Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Autor: Kerstin Hack (Seite 1 von 57)

Lösung ist, wenn sich etwas löst.

Gestern wollte ich an meinem neuen Buch schreiben. Das klappte nicht. Zum einen, weil Bootsbauer Helge lautstark Lüftungslöcher in die Außenwand des Metallschiffes bohrt…das macht einen Höllenlärm, der der Konzentration nicht zuträglich ist.

Zum anderen, weil ich einen Aufruf erhielt, der mich aufgekratzt glücklich macht:

„Kerstin, ich bin frustriert und zugleich hoffnungsvoll. In den letzten Jahren hab ich extrem viel Zeit und Energie in Beratung investiert. doch an meinen Problemen hat sich nichts geändert. Doch seit dem Coaching mit dir (Thema: Blockaden / Angstzuständen) halte ich dauernd Ausschau nach Aufzügen, um mir zu zeigen, dass ich es kann. Geschlossene Aufzüge machen mir noch Probleme, aber offene Aufzüge fahre ich jetzt locker.

Wenn ich sehe, was sich in nur einer Stunde mit dir verändert hat, dann frustriert mich, dass ich an Stellen investiert habe, die mich nicht weiterbrachten. Und ich bin hoffnungsvolll. Ich will die noch  ungelösten Sachen jetzt gern intensiv anpacken  – mit dir. Hast du in nächster Zeit Kapazitäten?“

Wenn ich so was höre, explodiere ich vor Freude. Als Coach begleite ich Menschen sehr gern mit Herz und dem Handwerkszeug, das ich zur Verfügung habe. Egal wo – es ist genial, wenn Menschen beim Coaching Veränderung erfahren.

Ich bin ja in einer ganzen Reihe von klassischen Methoden (Systematisches Coaching – siehe auch mein Quadro Coaching Basics  , EKS – Business Coaching (siehe Fokus finden) und Gewaltfreie Kommunikation) ausgebildet, daneben noch in Wingwave, einem Ansatz, der sehr effizient bei Ängsten, Blockaden – von Aufzugangst bis Auftrittsangst  und Süchten von Schokolade bis Rauchen wirkt.

Ich habe in meinem Blog bereits davon erzählt: Wenn Altes wirklich vergeht.

In den letzen Wochen erlebte ich als Folge von Coaching das z. B.

  • Wurzeln für alte, behindernde Muster aufgespürt werden konnten
  • ein Mann im Blick auf die Vergangenheit mehr inneren Frieden spürte
  • eine Frau die entspannter in die Zukunft blicken kann
  • ein Mann nach nur einer Stunde Coaching ein deutlich reduziertes Verlangen nach Zigaretten hatte.
  • eine Frau, die erstmals in ihrem Leben das Wort „Selbstbewusstsein“ positiv assoziieren konnte
  • eine Frau, die psychischen Ursache auf die Spur kam, die zur Entwicklung von vielen Allergien beitrugen .
  • eine Frau, die mehr Sinn in ihrem Leben sieht.

Details kann und darf ich natürlich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht mitteilen – leider. Manche Geschichten sind so bewegend, dass ich sie lieben d gern erzählen würde, um andere Menschen zu ermutigen, das Lösung gefunden werden können.

Blockaden lösen. Selbstcoaching mit wingwave Christoph Schalk und Kerstin Hack Kurz: Ich liebe meinen Beruf. Und nutze eine Vielzahl von Werkzeugen, um Menschen im Coaching vor Ort in Berlin oder am Telefon weiterzuhelfen.

Wingwave ist die Methode der Wahl, die ich zum Lösen von Blockaden einsetze.

Mein Kollege Christoph Schalk​ und ich haben das Trainings-Quadro Blockaden lösen dazu geschrieben, wie man die Methode auch im Selbstcoaching nutzen kann, um Blockaden loszuwerden.

Das funktioniert – wenn gleich ich selbst immer Coaching mit einem echten Coach bevorzugen würde, wenn es möglich ist. Wenn das aus Zeit- Kosten oder sonstigen Gründen nicht geht, ist Selbstcoaching eine fantastische Alternative.

Wie zum Beispiel als ich so aufgekratzt war, dass ich nicht mehr klar fokussieren konnte. Dann höre ich Wingwave-Musik, weil die zugleich anregt und beruhigt.

Was mich interessieren würde: Hast du selbst schon mal Coaching in Anspruch genommen? Was waren deine Erfahrungen?

