Archiv für ‘Erlebnisse’ Kategorie
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Gestern fragte mich mein Nachbar, ob ich – nach dem Fahrraddiebstahl – ständig schaue, ob ich mein Rad irgendwo sehe. Natürlich tue ich das. Ich hoffe, es noch irgendwo in der Stadt zu entdecken. Er tat es auch. Ging nach dem Diebstahl seines Rades zwei Wochen lang mit “Wo-ist-mein-Fahrrad-Blick” durch die Stadt. Und war erfolgreich. Klaute sich irgendwo vor einer Kneipe sein gestohlenes Fahrrad zurück. Das macht Hoffnung. Auch wenn die Saarbrücken, wo er das erlebte, etwas kleiner ist als Berlin. Aber ich halte die Augen offen.
Behali – Fair Trade Möbel
Als Kind und Teenager hatte ich den Traum, irgendwann mal ins Ausland zu gehen, und dort etwas zu bewegen und zu verändern. Das Leben hat mich anders geführt. Dennoch bewegen mich Schicksale wie die der Menschen im Hunza Tal in Pakistan, deren Häuser nach wie vor überflutet sind. Mich bewegt das sehr und ich überlege seit Wochen, ob und wie ich da effektiv helfen kann.
Es begeistert mich, wenn ich Projekte entdecke und unterstützen kann, die auf konkrete, nachvollziehbare und nachhaltige Art und Weise helfen. Wie Safran statt Opium oder Behali. In Pakistan fertigen Schreiner wunderschöne Möbel aus alten Türen und Fensterrahmen, die sonst weggeworfen werden. Die Leute von Behali zahlen faire Preise, importieren die Möbel und verkaufen sie in Berlin.
Ich finde das genial. Das ist ein Projekt, das auf so vielen verschiedenen Ebenen gut ist: Es schafft Arbeitsplätze – in einer Bevölkerungsgruppe, die sonst wenig Perspektiven hat. Wunderschönes altes Handwerk wird erhalten und die Techniken an eine neue Generation weitergegeben. Und nicht zuletzt bekommen Menschen in Berlin Kontakt zu einer faszinierenden Kultur und die Möglichkeit, sich ein Stück davon in ihre eigene Welt zu holen.
Ich finde es sehr schön. Und überlege, wie ich das weiter unterstützen kann.
Beraubung
Heute Nacht ist mein geliebtes Liegefahrrad aus dem abgeschlossenen Hinterhof gestohlen worden.
So eine Gemeinheit! Und so ein Frust. Ich fahre jede Woche 60 – 100 km. Meist in Berlin. Ich mache eigentlich fast alles mit dem Rad. Es tut mir gut. Ich hab es einfach geliebt. Plötzlich ist es weg. Einfach nur doof und fies. Jeder Verlust tut weh…und das ist für mich ein großer materieller und immaterieller Verlust. Und Verlust an Zeit, das jetzt zu lösen. Strafanzeige erstatten. Und wohl nach einem neuen Rad suchen.
Dennoch. Ich wäre nicht ich, wenn ich mich davon ganz unterkriegen lassen würde. Ich hab heute gelesen, dass das Wort Resillenz aus der Materialkunde kommt und die Fähigkeit eines Stoffes Bezeichnet, nach einem Schlag wieder in seine Ausgangsform zurück zu finden.
Der gemeine Diebstahl ist ein harter Schlag und macht traurig. Aber es wäre noch doofer, wenn ich mir auch noch die Lebensfreude rauben lassen würde. Das wäre richtig blöde. Heute will ich mir noch Zeit zum traurig sein lassen. Morgen suche ich dann nach Lösungen.
Hinweis an die Diebe:
Da ich zwei kaputte Bandscheiben habe, bin ich auf mein Liegerad angewiesen. Von meinem Rad, Recumbent Phantom Lightning, Rahmengröße M (für Frauen) wurden in ganz Europa bisher nur 4 Stück verkauft. Es dürfte also ohnehin schwer für Sie sein, das Rad zu verkaufen. Ich bitte deshalb um baldige Rückgabe an mich. [Berlin, Laubacher Str. 16 II].
Hinweis an Käufer gebrauchter Liegeräder
Falls Ihnen ein gebrauchtes Phantom Liegerad / Liegefahrrad von Recumbent in Rahmengröße M angeboten wird, kontaktieren Sie mich bitte unbedingt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es sich dabei um mein gestohlenes Liegerad handelt. Danke!
Hinweis an Berliner
Wenn ihr das gute Stück irgendwo auf einem Flohmarkt seht – sagt mir bitte unbedingt ganz schnell Bescheid. Oder gleich auch der Polizei.
