Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Kategorie: Erlebnisse (Seite 1 von 12)

Wunderbar und zum Wundern

2017-03-12-18-19-00In meiner Zeit in den USA habe ich auch Matthias Beyer und seine Familie besucht. Matthias ist ein alter, lieber Freund, der wie ich Coach ist, jedoch vor zwei Jahren einen schlimmen Schlaganfall hatte, der ihn an die Schwelle des Todes brachte – und wieder zurück zu den Lebenden – was man wohl ohne zu übertreiben als ein Wunder bezeichnen kann – Details hab ich in einem Blogbeitrag beschrieben:  Das zweitbeste Ostern aller Zeiten .

Matthias und Kim und Kims Eltern haben sich sehr gefreut, mich zu sehen.  Ich fand es auch sehr schön, an ihrem Leben Anteil zu haben. Und selbst zu sehen, wie es Matthias jetzt geht. Es ist zum einen wunderbar, dass so ein riesiges Wunder geschehen ist – und es wundert mich manchmal, dass das Wunder nicht alles abgedeckt hat und eine ganze Menge zum Glauben, Hoffen und Trainieren übrig bleibt.

Wenn ich jetzt an den Besuch denke, spüre ich eine Mischung aus Dankbarkeit und Traurigkeit. Und ich bete.

Ich bin dankbar

  • Matthias lebt. Er lebt wirklich. Genießt manche Dinge wie draußen sein. Spazieren gehen. Helfen.
  • Er kann mit den Kindern spielen, kommt die Treppe zu ihrem Zimmer hoch (beides war beim letzten Besuch vor 14 Monaten noch nicht der Fall)
  • Es geht Matthias jetzt schon besser als die Ärzte es bei der Schwere seines Aneurysmas jemals für möglich gehalten haben – er läuft, spricht – in zwei Sprachen! – und versteht vieles.
  • Kim hat eine 30-Stunden Stelle in der Gemeinde angenommen, blüht darin auf und kann mit dem Gehalt zum Familieneinkommen beitragen
  • Er kann wenn er von sich aus etwas sagt, meist recht klar und deutlich sprechen.
  • Er hilft viel im Haushalt (Spülmaschine ein- und ausräumen, Wäsche zusammenlegen usw.

Ich bin traurig 

  • Müdigkeit: Das engste Unterstützer-System ist erschöpft. Kims Frau Matthias und seine Schwiegereltern. Sie tragen durch die Behinderung von Matthias viel zusätzliche emotionale. praktische und finanzielle Last. Bei den Finanzen hilft die Familie von Matthias, bei vielen praktischen Dingen – wie Fahrten zu Therapien, helfen Freunde. Dennoch ist sowohl Kim als auch ihren Eltern anzumerken, dass die zusätzliche Belastung an ihren Kräften zehrt und ihnen die Ruhe- und Erholungszeiten fehlen.
  • Wahrnehmung: Matthias spürt jetzt viel mehr als früher, was er verloren hat – an Bewegungs- Denk- und Sprachfähigkeit. Das belastet ihn und macht ich traurig. Immer wieder sagte er „Ich kann nicht mehr zurück!“. Es verunsichert ihn, dass niemand sagen kann, ob wann und wie sich sein Zustand weiter verbessern wird.
  • Gedächtnis: Matthias rutscht immer wieder sprachlich in Schleifen – erzählt die gleichen drei bis vier Dinge immer wieder – selbst in Kontexten, wo sie nicht wirklich passen. Manchmal schimpft er sich dann selbst „STOP. Du weißt das schon.“ Zugleich ist er hilflos.
  • Doppelsicht: Matthias sieht nach wie vor alles doppelt. Das ist schon besser als alles mehrfach zu sehen. Aber dennoch eine starke Belastung. Stelle dir mal vor, du müsstest dich konzentriert mit jemandem unterhalten, den du ständig doppelt siehst. Das irritiert gewaltig.

Ich bete

  • Erholung: Dass Matthias und die Menschen, die ihn stärken, immer wieder gute Phasen tiefer Regeneration und Gottesbegegnung erleben.
  • Finanzen: Dass die deutsche Rentenversicherung greift, Kim eine Gehaltserhöhung bekommen kann, Matthias einen Mini-Job speziell für Menschen mit Einschränkungen und die Familie insgesamt entlastet wird.
  • Heilung: Dass Gott weiter Schritt für Schritt oder dramatisch Heilung schenkt.
  • Ermutigung: Dass Matthias konkrete Fortschritte sieht und Hoffnung sch-öpft – und Kraft, weiter zu üben.

Ich fände es schön, wenn du dir nach dem Lesen des Artikels ein paar Momente Zeit nehmen würdest, um Matthias und seiner Familie Gutes zu wünschen und / oder von Gott zu erbitten.

DANKE! 

 

 

 

 

Geflüchtete Jugendliche helfen Menschen in Afghanistan

afgha032003_1206_090134aaWie wunderschön! Gerade erhielt ich folgende Nachricht:
„Mit unseren 20 unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen aus 8 Nationen haben wir aus Solidarität mit unseren afghanischen Jungs Ihr Projekt mit den Bäumen und Bienen unterstützt.
Wir sammelten „Zu-spät-komm Geld“, Kleiderverkaufserlöse und freiwillige Spenden der Jungs und Mitarbeiter.
Für unsere afghanischen Jungs war es eine echte Aufwertung ihrer Kultur.“
Mein Fundraising Projekt ist schon abgeschlossen, aber shelter.de nimmt weiter Spenden für Obstbäume in Afghanistan entgegen.
 

