Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 26)

Klare Sicht voraus!

Die Vögel, die um mein Schiff herum leben, beglücken mich – wenn sie nicht gerade wie Heinz, der Hahn, in aller Frühe krähen oder wie Sigmund, der Schwan, mich im Schlaf wecken, weil sie sich einen Mitternachtssnack gönnen und Muscheln von der Bordwand knabbern. An Bord gibt´s Geräusche, die gibt es sonst gar nicht.

Abgesehen davon liebe ich es, den Vögeln beim Schwimmen und Fliegen zuzusehen – wenn ich sie sehe. Oft erblicke ich sie nur unscharf, weil meine Augen, besonders das Linke ziemlich kurzsichtig sind.

Das fing schon früh an.

Als ich in der Grundschule war, fiel der Lehrerin auf, dass ich beim Abschreiben von der Tafel häufiger Fehler machte als sonst und oft ein Auge verschloss. Es stellte sich heraus, dass ich auf einem Auge kurzsichtig, auf dem anderen weitsichtig war.

Im Lauf der Jahre hat sich das angeglichen, das weitsichtige Auge wurde auch kurzsichtig – doch weit weniger als das andere Auge – über 3,5 Dioptrin Unterschied.

Mit Kontaktlinsen trocknen meine Augen schnell aus und entzünden sich. Beim Tragen einer Brille entstehen unterschiedlich große Bilder, die vom Gehirn verarbeitet werden müssen. Das ist Stress pur. Die Folgen reichen von Auswirkungen auf Körperkoordination (ich sehe Hindernisse oft schlecht und verletzte mich) bis hin zu Müdigkeit und Verspannungskopfschmerzen. All das beeinträchtigt meine Lebensqualität ziemlich.

Die Entscheidung zur Operation

Ich sehne mich nach klarer Sicht.

Nach langem Überlegen habe ich mich deshalb zu einer Augenoperation entschieden, welche die Fehlsichtigkeit korrigiert, aber vermutlich von der Kasse nicht bezahlt wird. Langfristig kommt das billiger als Kontaktlinsen und/oder teure Gleitsichtbrillen. Kurzfristig kostet es einige Tausend Euro. Wenn ihr mich dabei unterstützen wollt, würde ich mich sehr freuen.

Die Operationen sind für den 7. + 8 November angesetzt. Bis dahin werde ich weiter beten, dass Gott die Augen übernatürlich heilt. Ich lade euch ein, das auch zu tun. Wenn das passiert, werde ich alles Geld, was ich für die Operation geschenkt bekommen habe, an eine Organisation spenden, die in armen Ländern grauen Star operiert und Menschen so ihr Augenlicht wieder schenkt – damit auch andere gut sehend werden.

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen

Ist das heftig!!! 
Vor sechs Monaten ist mein Pelletofen, der das gesamte Schiff heizt, kaputt gegangen. Seitdem sagte mir der Kundendienst bei Dutzenden von Telefonaten, dass er die Ersatzteile nicht vom Hersteller bekommt. Er sagte zu, den Ofen zu reparieren, sobald er die Ersatzteile hat.
Am Montag habe ich beim Hersteller sehr deutlich meinen Ärger zum Ausdruck gebracht. was mir nicht leicht fällt. Ich neigte bisher immer dazu, stets meine verständnisvolle Seite zu zeigen – selbst wenn Ärger durchaus angemessen wäre.
Das hat mit Erziehung und Prägung zu tun. Und auch damit, dass es in unserer Gesellschaft in der Regel akzeptiert wird, wenn Männer Ärger ausdrücken. Wenn Frauen das tun, selbst wenn es angemessener Ärger ist, wird das oft verachtet.
Doch siehe da – der respektvolle, aber klare Ausdruck meiner Unzufriedenheit bewegte das Hindernis: Noch am gleichen Tag wurden die Ersatzteile verschickt.
Das war Teil 1.
Heute schrieb mir dann der Kundendienst:
 
„Guten Tag Frau Hack,
leider werden wir die Reparatur nicht vornehmen,
da der Kamin nicht den technischen Vorraussetzungen des Herstellers entspricht.“
 
Wie bitte!!!!!
Ich koche gerade vor Wut.
Dass er die Reparatur nicht vornehmen will, hätte er mir auch vor 6 Monaten sagen können. Dann hätten wir das gute Wetter im Sommer nutzen können, um nötige Änderungen am Kamin vorzunehmen.
 