Noch drei Monate Lutherjahr…puh

Martin Luther Einer, der auf die Kraft des Wortes bauteIch gestehe: Ich werde persönlich erleichtert sein, wenn das Lutherjahr und der ganze Trubel um den (nicht nur) guten Mann endlich vorbei ist. Luther Theaterstücke, Lutherkekse, schwarz-rot-goldene Luthersocken mit „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, Luther-Kaffee – natürlich fair gehandelt, Luther-Playmobil-Figur und Luther-Bibeln. 

Okay, die Luther-Bibel gab es schon vor dem Lutherjahr – wobei nebenbei erwähnt werden darf, dass Luther Teile des Alten Testaments von einer Übersetzung abschrieb, die einer der Täufer, die er blutig verfolgte, verfasst hatte. Man sollte sie also eigentlich Luther-Wiedertäufer-Bibel nennen. Aber ich vermute, das kommt marketingmäßig nicht so gut an. 

Manchmal habe ich in all dem Luther-Trubel fast den Eindruck, manche Kirchenleute halten Luther für wichtiger als Gott. Mag sein, dass der Eindruck trügt.

Luther hin oder her: Ich freu mich, dass unsere Kurzbiographie zu Martin Luther von vielen als Einstieg in die Beschäftigung mit ihm verwendet wird. Die ist auch wirklich gut.

Die anderen aber auch: Martin Luther King, Margarethe Steiff, Nelson Mandela, Coco Chanel, um nur einige der Weltveränderer zu nennen, die in ihrem Bereich Revolutionen oder Reformationen bewirkt haben.

Wer mehr über den Autor dieser und anderer Weltveränderer erfahren will, findet das Kurzportrait über Reiner Andreas Neuschäfer hier.

Die göttliche Ordnung – ein Film und ein Thema, das mich bewegt

Schweiz, 1971:

Während die Welt sich unruhig im Flower-Power-Hippie-68er Revolutionsrhythmus bewegt, scheint in einem Schweizer Dorf die Zeit stehengeblieben zu sein. Dort wird noch – so der Titel eines Films von Petra Volpe – als die göttliche Ordnung empfunden, dass Männer das Recht haben, allein über Geld und Geschicke ihrer Frauen zu bestimmen.

Das ändert sich als Nora, Mutter von zwei Kindern, den Wunsch äußert, arbeiten zu gehen. Ihr Mann, Hans, erlaubt ihr das nicht. Die Männer haben das Sagen – so regeln es die Gesetze, die ebenfalls von Männern gemacht werden – die Schweizer Frauen haben kein Wahlrecht.

In Nora erwacht etwas und sie beginnt in ihrem Dorf für das Wahlrecht der Frauen einzutreten. Andere Frauen schließen sich ihr an und am Ende organisieren sie einen Streik und legen Bügeleisen und Kochlöffel nieder, um auf die Dringlichkeit ihres Anliegens aufmerksam zu machen.
Natürlich kommt es zu Konflikten. Die alte Ordnung war so lange etabliert, dass sie als göttlich empfunden wurde. So was wirft man nicht von heute auf Morgen um. Hans wird als Ehemann einer Emanze verlacht, die Männer im Dorf versuchen ihre Frauen mit Gewalt einzuschüchtern.

Am Ende brechen verkrustete Muster auf. In einer bewegenden Szene erklärt Nora, dass die göttliche Ordnung ist, dass Männer und Frauen beide ihren Platz haben. Und ihrem Mann steht der Stolz auf seine mutige Frau ins Gesicht geschrieben. Und ja, die Mehrheit für das Frauenwahlrecht gewinnen sie auch. 

  • Extra Plus: Für Modefans lohnt sich der Film schon allein wegen der genialen 70er-Jahre Mode. Schlaghosen, Frisuren. Eine Augenweide.
  • Kleines Minus: Die Hochdeutsche Synchronisation (der Film ist im Original in Schweizerdeutsch) ist etwas holprig.

Mich hat dieser Film berührt. Als Frau bin ich dankbar für Frauen, die sich dafür einsetzten, dass Frauen ihr Potential entfalten können. Aber auch Männer. In dem Film werden die Männer im Dorf auch als in ihren festen Rolle unfrei und unglücklich gezeigt. Das zeigt eine tiefe Wahrheit.