Wunder. Schön!

2016-12-30-08-11-17Heute war ich bei meiner HNO Ärztin, da seit Jahren mein Gehör an Schwerhörigkeit grenzte und ich deshalb 1 x pro Jahr einen Hörtest machen soll, da bei weitere Verschlechterung ein Hörgerät nötig geworden wäre. Ich hab natürlich immer dafür gebetet, dass es NICHT schlechter wird und hab vor einigen Monaten bei einem Seminar zum Thema Heilung bei mir an Bord auch für mein Gehör beten lassen.

Als ich nach dem Test zur Ärztin reinkam, begrüsste sie mich mit den Worten: „Wollen Sie uns fertig machen?“ Da ich mich eigentlich nicht wirklich zu den Menschen zähle,  die andere absichtlich fertig machen, sagte ich : „Nein, wieso!“

Sie sagte: „Der Test ist so viel besser als die letzten, dass es, wenn das Ergebnis stimmt, an eine Wunderheilung grenzt!“

Sie zeigte mir die Kurven, die eindeutig besser waren. Und fragte: „Was haben Sie gemacht!“ Ich erzählte ihr vom Gebet. Und auch – von Physiotherapie, die den ganzen Nacken- und Kieferbereich entspannt. Sie war nur fassungslos. Und ich dankbar.

Sie bat mich, in ein paar Wochen noch mal zu kommen. Sie will einfach sicher sein, dass der Test stimmt und es nicht nur einmalige außergewöhnliche Höchstform war.

Klar bete ich, dass der beim nächsten Mal noch besser wird. 😉

Und danke schon mal König Jesus, der nicht eingefroren und tot ist wie mein Bordkönig, sondern ziemlich lebendig und aktiv ist.

Chaos und Frieden

2016-08-07-20-19-28Es war ein bisschen verrückt. Aber gelegentlich „muss“ man verrückte Dinge tun. Etwa mit der besten Freundin nach London fliegen, um die Ausstellung „Revolution“ anzusehen. Meine Freundin bereitet eine Konferenz zur Aufarbeitung der 68er Bewegung vor. Und die Ausstellung gab einen sehr guten weltumfassenden Einblick in all die Ströme und einzelnen Veränderungen, die zu der großen Revolution führten: Die Pille genauso wie politische Skandale, Ideologien, Mode, Musik, Drogen, Kriege (Vietnam), Bürgerrechtsbewegungen usw.

Und ich hab den „Bildungsausflug“  es sogar noch mit einem Besuch bei meinem Patenkind im Norden Englands verbinden können.

Durch ein Quartier bei einer Freundin und Billigflüge war das ganze auch erschwinglich (London hat es sonst ja finanziell in sich). Dachte ich.

Bis zu dem Moment als mir bei der Passkontrolle mein Personalausweis abgenommen wurde. Der war mir 2015 gestohlen worden. Ich hab das – ebenso wie den freudigen Zurückerhalt – der Polizei gemeldet. Alles in Ordnung, dachte ich. Leider – das erfuhr ich erst später – gibt es bei den Computern von Interpol keine Möglichkeit, ein einmal verloren gemeldetes Dokument wieder als „ok“ zu markieren. Einmal verloren bleibt immer verloren.

Obwohl ich auf dem Perso klar zu erkennen bin, Führerschein und weitere Dokumente zum Beweis meiner Identität dabei hatte und sogar noch die Email im Laptop hatte, mit der ich den Rückerhalt des Personalausweises an die Polizei gemeldet hatte. nahm mir die britische Grenzkontrolle meinen Personalausweis ab. Und gab mir eine Kopie und ein Schreiben mit. Sie meinte, damit müsste ich wieder ausreisen können.

Am Flughafen in Liverpool stellte ich dann fest: Das war ein Irrtum. Die Billig-Fluggesellschaften wollen kein Risiko eingehen (Sie müssen Strafe zahlen, wenn sie jemanden illegal in ein Land bringen). Also verweigerte man mir die Abreise (natürlich ohne jede finanzielle Entschädigung), schickte mich zum Konsulat, das aber nur einen Tag pro Woche geöffnet ist. Nicht an dem, an dem ich da war.

Der Konsul war aber telefonisch erreichbar und teilte mir mit, ich müsste nach London zur Botschaft. Die natürlich nur bis 14.00 geöffnet hat.  Es war klar: Das ist an diesem Tag nicht zu schaffen.

Ich war gestresst, frustriert, konnte meine Freunde in London nicht erreichen… fand alles ziemlich anstrengend.

Der ganze Spass kostete mich mit Zugtickets (88 Pfund), Pass, der nur 1 Tag gültig ist (25 Pfund) und neuem Flugticket (140 Pfund) plus Essen und Trinken (15 Pfund) so an die 300 Euro. Plus die Kosten für einen neuen Personalausweis. Kein Vergnügen.

