Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Kleine Samen säen – mein überraschender Weg in die Politik

2016-05-25 06.54.44Es begann im November 2015. In Berlin und weit darüber hinaus ging die Situation an unserem Landesamt für Gesundheit und Soziales, wo auch Geflüchtete betreut werden, durch die Presse. Menschen warteten Tage- und Nächtelang auf Registrierung, Termine. Es war katastrophal. Und hat mich bewegt. Im Herzen und zum Handeln.

Ich hab mich gefragt, was ich tun kann. Und habe – in meinem Freundeskreis und bei einer Teefabrik aus meiner früheren fränkischen Heimat – erst mal gut 40 Kilo Tee als Spende organisiert. Das half in den kalten Nächten wenigstens etwas.

Dann habe ich die Facebook-Gruppe Volunteer Translators initiiert, um kurze Texte schnell mal in die Sprachen der Geflüchteten übersetzen zu können.  Um die Geflüchteten und die Helfer zu entlasten. Und schließlich Nestwerk Berlin gestartet, eine Plattform der InitInitiativen, die sich um Wohnraum für Geflüchtete bemühen. Mit dem Ziel, gemeinsam effizient mehr zu erreichen. Daran arbeite ich intensiv bis jetzt. Aktuell vor allem an der Homepage.

Ich ging davon aus, dass solche Situationen sich nicht von heute auf Morgen ändern. Ich wollte Gott regelmässig um die Verbesserung der Situation bitten, aber kenne mich gut genug, um zu wissen, dass solche Vorsätze gern mal im Sand verlaufen, wenn es keine konkrete Erinnerungshilfe dazu gibt.

Also habe ich mir als Erinnerungshilfe den gleichen Tee gekauft, den wir auch für die Flüchtlinge besorgt hatten. Vorsichtshalber gleich zweihundert Teebeutel.- man weiß ja nie, wie lange es dauert, bis ein Gebet erhört wird. Jedes Mal, wenn ich mir eine Tasse schwarzen Tee gemacht habe, habe ich gebetet. Für die Berliner Verwaltung, für die Verantwortlichen, für gute Lösungen für die Herausforderungen, für Verbesserung der Prozesse.

Ein Gebet nach dem anderen. Jedes Gebet ein Same. 

Natürlich hätte ich ahnen können, dass Gott sich die Chance nicht entgehen lässt, mich auch zur Erhörung meiner Gebete einzuspannen. Anfang Mai ging – nach 200 Tassen Tee und Gebeten – mein  Teevorrat zu Ende – und dann überschlugen sich plötzlich die Ereignisse.

Ahmad, ein Freund aus Syrien, erzählte mir davon, dass es ihm dieses Jahr vor dem Ramadan graut. Der Grund: Die Fastenzeit, in der zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken werden darf, fällt auf die längsten Tage des Jahres vom 6. Juni bis 4. Juli. Das bedeutet: einen Monat lang 19 Stunden lang nichts essen und nicht trinken.

Ich fühlte mit ihm mit. Und mit den Flüchtlingen in den Turnhallen, von denen ein Teil Ramadan hält und die vielleicht Nachts nichts mehr zu essen bekommen. Und den Nicht-Moslems, die womöglich gestresst durch diejenigen sind, die Nachts essen und laut sind.  Mich lies das nicht mehr los. Bei einer öffentlichen Veranstaltung mit Bürgermeister Müller fragte ich, ob es denn ein Konzept für die Notunterkünfte gäbe, wie in dieser Zeit Versorgung der Fastenden, ihre Gesundheit und der sozialer Friede zwischen denen, die fasten und denen, die es nicht tun, gewährleistet werden kann.

Er sagte mir zu, er würde das am nächsten Tag in der Senatsbesprechung ansprechen. Und am Nachmittag erhielt ich einen Anruf von  dem für die Unterbringung von Geflüchteten zuständigen Staatsekretär. Wir unterhielten uns eine Weile und er bat mich, ihm mein Konzept zu schicken… Er schrieb mir,  dass er das Konzept für wertvoll hält und es dem Präsidenten das LaGeSo zur Umsetzung empfohlen hat. Das ist mein letzter Wissensstand.

