Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Archiv für ‘Erfolg’ Kategorie

Swing – in fünf Minuten

21.12.2011 um 7:35 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Besser Leben,Erfolg

Meine Freundin Hannah setzte mich auf ihre Gartenbank und bat mich das SWING-Konzept für Leben in Balance zu erklären. Auf Englisch – in fünf Minuten. Das Ergebnis findet ihr hier.

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Arbeit und Perspektive

20.07.2011 um 3:21 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Buchtipps,Erfolg

Uhr, Höhere MathematikGerade arbeite ich an dem neuen Quadro “Arbeitsorganisation”. Das, was ich in einem der einleitenden Kapitel geschrieben habe, hat mich dann selbst so berührt, dass ich es gerne vorab mit euch teilen möchte.

Drei Steinmetze, die an einer Baustelle beschäftigt waren, wurden von einem Passanten gefragt: „Was macht ihr da?“ Der erste sagte: „Ich behaue Steine.“ Der zweite antwortete „Ich arbeite an einem Torbogen. Der dritte antwortete „Ich helfe dem berühmten Baumeister Christopher Wren, eine Kathedrale zu bauen.“ Man kann sich denken, wer mehr Sinn und Befriedigung aus seiner Arbeit gezogen hat.

Jeder Mensch – wenn er nicht gerade als Drogendealer arbeitet – trägt durch seinen Job dazu bei, das Leben anderer zu bereichern. Er hilft sozusagen dem großen Baumeister des Lebens dabei, Menschen zu ernähren, zu kleiden, zu belehren, zu transportieren und vieles mehr.

Man hat die Wahl, ob man sagt: „Ich produziere Schrauben“ oder „Ich verkaufe Kleider“ oder „Ich trage dazu bei, dass Menschen Dinge befestigen können.“ Oder „Durch meinen Job können andere Menschen sich kleiden und auch ihrer Persönlichkeit Ausdruck verleihen.“

Je weiter die Perspektive ist, umso beglückender wird die Arbeit empfunden – selbst wenn es sich um monotone Tätigkeiten wie Windeln wechseln („Ich unterstütze einen kleinen Menschen dabei, gesund zu leben“) oder Ablage ist („Ich trage dazu bei, dass andere sich zurechtfinden.“). Egal ob man Computer programmiert  oder Brötchen verkauft – es ist zutiefst befriedigend, sich daran zu erinnern, wie man durch die eigene Tätigkeit das Leben anderer bereichert. Und: Man kann es auch anderen sagen: „Durch das, was du tust, bereicherst du mein Leben.“

Denk mal: Wie bereichern andere durch ihre Berufe dein Leben? Wie trägst du durch deinen Job zu ihrem Leben bei?

Mach mal: Schreibe bei 10 Tätigkeiten, die du nicht sehr liebst, konkret auf, wie sie dein Leben oder das Leben anderer Menschen bereichern.

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Sein oder Schein – Profil entwickeln

14.04.2011 um 7:16 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Besser Leben,Coaching,Erfolg

Vor kurzem las ich – im Zusammenhang mit der Krise in der FDP – in einer Zeitung den Satz: “Westerwelle muss sich neu inszenieren”. Ich bin innerlich zusammengezuckt. Normalerweise inszeniert man Theaterstücke, keine Menschen. Auf der Theaterbühne versucht man ein ganz bestimmtes Bild vorzuspielen – um bei den Zuschauern die gewünschte Reaktion auszulösen. Das ist Inszenierung im Theater.

Im wirklichen Leben ist  – meines Erachtens nach – Inszenierung fehl am Platze. Ich möchte nicht von Politikern regiert werden, die sich inszenieren. Sondern von welchen, die echt sind und zeigen, wer sie sind und wofür sie stehen. Natürlich inszeniert man sich immer ein bisschen. Ich kleide mich auch den Anlässen entsprechend, ziehe zum Joggen – wenn ich es denn mal tue – andere Kleidung an, als zu einem Vortrag. Dennoch: Das Echte, Eigene sollte erkennbar sein.

So wie Jesus das mal formuliert hat. Er forderte seine Nachfolger nicht dazu auf, sich zu inszenieren, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Sondern er sagte, sie sollten zeigen, wofür sie stehen. “Euer Ja sei ein Ja. Und euer Nein sei ein Nein.” Matthäus 5, 37.