Es ist total eklig, wenn so was passiert. Man fühlt sich hilflos, ausgeliefert gegenüber Machthabern, Behörden, Fluggesellschaften,  die nach – teilweise absurden – Vorgaben operieren, wenig Flexibilität zeigen. Ich hasse es, mich ausgeliefert und hilflos zu fühlen.  Diese Gefühlsmischung ist neben tiefer Enttäuschung einer der furchtbarsten Gefühle, die ich kenne.

2016-10-18-15-44-12Eine der besten Gegenmassnahmen gegen das Gefühl der Hilflosigkeit: 

Die Möglichkeiten  zur Gestaltung nutzen, die noch verbleiben. 

Klar, man kann manches leider nicht ändern und fühlt sich zu Recht hilflos und ausgeliefert. Aber in der Situation kann man – im Rahmen der Möglichkeiten – noch gut für sich sorgen. Das habe ich so gut ich konnte, gemacht:

  • Das deutsche Konsulat in Liverpool, das neben einer Zahnarztpraxis ist, war ja geschlossen. Ich hab die Sprechstundenhilfe gebeten, ihr Telefon zu nutzen, um Konsulat und Botschaft anzurufen. Und ihr am Ende einen meiner Kalender als Dankeschön geschenkt.
  • Da ich schon in Liverpool war und ohnehin erst am nächsten Tag in die deutsche Botschaft nach London konnte, entschied ich mich, die Stadt zwei Stunden zu erkunden… und landete „zufällig“ bei The Cavern, dem Club, in dem die Karriere der Beatles begann. Dort lief gerade ein Live-Konzert mit richtig guter Musik, Das war sooo wohltuend.
  • Auf dem Weg zur deutschen Botschaft, kam ich an Eaton Square vorbei, den ich aus einer Fernsehserie meiner Kindheit kenne. Und genoss das Schlendern durch die historische Gegend.
  • In der Botschaft hab ich mit zwei Babies geflirtet. Mit Kindern zu spassen und zu spielen tut meiner Seele immer gut.
  • Da auch noch ein Streik auf der Zuglinie nach Gatwick, von wo die meisten Billigflieger abfliegen, war, entschied ich mich, mir die 20 Pfund fürs Zugticket zu sparen und mir dafür (plus noch etwas mehr)  lieber ein etwas teureres Flugticket vom City Flughafen zu gönnen. Ich habe es so genossen, zwei Sitzplätze für mich zu haben…

All das hat meiner Seele richtig gut getan, etwas von dem Stress abgemildert, den die Ungerechtigkeiten und Unzulänglichkeiten der Menschen und Systeme ausgelöst haben. Ich bin ein bisschen stolz auf mich, dass mir das gelungen ist. Ich werde noch ein bisschen weitermachen, die Techniken aus Blockaden lösen anwenden, um Stress weiter abzubauen. Und gestalten und Momente genießen. So gut ich kann. Weil es gut tut.

 

Schreiben ist wie Atmen

2016-11-24-16-04-18Schreiben ist für mich wie Atmen.

Meinem Laptop sieht man das an.

Durch das viele Schreiben, ist die Farbbeschichtung auf der Enter-Taste so abgenutzt, dass man die Technik durch das nun durchsichtige Plastik erkennt: „So was hab ich noch nie gesehen!“ staunte kürzlich jemand, der meinen Laptop sah… „Ich bin Autorin“ antwortet ich. „Ah, so!“ (Autorin und zu sparsam um 300!!! Euro für das Auswechseln einer einzigen Taste auszugeben).

Seit gestern bin ich auf Mallorca und mache den ersten Pauschalurlaub seit Jahrzehnten. Naja, so ganz pauschal ist es nicht. Ich hab mir einen Flug gebucht und kleines, altes Hotel gesucht, weil ich nicht in so einer Bettenburg untergebracht werden wollte. Und die Wahl war gut.

Es ist klein und fein. In den Speiseräumen dringt ruhige klassische Musik aus den Lautsprechern, kein Popgedudel. Und es ist direkt am Strand. Ich war heute Morgen schon im Meer schwimmen. Kurz: Ich fühle mich wohl

Ich habe einigen Freunden erzählt, dass ich im Urlaub auch schreiben will. Sie waren überrascht: „Warum willst du schreiben? Mach doch mal richtig Urlaub!“ Richtig heißt in dem Fall entweder nichts tun oder Aktivurlaub. Aber eben nicht Schreiben, weil ich damit ja auch mein Geld verdiene.

Ich nehme Rat von guten Freunden ernst und hab mich hinterfragt: Ist es richtig, was ich tue?
Gestern, bei einem langen Strandspaziergang wurde mir klar. Schreiben ist für mich wie Atmen. Ausatmen.

Ich bin eine Frau, die extrem viel aufnimmt. Wenn ich mit einer guten Freundin unterwegs bin, sehe ich – gefühlt – 10 x mehr Details als sie. Ich nehme Dinge mit einer Blitzgeschwindigkeit wahr und füge sie dann zusammen. Manchmal fange ich an, zu lachen, weil ich die Komik einer Situation erkenne, die andere noch nicht mal wahrnehmen. Und wenn ich Puzzles baue, muss ich in der Regel nicht denken, wo ein Teil hin soll – ich sehe es einfach.

Ich sehe (oder lese), kombiniere, verbinde, füge die Dinge an einen neuen Platz.