Mich berührt das sehr. Ich glaube, dass es ein Stück dazu beitragen kann, dass die Situation in der Zeit des Ramadan für alle Beteiligten besser wird- Muslime wie Christen und Atheisten. Fastende wie Nichtfastende.

Und dann ging mir mehrere Tage nicht mehr aus dem Kopf, dass Herr Müller gesagt hatte, dass er eine Bürgersprechstunde hat. Ich schaute nach, stellte fest, dass die nur zwei Mal im Jahr ist und ich die Anmeldefrist knapp verpasst hatte. Und bekam gleich online die Rückmeldung, dass es mehr Interessenten als Termine gab. Rechnete mir kaum Chancen aus, bis ich an einem Samstag! einen Anruf seines Mitarbeiters erhielt, ich hätte einen Termin.

2016-05-25 14.42.57Der Termin war dann heute. Ich war natürlich aufgeregt, hab mir, kurz bevor ich los ging die Zähne versehentlich mit Gesichtsreinigungsmilch geputzt. Zum Glück Bio. Und es war gut. Weil die Person vor mir kurzfristig abgesagt hatte, war sogar mehr Zeit als üblich. Ich konnte Herrn Müller ein Konzept vorstellen, das wir entwickeln, um Geflüchtete schneller aus Turnhallen in eigenen Wohnraum zu bringen und er sagte mir zu, mich mit den Verantwortlichen in Kontakt zu bringen.

Dann sprach ich das Thema Schutz Minoritäten in den Flüchtlingsunterkünften, sowie verbesserte Integration aller an und machte einige konkrete Vorschläge, worauf er mich fragte, ob ich ein Konzept hätte. Hatte ich tatsächlich. Und auch dabei.

Irgendwann mal vor einem halben Jahr hab ich begonnen, Samen auszusäen. Samen des Gebets. Samen des Engagements. Ich hätte nicht gedacht, dass sie mich mal an den Tisch des Regierenden Bürgermeisters von Berlin führen würden, hätte ich nicht gedacht. Und jetzt hoffe und bete ich, dass die Gedanken, die für meine Stadt und unser Land hilfreich sind, weiter wachsen.

 

 

 

 

Der Umzug rückt näher

2016-05-14 12.54.23Nun steht der Umzugstermin fest. 10. Juni.

Die letzten Wochen waren SEHR gut, aber auch superintensiv. Am Schiff waren viele Helfer und Helge hat sich entschieden, bis 12 Juni zu bleiben… auf dem Bild sieht man ihn gerade Korkfussboden verlegen. Wir versuchen also alles, was möglich ist, noch fertig zu bekommen.

Richtig fertig wird das Schiff nicht sein, wenn ich einziehe.  Das Steuerhaus nicht und auch der Eingangsbereich noch nicht. Aber im Hauptraum, den Gästezimmern und außen ist es schon wunderschön. Und in zwei Wochen kann ja noch viel passieren….wenn die richtigen Helfer mit anpacken… Leute, die mit Holz umgehen können, sind gerade besonders begehrt, aber jede begabte und unbegabte Hand wird gebraucht.

Mit dem Umzug aufs Schiff werde ich den Verkauf meiner gebrauchten Bücher beenden. Wer also noch zuschlagen möchte und sich ein Schnäppchen gönnen und mir und dem Schiff was Gutes tun – hier ist die Liste.

Der eine oder andere Buchverkauf oder auch die eine oder andere Spende würde natürlich auch dem Konto gut tun, das mal wieder eher leer ist…. und wir doch noch den einen oder anderen Eimer Farbe brauchen….

Wachstum durch Druck

Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.
1.Mose 41,52

Das sagt ein Mann, Joseph, der an Härten so fast alles erlebt hat, was man sich denken kann: Zerbruch seiner Familie, Verkauf an Menschenhändler, Sklaverei (da sicher auch Misshandlung), Verleumdung und Gefängnis.