Dranbleiben lohnt sich
Vor einigen Wochen war ich mit einer Freundin einkaufen. Wir waren in drei Läden. Hinterher vermisste ich meine Lieblings-Sonnenbrille. Ich rief bei allen Läden an und fragte nach. “Nein, wir haben nichts gefunden.” Heute war ich noch mal in der Gegend. Ging direkt in die Läden, fragte einfach noch mal. Und bekam sie zurück! Jetzt freu´ ich mich. Sehr.
Nicht nur darüber, dass ich das schöne Stück zurück habe. Sondern auch darüber, dass sich das Dranbleiben gelohnt hat.
Olé, Olé, Olé
Meinen Grund zum Jubel habe ich schon. Ich bin vor 2 Stunden Tante geworden. Von einem zukünftigen Fussball – Nationalspieler, der offensichtlich das Halbfinale nicht verpassen wollte. Olé, Olé, Olé!
Klug ist jeder. Der eine vorher, der andere nachher. Russisches Sprichwort Liebe Freunde, das obige Zitat begleitet mich schon seit einigen Jahren. Es bringt mich immer wieder zum Schmunzeln, weil es so wahr ist. Klüger und um eine Erfahrung reicher ist man hinterher immer. Aber das Leben lebt sich leichter, wenn man VORHER klug ist. Wenn man in der Lage ist, Situationen gut einzuschätzen und entsprechend zu reagieren. Kurz: Wenn man weise ist. Im neuen Impulsheft "Worte der Weisheit. Zitate und Gedanken für umsichtiges Handeln" findest du die schönsten Zitate über die Weisheit. Sie geben dir Impulse, wie du selbst klug handeln und Fehler vermeiden kannst. Dort ist das obige Zitat enthalten. Und viele weitere. Wie immer attraktiv gestaltet - ein schönes, kleines Geschenk für dich selbst und andere. Du bekommst das Impulsheft für 2 Euro, den als 10er-Pack für 18 Euro. Du kannst es im Buchhandel [978-3-935992-89-3] oder bei dte@chrismedia24.de bestellen. Oder direkt bei uns im Shop. Da kannst du auch in das Heft reinlesen. http://www.down-to-earth.de Neu - Leseproben zum Blättern Wir haben seit kurzem Leseproben, in denen man richtig herumblättern kann. Du kannst sie mit einer persönlichen Empfehlung, die du mit einem elektronischen "Klebezettel" auf der Leseprobe anbringt, an deine Freunde verschicken, denen du das Impulsheft empfehlen möchtest. Viel Spaß damit. http://book2look.de/vBook.aspx?id=qJdhBfj8Oa&ruid=0&euid=1264609&referURL=book2look.de Andere Leseproben zum Blättern findest, wenn du bei http://book2look.de/ "Kerstin Hack" oder "Down to Earth" als Suchbegriff eingibst. Weisheit verschenken Außer "Worte zur Weisheit" gibt es in der Worte-Serie noch sieben weitere Titel. Die schönsten Zitate zu Liebe, Hoffnung, Leben, Segen, Trost, Freundschaft und Stille. Die Worte Serie eignet sich besonders gut zum Verschenken. Die Impulshefte eignen sich besonders gut als Geschenke z. B. für das Hotelpersonal im Urlaub, die Freunde, die währenddessen deine Blumen gießen. Oder auch einfach so, um einem Menschen eine Freude zu machen. http://www.down-to-earth.de Weisheit - von euch lernen Zur Weisheit gehört auch, dass man von anderen lernt. Ich beschäftige mich gerade viel mit der Frage, in welche Richtung wir Down to Earth am besten weiterentwickeln. Hier würde ich gern deine Gedanken mit aufnehmen. Du kannst mir helfen, indem du mir deine ganz persönliche Antwort auf die zwei unten stehenden Fragen gibst. Entweder per Mail oder noch besser als Kommentar in der Lesbar http://lesbar.down-to-earth.de/ - Wie hat Down to Earth dein Leben am meisten bereichert? - Was wünscht du dir in Zukunft von uns? Ich bin sehr gespannt auf deine Antworten. Für Heute wünsche ich dir, dass du die Aufgaben, die jetzt für dich anstehen, mit Weisheit bewältigen kannst. Von Herzen Kerstin Hack und das Team von Down to Earth **************************** Dieser Newsletter ist ein Service des Down to Earth Verlags, Berlin. Er kann auf der Homepage des Verlags bestellt oder im eigenen Benutzerkonto abbestellt werden: http://www.down-to-earth.de Oder per mail an: info@down-to-earth.de Down to Earth Verlag - Laubacher Str. 16II - 14197 Berlin Gedanken verändern Leben Inhaberin: Kerstin Hack Tel: 030 - 822 79 62 Fax: 030 - 89731670 Ust.ID: DE 207 522 111 ****************************
Ost und West und Handeln
Der Städtetrip nach Krakau hat sich gelohnt. Eine Welt, die ich kaum kannte. Ich habe durch Begegnungen, Ausstellungen und Stadtführern die vielfältigen Brüche in der Geschichte Polens verstanden. Es ist krass, wie oft und wie lange dieses Volk fremdbestimmt und von anderen Mächten beherrscht war.