Mein wichtigstes Instrument beim inneren Sortieren ist das Schreiben. Wenn ich schreibe, sortiert sich das neu aufgenommen zu neuen Bildern, Gedanken, Konzepten.

Wenn ich nicht schreibe, weil mir die Zeit und der Raum dafür fehlt. dann bleibt es in mir stecken. Etwas will sich Ordnen, Sortieren, will Ausdruck finden. Meist sind die Gedanken vor dem Schreiben noch unsortiert. Beim Schreiben klärt sich mein Kopf, ich kann die Dinge selbst besser begreifen, während ich sie für andere niederschreibe.

Es ist immer auch so, dass ich mit dem, was ich entdeckt habe, gern auch andere Menschen inspirieren will. Gerade lese ich sehr viel über den Zusammenhang von Spielen, Leichtigkeit und Kreativität. Es formt sich in mir u neuen, hilfreichen Gedanken und Konzepten.

Einen Teil davon werde ich zusammenfassen und in mein Online-Jahrestraining einfließen lassen, an dem ich gerade arbeite.. Die anderen Gedanken vielleicht in diesen Blog.

Das schöne an Laptops ist, dass ihr Akku irgendwann leer ist.

Das ist eine gute Grenze: Ich schreibe so lange im Hotelgarten, bis der Laptop nicht mehr kann.. Den Rest der Zeit kann ich dann noch „richtig“ Urlaub machen.

Ich weiß nicht, was mit dem Körper passiert, wenn man immer nur einatmet und nie ausatmet. Vermutlich platzt man nicht. Aber gesund ist es auf keinen Fall

Ich brauche Schreiben wie Atmen. Das AUSatmen.c

WUNDERschön. Matthias Beyer bei mir an Bord

2016-11-17-21-08-03Es ist 12 Stunden her, doch in meinen Augen stehen immer noch die Tränen.

Mein guter Freund Matthias Beyer hat gestern Abend zusammen mit seinem Schwiegervater mein Schiff besucht.

Das Besondere: Ostern 2015 lag Matthias nach einem extrem schweren Schlaganfall – der Arzt hatte noch nie ein so großes Aneurysma gesehen – im Sterben. Die Ärzte hatten ihn aufgegeben. Es war nur noch eine Frage, wann die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet würden.

Sein Großhirn sendete über eine Woche lang keine Signale, die auf einem EEG messbar gewesen wären. Nur das Stammhirn zeigte noch milde Aktivität.

Und dann – überraschend, schockierend, beglückend – wachte Matthias wieder auf und erlangte sein Bewusstsein zurück. In meinem Blogbeitrag Das zweitbeste Ostern aller Zeiten hab ich die Details erzählt.

Ein Mann erzählte mir gestern, seine Frau, die sich als „nicht gläubig“ bezeichnet, hätte danach gesagt: „Was mit Matthias geschehen ist, fordert meinen Unglauben heraus!“

Und – entgegen aller ärztlichen Prognosen – erholte er sich zusehends und gewann Fähigkeiten zurück, die Ärzte nicht für möglich gehalten hätten.

  • Stehen, Gehen mit Stock, selbständig gehen.
  • Etwas Verstehen, Worte sprechen, Sätze sprechen.

Gestern unterhielt er sich vier Stunden lang mit verschiedenen Menschen. Fragte, wie es ihnen geht. Und erzählte wie es ihm geht.

Er sagte: „Ich bin noch nicht ganz gesund. Irgendwo in der Mitte. Ich kann noch nicht arbeiten (man beachte das noch in dem Satz!). Aber ich kann viel mehr sprechen als andere. Ich bin dankbar. Ich lebe!“

Sein Zustand jetzt

  • Er kann gehen, aber die rechte Seite ist noch eingeschränkt, ich weiß nicht, wie das medizinisch heißt, aber es sieht aus wie eine Spastik, Finger und Beine lassen sich nicht so leicht beugen und koordinieren.
  • Er kann sprechen und ist in 98% der Fälle gut verständlich…Deutsch fällt ihm leichter als Englisch. Manchmal spricht er leicht „nuschelnd“…kein Vergleich zu vor einem Jahr, als ich manchmal 10 Mal um Wiederholung bitten musste, bevor ich ihn verstehen konnte.
  • Die Fokussierung seiner Augen wird besser. Direkt nach dem Schlaganfall sah er alles x-fach. Das reduzierte sich auf 6, 5. 4. 3 – jetzt sieht er Dinge noch doppelt, was natürlich sehr anstrengend ist. Lesen und Schreiben ist noch nicht oder kaum möglich.
  • Er begreift und versteht Dinge viel besser, Komplexes oder Witze sind noch schwer. Als wir auf mein Schiff anstießen, und sein Schwiegervater sagte: „Trink nicht zu viel, sonst bekomme ich Ärger mit zwei Frauen!“ verstand er es nicht. Als ich es einfacher erklärte, verstand er es schon: „Wenn du zu viel trinkst, sind (deine Frau) Kim und (deine Schwiegermutter) Jody böse auf David, weil er nicht gut auf dich aufgepasst hat!“
  • Er ist präsent und reagiert – ganz andes als letztes Jahr im Dezember, wo er oft vor sich hinstarrte…

„Ich bin so dankbar… “

Diesen Satz hat Matthias gestern ein paar Dutzend Mal gesagt.