Ich glaube zutiefst, dass da, wo Frauen klein gehalten werden, auch die Männer nicht glücklich sind. Da, wo Männer ihre Energie aufwenden müssen, um Pascha, Herrscher oder sonst was zu spielen, statt partnerschaftlich zu agieren. Das Ergebnis: beide Geschlechter leben unter dem Potential, das ihnen von Gott her zugedacht ist.

Im christlichen Bereich wurde es in vielen Bereichen als göttliche Ordnung empfunden, dass Frauen im Gemeinden nichts zu sagen haben – auf Grund einiger, meist aus dem Zusammenhang gerissener Stellen. Es ist ein komplexes, großes Thema, in dem sich Geschichte, Kultur, Prägung, Sichtweisen und Theologie vermischen.

Um etwas Licht in das Gestrüpp zu bringen, habe ich ein Quadro geschrieben: Starke Frauen. Befreiende biblische Perspektiven.

Kerstin Hack: Starke Frauen. Befreiende biblische PerspektivenMein Ziel mit diesem Quadro war, ein Bild von einer heilsamen, göttlichen Ordnung zu zeigen, in der Mann und Frau ihren Platz haben und gemeinsam Gutes in der Welt bewirken. Es gibt so viele Frauen, denen nach wie vor in Gemeinden oder Ehen das Ausleben ihres Potentials verboten wird. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es der, dass Männer und Frauen, das Quadro im Zehnerpack kaufen und an andere weitergeben, um mitzuhelfen, andere, göttliche Perspektiven zu entdecken.

In meinem Blog hab ich schon öfter zu der Thematik geschrieben:

Und vermutlich wird es mich weiter beschäftigen. Weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir als Männer und Frauen nicht berufen sind, einander klein zu machen, sondern groß.

Deshalb hat mich auch der Titel des Films bewegt: Die göttliche Ordnung.

Ich glaube, dass wir Sinn im Leben nur dann finden, wenn wir dazu beitragen, dass wunderbare, lebensspendende göttliche Ordnung wieder hergestellt wird – in einer Welt, die an vielen Stellen weder gut geordnet noch himmlisch ist.

Wo man hinschaut sind Dinge nicht in Ordnung: In der Natur, im Sozialen, in der Wirtschaft. Wo und wie man anpackt, entspricht den eigenen Vorlieben, der Begabung und manchmal auch dem, was einem vor die Füße gelegt wird.

Das erfordert intensives Hinsehen und Denken. Oft werden gerade von Menschen, die privilegierte Positionen innehalten, Dinge als richtig und womöglich göttlich legitimiert bezeichnet – nur weil sie immer schon so waren. Da darf und kann man hinterfragen, überlegen, anhand der eigenen Überzeugungen und Aussagen der Glaubenstexte prüfen, ob das wirklich so ist.

Ein weiteres Kriterium ist die Atmosphäre oder wie auch immer man das nennen mag. Ich glaube zutiefst, dass da, wo etwas tatsächlich göttlicher Ordnung entspricht, auch sein Geist zu spüren ist. Der zeigt sich etwa in Freude, Frieden, Freundlichkeit, Güte, Geduld, Liebe, Sanftheit und Treue.

Mitgestalter, Mitregenten, Mitherrscher: Mich beeindrucken die biblischen Bilder und Texte, die davon sprechen, dass wir Auftrag und Würde haben, mit Gott diese Welt zu gestalten. Menschen, die nicht gläubig sind, könnten andere Bilder wählen, um sich als Gestalter einer guten Welt zu beschreiben.

Einfach ist es nicht. Dort wo Neues auf etablierte, alte, Ordnungen trifft, kommt es zum Konflikt. Doch dann entsteht neue, lebendige göttliche Ordnung, die Leben schenkt und befreit.

Nur so ne Frage: Über welche Unordnung in der Welt kannst du dich so aufregen, dass du Zeit, Energie und Geld einsetzen würdest, um dort tatsächlich etwas zu verändern?

Ich bin gespannt auf deine Antworten.

Nur so ne Frage: Soll ich mehr bloggen?

In den letzten 12 Tagen habe ich an einem Online-Kurs zum Thema „Lebenskonzeption“ teilgenommen. Ich lerne gern und es hat mich interessiert, was andere zu diesem Thema zu sagen haben.

Wie bei allen guten Kursen gab es Fragen. Eine gute Frage kann man auch daran erkennen, dass man nicht sofort eine Antwort darauf hat. Wenn ich Coaching-Kunden etwas frage und sie erst einmal – je nach Erziehungsstil – antworten: Das ist aber eine schwierige / ungewöhnliche / Scheiß-Frage!“ – dann weiß ich: Ich habe mit der Frage ins Schwarze getroffen. In das schwarze Loch, in dem sich die Probleme konzentrieren oder die Lösungen finden.