Und am Ende dann diese Zusammenfassung:

Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.11148774_10205730105104568_6040214888288850487_n

Seine Geschichte hatte ein Happy end. Doch das wäre wohl ohne das „unhappy zwischendrin“ nicht möglich gewesen. Die äußeren Herausforderungen und vor allem die inneren hatten ihn gestärkt. Er bestand die Prüfung in all dem zu seinen Werten zu stehen, durchzuhalten und ein weiches, hoffnungsvolles Herz zu bewahren

Nein, ein Schiff bauen ist nicht so hart, wie das, was Joseph erlebt hat. Auch wenn man beim monatelangen Entrosten schon mal an Sklavenarbeit denkt. Auch hier waren die größten Herausforderungen die inneren: Die Hoffnung zu bewahren, wenn es viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel länger und noch viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel länger dauert, als ich geplant und erwartet hatte. Wenn das Schiff auf der Werft im Hochwasser absäuft, wenn die Finanzen und Helfer fehlen oder Menschen, die Hilfe zugesagt haben, nicht auftauchen.

2013-08-24 18.40.59Dann nicht hart, hoffnungslos oder bitter zu werden  war und ist eine Herausforderung.

Menschen, die mich gut kennen, sagen, dass ich in diesen Jahren stärker geworden bin. Dass mich nichts mehr so leicht umhaut. Dass ich mit den Schwächen und auch Unzuverlässigkeiten von Menschen etwas leichter umgehen kann. Etwas gelassener bin, wenn die Dinge nicht so laufen, wie ich hoffe. Dass ich gewachsen bin in der zähen Entschlossenheit, einen Schritt nach dem anderen zu gehen.

Mein Leben in den letzten Jahren war nicht so hart, wie das von Joseph. Doch seine Zusammenfassung passt auch für mich.

Gott hat mich wachsen lassen in dem Lande meines Elends.

Danke!

Ich will dich beschenken

DSC_4169Gestern habe ich einen Impulsvortrag über Ziele und Träume gehalten. Wie kommt man vom Traum zur Wirklichkeit? ich habe die Gedanken und Erfahrungen weitergegeben, die mich dazu bewegen.

Was mich am Ende am meisten überrascht hat, war, wie viele Menschen sich hinterher bei mir dafür bedankt haben, dass das so inspirierend und hilfreich war.

Manchmal vergesse ich, wie oft das, was ich weitergebe für andere erfrischend, hilfreich und neu ist. Für mich ist das selbstverständlich, ganz viel zu lernen  – im Leben und aus Büchern – und das dann kompakt, inspirierend und praktisch weiterzugeben. Dass vieles von dem, was ich entdeckt habe, für andere ganz neu, inspirierend und hilfreich ist, wenn sie es bei meinen Veranstaltungen hören, ist für mich dann manchmal überraschend und schön.

Mein größter Schatz, in dem ich ganz viel von dem, was ich gelernt habe, hineingepackt haben, sind meine Online-Kurse. Die sind eine Fundgrube an Inspiration, praktischer Hilfe für Glauben und Leben. Und so aufgeteilt (zwei Mails pro Woche mit Inspiration und Tipps zur Umsetzung), dass du Schritt für Schritt lernen kannst.

Ich lade dich herzlich ein, dir einen der Kurse zu gönnen. 

DAN – Dankbar alles nehmen. Wenn du lernen möchtest, mehr die helle Seite des Lebens zu sehen.

IDA – In deinen Armen. Gottes Vaterliebe erfahren: Wenn du tiefer Gottes Liebe spüren willst.

LEA – Lebe endlich anders: Wenn du mit mehr Stärke und Leichtigkeit durchs Leben gehen willst – körperlich und seelisch . Mein Basis-Kurs für ein gutes Leben.

SAM – Seine Arbeit meistern. Wenn du endlich das Chaos besiegen und effizienter und entspannter arbeiten möchtest.

WUM – Wunder unter Menschen.  Wenn du mehr sehen willst, wie Gottes Kraft durch dich fließt.

Meine Einladung. Sei dabei. Lass dich stärken. Gewinne mehr Zuversicht und Lebenskraft. Ich würde mich sehr freuen – für dich, weil es dich stärkt. Und für mich, weil ich es einfach schön finde, die Schätze, die ich habe, weiterzugeben.

Die Kurse starten immer zum Quartalsbeginn, also am 1. 1. , 1.4., 1.7. und 1. 10 und kosten 99 Euro, wenn du sie alleine machst, 90 Euro wenn du den Kurs gemeinsam mit einem Freund oder einer Freundin machst.