Einer, der sich viel mit dem Thema Echtheit und Profilierung auseinandergesetzt hat, ist Reiner App. Als Journalist und Nachrichtenchef einer Regionalzeitung hat er viele Jahre lang Menschen in der Öffentlichkeit beobachtet. Solche, die ein stimmiges Bild abgaben, und andere, bei denen schnell zu spüren war, dass hinter der glänzenden Fassade nicht viel war. Jetzt berät er Menschen dabei, zu entdecken, was sie ausmacht, wofür sie stehen und wie sie das glaubhaft vermitteln können.

In dem Impulsheft “Profil. Impulse, das Wesentliche zu zeigen” gibt er  seine besten Tipps und Ratschläge weiter. Er erläutert, wie wie man entdeckt, wofür man steht. Und zeigt, wie man das dann authentisch vermitteln kann – im persönlichen Umfeld ebenso wie in der Presse.

Jeder Mensch ist einzigartig. Menschen, die ihre Einzigartigkeit entdecken und zeigen, was sie ausmacht, begeistern mich. Ich finde es wunderschön, wenn ich spüre: Das macht ihn oder sie glücklich, dafür setzt er sich ein, das entspricht ihr … kurz: es ist wunderschön, Profil zu sehen.

Der Text stammt Aus meinem Rundbrief an meine Kunden – den könnt ihr bei uns im Shop bestellen.

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Viel und wenig schreiben

28.03.2011 um 7:13 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Buchtipps,Erfolg,Verlag

Wenn ich im Blog wenig schreibe liegt das meist daran, dass ich viel schreibe – an anderen Orten. In wenigen Tagen erscheint mein neues Buch “Gebet. schlicht und ergreifend”. Und ich arbeite an der Fortsetzung. “Leben. schlicht und ergreifend” ist beim Grafiker. Und ich versuche nun “Erfolg. schlicht und ergreifend” Form und Inhalt zu geben.

Dazu habe ich mich in die leere Wohnung von Freunden verzogen – um in Ruhe denken und schreiben zu können. Glücklicherweise ist es in der Wohnung zwar ruhig, aber sie liegt in einer belebten Stadt. Wenn ich vor die Tür trete, dann treffe ich auf viele Menschen. Weil ich nur ab und zu hier bin, entdecke ich alte und vertraute Orte wieder – aber auch Neues, nicht Vertrautes, Unbekanntes. Ich mag diese Mischung. Sie spiegelt in gewisser Weise wider, was schreiben ist. Wenn man zu allgemeinen Lebensthemen schreibt, kann man das Rad  nicht immer neu erfinden. Man trifft beim Schreiben auf viel Vertrautes, an das man sich und später den Leser wieder neu erinnert.

Doch immer wieder begegnen einem Gedanken, die man in dieser Form so noch nicht gedacht hat, die in dieser Kombination neu und unvertraut sind. Da bin ich dann beim Schreiben selbst überrascht und freue mich über die Entdeckungen. Ich bin also sehr gespannt, was dieser Tag bringt.

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Stärken leben

04.01.2011 um 3:19 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Besser Leben,Buchtipps,Coaching,Erfolg

Die letzten Tage habe ich in einem schnuckeligen kleinen Gutshof in Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Herrlich ruhig. Wunderbare Umgebung und köstliches Essen. Ich habe die Tage genutzt, um auszuspannen und um zu überlegen, was mir für 2011 wichtig ist. Für meine Arbeit, meinen Glauben, mein Leben.

Dabei hat mir – neben langen Sparziergängen und vielen Zetteln und Notizbüchern, geholfen, noch mal meine Ergebnisse aus dem Strenghts Finder 2.0. heranzuziehen. Das ist ein wissenschaftlich fundierter Test, um die größten eigenen Stärken zu entdecken. Mit vielen umsetzbaren Tipps, wie man sie entwickeln und ausbauen kann. Ich fand es sehr hilfreich, dass der Autor auch beschrieb: “Menschen mit dieser und jener Stärke, brauchen diese oder jenes, um sich in ihrem Element zu fühlen.”

Ich habe daraus für mich einige ganz konkrete Handlungsschritte abgeleitet. Es ist gut, zu wissen: “Wenn ich darauf achte, steigen die Chancen, dass es mir gut geht, sehr an – und das ist wohltuend für mich und für die Menschen in meinem Umfeld.”

