Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Kategorie: Kunst und Kultur

Alt und froh

Zur Zeit inspirieren mich besonders alte Menschen, die ihr Leben noch aktiv und voller Lebensfreude leben. Wie Joan Erickson, die Frau des Psychologen Eric Erickson (der die „Identitätskrise“ erfunden hat). Sie war bis ins hohe Alter aktiv und agil, hörte nicht auf, Neues zu lernen und die Welt und ihre Vielfalt wahrzunehmen und zu genießen. Ihre Freundin Joan Anderson hat sie und ihre unkonventionelle Lebensweise in dem Buch „Spaziergang am Meer“ beschreibe, das ich gerade lese – Abends zum Einschlafen – oder vielmehr zum innerlich Aufwachen. In einem Kurzvideo (Teil I + Teil II)= kann man sie sehen.

Eva Zeisel

Oder auch die weltberühmte Keramikerin Eva Zeisel, die noch im Alter von 105 Jahren, Keramik gestaltet, Kollektionen beurteilt. Sie sieht keinen Grund dafür, sich zur Ruhe zu setzen. Wovon auch? „Ich habe nie gearbeitet. Ich spiele.“ sagt sie.

Hören kann man sie bei TED (einem Forum für inspirierende Vorträge. Englisch, aber auf Wunsch mit deutschen Untertiteln)

Bitte mal kreativ mitdenken

Vor ein paar Tagen erzählte mir eine Frau: „Dein Coaching-Quadro wurde uns kürzlich bei einer Weiterbildung empfohlen.“ Ich habe mich riesig gefreut. Ich kannte weder das Weiterbildungsinstitut noch wusste ich, wie mein Quadro da hingekommen war. Klar war lediglich: Jemand muss es bekannt gemacht haben. Das hat mich riesig gefreut.

Wir sind ein kleiner Verlag und machen – wie ich finde – spannende Sachen: Bücher, Impuslhefte, Quadros, Seminare. Gern möchten wir, dass noch mehr Menschen davon erfahren: Damit ihr Leben bereichert wird und wir die Ressourcen haben, Neues zu entwickeln.

Doch wir haben nicht die Marketing-Power der großen Verlage, um unsere Angebote bekannt zu machen. Wir können uns keine großen Anzeigen und Kampagnen leisten. Von daher sind wir darauf angewiesen, dass Menschen freiwillig unsere Sachen in ihrem Umfeld bekannt machen.

Ein paar Ideen:

– SEMINARE

Mein Team und ich kommen gerne und halten Seminare bei Euch vor Ort, WENN Jemand die Organisation übernimmt. Vorträge, Tagesseminare zu Themen wie:  Die Hütte und ich / Enttäuscht von Gott, Swing – dein Leben in Balance, Lebensfreude, Vergebung. Wenn Ihr Lust und Kapazitäten habt, etwas auf die Beine zu stellen – lasst es uns wissen.
Aktuelle Termine findet ihr hier.

– BÜCHER, IMPULSHEFTE

– Die aktuelle, kostenlose Verlagsvorschau bei eurer nächsten Bestellung (mit)bestellen und in eurem Umfeld verteilen
Erzählt euren Freunden von euren Lieblingsbüchern und empfehlt uns weiter.
Schreibt einigen Freunden eine Mail mit dem Tipp unsere Seite(n) zu besuchen.
– Setzt einen Link zu unserer Homepage auf eure Homepage, euren Blog. Twittert, Facebooked oder kommuniziert sonstwie über uns.
Schreibt bei einem Internet-Portal z. B. aus unserer Homepage oder bei Amazon eine Buchrezension
– Mache einen Mini-Büchertisch: Bestellt eine Auswahl an Büchern bestellen (sogar mit Rabatt) und in eurem Freundeskreis oder eurer Gemeinde verkaufen. Tipp: Fangt klein an: Mit 10 oder 20 Sachen. Wenn es funktioniert, dann baut es aus. Auf diese Art und Weise könnt ihr sogar ein kleines Nebeneinkommen erzielen.
Veranstalte eine Impulsheft-Tupperparty: Lade nette Menschen zu einen kleinen Snack einladen. Und ihnen von euren Lieblings-Impulsheften / Quadros erzählen. Und natürlich welche zum Mitnehmen / Kaufen dahaben.

Habt ihr noch weitere Ideen, was ihr und andere tun könnt, um uns zu helfen, bekannter zu werden? Oder Berichte, was ihr schon getan habt. Dann schreibt doch bitte einen Kommentar. Ich bin gespannt.

Erfolgreich faul sein

Ich habe mich oft gefragt,

ob nicht gerade die Tage,

die wir gezwungen sind,

müßig zu sein,

diejenigen sind,

die wir in tiefster Tätigkeit verbringen.

Rainer Maria Rilke

[Quelle ist mir leider nicht bekannt. Für Hinweise bin ich dankbar.]