So ging es mir bei der – harmlosen – Frage im Kurs:

  • „Wie kannst du anderen Menschen mehr Nutzen bieten!“

Ich hab erst mal innerlich aufgestöhnt: „Das mach ich doch schon die ganze Zeit: Ich coache Menschen, halte Seminare, schreibe Bücher, Quadros, Impulshefte, unterstütze andere beim Publizieren… !“

Allein die Vorstellung, noch mehr zu tun, erschöpfte mich. Bis ich ans Bloggen dachte. Da ich intensiv am Online-Kurs „Dein gutes Leben“ und an meinem neuen Buch „Das gute Leben!“ gearbeitet habe, habe ich in den letzten Monaten nur wenig auf meinem Blog geschrieben.

Ich dachte:

  • Ich lese und erlebe Dinge, die für andere inspirierend und hilfreich sein könnten. Vielleicht sollte ich tatsächlich wieder mehr bloggen.

Und so denke ich jetzt  darüber nach

  • Mehr zu erzählen – von dem, was ich erlebe und was mich bewegt
  • Es darf sein, was ist...Zitat Kerstin HackMehr weiterzugeben, was ich gelernt habe
  • Mehr Buchzusammenfassungen zu schreiben
  • Mehr Tipps für ein gutes Leben weiterzugeben
  • Meine liebsten Zitate

Gern hätte ich dazu deine  Rückmeldung.

  • Würde das dein Leben bereichern? Wie(so)?
  • Wäre das etwas, was du dir wünscht?
  • Wenn ja, wie oft wäre gut?
  • Was wären deine liebsten Themen und Beiträge?

Bitte kommentiere einfach.

Und ich denke weiter nach.

Manche „dummen“ Fragen haben es echt in sich…

1000 Euro im Monat – einfach so…

1000 Euro im  Monat zusätzlich haben – das wäre doch was.

Für mich als Selbständige würden 1000 Euro im Monat den Unterschied machen zwischen

  • es reicht nicht und es reicht doch
  • ich kann keine Schiffsbaudarlehn zurückzahlen – ich kann es doch
  • ich kann mir keinen schönen Urlaub leisten – es geht doch
  • ich kann nur mit Mühe Menschen materiell beschenken und es geht leicht anderen eine Freude zu machen
  • ich kann es mir kaum leisten, in Pojekte zu investieren, die kein Einkommen generieren und ehrenamtliches Engagement ist leichter möglich

Weil 1000 Euro mehr für mich einen Riesenunterschied zwischen Enge und Weite machen würden, versuche ich gerade ein bedingungsloses Grundeinkommen zu gewinnen – am 27.7. ist die Verlosung.

Wer will, kann noch mitmachen – einfach auf den LINK hier klicken.
Wer mit mir ein Tandem bildet, erhöht seine und meine Chancen.
Ist kein Fake… die Initiative bedingungsloses Grundeinkommen gibt es seit mehreren Jahren und sie arbeiten seriös. 
 
 

Ebbe und Flut

Vor zwei Tagen sind die letzten Gäste abgereist. Ich erlebe es als großes Geschenk, Menschen Zeit und Raum schenken zu können.

Seit Anfang April waren 28 Menschen an Bord. Einige Freunde.  Und andere, die als Coaching-Gäste kamen, um zur Ruhe zu kommen und Orientierung zu finden. Es war wunderbar, ihnen den nötigen Raum und die gewünschte Begleitung zu geben – und dann zu erleben, dass Menschen anders von Bord gingen als sie gekommen sind: Klarer, freier, glücklicher. Wir hatten Spass und zugleich war es tief und Leben verändernd. Es war wunderbar.

Und jetzt ist es wunderbar, das Schiff wieder für mich zu haben. Ich genieße es, Morgens ins Wasser zu springen und Smoothies machen zu können und Abends mit dem Handstaubsauger auf Mückenjagd zu gehen, ohne Sorge haben zu müssen, Gäste zu wecken. Ich finde es schön, dass die Dinge jetzt  meist an ihrem Platz sind. Und ich nicht als lebendiges Google dienen muss: „Wie komme ich von hier am besten nach dort….?“. Ich genieße es, am Abend den Tag ruhig mit Blick aufs Wasser ausklingen zu lassen – so sehr der extrovertierte Teil von mir die abendlichen Gespräche mit den Gästen  genossen hat. Der introvertierte Teil von mir lebt auf, genießt den Raum.