Die Geschichte der Juden Krakaus ist erschütternd. Im Mittelalter hieß es: “Polen ist die Hölle für Bauern, der Himmel für Adlelige, das Paradies für Juden.” Das hat sich in der Besatzungszeit von 1939 – 1945 drastisch geändert, vor allem 1942. Mehr als 50% aller polnischen Holocaust-Opfer wurden von März 1942 – Februar 1943 ermordet.
Manches habe ich erst vor Ort so richtig begriffen – etwa, was es konkret heißt, in einem Ghetto leben zu müssen. 17.000 Krakauer Juden wurden aus ihren Wohnungen vertrieben und mussten sich in einem eigenen Judenbezirk ansiedeln. Der bestand aus 320 Häusern, in denen vorher etwa 3000 christliche Polen gelebt hatten. Also etwa 10 Personen pro Haus. Die Häuser waren klein, oft nur einstöckig (siehe Bild, die Dachgauben sind neu hinzugefügt). Die christlichen Polen wurden vertrieben, Juden einquartiert. Dort, wo vorher 10 Personen in einem Haus gewohnt hatten, wohnten nun 50 Menschen unter einem Dach. Jeder hatte 2qm zur Verfügung. Das hat für mich den Begriff “Ghetto” mit viel klareren Bildern und Vorstellungen gefüllt, als ich sie bislang hatte.
Viele Menschen haben weggesehen. Andere haben den Juden der Stadt geholfen.
- Ein polnischer Junge, der 3 Laib Brot aus der Straßenbahn warf, die durchs Ghetto fuhr, um den notleidenden Menschen zu helfen.
- Ein polnischer Apotheker, der im Ghetto blieb, für die Juden Nachrichten und Geld schmuggelte und sie mit Haarfärbemittel versorgte, damit sie jünger wirkten und so – vielleicht – den Transporten nach Auschwitz entgehen konnten.
- Ein alter Herr, der als er sah, wie Juden, die zwangsweise Schnee räumen mussten und von Umstehenden mit Schnee und Eis beworfen wurden, mit einem Tablett mit Tee und Wodka nach draußen ging und es Ihnen mit den Worten anbot: “Meine Herrschaften, würden Sie mir die Ehre erweisen…”
Was führt dazu, dass die einen wegsehen…und die anderen sich von der Not bewegen lassen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen? Diese Frage habe ich aus Krakau mitgenommen.
Kleiner Geschäftsmann
Gestern bin ich auf dem Weg zu einem Termin an Kindern vorbei gekommen, die am Bürgersteig altes Spielzeug verkauften. Als ich auf dem Rückweg wieder vorbei kam, baten Sie mich anzuhalten.
Da mein Bedarf an blinkenden Plastik-Roboter-Männchen nicht allzu groß ist, kaufte ich ihnen nichts ab, schenkte ihnen aber dafür das Kleingeld, das ich im Geldbeutel hatte.
Ein etwa sieben-jähriger Junge meinte: “Sie sind aber nett – alle anderen sind einfach weitergelaufen und haben uns nichts gegeben.” Und dann “Bitte sagen Sie allen Leuten, dass wir hier sind.”
Ich musste grinsen. Im Business nennt man das Empfehlungsmarketing. Er beherrschte offensichtlich die Grundzüge davon. Kraftvoller ist Empfehlungsmarkting noch, wenn man es nicht generell macht (empfehlen Sie es allen), sondern spezifiziert: “Empfehlen Sie uns an Menschen weiter, für die unsere Angebot interessant sein könnten.” Aber vermutlich waren das aus seiner Perspektive ja alle.
Bedürfnisse und Strategien
Zur Zeit mache ich ja eine Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation. Ein großes Thema dabei ist das Thema Bedürfnisse. Was brauche ich, um gut leben zu können?