Anmelden kannst du dich unter Down to Earth-Training – bei Anmeldung

Die nächsten Schritte bis zum Ziel

Gerade tun mir alle Knochen weh. Richtig weh. 2016-03-19 13.58.24

Am Freitag und Samstag habe ich insgesamt etwa 18 Stunden am Schiff gearbeitet – und auch noch einen kompakten Workshop über Vergeben lernen  gehalten.

Ich habe Decken isoliert, Holz geschleppt, Metallplatten weggeräumt,  Anleitungen gegeben, Essen gekocht (ok….italienischer Eintopf aus der Dose) und und und….

Ich spüre den Zeitdruck, der durch Ankündigung von Bootsbauer Helge, dass er voraussichtlich nur bis Ende April hier sein wird, entstanden ist.  Wir haben schon soo viel geschafft, aber es ist noch soo viel zu tun:

  • 2016-03-19 12.32.30Installation von Dusche und Waschbecken
  • Decken im Seminarraum, Eingang, Steuerhaus
  • Möbel für Gästeküche und große Küche fertig
  • Boden und Wände fürs Steuerhaus
  • Schrank fürs Gästezimmer
  • Korkböden in ca. 80qm legen
  • Türen für Seminarraum und Bad
  • Treppe zum Gästebereich
  • Dachluken zum Lüften ins Metall schneiden
  • Gas für die Herde legen
  • Möbel für den Außenbereich bauen
  • Böden für die Decks

Das ist nicht mehr unendlich viel, aber doch mehr als ein Mann der Ahnung hat (Bootsbauer) und eine Frau, die weniger Ahnung hat (Ich) in den vier Wochen, die noch bleiben schaffen können.  Alle Dinge, die wir einbauen müssen in der Regel drei Mal gestrichen werden – es ist einfach ein Berg Arbeit.

2016-03-19 06.56.52Ich bin so tief dankbar für jeden Menschen, betet, gibt und der ein paar Stunden oder Tage mit anpackt, um das eigentlich Unmögliche – bis Sommer fertig werden, möglich macht. Wie die zwei,  die die Platten grundieren, die später an die Decke kommen – siehe Bild.  Wer weit weg von Berlin ist und trotzdem helfen mag, kann und darf für Segen beten und wenn er mag, gerne etwas für das Projekt geben. Oder Bücher kaufen – bei mir im Verlag oder von meinem Stapel gebrauchter Bücher.  Ein Pott 5 Liter Lackfarbe kostet ca. 25 Euro. Da hilft jeder Cent ein paar Tropfen oder Liter weiter.

Bei allen Herausforderungen – ich bin dankbar,  dass es bei und neben der harten Arbeit immer wieder wunderbare Momente gibt. Wie etwa als ich Samstag Morgen mit einer Kaffeetasse an Deck saß und ein Schwan angeschwommen kam.

Das Bild ist nicht bearbeitet. Der Moment war tatsächlich so. Ich fand es wunderschön.

 

Alle Mann an Bord – schnell!!!

NEIN, nicht auch das noch!

Am Samstag Abend eröffnete mir Helge, dass er voraussichtlich nur noch bis Ende April hier ist. Sein bester Freund arbeitet auch an einem Projekt und braucht dringend Hilfe. Helge ist gelernter Bootsbauer und er hat in den letzten Jahren auf Honorarbasis bei mir an Bord gearbeitet und den Umbau planerisch und praktisch mit betreut. Ohne seine Erfahrung und sein Wissen wäre das Projekt – bei aller Hilfe durch Freunde – nicht möglich gewesen.

Ich hatte geplant, bis zum Sommer weiterzubauen und dann einzuziehen und hielt das für realistisch. Es fehlen noch einige Einbauten in Schlafräumen und Küchen, Korkfussboden, Notfallpumpen, zwei Türen, Oberlichter und Deckenverkleidung im Seminarraum und Eingangsbereich und der komplette Ausbau von Steuerhaus / Büro. Und Holzböden an Deck. Nichtmehr so viel, doch mehr als man in vier Wochen zu zweit – Helge und ich – schaffen kann. Ich war geschockt, wollte weinen, aber selbst die Tränen blieben mir im Hals stecken.