Eine Freundin hatte mir vor einigen Wochen einen Newsletter mit einem Artikel von Ilona Dörr-Wälde weitergeleitet: Ein Lebensstil von Ebbe und Flut.   Darin schreibt sie über den irischen Mönch Aidan, der zum Berater des Königs Oswald berufen wurde. Als Wohnort wählte er eine Gezeiteninsel, die nur bei Ebbe zu erreichen war. Bei Flut waren “ die Schotten dicht“. Aidan war unerreichbar für die Anfragen der Menschen. Wer etwas wollte, musste warten, bis der Weg wieder frei war.

Ebbe und Flut  – Begleitung für die Höhen und Tiefen des Lebens – das ist das Motto meines Coaching- und Seminarschiffes. Ich will hier nicht nur anderen Raum zur Stille und Reflexion geben, sondern auch für mich selbst genug Raum haben, um abzuschalten, zu reflektieren und neue Kraft zu finden.

Einige Wege für einen guten Lebensryhythmus aus Aktivität und RUhe habe ich bereits relativ fest etabliert.

  • Morgens und Abends Internet-freie Zeit
  • Sonntags arbeitsfrei. Zeit für Ruhe, Genuss, Begegnung
  • Reflexions- Gebets- und Planungstag am 1. Tag jeden Monats
  • 1 – 2 längere Reflexions- Gebets- und Planungstage pro Jahr

Neu dazu kommt jetzt die Zeit für mich an Bord. Gäste sind willkommen vom 2. – 22. Tag eines Monats. Die anderen Tage ziehe ich die „Zugbrücke hoch“ und bin allein an Bord,

Ab und an wird es einen ganzen Monat Pause und Auszeit für mich geben – zum Beispiel jetzt im August, da ich mich auf die Fertigstellung meines Buches konzentrieren möchte. Das Manuskript soll bis 31. 8. fertig sein. Da geht es über die Schätze, die ich im Leben entdeckt habe. Einer davon ist der Schatz, der in dem Wechsel von Ebbe und Flut besteht.

U2 and me

Vor einigen Monaten lief ich an einem Plakat vorbei, das für die Joshua Tree Tour von U2 warb. Ich dachte mir: „Da werde ich bald 50 und war noch nie in meinem Leben auf einem großen Konzert in einem Stadion. Eigentlich wäre es schön, das mal erlebt zu haben…“  Mein bisher größtes Konzert waren ein paar Tausend Leute bei Mercedes Sosa in einer Halle – vor vielen, vielen Jahren.

Und so war ich gestern bei strömenden Regen auf dem ersten großen Konzert meines Lebens. Und fand es einzigartig schön. Weil ich nicht wusste, ob mehrere Stunden stehen das richtige für mich sind, habe ich mir einen Sitzplatz gegönnt… praktisch stand ich dann doch die meiste Zeit… weil es Musik gibt, die man nicht still sitzend anhören kann.

Mich hat das Konzert berührt. Die U2 Version von „singing in the rain“ werde ich wohl nie vergessen….

Mich hat berührt, dass die Musiker so unaufgeregt waren. Auch wenn es natürlich eine riesengroße Show mit allem, was dazu gehört, war, wirkte es nie so, als ob sie es nötig haben, eine Show abzuziehen. Sie haben gute Musik gemacht. Aber sich angenehm unaufgeregt dazu bewegt. Auch die Videos im Hintergrund waren weit ruhiger als erwartet.

Eine Einblendung zeigte ein geflüchtetes syrisches Mädchen, das gefragt wurde. „Wenn du vor Tausenden von Menschen sprechen könntest – was würdest du ihnen sagten?“ Ihre Antwort: „Hört nicht auf zu träumen. Ich träume auch, dass ich eines Tages Anwältin sein kann, um den Menschen beizustehen, die Hilfe brauchen!“ Statt Dinge in eigenen Worten zu formulieren, gaben die Musiker einem Teenie-Mädchen eine Plattform, um ihre Träume in ihrer Muttersprache (mit Übersetzung) in die Welt zu tragen.

Während U2 das nächste Lied spielte, wurde ein riesiges Porträt des Mädchens auf einem Banner durch die Reihen gegeben und gleichzeitig wurden Bilder  von einem riesigen Flüchtlingslager in Jordanien eingeblendet – und die ersten drei Artikel unseres Grundgesetzes.. Mich hat berührt, dass die einem Menschen Raum gaben, eine Stimme gaben…und stark und direkt an unsere Mitmenschlichkeit und Verantwortung erinnerten.