Noonsong – a Lestival of nine Lessons and Carols

Unter diesem Titel hat der Berliner Noonsong letzten Samstag eine bewegende Stunde gestaltet. Gemeindeglieder, Pfarrer, Lokal- und Bundespolitiker lasen Bibeltexte. Von Schöpfung und Sündenfall bis Weihnachten – die Geschichte der Menschheit von der Trennung von Gott bis zur Geburt des Erlösers in ausgewählten, eindrücklichen Texten.

Dazwischen traumhaft schön gesungene mehrstimmige Kompositionen von Renaissance bis 2010 – zwei Welturaufführungen. Kirche, Politik und Kunst, verkünden gemeinsam die Botschaft der Hoffnung. Eindrücklich und bewegend.

Auf der Website von  Noonsong könnt ihr reinhören und euch auch inspirieren lassen.

@vent = wenn alles anders kommt

Krippe in AntwerpenIn der Adventszeit gehörte ich zu einer @ventsgemeinschaft. Jeden Tag schickt ein anderer den Mitgliedern der Gemeinschaft Gedanken, Impulse, Lied- oder Bibeltexte zur Inspiration. Hier meine Gedanken für heute.

Gott entdecken

Im Advent feiern wir, dass Gott in unsere Welt kommt. Manchmal haben wir da eher süssliche Bilder im Kopf, voll Glitter, Kerzenschein, Lametta, Wärme und Licht und Zuckerware. Das gehört dazu. Doch manchmal ist es rauer als wir denken, wenn Gott in unsere Welt hineinbricht.

Gerade habe ich bei einem Freund ein Stück von Nina Hagens Autobiographie als Hörbuch gehört. Sie erzählt, wie sie als Kind umgetrieben war von der Frage, ob es Gott gibt oder nicht. Sollte sie ihrem klugen Pflegevater Wolf Bierman vertrauen, der angesichts des Leids der Welt nicht mehr an Gottes Existenz glauben wollte – oder ihrer einfachen Tante „Muschel“, für die Gott so real war wie der Mensch, der neben einem saß. Nina wollte es herausfinden. Der einzige Test für Gottes Existenz, der ihr einfiel, war Gott die schlimmsten Beleidigungen an den Kopf zu werfen, die sie sich denken konnte – so dass er einfach reagieren und sich zeigen musste. Sie tat es an einem Abend – und war ganz enttäuscht, als nicht einmal die Wände wackelten. Doch am nächsten Tag stürzte sie so unglücklich vom Schwebalken, dass sie ihr Bein brach und erst im Krankenhaus erwachte.

Sie sah den Gips an ihrem Bein. Ihr war sonnenklar: „Gips – Gott. Gott gips wirklich…“ Sie war überglücklich. Gott war im wahrsten Sinne des Wortes in ihre Welt hinein-gebrochen und hatte sich ihr gezeigt.

Nein, ich glaube nicht, dass Gott Menschen, die ein schlechtes Wort über ihn verlieren, immer einen Denkzettel verpasst. Aber ich glaube, dass er gern mit uns auf die Art und Weise kommunizieren will, die wir verstehen – und wenn es ein Gips ist, der einem Kind, so wie sie es verstehen kann, zeigt…Gott gips wirklich. Bis aus dieser ersten Gotteserfahrung vertrauensvoll gelebter Glaube wurden, sollten bei Nina Hagen noch einige Jahrzehnte vergehen…aber ein Anfang war gesetzt.

Gott im Ungewollten sehen

Zurück zu Weihnachten. Mich hat in den letzten Monaten die Geschichte von Joseph bewegt. Der wird – als in gewisser Weise Unbeteiligter – in Gottes Geschichte hineingezogen. Gestern wurde die kleine Sophia operiert. Sie brach ungeplant in ihre Familie herein. Und kam obendrein mit einer Gaumenspalte und anderen gesundheitlichen Problemen zur Welt. Alles anderes als erwartet.
Mit ungeplanten Lebenssitutionen klarkommen – und darin mit Gottes Hilfe bestehen – das ist wahre Weisheit. Ihr Vater, Christoph Schalk hat, als er mit dieser ungeplanten Situation gut umgehen lernen wollte, viel vom biblischen Joseph gelernt. Auch der wurde in eine ungeplante, keinesfalls so gewollte Situation hineingeworfen. Joseph ist zum Vorbild im vertrauensvollen Umgang mit ‚unmöglichen Situationen‘ geworden. Die Kunst, ‚Ja‘ zu ungeplanten Wegen zu sagen und das Beste daraus zu machen beschreibt er in dem Quadro – Inspirations- und Andachtsbuch Weisheit entwickeln, das mich in den letzten Wochen sehr bewegt hat.

Wie unmöglich das ist, wird mir gerade deutlich, wenn ich im Internet auf Twitter die Einträge von Joseph von Naza lese. Da erzählt Jospeh seine Geschichte. Jeden Tag ein Stück. Die unerwartete und unerklärliche Schwangerschaft seiner Verlobten. Dann zu allem Überfluss die Volkszählung. Die Reisevorbereitungen. Der Stress. All das, was er nicht wollte….und dennoch…. geplant von Gott, um seine Pläne mit ihm, Joseph, und weit darüber hinaus zur Erfüllung zu bringen.