In der Nacht habe ich unruhig geschlfen und geträumt, dass ich mit dem Rad unterwegs war und plötzlich nicht weiter konnte, weil eine Flut, in der auch kleinere Eisberge schwammen mir den Weg versperrte. So ähnlich fühlt sich das gerade auch an. Im Traum gab mir dann jemand noch den etwas kryptischen Rat, ich solle nicht messen, sondern rechnen (ich nehme das mal als Impuls, nicht die viel zu kurze Zeit zu messen, sondern mit Gottes unbegrenzten Möglichkeiten zu rechnen).

Am Morgen hab ich dann gemacht, was ich bei Krisen immer mache: Erst mal mein Herz sortiert und bei meinem Gott ausgeschüttet. Und ich habe mich gefragt, was für mich das schlimmste alle Szenarien wäre.

Ergebnis – die schlimmsten und besten Szenarien

Am Schlimmsten wäre es für mich, im Sommer aufs Schiff zu ziehen, um doppelte Miete zu sparen und dann im Herbst, wenn Helge wieder Zeit hat – noch mal wochen- oder monatelang eine Baustelle an Bord zu haben, während ich schon dort lebe und arbeite. Das wäre ein Alptraum. Ich sehne mich sooooo sehr danach, fertig zu sein. Und das Projekt abzuschließen.

Am zweitschlimmsten wäre es, wenn sich der Einzug weiter verzögert, ich dann aber später als geplant auf ein fertiges Schiff ziehen könnte.

Am Schönsten wäre es, in den nächsten 6 – 10 Wochen bis Ende Mai sehr viel Hilfe bekommen, so dass das Schiff Ende Mai tatsächlich fertig ist und ich im Juni einziehen kann. Ich werde selbst meine Arbeitszeiten an Bord zu erhöhen: Bisher war ich Mittwoch Nachmittag und Samstags hier. Jetzt will ich zusätzlich auch Freitag Nachmittag kommen.

JA, so könnte es gehen

Gebet

Rechnen mit Gottes Hilfe. Ihr könnt mit mir beten….

  • dass Helge so lange bleiben kann, wie es für ihn und mich gut ist.
  • dass in den nächsten Wochen sehr viele Helfer an Bord kommen – gerade auch solche, die handwerkliche Erfahrung haben und eigenständig arbeiten können.
  • dass ich im Juni (10. Juni) einziehen kann und  das dann Schiff fertig ist (keine großen Baustellen mehr)
  • dass ich Gelassenheit und Frieden bewahre… Heute nacht hab ich geträumt, dass wir auf einer Konferenz auf Schweizerdeutsch gesungen haben: „Lehn dich bei mir an“ und mir jemand seinen starken Rücken zum Anlehnen angeboten hat. Ein Trost.

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  • Ihr  könnt mich für die Endphase finanziell unterstützen – das würde es mir ermöglichen, Material zu kaufen und ggf. Aufträge an Fremdfirmen zu geben, um die Prozesse zu beschleunigen. Ich brauche noch einige Tausend Euro für Holz, Türen, Fussboden, Farbe. Ich freue mich wirklich mich aber über jeden Euro (5 Euro = ein kleiner Topf Farbe). Fragt mich gern nach meiner Kontonr – Paypal kriselt gerade.
  • Ein Darlehn könnte beim Endspurt auch helfen.

Helfen

  • Wenn ihr ein, zwei oder mehr Tage an Bord kommen und helfen könnt wäre das eine große Hilfe. Man kann am Schiff bereits komfortabel übernachten und sogar warm duschen!
  • Wenn ihr Leute kennt, die gern handwerklich tätig sind, erzählt ihnen von dem Projekt und ladet sie ein, zu kommen.
  • Wenn ihr in Berlin oder Umgebung wohnt, ist es auch eine Hilfe, wenn ihr nur mal für zwei oder drei Stunden kommt.  Jeder Handgriff zählt.Ich bin wie gesagt in der Regel Mittwoch und Freitag Nachmittag und Samstag an Bord, Helge Mo – Sa ganztägig.