Dann sprach der Leadsänger Bono  darüber, dass in Konflikten und militärischen Auseinandersetzungen oft die Frauen besonders viel leiden. Sie erwähnten die junge, pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, die an diesem Tag ihren 20. Geburtstag hatte und baten alle Besucher, Happy Birthday für sie zu singen.

Anschließend ehrten sie die Frauen in ihrem Leben. Namentlich ihre eigenen vier Ehefrauen. Aber dann auch – während sie das nächste Lied spielten, die Frauen in ihrer, unserer Welt, die etwas bewegt hatten. Sie sagten, dass es unzählige gibt, deren Namen niemand kennt. Aber sie wollten nicht nur HIStory, sondern auch HERstory erzählen,. Dafür blendeten sie die Porträts und Namen von vielen mutigen und starken, künstlerischen und klugen Weltveränderer-Frauen ein: Sophie Scholl, Marie Curie, Anne Frank, aber auch Angela Merkel und Christine Lagarde – viele Namen der afrikanischen und asiatischen Frauen auf der Leinwand waren mir nicht bekannt.

Doch als ich die vielen Gesichter all der unterschiedlichen Frauen sah, liefen mir Tränen über Gesicht. Ich habe mich gefragt, wieso mich das so berührt. Ich habe es selbst nur selten erlebt, von Männern (oder Frauen) geringschätzig behandelt worden zu sein, weil ich eine Frau bin. Das war wohl nicht der Grund. Aber ich habe es auch selten erlebt, dass starke, erfolgreiche, kernige Männer Frauen in der Art und Weise respektieren und ehren wie U2 es gestern Abend tat.

 

Heute Morgen habe ich mir dann vorgestellt, wie es im Himmel sein wird. Ich schätze, dass es da auch ein großes Konzert geben wird. Ob Gott eher auf Handels Halleluja oder eher auf U2 steht, wird sich noch zeigen. Aber ich kann mir vorstellen,

dass dann die Gesichter all der Frauen (und Männer) sichtbar machen wird,  die so gut sie konnten ihr Leben gelebt und – wo es in ihrer Kraft stand – etwas Positives in der Welt bewegt haben.

Von daher war gestern Abend für mich ein kleiner Vorgeschmack des Himmels.

 

 

 

Intensiv leben und Pausen machen

Die letzten Tage und wochen waren sehr intensiv: Endspurt für einen Artikel Stadt. Land. Gott, den ich für ein Magazin geschrieben habe. Und erfolgreicher Endspurt für das Crowdfunding für mein neues Buch. Wir haben es geschafft. Es ist wunderschön und ein riesiges Geschenk für mich, dass ich das Projekt jetzt ohne allzuviel finanziellen Druck angehen kann.

Dann fand an Bord Coaching – Basics statt: ein Workshop über die Grundlagen des Coaching inklusiv der Erläuterung und Einübung einiger hilfreichen Coaching-Techniken. Basierend auf meinem gleichnamigen Quadro.

Ich war stolz auf meine Teilnehmer. Sie haben das gelernte gleich erfolgreich umgesetzt. Nach einer Übung fragte ich die Kunden, wie hilfreich da Coaching mit den frischgebackenen „Coaches“ war. Auf einer Skala von 1 (wenig hilfreich) bis 10 (Problem gelöst), gab es 1 x die 3, mehrfach 7 – 8, 1 x sogar die Bestnote 10. Ziemlich gut für den Anfang. Die jüngste Teilnehmerin war meine 14 – jährige Patentochter, auf die ich mächtig stolz war.

Und am Sonntag habe ich dann in einer Gemeinde darüber gesprochen, wie man sein Lied des Lebens entdeckt.

Außerdem war – neben meiner Patentochter – noch weiterer Besuch an Bord. Und daneben haben wir weiter gebaut. Die Gästeküche hat jetzt Schubladen für Lebensmittel und meine eigene Küche bekommt noch zwei Geschirrschubladen. Der Seminarraum eine Eingangstür aus Glas, die etwas Privatsphäre und Schutz vor Zugluft bietet. Die Toilette hat jetzt einen Korkfussboden und es gibt eine Badeleiter mit der man elegant vom Schiff direkt ins Wasser und vor allem wieder zurück kommt.