Wohnen. Impulsheft aus dem Down to Earth Verlag von Wohnberaterin Tanja Sauer Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen.
Das habe ich kürzlich bei einem Seminar mit Dirk Eilert gelernt. Ich werde noch etwas abwarten, bis die erste, nicht so konstruktive Wut, verraucht ist und dann meinem Ärger deutlich Ausdruck verleihen. Und Lösungswege suchen.
Die Firma, bei der ich den Kaminofen gekauft habe, wirbt mit dem Slogan „Feuer ist unsere Leidenschaft!“ Meine derzeit auch.
Bis der Winter kommt, will will ich einfach nur schön und warm wohnen.
Das Ziel möchte ich erreichen. Falls es nötig ist, dafür Ärger zu spüren und angemessen auszudrücken ist das schon ok. Ärger dient dem Leben. Auch meinem.
Ein paar Tage später:
Als der Kundendienst dann kam, war die erste Frage: „Ist das ein Gasofen?“ Wie bitte?! Ich erklärte ihm, dass es sich bei dem Gerät um einen Pelletofen handelt. Er meinte, dass er noch nie (!!!) einen Pelletofen repariert hätte. Mit Hilfe und unter Anleitung meines Bootsbauers, den ich vorsorglich gebeten hatte, zu dem Termin an Bord zu sein, hat es dann geklappt. Der Ofen läuft.

 

Was ich wähle, ist das Handeln

Am 24. 9. haben wir Deutschen gewählt – genauer gesagt 75,6%  von uns.

Seit das Wahlergebnis fest steht – mit 12,6 % Stimmen für die AfD – ist in den Massenmedien und sozialen Medien der große Ärger und das große Jammern ausgebrochen. Ich poste auf Facebook in der Regel nichts zu politischen Themen, weil in diesem Medium eine echte inhaltliche Auseinandersetzung, Dialog usw. nur sehr begrenzt möglich ist. Und verkürzte Darstellungen niemandem weiterhelfen.

Einzige Ausnahme – ein Spiel mit Worten, das ich mir nicht verkneifen konnte.

Finde den Unterschied:
Die AfD jagt und klammert.
Der Rest klagt und jammert.

Ich will auch auf meinem Blog keine politische Diskussion starten. Dafür ist an anderer Stelle Platz.  Nur so viel: Ich will keine Partei wählen, bei denen ich noch nicht mal die Wahlplakate verstehe – etwa: „Berlin ist das Tor zur neuen Seidenstrasse“.

Wählbar ist für mich auch keine, die allen Ernstes noch Plakate mit „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ Werbung macht und damit zeigt, dass sie weder sprachlich noch inhaltlich in der Gegenwart angekommen ist. (Kein Witz, die Plakate der alten kommunistischen Parteien hingen in meiner Umgebung, ich hab´s leider verpasst, sie zu fotografieren.)

Wählbar ist für mich auch keine Partei, die sich nicht von rechtsradikalen Menschen in ihrer Mitte und ihrem Umfeld abgrenzen kann oder will. Das hat für mich weniger mit der Vergangenheit unseres Landes zu tun, als vielmehr mit der Gegenwart und Zukunft: Es gehört zu meinen Werten, Menschen aller Herkunft zu achten und wo es möglich ist, Schwächere im Rahmen unserer Kräfte zu unterstützen.

Soweit zur Erklärung und Abgrenzung.

Ich ärgere mich nicht

Als ich das Wahlergebnis und die empörten, verärgerten, klagenden Reaktionen in den sozialen Medien las, hab ich mich gefragt, was ich jetzt tun kann. Betonung auf ich. Punkt.

Verachten will ich niemanden – auch nicht, wenn er andere Werte wichtig findet als ich und anders wählt als ich. Ich weiß, was mir wichtig ist und was ich will und hoffe es gelingt mir, Menschen auch dann mit Respekt zu begegnen, wenn wir Dinge anders sehen.

Ärgern, wo man nichts mehr ändern kann, hielt ich schon immer für Energieverschwendung. Ein Seminar bei Dirk Eilert am Wahlwochenende hat das noch einmal bestätigt. Er sagte sinngemäß:

„Ärger ist eine Emotion, die dazu dient, Energie freizusetzen, um Hindernisse zu beseitigen. Können sie nicht beseitigt werden (etwa, wenn man in einem Stau steht), bringt einem Ärger nichts – im Gegenteil. Hier könnte Trauer eine angemessenere Reaktion sein.“

Ärgern über etwas, was nun schon Vergangenheit ist und mich empören – das wollte ich nicht! Was dann?

Ich spürte Traurigkeit. Wenn ich daran denke, dass einige Millionen Menschen für die „Alternativen“ die ihnen in der AfD angeboten werden, Werte in Kauf nehmen, die ich nicht gut heiße, schmerzt mich das. Und ich frage mich, was ich tun kann.