Ich bin auch sooo dankbar

  • Dass er lebt
  • Dass die Einschränkungen weit weniger schlimm sind als erwartet
  • Dass sein Gehirn und auch seine Seele (im Frühjahr war er oft niedergeschlagen) sich zunehmend erholt.
  • Dass wir gemeinsam mein Schiff bestaunen konnten.

Bitte betet weiter für ihn 

  • Dass die rechte Körperhälfte wieder voll funktionsfähig wird
  • Dass sein Gehirn sich schnell weiter erholt und Verstehen und Erinnern zunimmt
  • Dass seine Augen bald klar sehen

Die fünf Phasen einer Vision und woran man sie erkennt

Sommerwetter im September. Es war einer dieser strahlenden, warmen Tage. Ich hatte zum Tag der offnen Tür an Bord eingeladen.

Ich genoss die Kommentare der staunenden Gäste:

„Ich hätte nicht gedacht, dass das so groß ist!“

„Boah, das schön….“

Viele kannten das Projekt bisher nur von Facebook oder von meinem Blog und staunten über das, was geschehen war, seit ich das rostige DDR – Torpedoschiff gekauft hatte, um daraus einen Ort zu machen, an dem Menschen Inspiration und Orientierung finden können.

Nach einigen Führungen fing ich an, darüber zu flachsen, dass man als Visionärin die fünf Phasen der Umsetzung einer Vision an den Kommentaren der anderen erkennen kann…

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Seminarraum 2011 – bevor ich das Schiff kaufte.

Phase 1 – Beginn: „Du bist verrückt!“

Die einen sagen es offen, die anderen denken es nur. Sie gestanden mir dann später „Als du damit begonnen hast, dachte ich: `Jetzt ist sie wirklich verrückt geworden!“  Derartiges Feedback bekommt man meistens nur dann, wenn man es tatsächlich wagt, eine Idee oder einen Traum tatsächlich umzusetzen. Es gibt jede Menge Visionäre, die von Dingen, die man verändern könnte, träumen.

Aber nur Umsetzer-Visionäre übernehmen Verantwortung für ihre Idee und wage es, die Dinge tatsächlich anzupacken. Eine Idee ohne Umsetzung ist ein netter Geanke. Keine kraftvolle Vision. Hätte ich nur geträumt, auf dem Wasser einen Inspirationsort zu schaffen, hätten die meisten das vermutlich okay gefunden.  Schöner Traum. Nette, originelle Idee. Wäre ja toll, wenn so was ginge.

Aber als ich tatsächlich ein altes fast schrottreifes Schiff kaufte, löste das bei vielen Kopfschütteln bis hin zum Entsetzen aus.  Natürlich gab es 1000 Gründe, die dagegen sprachen, mich in so ein Abenteuer zu stürzen,. Da war zuerst einmal die mangelnde handwerkliche Erfahrung. Ich besaß nur einen Hammer, eine Säge und eine Zange – und auch nur gerade mal die Fähigkeit, um diese drei Werkzeuge einzusetzen. Das reicht nicht, um ein Schiff zu bauen. Dann natürlich das fehlende Geld. Und eigentlich – neben meinen anderen Aufgaben auch die fehlende Zeit…

Und                             und                               und.

Glücklicherweise gab es einige Menschen – keine Bank – die mich lange genug kannten, um zu vertrauen, dass das Projekt – so verrückt es war – Hand und Fuss haben würde. Und mir ihr Vertrauen aussprachen und zum Teil auch in Darlehn handfest zeigten.

Schlamm und Rost rausholen.

Schlamm und Rost rausholen.

Phase 2 – Umsetzung: „Du tust mir leid!“

Natürlich gibt es in einem Projekt Krisen. Die kleinen, wenn man sich mit dem Hammer auf den Daumen haut. Die großen, wenn der angeblich gute Stahl der Außenwand des Schiffes plötzlich daumengroße Löcher hat. Und man in die Werft muss, um das Schiff vor dem Untergang zu bewahren. Und noch größere Löcher in den Stahl schneidet, um später neue, schöne, teure Stahlplatten aufsetzen zu können.

Grenzwertig. Sehr grenzwertig.

Doch:

Nur wer an seine Grenzen geht, kann sie erweitern. – Martin Gaedt

Und dann just in dem Moment als lauter Löcher im Schiffsrumpf sind, von einem Hochwasser überrascht wird, das durch die Löcher ungehindert ins Innere des Schiffes dringen, aber später nicht mehr abfließen kann. Die unteren Räume stehen kniehoch voll Wasesr. Dümmer kann es nicht kommen. Mehr als grenzwertig. Einer der schlimmsten Momente.

Erfahrene Schiffbauer sagten mir: Es ist extrem selten, dass so etwas auf einer Werft passiert. Alle paar Jahrzehnte mal. Seltenes Pech, dass es gerade mich trifft. Und richtig gründlich. Versicherungen fühlen sich für höhere Gewalt kaum zuständig.

Bei zehn Grad Minus Außen- und Innentemperatur auf Metallstangen zu liegen und kopfüber von Hand das Wasser und den Schlamm abzuschöpfen  (siehe Bild) – nein, das macht wirklich keinen Spass. Neben den großen Krisen gab es 250 kleine von der Sorte, wie sie zu jedem Projekt gehören. „Du tust mir leid!“ wurde in dieser Phase zum Dauerkommentar. Gelegentlich tat ich sogar selbst mir leid. Ich finde, das darf – wenn es nicht zu lange anhält – auch mal sein.