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Wie ich die Dinge geregelt kriege – 1

22.11.2010 um 10:56 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Besser Leben,Buchtipps,Erfolg


Vor ein paar Tagen habe ich damit begonnen, das Buch Wie ich die Dinge geregelt kriege von David Allen zu lesen. Ich halte mich schon für einen relativ gut strukturierten Menschen, der die Dinge recht gut im Griff hat. Dennoch finde ich das Buch sehr hilfreich. Es zeigt, wie man lernt, konsequent Dinge aus dem eigenen Kopf zu verbannen (“Ich sollte noch” und “ich müsste doch”). Statt dessen baut man ein zuverlässiges System aufzubauen, das alles erfasst und mit dessen Hilfe man leichter planen und besser strukturieren kann. Gefällt mir. Und hat mir schon beim Lesen Energie gegeben, manches, was schon lange auf meiner mentalen “sollte” Liste steht, gleich anzupacken.

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Nur Tote bleiben liegen – Gedanken über ein lebendiges Buch

21.10.2010 um 12:11 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Buchtipps,Erfolg

Letztes Jahr hatte ich Pech. Bei einer Veranstaltung bekam jeder Teilnehmer ein Buch als Geschenk. Etwa 20 verschiedene Titel standen zur Wahl. Ich wollte Alles, außer gewöhnlich von Förster und Kreuz unbedingt haben – schon wegen des sprachwitzigen Titels. Doch ich bin ja wohl erzogen und brav. Ich wartete bis der Geschenktisch offiziell freigegeben war. Zu lange. Ein dreister, dicker Typ hatte mir das Buch schon weggeschnappt.
Das Ergebnis: Alles außer gewöhnlich führt nun die Liste der Bücher an, aus denen ich das meiste gelernt habe, ohne sie je gelesen zu haben. Meine Lektion: “Zeige offen, was dir wichtig ist und was du möchtest. Warte nicht zu lang. ” Ich habe meine Lektion gelernt.

Das neue Buch Nur Tote bleiben liegen der beiden habe ich tatsächlich gelesen. Mit Gewinn. Jedes Mal wenn ich in den letzten Wochen nach getaner Verlagsarbeit ein Kapitel las, stellte sich ein wohlig warmes Gefühl ein. Das lag zuerst einmal daran, dass meine Füße sich auf einem Massagegerät entspannten. Zum anderen am Inhalt des Buches.

Förster und Kreuz beschreiben die Eigenschaften, die ein Unternehmen braucht, um im harten Wettbewerb nicht nur zu bestehen, sondern sogar zu glänzen. Sie loben die Fähigkeit kreativ und experimentierfreudig Chancen nutzen, auf Sicherheiten zu verzichten, Kunden und Mitarbeitern Freiheit zu gewähren. Sie fordern dazu auf, die Intelligenz der vielen zu nutzen und transparent zu agieren. So wie in der schönen weiten – angesichts von Wiki-Wars zu rosarot gezeichneten – demokratischen Welt des Internets, wo jeder beitragen kann.

Innovation, Offenheit, Transparentz all das leben wir in meiner Firma. Zugegebenermaßen sind wir beim Down to Earth Verlag mit einer handvoll von Mitarbeitern noch weit davon entfernt ein großer Konzern zu sein. Doch die von den Autoren gelobten Tugenden wie Freiräume zu geben, Impulse meiner Mitarbeiter aufzugreifen und offen und transparent zu kommunizieren sind für mich als Chefin selbstverständlich. Beim Lesen jeder Seite stellte sich bei mir das erwähnte warme und wohlige Gefühl ein: Wir machen das gut!

Ich fragte mich etwas überrascht: Kann man heute eine Firma überhaupt noch anders führen? Offensichtlich schon. Die Autoren beschreiben immer wieder, wie innovationshemmend und kontrollierend es in vielen Konzernen zugeht. Gegen diese Leichengräber-Haltungen treten sie mit Sprachwitz und frischen Perspektiven an.

Auf jeder Seite spürt man ihre Leidenschaft, Dinge in Bewegung zu bringen. Sie wollen verkrustete Strukturen aufbrechen und Verantwortliche motivieren mehr Freiräume zu geben. Natürlich ganz konkret. Sie führen sie viele erfrischenden Beispiele von Firmenchefs an, die zeigen, wie es anders geht. Davon kann sich jeder Verantwortliche, der seine Firma weiter entwickeln möchte, die Scheiben abschneiden, die ihm am meisten Appetit machen. Allen Weiterkommen-Wollenden wärmstens zu empfehlen.