Was ich jetzt tue – Alternativen zur Alternative suchen

Ich fühle mich zu 1/80 Millionstel für das Wahlergebnis und auch für mein Land verantwortlich. Nicht für alles, aber für etwas. Und ich habe überlegt, was ich jetzt tun kann, will und möchte.

Kein Wahlplakat, sondern ein uraltes Schild in einer Berliner U-Bahn.

Meine Ideen: 

  • Mit AfD Sympathisanten  im eigenen Umfeld reden. Ich hatte nur ein einziges Gespräch mit einer Freundin, die frustriert über die etablierten Parteien war, und mit dem Gedanken spielte, AfD zu wählen. Sie war verwirrt, wie sie sich angesichts der oft tendenziösen Presse zurechtfinden konnte. Wir haben uns lange unterhalten, ich habe ihr erzählt, woran ich mich in dem Ganzen orientiere. Und ihr noch en paar Links geschickt. Wo sich künftig Gelegenheiten ergebe, will ich weiter verständnisvoll für die echten Fragen der anderen und auch klar für meine Werte kommunizieren.

 

  • Im Osten unseres Landes Urlaub machen. Wenn man in Berlin lebt, ist das ja eigentlich nicht so weit. Ich nutze Urlaub meist, um Freunde zu besuchen. Wenn man den Analysen glauben darf, ist die Perspektivlosigkeit einer der Hauptgründe, dass dort die AfD so viele Stimmen bekam. Die Jugend wandert ab, es gibt zu wenig Arbeit für die, die bleiben. Um etwas zur Verbesserung beizutragen, will ich  in den nächsten 4 Jahren 4 x 4 Tage Urlaub im Osten Deutschlands machen. Wenn es sich ergibt, will ich mit Menschen, die da leben ins Gespräch kommen.

 

  • Geflüchtete coachen. Menschen, die geflüchtet sind, haben oft viel Stress in den Knochen. Das kann alter Stress durch Krieg und Flucht sein oder der Stress, in einem neuen Land anzukommen. Ich bin überzeugt davon, dass Menschen, die Stress abbauen konnten (ob allein oder mit Coach), besser in einer neuen Umwelt ankommen. Und dass es dann nicht nur ihnen besser geht, sondern das nebenbei (hoffentlich) auch rassistisch gesinnten Menschen etwas Wasser aus den Mühlen nimmt. Von daher möchte ich zwei Coachingstunden pro Monat geflüchteten Menschen gratis oder reduziert zur Verfügung stellen.

Das ist mein Plan oder sagen wir mal der erste Entwurf. Die Wahl war ja erst gestern. 

Gern würde ich von dir hören:

  • Was hältst du davon?
  • Was willst du jetzt machen?

Ich bin gespannt auf deine Kommentare.

Lösung ist, wenn sich etwas löst.

Gestern wollte ich an meinem neuen Buch schreiben. Das klappte nicht. Zum einen, weil Bootsbauer Helge lautstark Lüftungslöcher in die Außenwand des Metallschiffes bohrt…das macht einen Höllenlärm, der der Konzentration nicht zuträglich ist.

Zum anderen, weil ich einen Aufruf erhielt, der mich aufgekratzt glücklich macht:

„Kerstin, ich bin frustriert und zugleich hoffnungsvoll. In den letzten Jahren hab ich extrem viel Zeit und Energie in Beratung investiert. doch an meinen Problemen hat sich nichts geändert. Doch seit dem Coaching mit dir (Thema: Blockaden / Angstzuständen) halte ich dauernd Ausschau nach Aufzügen, um mir zu zeigen, dass ich es kann. Geschlossene Aufzüge machen mir noch Probleme, aber offene Aufzüge fahre ich jetzt locker.

Wenn ich sehe, was sich in nur einer Stunde mit dir verändert hat, dann frustriert mich, dass ich an Stellen investiert habe, die mich nicht weiterbrachten. Und ich bin hoffnungsvolll. Ich will die noch  ungelösten Sachen jetzt gern intensiv anpacken  – mit dir. Hast du in nächster Zeit Kapazitäten?“

Wenn ich so was höre, explodiere ich vor Freude. Als Coach begleite ich Menschen sehr gern mit Herz und dem Handwerkszeug, das ich zur Verfügung habe. Egal wo – es ist genial, wenn Menschen beim Coaching Veränderung erfahren.