Bild: Schubladen für einen Wandschrank. Auf Maß gefertigt, weil ein Schiff unten schmaler ist als oben und vorne schmaler ist als weiter hinten:

Wow – Das Licht geht an

2016-03-09 16.36.44 Gestern zeigten mir Helge, der Bootsbauer und Uwe der Elektriker stolz wie Oskar die größte Neuheit am Schiff: Lichtschalter.

Es ist faszinierend. Man drückt auf einen Schalter – und das Licht im Raum geht an. Im Hauptraum, in den Schlafzimmern, in der Dusche. Und die Dusche hat jetzt auch noch eine Decke.

Man kann mit Provisorien leben. Sogar sehr lange.

Und natürlich hatten wir uns in den bisher dreieinhalb Jahren Bauzeit daran gewöhnt, dass man auf der Toiletten nur Licht von draußen hatte und ein mini-kleines batteriebetriebenes Ding, das den Namen „Licht“ nicht wirklich verdient hat.

Es war auch ok,  dass man bei Kerzenschein duscht. Und mit einer Taschenlampe im Bett liest. Und natürlich zum Arbeiten immer Leuchten irgendwo hintragen und in ein Verlängerungskabel stecken muss.

2016-03-09 16.30.01Und jetzt:

Man drückt auf einen Schalter und das Licht geht an. Faszinierend. Einfach. Wunderbar.

Es ist einfach nur wunderschön. Und ich freu mich über diesen Meilenstein.

Ich bin dankbar für alle, die daran mitgeholfen haben – auch bei all den Schritten vorher. Entrosten, Streichen, Isolieren, Kabel legen, Wände streichen und bauen.

 

Termin merken: Vom 2. – 7. 4. Lebens – und Lernwoche an Bord des Schiffs 

Morgens und nach Arbeitsende gibt es Impulse von mir und anderen zu Glauben und Leben.

2016-03-09 16.37.34Tagsüber wird am Schiff gewerkelt. Abends kann man grillen, nach Berlin gehen usw. Handwerkskenntnisse sind wünschenswert, aber nicht zwingend nötig. Wichtig vor allem: Ein offenes Herz und die Bereitschaft zu lernen und mit anzupacken. Es gibt Übernachtungsmöglichkeit an Bord. Bei Interesse dabei zu sein einfach in den Kommentar schreiben oder noch besser Mail an mich.

 

 

Pause machen

2016-02-29 09.32.49In den letzten Wochen ging vieles schief:

  • Meine Blogs wurden zwei !! Mal gehackt – es hat jedes Mal mehrere Tage gedauert, den Schaden zu beheben.
  • Mein geliebtes Liege-Fahrrad ging kaputt und ist nicht mehr zu reparieren
  • Mein Geldbeutel samt Ausweis wurde beim Einsteigen in den Zug gestohlen

All das hat emotional ziemlich gestresst – und der materielle Schaden ist bei über 5000 Euro – absolut kein Vergnügen!

Umso mehr genieße ich es jetzt, in Antwerpen, einer Stadt, die ich sehr liebe und in meinem Buch Die Hütte und ich beschrieben habe, mit einer lieben Freundin zu sein und zu tun, was gut tut: Reden, Kaffee trinken, Bummeln, Mode-, Möbel- und Buchläden besuchen und diesen wunderbaren Ort zu erkunden.

Ich tanke auf!

Schiff – Handgriff für Handgriff

2016-02-20 15.28.41Zu zweit klebten eine Helferin und ich stundenlang. Sie schnitt Isolierung maßgerecht für die Außenwand des Schiffes zu: 13,5 x 20 cm 8 x 50 cm. Ich klebte die Stücke an die Wand. Nach etwa zwei Stunden seufzte sie auf: „Ich hab mich ja schon gefragt, warum du mit dem Schiff nicht schneller vorankommst. Jetzt verstehe ich es!“

Es geht voran. Aber wie beschrieben ist vieles intensive, oft mühevolle Keinarbeit. Jedes Brett das an die Wand kommt, muss einmal grundiert, dann angeschliffen und dann zwei Mal lackiert werden. Und natürlich massgerecht an die jeweilige Nische angepasst werden. Das kostet Zeit. Und auch Geld. Für Holz, Farben, Schleifpapier, Sägeblätter…