Nach der inspirierenden Lektüre blieben nur zwei Fragen offen:

-         Als Bestsellerautoren brauchen Förster und Kreuz sich nicht über schlechte Verkaufzahlen zu beklagen. Doch mich interessiert: Wer liest eigentlich dieses Buch? Innovative Menschen wie ich, die es eigentlich nicht unbedingt nötig haben. Denn wir gehören ohnehin zu der Generation gehören, die ohnehin nicht anders arbeiten will und kann. Oder lesen es tatsächlich die Chefs der großen Konzerne? Wenn ja, was machen sie damit? Hier würde ich sehr gern mal einem Konzernchef nach dem Kauf verfolgen und ihm bei der Lektüre über die Schulter und ins Gehirn sehen.

-         In kleinen Unternehmen wie meinen ist eine transparente und innovationsfördernde Unternehmenskultur oft eine Selbstverständlichkeit. Doch wie entwickelt man ein kleines Unternehmen zu einem großen, erfolgreichen Unternehemen, ohne die Lebendigkeit, Freiheit und Transparenz zu verlieren? Diese Frage, die die Lektüre in mir aufgeworfen hat, wird mich noch weiter beschäftigen. Vielleicht schreiben die beiden ja mal ein Buch darüber. Und wir sind dann drin. Ganz lebendig.

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Als Verlegerin macht mich die schöne Gestaltung des Buches fast grün vor Neid  – passend zum Cover. Der Campus Verlag macht das auf seine Art fast genauso schön wie wir. Dass mich das ein wenig wurmt, herausfordert und anspornt, unser Niveau zu halten und zu verbessern, muss ich ja nicht unbedingt zugeben. Oder vielleicht doch.?


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Schicht um Schicht

02.10.2010 um 7:12 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Erfolg,Ordnung


Vor 6 Tagen habe ich erfahren, dass der Dachboden, in dem ich hier in Berlin eine Menge Bücher gelagert habe, wärme isoliert wird. Das ist ja an und für sich sehr zu begrüßen. Ich bin immer für sinnvollen Umwelt- und Klimaschutz. Nur praktisch bedeutet das: Ich muss fünf Tonnen Bücher und sonstiges Material anderswo unterbringen.
Zuerst hat mich die Vorstellung ziemlich erschlagen. In meinem 9qm großen Büro ist kein Platz dafür. Aber Jammern hilft auch nicht. Eine Lösung muss her. Eine praktikable und finanzierbare Lösung für alles, fiel mir nicht ein. Also mache ich es wie so oft, Schicht um Schicht. Ein oder zwei Mal am Tag gehe ich auf den Dachboden, schaue mir die Sachen an und lasse mir für ein oder zwei Dinge etwas einfallen.
Ich habe zwei Kunden, die mir in den Sinn kamen, angeschrieben. Beide sagten zu, einige Bücher (ca. 150 Kilo) abzukaufen. Ein Schritt weiter. An anderen Stellen ließ sich durch Umräumen Platz schaffen. Manches kommt zum Gebrauchtwarenhaus. Und für die anderen Sachen muss ich mir noch was einfallen lassen. Schicht um Schicht.
Ich erlebe das oft so. Wenn es keine große Lösung gibt, dann kann man etwas angehen, indem man es Schicht um Schicht angeht. An einer Stelle, an der man ein bisschen Lösung sieht, anfängt. Und dann weiter macht. Und irgendwann erstaunt feststellt, dass das scheinbar Unlösbare sich am Ende doch gelöst hat. Schicht um Schicht.


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10 : 1 Komplimente und Kritik

27.09.2010 um 11:14 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Beziehungen,Erfolg,Erlebnisse

Vor kurzem hat Jemand etwas negatives gesagt. Er hatte etwas falsch verstanden, nicht überprüft, ob das stimmt und das als “bare Münze” weiterverbreitet. Das tat weh.
Als hätten andere gewusst, dass ich das gerade gut gebrauchen kann, erhielt ich in den Tagen danach eine ganze Reihe positiver Rückmeldungen z. B.