Ich bin ja in einer ganzen Reihe von klassischen Methoden (Systematisches Coaching – siehe auch mein Quadro Coaching Basics  , EKS – Business Coaching (siehe Fokus finden) und Gewaltfreie Kommunikation) ausgebildet, daneben noch in Wingwave, einem Ansatz, der sehr effizient bei Ängsten, Blockaden – von Aufzugangst bis Auftrittsangst  und Süchten von Schokolade bis Rauchen wirkt.

Ich habe in meinem Blog bereits davon erzählt: Wenn Altes wirklich vergeht.

In den letzen Wochen erlebte ich als Folge von Coaching das z. B.

  • Wurzeln für alte, behindernde Muster aufgespürt werden konnten
  • ein Mann im Blick auf die Vergangenheit mehr inneren Frieden spürte
  • eine Frau die entspannter in die Zukunft blicken kann
  • ein Mann nach nur einer Stunde Coaching ein deutlich reduziertes Verlangen nach Zigaretten hatte.
  • eine Frau, die erstmals in ihrem Leben das Wort „Selbstbewusstsein“ positiv assoziieren konnte
  • eine Frau, die psychischen Ursache auf die Spur kam, die zur Entwicklung von vielen Allergien beitrugen .
  • eine Frau, die mehr Sinn in ihrem Leben sieht.

Details kann und darf ich natürlich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht mitteilen – leider. Manche Geschichten sind so bewegend, dass ich sie lieben d gern erzählen würde, um andere Menschen zu ermutigen, das Lösung gefunden werden können.

Blockaden lösen. Selbstcoaching mit wingwave Christoph Schalk und Kerstin Hack Kurz: Ich liebe meinen Beruf. Und nutze eine Vielzahl von Werkzeugen, um Menschen im Coaching vor Ort in Berlin oder am Telefon weiterzuhelfen.

Wingwave ist die Methode der Wahl, die ich zum Lösen von Blockaden einsetze.

Mein Kollege Christoph Schalk​ und ich haben das Trainings-Quadro Blockaden lösen dazu geschrieben, wie man die Methode auch im Selbstcoaching nutzen kann, um Blockaden loszuwerden.

Das funktioniert – wenn gleich ich selbst immer Coaching mit einem echten Coach bevorzugen würde, wenn es möglich ist. Wenn das aus Zeit- Kosten oder sonstigen Gründen nicht geht, ist Selbstcoaching eine fantastische Alternative.

Wie zum Beispiel als ich so aufgekratzt war, dass ich nicht mehr klar fokussieren konnte. Dann höre ich Wingwave-Musik, weil die zugleich anregt und beruhigt.

Was mich interessieren würde: Hast du selbst schon mal Coaching in Anspruch genommen? Was waren deine Erfahrungen?

Noch drei Monate Lutherjahr…puh

Martin Luther Einer, der auf die Kraft des Wortes bauteIch gestehe: Ich werde persönlich erleichtert sein, wenn das Lutherjahr und der ganze Trubel um den (nicht nur) guten Mann endlich vorbei ist. Luther Theaterstücke, Lutherkekse, schwarz-rot-goldene Luthersocken mit „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, Luther-Kaffee – natürlich fair gehandelt, Luther-Playmobil-Figur und Luther-Bibeln. 

Okay, die Luther-Bibel gab es schon vor dem Lutherjahr – wobei nebenbei erwähnt werden darf, dass Luther Teile des Alten Testaments von einer Übersetzung abschrieb, die einer der Täufer, die er blutig verfolgte, verfasst hatte. Man sollte sie also eigentlich Luther-Wiedertäufer-Bibel nennen. Aber ich vermute, das kommt marketingmäßig nicht so gut an. 

Manchmal habe ich in all dem Luther-Trubel fast den Eindruck, manche Kirchenleute halten Luther für wichtiger als Gott. Mag sein, dass der Eindruck trügt.

Luther hin oder her: Ich freu mich, dass unsere Kurzbiographie zu Martin Luther von vielen als Einstieg in die Beschäftigung mit ihm verwendet wird. Die ist auch wirklich gut.

Die anderen aber auch: Martin Luther King, Margarethe Steiff, Nelson Mandela, Coco Chanel, um nur einige der Weltveränderer zu nennen, die in ihrem Bereich Revolutionen oder Reformationen bewirkt haben.

Wer mehr über den Autor dieser und anderer Weltveränderer erfahren will, findet das Kurzportrait über Reiner Andreas Neuschäfer hier.