Was schon (weitgehend) fertig ist2016-02-13 11.18.46

  • Entrosten innen und aussen
  • Komplette Lackierung außen
  • Isolierung
  • Fussböden
  • Innenausbau Hauptraum
  • Innenausbau Seminarraum
  • Inneausbau Gästerräume
  • Außentüren
  • Fenster
  • Bullaugen

 

2016-01-09 16.00.26Was noch fehlt und was es kostet

  • Fertigstellung Gästeküche (500)
  • Türen für Seminarraum, Bad und Toilette (500)
  • Decken im Seminarraum und Flur (500)
  • Bodenbelag im Flur, Seminarraum, Gästeräumen (2500)
  • Fertigstellung Badezimmer (500)
  • Ausbau Steuerhaus / Büro (2000)
  • Garderobe (100)
  • Solaranlage (8000)
  • Lampen, Sofa, Teppiche… (2000)
  • Holzboden fürs Deck (2000)

 

Von Finanzen und Helfern ist abhängig, wie schnell das Schiff fertig wird. Meine aktuelle Schätzung – im besten Fall 3 – 4 Monate. Im schlechtesten 6 – 8. Ich hoffe, dass zwei Jungs aus Amerika, die gerne für ein paar Monate kommen wollen, es tatsächlich schaffen…sie brauchen vor alle die Kosten für den Flug und natürlich für Verpflegung. Falls jemand Lust hat, eine Woche Basisverpflegung für die beiden (50 Euro) zu sponsoren, würde ich mich total freuen.

Fast jedes Mal, wenn ich an Bord bin, gibt es persönliche und manchmal auch seelsorgerliche Gespräche. Das Schiff erfüllt in vieler Hinsicht schon seinen Zweck, auch wenn es längst noch nicht fertig ist. Aber das wird es – Schritt für Schritt. „Gib mir mal bitte ein Stück Isolierung, 17,5 x 12 cm.“

Ein schöner Traum oder eigentlich zwei…. Rosenbälle und Tagesgast-Räume

2016-01-09 14.05.28Lächelnd aus einem schönen Traum aufzuwachen ist ein schöner Tagesbeginn.

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mit einer Gruppe von Freunden unterwegs durch verschneite Winterlandschaft war, Wir haben zu zweit für Verschiedenes gebetet, später eine Schneeballschlacht gemacht. Ich war recht weit vorne, überquerte eine Kreuzung in der Nähe eines Hauses, das mir im Traum gehörte. Ich stellte fest, dass da kaum mehr Schnee war. Also warf ich einen „Schneeball“ aus Rosenblättern auf die anderen.

Zwei Frauen wollten gern noch in meinem Haus bleiben, weil es ihnen gut tat. Ich bot ihnen an, einfach noch dort zu verweilen und es zu genießen.

Ich fand das wunderschön. Ein „Schneeball“ aus Rosen, den man zu anderen wirft. Augenblicklich ist die Diskussionsatmosphäre in Deutschland gerade bei vielen Menschen sehr vergiftet, der Ton sehr aggressiv. Man schleudert sich harte, böse, abwertende Worte entgegen – von Steinen und Brandsätzen mal ganz zu schweigen. In dieser Situation möchte ich jemand sein, der „Rosenbomben“ wirft…Worte der Wertschätzung, Liebe und Annahme – sogar denjenigen gegenüber, die Schnee- und Eisbälle werfen.

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Und dann fand ich das mit den Gästen in meinem Haus interessant. Gerade denke ich darüber nach, dass viele geflüchtete Menschen in großen Notunterkünften wohnen – in Berlin ca. 40.000. Sie haben kaum Privatsphäre. Viele BerlinerInnen arbeiten von Zuhause aus – als Eltern oder Selbstständige und haben Raum zur Verfügung, wo sich ein Gast tagsüber aufhalten könnte. Er oder sie könnte dort in Ruhe Deutsch lernen, ungestört mit Angehörigen telefonieren oder einfach mal nur ein paar Stunden schlafen, ohne dass ein paar Dutzend Menschen neben ihm schnarchen oder schreien….

„Ihr könnt hier einfach noch bleiben!“ sagte ich zu den Frauen im Traum.“

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