhälfte wieder voll funktionsfähig wird
  • Dass sein Gehirn sich schnell weiter erholt und Verstehen und Erinnern zunimmt
  • Dass seine Augen bald klar sehen

Nächstes Projekt: Winterfestes Büro

2016-09-30-09-04-57Heute fiel teilweise der Strom auf dem Schiff aus.

Unter anderem funktionierte die Steuerung der großen Heizung nicht mehr – brrr. Zu allem Überfluss war es sehr windig und der Wind pfiff durch die Ritzen der Fensterrahmen im Steuerhaus, wo ich mein Büro habe. Ich hab das erst mal mit Mullbinden notdürftig abgedichtet (Betonung auf dürftig).  Die einfach verglasten Scheiben sind ohnehin nicht der Hit. Und nicht sonderlich Energie – effizient.

Es ist ganz klar: Hier muss etwas bald geschehen, sonst überstehe ich den Winter nicht gut.

Nächste Woche kommt Bootsbauer Helge für etwa zwei Wochen und wird das „Projekt Steuerhaus“ in Angriff nehmen.

  • Alle Fugen und Ritzen isolieren
  • Eine zweite Schicht Fensterglas anbringen (juchu!)
  • Die Decken und Wände verkleiden
  • Den Fussboden legen

Damit sollte das Büro dann zumindest halbwegs winterfest sein.

Natürlich kostet das.

  • Ein paar Hundert Euro fürs Glas
  • 100 – 150 Euro fürs Isoliermaterial
  • 100 – 200 Euro für Farben, Dichtmasse usw.
  • Arbeitszeit

Alles in allem schätze ich, dass das Ganze 1500 bis 2000 Euro kosten wird. Im Grunde nicht viel für den Ausbau eines ganzen Raumes. Aber doch viel, wenn man es nicht hat.

Aktuell habe ich Minus 20 Euro auf dem Konto. Es ist also mal wieder herausfordernd.

Wenn ihr das Projekt „Winterwarmes Büro“ unterstützen möchtet, seid ihr herzlich willkommen. Entweder durch eine Finanzspritze. Oder indem ihr ein paar Stunden oder Tage mithelft.

Der Ofen läuft wieder.  Mit Ausnahme vom Steuerhaus und dem Eingangsbereich ist es überall an Bord kuschlig warm.

Herzlich willkommen.

10 Stunden später: Was ich ganz vergessen habe, zu erwähnen:

2016-10-30-11-47-28Die Stühle sind da. Nach langer Wartezeit sind die Stühle für den Seminarraum schon vor einer Weite endlich angekommen. Und wunderwunderwunderschön.

Weil noch eine Bauphase vor uns liegt, hab ich erst drei ausgepackt und aufgebaut. Aber die sind superbequem – so wie ich es mir gewünscht habe. Und so breit, dass man sogar im Schneidersitz darauf sitzen kann – ein Genuss.

DANKE allen, die eine Stuhlpatenschaft übernommen und das ermöglicht haben.

Das ist soo ein Geschenk.

Baucamp im November

2016-09-30-09-04-57Ende November / Anfang Dezember wird Bootsbauer Helge hier sein und mein Büro im Steuerhaus weiterbauen (siehe Bild).

Einfach verglaste Fenster und Wände aus schwarzer Isolierung sind auf Dauer nicht so schön… und mit vier Paar Socken im Büro zu sitzen auch nicht.

Ich suche für diese Zeit

– 1 – 3 Schiffs-Gäste und Helfer (vom 20. 11. – 6. Dezember oder einen Teil der Zeit)
Menschen, die in dieser Zeit Lust haben, eine Auszeit an Bord zu machen und 2 – 3 Stunden am Tag mitzuhelfen (leichte Sachen: Streichen, Ordnen, Putzen).

Die Gästezimmer und das ganze Schiff sind beheizt, es gibt ne Dusche…

– Einen Ferienort für mich ( 23. 11. – 30. 11.)

Ich kann ja in der Zeit mein Büro im Schiff nicht nutzen und will deshalb gern einen Schreiburlaub machen.

Seele baumeln lassen und an meinem neuen Buch schreiben.

Am liebsten an einem Ort, wo es noch sonnig und WARM ist. Ferienhaus am Meer? Halbwegs bezahlbar. Wer hat ne Idee?