Die göttliche Ordnung – ein Film und ein Thema, das mich bewegt

Schweiz, 1971:

Während die Welt sich unruhig im Flower-Power-Hippie-68er Revolutionsrhythmus bewegt, scheint in einem Schweizer Dorf die Zeit stehengeblieben zu sein. Dort wird noch – so der Titel eines Films von Petra Volpe – als die göttliche Ordnung empfunden, dass Männer das Recht haben, allein über Geld und Geschicke ihrer Frauen zu bestimmen.

Das ändert sich als Nora, Mutter von zwei Kindern, den Wunsch äußert, arbeiten zu gehen. Ihr Mann, Hans, erlaubt ihr das nicht. Die Männer haben das Sagen – so regeln es die Gesetze, die ebenfalls von Männern gemacht werden – die Schweizer Frauen haben kein Wahlrecht.

In Nora erwacht etwas und sie beginnt in ihrem Dorf für das Wahlrecht der Frauen einzutreten. Andere Frauen schließen sich ihr an und am Ende organisieren sie einen Streik und legen Bügeleisen und Kochlöffel nieder, um auf die Dringlichkeit ihres Anliegens aufmerksam zu machen.
Natürlich kommt es zu Konflikten. Die alte Ordnung war so lange etabliert, dass sie als göttlich empfunden wurde. So was wirft man nicht von heute auf Morgen um. Hans wird als Ehemann einer Emanze verlacht, die Männer im Dorf versuchen ihre Frauen mit Gewalt einzuschüchtern.

Am Ende brechen verkrustete Muster auf. In einer bewegenden Szene erklärt Nora, dass die göttliche Ordnung ist, dass Männer und Frauen beide ihren Platz haben. Und ihrem Mann steht der Stolz auf seine mutige Frau ins Gesicht geschrieben. Und ja, die Mehrheit für das Frauenwahlrecht gewinnen sie auch. 

  • Extra Plus: Für Modefans lohnt sich der Film schon allein wegen der genialen 70er-Jahre Mode. Schlaghosen, Frisuren. Eine Augenweide.
  • Kleines Minus: Die Hochdeutsche Synchronisation (der Film ist im Original in Schweizerdeutsch) ist etwas holprig.

Mich hat dieser Film berührt. Als Frau bin ich dankbar für Frauen, die sich dafür einsetzten, dass Frauen ihr Potential entfalten können. Aber auch Männer. In dem Film werden die Männer im Dorf auch als in ihren festen Rolle unfrei und unglücklich gezeigt. Das zeigt eine tiefe Wahrheit.

Ich glaube zutiefst, dass da, wo Frauen klein gehalten werden, auch die Männer nicht glücklich sind. Da, wo Männer ihre Energie aufwenden müssen, um Pascha, Herrscher oder sonst was zu spielen, statt partnerschaftlich zu agieren. Das Ergebnis: beide Geschlechter leben unter dem Potential, das ihnen von Gott her zugedacht ist.

Im christlichen Bereich wurde es in vielen Bereichen als göttliche Ordnung empfunden, dass Frauen im Gemeinden nichts zu sagen haben – auf Grund einiger, meist aus dem Zusammenhang gerissener Stellen. Es ist ein komplexes, großes Thema, in dem sich Geschichte, Kultur, Prägung, Sichtweisen und Theologie vermischen.

Um etwas Licht in das Gestrüpp zu bringen, habe ich ein Quadro geschrieben: Starke Frauen. Befreiende biblische Perspektiven.

Kerstin Hack: Starke Frauen. Befreiende biblische PerspektivenMein Ziel mit diesem Quadro war, ein Bild von einer heilsamen, göttlichen Ordnung zu zeigen, in der Mann und Frau ihren Platz haben und gemeinsam Gutes in der Welt bewirken. Es gibt so viele Frauen, denen nach wie vor in Gemeinden oder Ehen das Ausleben ihres Potentials verboten wird. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es der, dass Männer und Frauen, das Quadro im Zehnerpack kaufen und an andere weitergeben, um mitzuhelfen, andere, göttliche Perspektiven zu entdecken.

In meinem Blog hab ich schon öfter zu der Thematik geschrieben:

Und vermutlich wird es mich weiter beschäftigen. Weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir als Männer und Frauen nicht berufen sind, einander klein zu machen, sondern groß.

Deshalb hat mich auch der Titel des Films bewegt: Die göttliche Ordnung.

Ich glaube, dass wir Sinn im Leben nur dann finden, wenn wir dazu beitragen, dass wunderbare, lebensspendende göttliche Ordnung wieder hergestellt wird – in einer Welt, die an vielen Stellen weder gut geordnet noch himmlisch ist.