“Ich wollte dir einfach nur als nette Rückmeldung für dich persönlich zu deiner tollen und kreativen Arbeit ein Erlebnis von gestern Abend erzählen: Ich hatte mich mit drei anderen Frauen aus meiner Gemeinde getroffen, um den „Frauenabend“ (den wir jetzt „Sister Geknister“ nennen, weil „Frauenabend“ so altbacken klingt…) auf unserer Gemeindefreizeit vorzubereiten. Und eine Postkarte von dir hat uns das Thema geliefert: A. hatte nämlich einen Stapel der Karte „Frage dich, was dich lebendig macht“ für ihre Schulklasse bestellt (sie ist Religionslehrerin) und wir fanden die Karte so toll, dass wir das jetzt als Thema für unseren Abend genommen haben – und jeder der Frauen eine Karte schenken werden und sie wirklich auffordern werden, sich das mal gegenseitig zu fragen und zu erzählen, was sie lebendig macht.
Na und als wir dann übers Bestellen der Karte sprachen und darüber, was es noch so in deinem Verlag gibt, überschlugen sich A. und D. „Ja, und da gibt’s ja auch noch dieses tolle Heft mit den Eisbrecher-Fragen“ – „Ja genau, aber das Coaching-Heft finde ich auch super hilfreich“ usw. Ich kam mir vor wie beim Tennis.”

Ich bin – so weit ich das erkennen kann – nicht von positivem Feedback abhängig. Ich tue, was ich tue nach bestem Wissen und Kräften. Das zu wissen, gibt mir Ruhe und Sicherheit.
Es gehört dazu, dass das nicht jeder versteht oder nicht jeder die gleichen Dinge wertvoll findet wie ich. Aber es freut mich sehr, wenn es bei Menschen ankommt, was ich beitragen und wo und wie ich ihr Leben bereichern möchte.

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“Papa und ich”: Begegnung mit William Paul Young

19.09.2010 um 6:00 Uhr | Kerstin Hack | Thema: Beziehungen,Buchtipps,Erfolg,Erlebnisse,Glaube

Heute führte ich das erste Interview meines Lebens:  Mit William Paul Young, dem Autor von “Die Hütte“. Das Magazin “Neues Leben” hatte mich gebeten, für einen ausgefallenen Redakteur einzuspringen. Das tat ich gerne. Es war mehr als ein Interview. Es war eine Begegnung mit einem Menschen, der in sich selbst und Gott zu Hause ist.
Da ich vom Interview ja vor dem Abdruck nichts preisgeben will, um Neues Leben nicht die Show zu stehlen, erzähle ich euch einfach ein bisschen vom “Drumherum”.

Tee und Familie
“Hast du das schon mal probiert? Das schmeckt ja ekelhaft.” Mit diesen Worten zeigte Paul Young auf eine Tasse Mate-Tee, den eine Mitarbeiterin ihm gebracht hatte. Lachend schob er die Tasse auf die Seite und wandte sich mir zu.
Ich fragte ihn: Willst du noch etwas über mich wissen, bevor wir mit dem Interview beginnen? Ja, das wollte er. Doch er fragte mich nicht nach meinem Beruf, meiner Qualifikation, sondern nach meiner Familie!

Hütte-Seminare

Ich erzählte ihm auch von unseren Seminaren. Ich hatte inspiriert durch sein Buch das Seminar “In seiner Hütte” entwickelt. Es ist für Menschen gedacht, die sich danach sehnen, (wieder) in Beziehung mit Gott zu treten, aber nicht wissen wie.  Nicht jeder Autor mag es, wenn man seine Ideen aufgreift und weiterentwickelt. Doch Paul Young reagierte anders. Ich erzählte ihm, dass bei den Wochenenden manche Menschen – manchmal zum ersten Mal seit Jahrzehnten – Belastendes loslassen können. Er strahlte über das ganze Gesicht: “Das ist wunderbar!”

Seine Geschichte und Gottes Humor

Paul Young hat ganz offensichtlich Interesse an Menschen und ihrer Geschichte. Das war mir schon vor dem Interview aufgefallen. Am Morgen hielt er einen bewegenden Vortrag. Er erzählte die Entstehungsgeschichte des Buches “Die Hütte” und wie es Verbreitung fand. Er erzählte davon, wie ein 84jähriger Mann ohne Internetanschluss und Bankkonto zu einer der Schlüsselpersonen für die Verbreitung des Buches in Australien wurde. “Das war unsere Marketingstrategie für Australien!” sagte er mit mehr als einem gehörigen Schuss Selbstironie.