Anderer Besuch war die Tochter einer Freundin, deren Mutter vor ziemlich genau einem Jahr sehr plötzlich und noch ziemlich jung verstarb. Der Jahrestag ihres Todes war kürzich und der Tochter war es wichtig, an diesem Tag an einem Ort und bei einem Menschen zu sein, bei denen sie sich sicher fühlt. Es berührt mich, dass sie mich und mein Schiff dafür gewählt hat.

Insgesamt waren 2017 bereits 21 Menschen als Gäste an Bord. Zum Reflektieren, zur Erholung, für Auszeiten. Um neue Perspektiven zu finden. Mit manchen habe ich intensive Gespräche geführt. Andere waren einfach „nur“ da und genossen die Zeit für sich und das Leben an Bord.  Über vieles, was da eher im Stillen passiert, kann ich nicht schreiben, weil die Themen, mit denen die Menschen kommen, oft sehr persönlich sind: Beziehungskrisen, Gesundheits- oder Gewichtsprobleme, Selbstwertproblematiken, Zukunftsperspektiven. Das sind Fragestellungen, die so vertraulich sind, dass ich sie nicht preisgeben kann und will.

Manchmal ist es auch ok etwas zu beschreiben. Die drei jungen Frauen auf dem Bild waren ein paar Tage an Bord, um die Frage zu klären, ob sie ihre berufliche Zukunft in Deutschland sehen. Wir hatten intensive Gespräche, auch Zeiten des Gebets, ich habe ihnen mehrere englischsprachige Interviews zu verschiedenen Themen gegeben. Und davon darf ich gern erzählen. Für Menschen, die wie sie und andere, die nach neuen Perspektiven und Orientierung suchen ist das Schiff gedacht.

Damit die räumlichen und auch meine persönlichen Kapazitäten nicht überfrachtet werden, steht das Schiff nicht für „normale“ Berlin-Besucher zur Verfügung, die ein Quartier für ihren Aufenthalt suchen. Obwohl ich das auf meiner Internet-Seite recht deutlich geschrieben habe, erhalte ich fast täglich Anfragen: „Ich bin bald in Berlin. Kann ich bei dir übernachten?“ Das kostet mich manchmal Kraft.

Doch insgesamt bin ich glücklich, dass das Schiff zunehmend an Fahrt aufnimmt.

Nach einem Jahr an Bord habe ich langsam einen guten Rhythmus zwischen Arbeit im Verlag, Coaching, Begegnung und Ruhepausen gefunden. Gerade genieße ich – nach Besorgungen – einen schönen Kaffee in Kreuzberg. Und eine Pause, in der ich Kraft tanken kann.

Wie gehen wir mit Frauen um?

„Der Maßstab für jede Gesellschaft liegt darin, wie sie ihre Frauen und Mädchen behandelt“ –  Michelle Obama

In einer westlichen Demokratie brüstet sich ein Präsidentschaftskandidat damit, dass ein Mann, so bald er Macht hat, mit Frauen machen kann, was er will – und damit durchkommt. Michelle Obamas Satz bezieht sich auf ihn, doch geht weit darüber hinaus.

Vielleicht blickt sie auch zurück auf die Zeit in der Männer das gesetzliche Recht hatten, über alles zu bestimmen, was ihre Frauen taten: Beruf, Finanzen, Sexualität. Das wird in dem Film Die göttliche Ordnung über den Kampf der Schweizerinnen für das Wahlrecht eindrücklich geschildert.

Starke Frauen. Von Kerstin HackIch habe mich in den letzten Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, ob das Kleinhalten und Ausgrenzen von Frauen, das in manchen christlichen Kreisen noch praktiziert wird, tatsächlich vom Wort Gottes her haltbar ist. Und das Quadro Starke Frauen. Befreiende biblische Perspektiven zu dieser Frage veröffentlicht.

Für mich ist klar:  Ja, auch die Gesundheit einer christlichen Gemeinde kann man daran erkennen, wie sie mit Frauen umgeht, sie fördert, schätzt und ihnen den Raum gibt, die Gaben auszuleben, die der Vater ihnen zum Wohl aller anvertraut hat.

Kürzlich habe ich, weil ich das Thema gern noch tiefer verstehen will, das Buch Fashioned to reign  von Kris Vallotton gelesen. Er setzt sich darin mit zwei Fragen auseinander:

  • Dürfen Frauen in Gemeinde und Gesellschaft leiten?
  • Wie sieht weibliche Leiterschaft aus?