Wo man hinschaut sind Dinge nicht in Ordnung: In der Natur, im Sozialen, in der Wirtschaft. Wo und wie man anpackt, entspricht den eigenen Vorlieben, der Begabung und manchmal auch dem, was einem vor die Füße gelegt wird.

Das erfordert intensives Hinsehen und Denken. Oft werden gerade von Menschen, die privilegierte Positionen innehalten, Dinge als richtig und womöglich göttlich legitimiert bezeichnet – nur weil sie immer schon so waren. Da darf und kann man hinterfragen, überlegen, anhand der eigenen Überzeugungen und Aussagen der Glaubenstexte prüfen, ob das wirklich so ist.

Ein weiteres Kriterium ist die Atmosphäre oder wie auch immer man das nennen mag. Ich glaube zutiefst, dass da, wo etwas tatsächlich göttlicher Ordnung entspricht, auch sein Geist zu spüren ist. Der zeigt sich etwa in Freude, Frieden, Freundlichkeit, Güte, Geduld, Liebe, Sanftheit und Treue.

Mitgestalter, Mitregenten, Mitherrscher: Mich beeindrucken die biblischen Bilder und Texte, die davon sprechen, dass wir Auftrag und Würde haben, mit Gott diese Welt zu gestalten. Menschen, die nicht gläubig sind, könnten andere Bilder wählen, um sich als Gestalter einer guten Welt zu beschreiben.

Einfach ist es nicht. Dort wo Neues auf etablierte, alte, Ordnungen trifft, kommt es zum Konflikt. Doch dann entsteht neue, lebendige göttliche Ordnung, die Leben schenkt und befreit.

Nur so ne Frage: Über welche Unordnung in der Welt kannst du dich so aufregen, dass du Zeit, Energie und Geld einsetzen würdest, um dort tatsächlich etwas zu verändern?

Ich bin gespannt auf deine Antworten.

Nur so ne Frage: Soll ich mehr bloggen?

In den letzten 12 Tagen habe ich an einem Online-Kurs zum Thema „Lebenskonzeption“ teilgenommen. Ich lerne gern und es hat mich interessiert, was andere zu diesem Thema zu sagen haben.

Wie bei allen guten Kursen gab es Fragen. Eine gute Frage kann man auch daran erkennen, dass man nicht sofort eine Antwort darauf hat. Wenn ich Coaching-Kunden etwas frage und sie erst einmal – je nach Erziehungsstil – antworten: Das ist aber eine schwierige / ungewöhnliche / Scheiß-Frage!“ – dann weiß ich: Ich habe mit der Frage ins Schwarze getroffen. In das schwarze Loch, in dem sich die Probleme konzentrieren oder die Lösungen finden.

So ging es mir bei der – harmlosen – Frage im Kurs:

  • „Wie kannst du anderen Menschen mehr Nutzen bieten!“

Ich hab erst mal innerlich aufgestöhnt: „Das mach ich doch schon die ganze Zeit: Ich coache Menschen, halte Seminare, schreibe Bücher, Quadros, Impulshefte, unterstütze andere beim Publizieren… !“

Allein die Vorstellung, noch mehr zu tun, erschöpfte mich. Bis ich ans Bloggen dachte. Da ich intensiv am Online-Kurs „Dein gutes Leben“ und an meinem neuen Buch „Das gute Leben!“ gearbeitet habe, habe ich in den letzten Monaten nur wenig auf meinem Blog geschrieben.

Ich dachte:

  • Ich lese und erlebe Dinge, die für andere inspirierend und hilfreich sein könnten. Vielleicht sollte ich tatsächlich wieder mehr bloggen.

Und so denke ich jetzt  darüber nach

  • Mehr zu erzählen – von dem, was ich erlebe und was mich bewegt
  • Es darf sein, was ist...Zitat Kerstin HackMehr weiterzugeben, was ich gelernt habe
  • Mehr Buchzusammenfassungen zu schreiben
  • Mehr Tipps für ein gutes Leben weiterzugeben
  • Meine liebsten Zitate

Gern hätte ich dazu deine  Rückmeldung.

  • Würde das dein Leben bereichern? Wie(so)?
  • Wäre das etwas, was du dir wünscht?
  • Wenn ja, wie oft wäre gut?
  • Was wären deine liebsten Themen und Beiträge?

Bitte kommentiere einfach.

Und ich denke weiter nach.