Man spürte ihm ab, dass er sich immer noch die Augen rieb, den Kopf schüttelte und sich fragte: “Ist das real, was ich erlebe? Ist das wirklich meine Geschichte?” Dass er als unbekannter Autor einen derartigen Weltbestseller schrieb, kann er nur mit zwei Worten beschreiben: “Gottes Humor!”
“Woher kommt Humor, wenn nicht von Gott?” Die Frage überraschte wohl den einen oder anderen Zuhörer. Manch einer denkt, so Young, Gott sei wie ein “schlechtgelaunter Gandalf” (O-Ton: “Gandalf with an attitute”). Youngs Gott hingegen hat keine grundlos schlechte Laune. Er ist den Menschen vielmehr mit aktiver Liebe zugewandt. Young brachte mit jedem Satz, den er sprach, zum Ausdruck, dass er das zutiefst glaubte: Gott liebt die Menschen. Und er möchte in einer Beziehung zu ihnen stehen.
Viele Zuhörer und sogar die Übersetzerin hatten Tränen in den Augen. Manchmal vor Rührung. Manchmal vor Lachen. Paul Young erzählte von der Kritik die er dafür erhielt, dass er Papa Gott in die Gestalt einer dicken schwarze Amerikanerin kleidete. Das konnte nicht jeder gut schlucken – einschließlich seiner Mutter, die ihn anfangs für einen Häretiker hielt.

Er blieb locker: “Die Bibel verwendet viele Bilder, um die mütterliche Seite Gottes zu beschreiben: Den Gott, der ein Neugeborenes versorgt oder der sein Volk wie eine Glucke unter seine Flügel nehmen will. Ich hätte Gott in meiner Geschichte auch als dicke Henne durch die Tür kommen lassen können – aber das hätte einfach nicht den gleichen Effekt gehabt.”

Signierstunde

Die Schlange war 40 Meter lang. Young begrüßte jeden einzelnen Menschen, der an seinen Tisch kam mit Handschlag und einigen freundlichen Worten. Dann  setzte er sich, schrieb eine persönliche Widmung und stand dann wieder auf, um die Person zu umarmen. Manche nur kurz. Andere, bei denen er wohl spürte, wie sehr sie Zuwendung brauchten, nahm er eine halbe Minute oder länger in den Arm.
Ich weiß nicht, wie lange er signiert hat. Ich sah eine halbe Stunde lang zu. Dann ging ich zu einem leckeren Mittagesssen. Als ich zurück kam, signierte er wieder oder immer noch. Eine weitere halbe Stunde lang. Er wandte sich jedem Menschen achtsam zu. Ich konnte mir erstmals richtig gut vorstellen, wie es aussah, wenn es in der Bibel heißt, dass Jesus die Menschen verabschiedete.  Nicht mit distanziertem Segensgruß aus der Ferne. Sondern persönlich und nah.

Familie und Heilung

Während Paul Young signierte, kam ich mit seiner Frau und seiner Tochter ins Gespräch. “Nein, das Buch hat ihn nicht verändert. Die Veränderung fand vorher statt.  Klar, seit dem er das Buch geschrieben hat, lernen wir neue Leute kennen. Aber ansonsten hat es unser Leben und unser Miteinander als Familie nicht verändert.” Das sagten mir Mutter und Tochter übereinstimmend.

Kim Young, Pauls Frau, führte das näher aus: “Eine Veränderung war, dass er vor seinem Heilungsprozess immer recht haben musste. Er war schon immer ein sanfter Mann. Aber früher musste er immer Recht haben. Das gab ihm Sicherheit.  Das braucht er jetzt nicht mehr. Ich selbst bin mitfühlender geworden, seit ich an ihm gesehen habe, wie viel ein Mensch mitmachen kann und wie ihn das zerbrechen kann.”

“Veränderung” und “Prozess” – das sind zwei Worte, die ich später im Gespräch auch aus Paul Youngs Mund immer wieder höre. Er wünscht anderen das gleiche, was er selbst erlebt hat: Dass sie Gott in ihre “Hütte” lassen. Die “Hütte” ist für ihn eine Metapher für den Ort im Inneren unseres Herzens. Dort, wo alles eingeschlossen ist, was wir lieber verborgen halten: Schmerz, Zerbrochenheit, Geheimnisse, Süchte und Ängste. Er wünscht Menschen, dass sie erleben, dass Gott in ihre Hütte kommt, sie annimmt und liebt… und annimmt und liebt… und annimmt und liebt. Und dann verändert.

“Nach diesem 11 Jahre dauernden Prozess waren meine Frau und ich zwei der innerlich gesündesten Menschen, die wir kennen.  ” (O-Ton “most healed people”). Aus dem Mund von Paul Young klingt das nicht arrogant. Sondern eher wie das Staunen eines Kindes über ein Wunder.

Paul Young ist noch bis zum 23. September 2010 in Europa: Wien 22. 9. , Bern 23. 9.


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