Advent … ist bald

Der klügste Adventskalender der Welt Ich gestehe – ich liebe Adventskalender.
Es ist einfach so schön, jeden Tag etwas geschenkt zu bekommen. Fast egal, ob es Schokolade ist (Schokolade geht immer!), etwas Inspiration oder eine nette Kleinigkeit für Haushalt oder Körper…
Manchmal – wenn liebe Menschen besonders gut zu mir waren – habe ich sogar mehrere davon, die ich zu unterschiedlichen Tageszeiten öffne.
Unser eigener Adventskalender – richtig klug 
Im Verlag haben wir 25 Impulshefte über Weltveränderer mit dem nicht-nur Adventsheft Wunschzeit zu einem inspirierenden Adventskalender zusammengestellt. Also Kurzbiographien über Menschen,  die die Welt durch ihr Leben etwas gerechter, sozialer, besser, schöner, kreativer, bunter gemacht haben.
Die 25 Biographien haben wir zu einem SUPERschlauen Adventskalender zusammengestellt.
Das finde ich einfach inspirierend fürs eigene Leben. Und auch für Paare und Familien finde ich es als Gesprächsimpuls klasse – gemeinsam überlegen: Ich bin keine Sophie Scholl, aber was kann ich gegen rechts tun. Ich bin keine Astrid Lindgren, aber wie kann ich zu mehr Ungezwungenheit inspirieren. Ich bin kein Martin Luther, aber wo kann ich Reformationen anregen. 
Wem das zu viel Inspiration oder Geld ist, der kriegt die Impulshefte auch einzeln. Zu ganz verschiedenen Themen oder mit ermutigenden und inspirierenden Zitaten
Wunschzeit. Von Kerstin HackWas ich auch ganz wunderschön finde und jeden Advent selbst nutze ist Wunschzeit. Das ist ein Adventskalender in
Heftform, bei dem man jeden Tag den eigenen Wünschen nachspüren kann. Und natürlich wäre ich nicht ich, wenn es nicht auch in die Umsetzung ginge. Jeden Tag gibt es die Frage: Was könnte ich tun, um der Erfüllung des Wunsches ein Stück näher zu kommen?
Wunschzeit finde ich auch als kleinen Gruß für Kollegen, Freunde oder andere liebe Menschen richtig schön.
Es ist noch etwas Zeit bis dann, aber Ich wünsche euch allen schon mal einen ganz wunderbaren Advent… mit viel Ruhe, Zeit zur Besinnung und viel Inspiration für ein gut gelebtes Leben.

Mein Newsletter – Inspiration im Abo

schwanIch weiß gar nicht, ob ihr das wisst:

Alle 14 Tage schreibe ich einen Newsletter mit Inspiration, Tipps für ein gutes Leben, Suchtipps, Events auf denen ich spreche usw.
Ich stecke da immer viel Energie Herzblut rein, um was zu schreiben, was Menschen wirklich weiterhilft.  Sehr oft höre ich von Lesern, dass der eine oder andere Gedanke sie sehr angesprochen hat. Und gelegentlich bekomme ich Anfragen, ob die Texte woanders abgedruckt werden dürfen.

Kurz: Ich glaube, der Newsletter ist tatsächlich gut und hilfreich. Und deshalb würde ich mich total freuen, wenn mehr Menschen was davon haben als bisher.

Auf der Seite von Down to Earth kannst du ihn abonnieren. Oder direkt hier klicken

Eine Bitte:

Wenn du den Newsletter schon kennst und du ihn inspirierend und hilfreich findest, dann empfiehl ihn doch bitte deinen Freunden.  Es würde mich sehr freuen, wenn ich mehr Menschen mit dem, was ich schreibe berühren, inspirieren und stärken kann.

 

Perspektivwechsel

2016-08-04-21-00-38Man findet immer jemanden, dem es schlechter geht als einem selbst – sogar dann, wenn man nicht danach sucht. 

Heute bin ich nach Feierabend noch zum Briefkasten gelaufen, Pfandflaschen wegbringen und Essen einkaufen. Weil ich möchte, dass die Gäste sich an Bord sofort willkommen fühlen, bin ich noch zu einem kleinen Blumenladen gegangen, um Heidekraut zu kaufen, das im Herbst / Winter etwas Fröhlichkeit verbreiten sollte.

Der Blumenladen befindet sich in einem Gebäude, in dem bis Ende August ein Supermarkt war. Der wurde geschlossen. Ich dachte mir schon, dass ohne Laufkundschaft die Geschäfte wohl eher schlecht gehen und entschied mich, das Heidekraut dort zu holen.

Die Inhaberin war Asiatin, die eine Hälfte ihres Gesichts sah zertrümmert aus. Eine Schusswunde? Ein Tumor? Und auf meine Frage, wie es so geht, erzählte sie mir, dass sie noch im Mai 2016 den Mietvertrag verlängert hat – im Juni erfuhr sie dann, dass der Supermarkt schließt. Der Besitzer wusste das wohl, informierte sie nicht. Ohne die Laufkundschaft hat ihr Geschäft keine Chance, auch wenn einige Stammkunden nach wie vor zu ihr kommen. Sie steht um zwei Uhr Morgens auf – vermutlich um zum Blumengroßmarkt zu gehen, arbeitet bis 18.00 – ohne Einkommen. Was für ein Leben!

Ich gebe zu – mich belastet die Situation in meinem Verlag. Es ist schwer, wenn der Verdienst an vielen Stellen weggefressen wird. Aber dennoch geht es mir relativ gut. Ich habe keine hohen Verpflichtungen – von Schiffsmiete mal abgesehen. Ich habe neben dem Verlag noch weitere Verdienstmöglichkeiten wie Coaching und Seminare. Ich habe ein robustes Vertrauen in den Gott, der mich bisher noch nie im Stich gelassen hat – auch wenn seine Vorstellungen von „Glauben prüfen“ manchmal etwas zu herb für meinen Geschmack sind.

2016-09-12-09-14-05Und ich habe Freunde, viele Freunde, die mich ermutigen, stärken, tragen und unterstützen.

Ich weiß nicht, was diese Frau hat. Auf jeden Fall seit heute eine Stammkundin. Im Winter tun Blumen unendlich gut. Ich will mir jetzt jede Woche einen kleinen Strauß Blumen kaufen – natürlich bei ihr. Und beten, dass Gott Wege und Lösungen schenkt. Und sie wieder ein Einkommen hat.

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