Manche „dummen“ Fragen haben es echt in sich…

1000 Euro im Monat – einfach so…

1000 Euro im  Monat zusätzlich haben – das wäre doch was.

Für mich als Selbständige würden 1000 Euro im Monat den Unterschied machen zwischen

  • es reicht nicht und es reicht doch
  • ich kann keine Schiffsbaudarlehn zurückzahlen – ich kann es doch
  • ich kann mir keinen schönen Urlaub leisten – es geht doch
  • ich kann nur mit Mühe Menschen materiell beschenken und es geht leicht anderen eine Freude zu machen
  • ich kann es mir kaum leisten, in Pojekte zu investieren, die kein Einkommen generieren und ehrenamtliches Engagement ist leichter möglich

Weil 1000 Euro mehr für mich einen Riesenunterschied zwischen Enge und Weite machen würden, versuche ich gerade ein bedingungsloses Grundeinkommen zu gewinnen – am 27.7. ist die Verlosung.

Wer will, kann noch mitmachen – einfach auf den LINK hier klicken.
Wer mit mir ein Tandem bildet, erhöht seine und meine Chancen.
Ist kein Fake… die Initiative bedingungsloses Grundeinkommen gibt es seit mehreren Jahren und sie arbeiten seriös. 
 
 

Ebbe und Flut

Vor zwei Tagen sind die letzten Gäste abgereist. Ich erlebe es als großes Geschenk, Menschen Zeit und Raum schenken zu können.

Seit Anfang April waren 28 Menschen an Bord. Einige Freunde.  Und andere, die als Coaching-Gäste kamen, um zur Ruhe zu kommen und Orientierung zu finden. Es war wunderbar, ihnen den nötigen Raum und die gewünschte Begleitung zu geben – und dann zu erleben, dass Menschen anders von Bord gingen als sie gekommen sind: Klarer, freier, glücklicher. Wir hatten Spass und zugleich war es tief und Leben verändernd. Es war wunderbar.

Und jetzt ist es wunderbar, das Schiff wieder für mich zu haben. Ich genieße es, Morgens ins Wasser zu springen und Smoothies machen zu können und Abends mit dem Handstaubsauger auf Mückenjagd zu gehen, ohne Sorge haben zu müssen, Gäste zu wecken. Ich finde es schön, dass die Dinge jetzt  meist an ihrem Platz sind. Und ich nicht als lebendiges Google dienen muss: „Wie komme ich von hier am besten nach dort….?“. Ich genieße es, am Abend den Tag ruhig mit Blick aufs Wasser ausklingen zu lassen – so sehr der extrovertierte Teil von mir die abendlichen Gespräche mit den Gästen  genossen hat. Der introvertierte Teil von mir lebt auf, genießt den Raum.

Eine Freundin hatte mir vor einigen Wochen einen Newsletter mit einem Artikel von Ilona Dörr-Wälde weitergeleitet: Ein Lebensstil von Ebbe und Flut.   Darin schreibt sie über den irischen Mönch Aidan, der zum Berater des Königs Oswald berufen wurde. Als Wohnort wählte er eine Gezeiteninsel, die nur bei Ebbe zu erreichen war. Bei Flut waren “ die Schotten dicht“. Aidan war unerreichbar für die Anfragen der Menschen. Wer etwas wollte, musste warten, bis der Weg wieder frei war.

Ebbe und Flut  – Begleitung für die Höhen und Tiefen des Lebens – das ist das Motto meines Coaching- und Seminarschiffes. Ich will hier nicht nur anderen Raum zur Stille und Reflexion geben, sondern auch für mich selbst genug Raum haben, um abzuschalten, zu reflektieren und neue Kraft zu finden.

Einige Wege für einen guten Lebensryhythmus aus Aktivität und RUhe habe ich bereits relativ fest etabliert.

  • Morgens und Abends Internet-freie Zeit
  • Sonntags arbeitsfrei. Zeit für Ruhe, Genuss, Begegnung
  • Reflexions- Gebets- und Planungstag am 1. Tag jeden Monats
  • 1 – 2 längere Reflexions- Gebets- und Planungstage pro Jahr

Neu dazu kommt jetzt die Zeit für mich an Bord. Gäste sind willkommen vom 2. – 22. Tag eines Monats. Die anderen Tage ziehe ich die „Zugbrücke hoch“ und bin allein an Bord,

Ab und an wird es einen ganzen Monat Pause und Auszeit für mich geben – zum Beispiel jetzt im August, da ich mich auf die Fertigstellung meines Buches konzentrieren möchte. Das Manuskript soll bis 31. 8. fertig sein. Da geht es über die Schätze, die ich im Leben entdeckt habe. Einer davon ist der Schatz, der in dem Wechsel von Ebbe und Flut besteht.