Für jedes Bedürfnis z. B. Nähe, Sicherheit usw. gibt es ganz viele Wege, wie man es erfüllen kann. Meist fallen einem selbst nur wenige ein. Wir haben deshalb heute eine interessante Übung in der Arbeitsgruppe gemacht. Jeder hat ein Bedürfnis, das ihm wichtig ist, auf einen Zettel geschrieben und dann alles, was ihm einfällt, wie er dieses Bedürfnis erfüllen kann. Das Bedürfnis nach Sicherheit kann man z. B. durch Brandmelder und Einbruchsicherung erfüllen, aber auch zur Erwerb von neuen Fähigkeiten, klare Kommunikation, Strukturen, Gebet, Krafttraining usw.
Wir hatten am Ende ganz viele unterschiedliche Wege zu Bedürfnissen wie Sicherheit, Klarheit, Sinnlichkeit und Leichtigkeit gesammelt. Ich fand das sehr bereichernd und inspirierend, von den anderen zu hören, wie sie sich ein bestimmtes Bedürfnis erfüllen. Das hat mir ganz neue Ideen gegeben.
Die Erfindung der Tiefkühlkost
Heute vor genau 80 Jahren gab es erstmals Tiefkühlkost zu kaufen – mit ziemlich großem logistischem Aufwand eingeführt. Es ist ja kein Produkt, das man einfach ins Regal einsortieren kann. Die Händler brauchen Kühltruhen und die Kunden unter Umständen auch.
Die waren vor 80 Jahren noch eine Seltenheit. Auch später noch. Nicht jeder Haushalt konnte sich eine eigene Truhe leisten. Im dem Dorf, in dem meine Großmutter lebte, gab es bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Kühlhaus. Das rechteckige Gebäude war von der Gemeinde gebaut worden. Auf beige-braun gekacheltem Boden standen ein Dutzend Gefriertruhen. Sie wurden von Menschen gemietet, die sich keine private Kühltruhe leisten konnten. Meine Großeltern gehörten dazu. Sie besserte die magere Rente meines Großvaters durch ihre Tätigkeit als Dorfhelferin auf. Im eigenen Garten wurde so viel Gemüse wie möglich angebaut. Das wurde dann im Kühlhaus aufbewahrt. Neben den Fleischstücken von dem Schwein, das mit Küchenabfällen gefüttert und dann geschlachtet worden war.
In Zeiten von Tiefkühl-Pizza und Fertiggerichten ist das kaum mehr vorstellbar. Mir tut es gut, mich daran zu erinnern. Und dankbar für die Annehmlichkeiten des heutigen Lebens zu sein. Manchmal bedauere ich, dass es die Dinge, die in meinem Gefrierfach liegen anonym sind. Gemüse, das irgendwo auf der Welt von Menschen, die ich nicht kenne, angebaut wurde. Fertiggerichte, die anonyme Menschen oder Maschinen erstellt haben. Umso mehr genieße ich es Mittags auf meinen Balkon zu gehen und Salat, Schnittlauch und Gewürze zu pflücken und dann zu genießen.
Urlaub im Alltag
Obwohl ich heute bis zum frühen Nachmittag gearbeitet habe, beim (netten) Zahnarzt war und Nachmittags viel Unternehmerinnen-Weiterbildung gemacht habe, fühlte sich der Tag wie Urlaub an. Sonne, Kaffee mit einer Freundin und zum Tagesausklang eine spannende Lesung im Hotel Ellington.
Ich bin eigentlich kein Krimi-Fan. Doch “Das große Tier“, ein Krimi im Umfeld der Finanz- und Aktienwelt, gefiel mir wirklich gut. Klug, spannend und stellenweise durchaus humorvoll geschrieben. Die Tatsache dass es in Berlin spielt, ist natürlich ein zusätzlicher Bonus.
Die Presse feiert den Autor Veit M. Etzold schon als den neuen Dan Brown. In Bezug auf eine gewisse Vorliebe für spannende Verschwörungstherorien mag der Vergleich passend, allerdings teilt er nicht Browns offen zur Schau getragene Abneigung gegen Kirche und Glauben.
Der Krimi ist nicht nur spannend – er streut sogar den einen oder anderen Satz ein, über den man länger nachdenken kann. Etwa: Sein und werden, das sind die wichtigsten Dinge im Leben.. Oder: Komischerweise hatten ihr die Menschen den meisten Halt gegeben, die akzeptierten, dass alles sich verändert. Diese Perlen zu entdecken setzt natürlich voraus, dass man nicht so gefesselt von der Handlung ist, dass man nicht mehr zum Reflektieren kommt. Was in dem Fall echt schwer ist. Aber man kann es ja auch zwei Mal lesen.
Vorgelesen von Franziska Pigulla, die auch das Hörbuch gelesen hat, war es ein doppelter Genuss. Nur…ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt schlafen kann.