Renovierung 2013

Renovierung 2013

Phase 3 – Fortschritt:  „Ich bewundere dich!“

Egal, in welcher Phase wir steckten und stecken: Das Ziel, alles fertig zu habe, schien noch unendlich weit weg. Doch es rückte jede Woche näher:

  • Der erste Raum ist fertig entrostet und mit Isolierung versehen
  • Das Schiff hat einen Kaminofen
  • Es gibt jetzt einen Trinkwassertank (nach 2 Jahren Wasserflaschen Schleppen ein Traum!)
  • Wir haben eine funktionierende Toilette!
  • Die ersten Gäste sind an Bord und empfangen Coaching und Orientierung
  • Das erste Mini-Seminar findet – sehr improvisiert auf einem Fussbodenbelag aus alten Kartons – statt.
  • Die Decke im Hauptraum ist fertig. Und die Küche für Gäste.
  • Es gibt Licht – aus der eigenen Solaranlage!

Ich habe in dieser Phase gelernt, mich nicht so sehr auf das Ziel zu fokussieren, so wichtig das ist. Sondern vielmehr meine emotionale Energie aus jedem geleisteten Zwischenschritt zu ziehen. Mit jedem Arbeitsschritt,  den meine Freunde und ich auf dem Schiff leisteten und dokumentierten, wuchs das Staunen: Sie bleibt ja dran.

10  bis 20 Stunden. Jede Woche. Sommer und Winter. Sie  schafft es tatsächlich! Und immer mehr Menschen stiegen ein, und halfen mit, indem sie mir den einen oder anderen Eimer Farbe schenkten, für mich Baumaterial besorgten oder selbst Hand anlegten.

Morgens - Blick aufs Wasser.Und als das Schiff tatsächlich so 70% fertig war, fingen die ersten Besucher an, zu sagen:

„Ich kann mir vorstellen, wie das mal werden soll!“

Morgens – Blick aufs Wasser.

Schmunzelnde Anmerkung: Man bemerke den Unterschied zur Visionärin: Die sah, was es bereits werden soll schon bei 0%….

Ok. Um ehrlich zu sein: Ich sah das Potential des Schiffes auch erst nach 30 Minuten Besichtigung auf dem von den Vorbesitzern vollgestellten Schiff – siehe Bild). Aber für viele, nicht so stark visionäre Menschen ist es tatsächlich eine Leistung, sich schon bei 70% das Endprodukt vorstellen zu können, wohingegen es für Visionäre meist eher unmöglich ist, das Potential nicht in allem zu entdecken.

Phase 4 – Erfolg „Ich beneide dich!“

Fertig ist das Schiff noch nicht. Wenn alles gut geht und ich genug Hilfe habe, ist der Seminarraum Ende September einsatzbereit.

Und an anderen Ecken wie Lüftung, Treppe nach unten, meinem Büro und anderen Stellen wird es wohl noch sich bis neun Monate Arbeit geben. Dennoch höre ich jetzt viele Kommentare wie

„Immer wenn ich die Bilder sehe, die du auf Facebook postest, werde ich doch ein bisschen neidisch!“

„Du lebst deinen Traum – das wünsche ich mir auch.“

Das Nachbarschiff - wer will es haben?Phase 5 – Neue Vision „Was ist dein nächster Traum?“

Neben meinem Schiff liegt die Edelweiß, ein uraltes, riesiges Schiff, das zwar noch edel, aber nicht mehr weiß ist. Viele Besucher, die wissen, dass bei einer Visionärin der nahende Abschluss einer Idee nur den Beginn der nächsten markiert, zeigen auf das alte Schiff und fragen: „Wird das dein nächstes Projekt?“ Ich lächle und sage: „Ich hab ja schon ein Schiff!“ Zwei Mal den gleichen Traum träumen und umsetzen wäre irgendwie langweilig.

So ganz fertig ist das Schiff ja noch nicht. Ich denke, das wird – ja nach Unterstützung noch so ca. 6 Monate dauern. Und fürs Erste hab ich auch genug Rost und Sägespäne geschluckt. Ich will nun – hoffentlich bald – Schritt für Schritt die  Darlehn zurückzahlen. Und mehr noch als schon bisher – das auszuleben, wofür ich das Schiff umgebaut habe:

  • Leben: Ein Ort, wo andere und ich Wind, Wasser und Wellen genießen und sich begegnen können.
  • Orientierung: Menschen, die Orientierung brauchen, die Möglichkeit geben, eine kürzere oder längere Zeit hier mitzulesen, aufs Wasser zu starren und auf Wunsch Unterstützung beim Sortieren  zu erhalten.
  • Inspiration: Events zu veranstalten oder anderen den Raum dafür zu bieten, die Menschen inspirieren, stärken, weiterbringen….

Auch wenn ich noch Aber abgesehen davon träume ich natürlich schon von dem nächsten großen Projekt. Ich beginne, mir über die Umsetzung Gedanken zu machen und Pläne zu schmieden… Was es genau ist, wird noch nicht verraten. Nur so viel: Es hat eher mit Rost in den Köpfen zu tun als mit Korrosion auf Metall. Und ja, es ist eine Vision, die mich zum Lächeln bringt, meine Phantasie anregt. Und am Ende hoffentlich vielen Menschen Gutes bringt.