U2 and me

Vor einigen Monaten lief ich an einem Plakat vorbei, das für die Joshua Tree Tour von U2 warb. Ich dachte mir: „Da werde ich bald 50 und war noch nie in meinem Leben auf einem großen Konzert in einem Stadion. Eigentlich wäre es schön, das mal erlebt zu haben…“  Mein bisher größtes Konzert waren ein paar Tausend Leute bei Mercedes Sosa in einer Halle – vor vielen, vielen Jahren.

Und so war ich gestern bei strömenden Regen auf dem ersten großen Konzert meines Lebens. Und fand es einzigartig schön. Weil ich nicht wusste, ob mehrere Stunden stehen das richtige für mich sind, habe ich mir einen Sitzplatz gegönnt… praktisch stand ich dann doch die meiste Zeit… weil es Musik gibt, die man nicht still sitzend anhören kann.

Mich hat das Konzert berührt. Die U2 Version von „singing in the rain“ werde ich wohl nie vergessen….

Mich hat berührt, dass die Musiker so unaufgeregt waren. Auch wenn es natürlich eine riesengroße Show mit allem, was dazu gehört, war, wirkte es nie so, als ob sie es nötig haben, eine Show abzuziehen. Sie haben gute Musik gemacht. Aber sich angenehm unaufgeregt dazu bewegt. Auch die Videos im Hintergrund waren weit ruhiger als erwartet.

Eine Einblendung zeigte ein geflüchtetes syrisches Mädchen, das gefragt wurde. „Wenn du vor Tausenden von Menschen sprechen könntest – was würdest du ihnen sagten?“ Ihre Antwort: „Hört nicht auf zu träumen. Ich träume auch, dass ich eines Tages Anwältin sein kann, um den Menschen beizustehen, die Hilfe brauchen!“ Statt Dinge in eigenen Worten zu formulieren, gaben die Musiker einem Teenie-Mädchen eine Plattform, um ihre Träume in ihrer Muttersprache (mit Übersetzung) in die Welt zu tragen.

Während U2 das nächste Lied spielte, wurde ein riesiges Porträt des Mädchens auf einem Banner durch die Reihen gegeben und gleichzeitig wurden Bilder  von einem riesigen Flüchtlingslager in Jordanien eingeblendet – und die ersten drei Artikel unseres Grundgesetzes.. Mich hat berührt, dass die einem Menschen Raum gaben, eine Stimme gaben…und stark und direkt an unsere Mitmenschlichkeit und Verantwortung erinnerten.

Dann sprach der Leadsänger Bono  darüber, dass in Konflikten und militärischen Auseinandersetzungen oft die Frauen besonders viel leiden. Sie erwähnten die junge, pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, die an diesem Tag ihren 20. Geburtstag hatte und baten alle Besucher, Happy Birthday für sie zu singen.

Anschließend ehrten sie die Frauen in ihrem Leben. Namentlich ihre eigenen vier Ehefrauen. Aber dann auch – während sie das nächste Lied spielten, die Frauen in ihrer, unserer Welt, die etwas bewegt hatten. Sie sagten, dass es unzählige gibt, deren Namen niemand kennt. Aber sie wollten nicht nur HIStory, sondern auch HERstory erzählen,. Dafür blendeten sie die Porträts und Namen von vielen mutigen und starken, künstlerischen und klugen Weltveränderer-Frauen ein: Sophie Scholl, Marie Curie, Anne Frank, aber auch Angela Merkel und Christine Lagarde – viele Namen der afrikanischen und asiatischen Frauen auf der Leinwand waren mir nicht bekannt.

Doch als ich die vielen Gesichter all der unterschiedlichen Frauen sah, liefen mir Tränen über Gesicht. Ich habe mich gefragt, wieso mich das so berührt. Ich habe es selbst nur selten erlebt, von Männern (oder Frauen) geringschätzig behandelt worden zu sein, weil ich eine Frau bin. Das war wohl nicht der Grund. Aber ich habe es auch selten erlebt, dass starke, erfolgreiche, kernige Männer Frauen in der Art und Weise respektieren und ehren wie U2 es gestern Abend tat.

 

Heute Morgen habe ich mir dann vorgestellt, wie es im Himmel sein wird. Ich schätze, dass es da auch ein großes Konzert geben wird. Ob Gott eher auf Handels Halleluja oder eher auf U2 steht, wird sich noch zeigen. Aber ich kann mir vorstellen,

dass dann die Gesichter all der Frauen (und Männer) sichtbar machen wird,  die so gut sie konnten ihr Leben gelebt und – wo es in ihrer Kraft stand – etwas Positives in der Welt bewegt haben.

Von daher war gestern Abend für mich ein kleiner Vorgeschmack des Himmels.

 

 

 

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