Zur ersten Frage kommt er nach gründlicher Analyse der biblischen Texte zu einem klaren „Ja“.  Er findet fundierte, plausible Erklärungen für einige der „schwierigen Stellen“. Eine Sache, die für mich neu war: Es gibt in den 66 Büchern der Bibel nur drei Bücher, in denen Stellen vorkommen, die die Leitung von Frauen einzuschränken scheinen. Das sind Briefe von Paulus an Gemeinden oder Leiter von Gemeinden, die sich in Ephesus, Korinth und Kreta (Titusbrief) an Orten.

Dort gab es einen sehr stark ausgeprägte Verehrung weiblicher Gottheiten gab – mit den dazugehörigen Vorstellungen, von denen sich auch die jungen Christen noch nicht gelöst hatten.  Bei vielen seiner Briefe schreibt Paulus am Ende, dass auch andere Gemeinden sie lesen sollen. Bei den drei Briefen mit den schwierigen Stellen tut er das nicht. Das kann als ein Hinweis darauf verstanden werden, dass die Ausführungen sich auf eine spezifische Situation, nicht auf alle Frauen an allen Orten zu verstehen sind.

Bemerkung von mir: Es kommt ja auch niemand auf die Idee, die Aufforderung an den an Magenproblemen leidenden Timoteus „Nimm etwas Wein für deinen Magen, trink nicht nur Wasser!“ als allgemeingültige Regel für alle Christen zu verstehen.

Interessanterweise schreibt Vallotton, dass die Frage nach der Art wie Frauen leiten für ihn weit herausfordernder war als die Frage, ob und wo sie leiten dürfen?

Wie leitet eine Frau?

Er gibt die Antwort, indem er fünf verschiedene Frauen beschreibt, die auf ganz unterschiedliche Weise leiten: Durch Sensibilität gegenüber dem Heiligen Geist, durch starkes Durchhaltevermögen und Solidarität, durch die Fähigkeit, Vision vor Augen zu malen, durch tiefes Mitgefühl mit den Armen und Schwachen und Vorbild sein oder auch durch gelebte Integrität.

Leiter sein kann heißen, vorne zu stehen und anderen zu sagen, wo es lang geht. Es kann aber auch heißen, etwas zu entwickeln, zu gestalten.

Ich bin glücklich, dass wir im Verlag eine Reihe von Kompaktbiographien über einige leitende Frauen herausgegeben haben und jeweils beschreiben, was diese Frauen in der Welt geleistet haben.

Weltveränderer Frauen

  • Sophie Scholl
  • Margarethe Steiff
  • Aung San Suu Kyi
  • Hildegard von Bingen
  • Marie Curie
  • Helen Keller
  • Coco Chanel
  • Mutter Teresa
  • Astrid Lindgren

Sie haben Spuren hinterlassen.

Sie haben unsere  Welt schöner, freier, mutiger und gesünder gemacht. Es lohnt sich, ihre Geschichten zu kennen und sie den eigenen Söhnen und Töchtern zu erzählen. Damit sie auch zu Menschen werden, die etwas in dieser Welt prägen.

Ich wünsche mir, dass in unserer Gesellschaft und gerade auch in den christlichen Gemeinden, Frauen Raum gegeben wird, das Potential zu leben, das in ihnen steckt – ob as nun Lehre oder Forschung, Politik oder Wirtschaft, Seelsorge oder Design ist.

 

Mein neues Buch / Crowdfunding: ansetzen zum Endspurt

Puh, Crowdfunding ist echt nix für meine Nerven.

Eigentlich liebe ich ja Herausforderungen. Aber wenn ich das Ergebnis nur bedingt beeinflussen kann (entweder Leute machen mit oder auch nicht) und wenn sie mit Zeidruck kombiniert sind und es bis zum Ende knapp bleibt, dann finde ich das doch nervernaufreibend.

Und bei Crowdfunding ist es so: Wenn man die gesetztes Summe nicht erreicht, bekommt man gar nichts. Das Geld wird an die Unterstüzer zurück überwiesen.

Heute Morgen fehlten noch 400 von 5000 Euro für die Minimum-Summe. Wenn mehr als die benötigte Zielsumme zusammen kommt, macht das natürlich das ganze Projekt entspannter.

Ich denke und hoffe mal, dass das Gute Leben es schafft. Du darfst gern noch dabei sein.

Hier der Link zum Crowdfunding für das gute Leben

 

 

 

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