Auch wenn sie zwischendrin vielleicht zuerst einmal  sagen

„Du bist verrückt!“

„Du tust mir leid.“

„Ich bewundere dich!“

und vielleicht irgendwann auch mal

Ich beneide dich!“

Möbel für Visionäre

2016-09-06-08-25-42Ein Tisch, ein Bilderrahmen, ein Wandhaken?

Was kann das sein?

Was kann das werden?

Ich biete Visionären Gegenstände aus meinem Schiff als künftige Möbel an. Dinge, die Jahrzehntelang auf meinem Schiff gelebt haben. Dinge, die jetzt ein neues Zuhause brauchen.

Schiffs-Fenster aus Glas / Glasplatten oder Metallfenster eingebaut in große Platte 

Fenster, die viel gesehen haben. Wind und Wellen an der Ostsee als das Schiff Ausflugsdampfer MS Triton war, Hafenanlagen in Hamburg-Harburg, eine Tour von Hamburg nach Berlin. Etwa  1 m x 80 cm mit abgerundeten Ecken…

2016-09-07-19-50-18Daraus könnte werden 

  • Ein Couchtisch
  • Ein Tisch in einem Café oder Esstisch
  • Ein Raumteiler
  • Eine Duschwand
  • ….


Kultiges Schiffsfenster mit Metallrahmen… 

  • Ein Couchtisch
  • Ein Tisch in einem Café oder Esstisch
  • Ein Spiegel
  • Eine Notiztafel
  • Ein Teil eines Kinderspielhauses
  • Eine Durchreiche


Ein Bullauge aus echtem Messing. Superschwer. Superschön. 

Daraus könnte werden 2016-09-06-08-25-28

  • Ein Couchtisch
  • Ein Spiegel
  • Ein ultrastylischer Toilettendeckel (ok…)
  • ….

 

 

 

2016-09-06-09-20-43Das Ruder vom Schiff 

Das rote halbrunde Etwas  im Hintergrund

Daraus könnte werden

  • Ein Wandschmuck
  • Eine Lampe (wenn die Decke das aushält)
  • Ein Trainingsgerät (es hat sein Gewicht)…

 

 

 

2016-09-06-08-27-28Einen, vielleicht auch zwei Sessel aus dem alten Zeiss-Planetarium 

Daraus könnte werden

  • Ein ganz spezieller Platz zum Sitzen, denken, Träumen , Visionen entwickeln
  • Der Sitzplatz für die Schwiegermutter
  • Möbelstück für Warteraum
  • Spielplatz für Kinder

 

 

2016-09-08-06-41-46Ein Kaminofen (erst ab Oktober / November)

Daraus könnte werden

  • Ein Kaminofen – der Klassiker
  • Gartendeko
  • Gastraum-Deko

 

 

2016-09-06-08-28-09Kultige Schwimmvesten aus der Zeit als Fahrgastschiff 

Daraus könnte werden

  • Wanddekoration fürs Badezimmer, Bootshaus, Kinderzimmer
  • Spielzeug für Kinder
  • Schutzveste für die Nacht (die haben Leuchtstreifen!)

 

 

 

2016-09-06-09-19-06Der Mast vom Schiff

  • Ein Willkommensschild
  • Gartendeko
  • Gastraum-Deko
  • Ein Sportgerät

Uralt Feuerlöscher (ohne Bild)

Daraus könnte werden

  • Raumdeko
  • Ein Schirmständer
  • Ein Toilettenrollen-Aufbewahre (ok. da muss man oben erst ein Loch reinsägen)

Jede Menge Einzelteile, Gitter, Roste, Räder, Schrauben, Bolzen, Maschinenteile, 20 Liter silberne Metallfarbe….

Daraus könnte werden ….

Welche Ideen hast du noch?

Ich bin gespannt auf deine Kommentare!

Mein Wunsch

  • Ich wünsche mir, dass jeder Gegenstand von meinem Schiff im Leben von Menschen dazu beiträgt, Mut zu machen und Leben zu fördern..
  • Und natürlich auch Schönheit und Spass zu verbreitet, weil die Dinge einfach so kultig, historisch und cool sind.
  • Ich wünsche mir,  dass die Schätze von meinem Schiff zu Menschen kommen, die sich davon inspirieren lassen, etwas Neues zu schaffen. Die sich inspirieren lassen von den Dingen und von der Geschichte dieses Schiffes, das mal für Krieg gebaut war und jetzt Menschen Frieden bringen soll – mit sich selbst und anderen.
  • Ich wünsche mir, dass die Dinge in die Hände, Wohnungen, Cafés, Büros  und Gärten von Menschen kommen, die jedes Mal, wenn sie ein Schiffsteil sehen:

Es ist möglich, dass ein Traum wahr wird – auch mein eigener!  

Ganz praktisch

Wenn  dich eins oder mehrere der Dinge interessieren, dann erzähle mir, warum du gerade dieses gute Stück haben möchtest und schick mir ein Angebot. Als Kommentar oder per Mail an info (ähmat) Kerstinhack.de

Wenn du selbst nicht bauen und basteln kannst, könnten wir unter Umständen etwas für dich bauen.