In jedem Leben ist vieles ungeplant und ungewollt. Oft auch unerwünscht. Sicher nicht so wie erhofft. Manches ist sicher einfach Zufall oder Pech. Doch könnte es sein, dass manche der Dinge, die geschehen, ein Stück dessen sind, wie Gott in die Welt, auch in unsere eigene Welt hineinbrechen will. Unbequem. Ohne Zuckerguss. Aber auf seine Art. Um sich zu zeigen. Damit wir IHN sehen und begreifen können – auf unsere Art.

Männer und Frauen – Hafiz

Wie fühlt es sich an, ein Herz zu haben

Eines Tages fragte mich eine junge Frau:
„Wie fühlt es sich an, ein Mann zu sein?“
Ich antwortete ihr:

„Meine Liebe,
das weiß ich nicht so genau.“

Darauf antwortete sie:
„Wieso – bist du denn kein Mann?“

Dieses Mal antwortet ich:

„Für mich ist Geschlecht
wie ein wunderschönes Tier
das die Menschen oft an einer Leine
vor sich her Parade führen
und das sie manchmal benutzen
um auf merkwürdige Weise miteinander in Wettbewerb zu treten
um komische Preise zu gewinnen.

Meine Liebe,
eine bessere Frage,
die du mir, Hafiz, hättest stellen können,
wäre gewesen:

Wie fühlt es sich an, ein Herz zu haben?

Denn alles, was ich kenne ist die Liebe.
Und ich finde in allem und überall
mein unbegrenzt weites Herz.“

Hafiz

In Gottes Schule – von Hafiz

In der letzten Zeit habe ich die Gedichte von Hafiz, dem wohl bekanntesten persischen Dichter, wieder neu entdeckt. Leider kenne ich nur eine gute englische Übertragung. Ich werde in den nächsten Tagen immer mal wieder eines davon auf deutsch übersetzen und die englischen Texte auf meinem englischen Blog Heart of Berlin posten.

Für eine Weile

Wir alle sind an den richtigen Ort gekommen.
Wir sitzen alle in Gottes Klassenzimmer.

Jetzt,
mein Lieber,
gibt es für uns nur noch eines zu tun:

Mal für eine Weile damit aufhören,
Spuckekügelchen zu machen.

12,5 Minuten in Berlin


Was geschieht in 12, 5 Minuten in Berlin?
– 1665 Currywürste werden gekauft
– 879 Döner gehen über die Döner-Buden Theke
– 8 Züge fahren durch den Hauptbahnhof
– 1 neues Unternehmen wird gegründet. Fast 2 x so viele wie im Bundesdurchschnitt. [Quelle: Berliner Zeitung vom 15. 11. 2010]
Kein Wunder, dass ich mich in dieser unternehmerischen Stadt so wohl fühle.

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Herbst

Vier Fenster
Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

Lieblingsgedicht von Loki Schmidt, das auch auf ihrer Trauerfeier verlesen wurde.

Geschichte und Gegenwart

Obwohl ich schon ein paar Mal in den USA war, meist kürzer, fange ich erst jetzt an, historische Zusammenhänge zu begreifen. Die Biographie von Carnegie, die die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts umfasst, ist dabei ebenso erhellend wie meine Reise ins Innere des Landes. Ich bin immer wieder überrascht darüber, wie jung Amerika als Nation im Grunde noch ist. Auf einem etwas mehr als 100 Jahre altem historischen Plakat habe ich heute gelesen, wie die Texas Colonial Association vor gut 100 Jahren dafür warb, dass Menschen sich hier ansiedelten:

The most healthy and agreeable climate,

The best timber,

The richest minerals,

The most fertile soil,

The largest stock region and

The greatest variety of products to be found in the world.

Wenn das nichts ist…

Vieles ist nicht so glatt und schwarz-weiß, wie man vielleicht denkt. So hat zum Beispiel der erste Gouverneur von Texas, Sam Houston, über Jahre bei Indianern gelebt und ihre Kultur und Lebensweise schätzen und lieben gelernt.

Die Siedler waren nicht alles rauhe Cowboys, sondern auch Menschen wie der schottische Philosoph Edmund Montgomery und seine deutsche Frau, die zu ihrer Zeit berühmte Bilhauerin Elisabet Ney, die naturliebende Idealisten, kluge Köpfe und außerordentlich begabte Künstler waren. Ney gelang es, Shopenhauer, der als Frauenhasser bekannt war, dazu zu bewegen, sich von ihr in Stein meißeln zu lassen. Sie war eine der wenigen Frauen, für die er positive Worte fand.

Nach ihrer Ankunft versuchten sie und ihr Mann erfolgreich das kulturelle Leben in Texas zu fördern. Dass die Uni von Texas mit heute 70.000 Studenten, wo neulich Obama sprach, hier in Austin ist, ist auch ihrem Einfluss zu verdanken. Dass es eine Stadt ist, die bis heute Kunst fördert, ebenfalls.

Capitol of Texas, Floor


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