Lass es mich wissen.

Kreissäge bringt Kreissegen

Diese Woche ist was Lustiges passiert. Wir haben mit meiner Kreissäge altes Holz zersägt. Dann hat mein Bootsbauer heftig geschimpft, weil die Frau, die gesägt hat, eine Schutzbrille mit herunterhängenden Bändeln trug.   Die Bänder hätten sich  in der Kreissäge verfangen könnten…

Er schaute sich daraufhin die Säge genauer an und meinte,  dass die alte Säge mit relativ hoch heraus stehendem  Sägeblatt zu gefährlich für Menschen ohne viel Erfahrung ist, weil Holz sich verkanten, hochfliegen usw. kann. Außerdem ist Platz auf dem Schiff gerade sehr knapp, weil wir unser Ersatzlager aufgeben mussten. Er empfahl mir,  die Säge an jemanden zu verschenken, der handwerkliche Erfahrung hat.
2016-06-30-19-57-21
Ich machte also am Tag der offenen Tür ein Schild an die Kreissäge. Ein Gast sah das… und meinte, er könnte eine gebrauchen… weil er Brennholz bisher immer mühsam mit der Stichsäge zersägt.  Er hat sich dann geweigert, sich die Säge schenken zu lassen. Hat darauf bestanden, sie zu bezahlen und den Preis ultra-supergroßzügig selbst festgelegt…. ein richtiges Geschenk für mich…. das wird in den neuen Kaminofen für den Seminarraum investiert. (Siehe Septemberziel).

Das wirklich Lustige: Der Sägen-Käufer ist ein langjähriger Freund des Sägen-Spenders. Eigentlich hätten die zwei das auch ohne mich schaffen können.

Aber so hat die Kreissäge Kreissegen gebracht …

Unerwartete Probleme – unerwartete Lösungen

edelweiss-4Heute bin ich zur Abwechslung mal nicht von Heinz, dem Hahn in der Nachbarschaft, geweckt worden. Sondern von Muskelkater. Intensiven, heftigen Muskelkater. Bin zu früh wach – und bis auf die Knochen müde. Und auch ein bisschen in der Seele. Der Grund: Gestern habe ich mit mehreren anderen Tonnen von Material umgelagert…

Aber erst mal der Reihe nach.

Im Seminarraum sind derzeit dunkle Siebdruckplatten am Boden. Es fehlt noch der Korkfussboden für mehr Helligkeit, Weichheit und vor allem für mehr Wärme an den Füssen. In  den Schlafzimmern liegt er schon. Und sieht wunderschön aus. Im Seminarraum wollten wir ihn eigentlich im gleichen Zug verlegen und haben den Besitzer des großen Schiffes, das neben mir liegt, gefragt, ob wir für die Zwischenzeit das Bauholz aus dem Seminarraum in seinem nicht benutzen Schiff lagern könnten.

Das war eigentlich so geplant…

Dann hat es alles länger gedauert als geplant und wir haben es nicht mehr im Frühjahr hinbekommen. Und auch nicht gleich jetzt. Weil das gute Wetter sich dafür anbot, Dachfenster zu setzen…und wir dann die Probleme m,it dem Abwasser hatten, das uns fast eine Woche Zeit gekostet hat. Und weil, bevor man den Fussboden machen kann, erst die Decke fertig montiert und vor allem gestrichen sein muss. Und dafür erst mal die Elektrizität fertig sein muss…

Mitten in all das hinein kam die Mail mit einer Nachricht vom Besitzer des Nachbarschiffes, wir sollten unser Material da wieder ausräumen…da er das Schiff auch Besuchern zeigt… puh….richtig, richtig blöde….ich hatte total Verständnis für ihn – er will sein Schiff ja verkaufen und es in schönem Zustand den Interessenten zeigen. Und wir haben seine Gastfreundschaft für unser Holz wirklich lange genutzt.

Trotzdem war ich erst mal superfrustriert. Wir haben, da das Schiff schon ziemlich weit gebaut ist, kaum mehr Lagerplatz. Und Holz ist sooo schwer. Ich wusste gar nicht, wie ich das schaffen sollte. Und dann fiel mir ein: Eine Gruppe von Helfern hatte sich für Mittwoch Abend angemeldet. Ich dachte: Gemeinsam mit ihnen könnte ich das Holzlager räumen. Und so haben wir es dann auch gemacht: Von 17 – 21.00 haben sechs engagierte Menschen und ich Holz und anderes Material geschleppt und zersägt und nebenbei noch geordnet, sortiert und geputzt.

2016-09-08-06-41-46Für mich war das so ein Geschenk, dass die Gruppe genau zum richtigen Zeitpunkt kam. Ich dachte an ein Versprechen Gottes aus der Bibel „Noch bevor sie zu mir rufen, werde ich sie schon erhören!“ Das war in dem Fall so. Und ich bin dankbar.

Im Seminarraum muss jetzt noch die Elektrik und die Decke fertiggestellt werden. Wenn das fertig ist, muss alles Holz, was wir dann noch übrig ist und was wir da zwischengelagert haben, wieder raus. Und dann kann endlich der Korkfussboden rein. Und hoffentlich auch der neue Kaminofen….aber das ist eine andere Geschichte…

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