Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Schlagwort: Aufräumen

Im Alltag keine Spuren hinterlassen – wie ich die besondere Form der Achtsamkeit lerne

Gerade übe ich mich darin, keine Spuren zu hinterlassen.

Das ist ein Bild, das Jan von Wille in seinem Quadro Achtsamkeit verwendet. Damit beschreibt er, dass man bei einer Sache bleibt, bis sie ganz fertig ist.  So dass ein Detektiv nicht erkennen könnte, dass man da gewesen ist.
Für mich heißt das:

  • Tassen nicht vor, sondern sofort in die Spülmaschine stellen
  • Dokumente, mit denen ich gearbeitet habe, gleich wieder zurück legen.
  • Eine Seite, auf der ich gesurft habe, wenn ich fertig bin, gleich schließen.
  • Kleidung nach dem Ausziehen gleich zusammenlegen und an den richtigen Platz bringen usw.

Das klingt erst mal anstrengend – ist es auch ein bisschen.

Gerade für jemanden wie mich, der den Kopf schnell voll neuer Ideen hat, noch bevor die alten abgeschlossen sind. Es ist viel leichter, etwas Neues zu beginnen, als das alte komplett fertig zu stellen.

Doch zugleich erlebe ich es als ungemein entlastend, mich darin zu üben.

Es liegt nichts rum. Weder in der eigenen Umgebung. Noch im Kopf.

Ein Drittel des Haushaltes reduzieren

IMG_1646Heute wurde mir beim Nachdenken über den bevorstehenden Umzug auf das Schiff – in hoffentlich neun Monaten bewusst: ich werde ähnlich viel Wohnraum, aber weit weniger Stellfläche für Möbel haben.

Das heißt: Wenn ich es an Bord schön und nicht vollgestellt haben will, muss ich bis zum Umzug meinen Besitz um ca. 1/3 reduzieren.

Konkret heißt das 1/3 weniger

  • Kleidung
  • Unterlagen
  • Bilder
  • Gewürze
  • Bücher
  • Dekosachen
  • Möbel
  • Küchenutensilien
  • Verpackungsmaterial
  • Blumenvasen
  • Schuhe
  • usw.

Ich hab tief durchgeatmet…das ist wirklich viel. Aussortieren kostet Kraft. Das Gehirn findet nichts so anstrengend wie das Treffen von Entsheidungen, weil bei einer Entscheidung blitzschnell und intensiv Tausende von Fakten berücksichtig werden müssen. Mentale Höchstleistung. Deshalb sind Dinge wie Ablage so anstrengend: Weil man dauernd entscheiden muss: Brauche ich das noch oder auch nicht? Nach nur 15 solcher Entscheidungsprozesse ist das Gehrin platt…und braucht Erholung. Wenn man weiterpowert – weil der Berg nun mal so hoch ist, ist man irgendwann total erschöpft. Jeder kennt das.

Das will ich vermeiden.

Strategie 1: Regelmässig aussortieren

Ich werde mir an den Arbeitstagen nach dem Mittagessen Zeit fürs Aussortieren nehmen – am Wochenende gelegentlich mehr. Die feste Zeit ist wichtig, denn etwas für „irgendwann“ zu planen ist fast eine Garantie dafür, dass es nie etwas wird. In dieser Zeit will ich mir ca. 20 – 50 Dinge vornehmen (Geschirr, Kleidung, Unterlagen). Ich will dann entscheiden, welches Drittel davon nicht mit aufs Schiff darf.

Und planen, was ich mit dem restlichen Drittel tun will.

  • Wegwerfen (das tue ich ausgesprochen ungern, wenn es sich um Dinge handelt, die andere noch gebrauchen könnten)
  • Verschenken
  • Umnutzen
  • Versteigern oder verkaufen

Ein Durchschnittshaushalt besitzt ca. 10.000 Dinge. In 9 x 20 Arbeitstagen sollte ich – bei 50 Stück pro Tag – ca. 9000 Dinge durchsortiert haben.

Stragegie 2: Manche Dinge nicht ersetzen

Bei manchen Dingen gehe ich davon aus, dass sie ohnehin im Lauf der Zeit verschwinden, weil sie kaputt gehen oder verbraucht werden.

  • Socken, Unterwäsche 
  • Kosmetik
  • Gewürze
  • Putzzeug
  • Briefumschläge

Hier will ich versuchen, Dinge, die sich von selbst verabschieden, möglichst nicht zu ersetzen, sondern mit weniger auszukommen. Oder zum Beispiel die Vielfalt an Putzmitteln zu reduzieren und mit einigen Basisreinigern auszukommen. Damit sollten – hoffentlich – die restlichen Dinge zu schaffen sein.

Strategie 3: Tauschen

Es gibt nur wenige Sachen, von denen ich auf dem Schiff vermutlich mehr brauche, als ich habe:

  • Kissen
  • Bettzeug
  • Pflanzkästen für Obst, Gemüse und Kräuter
  • Geschirr und Besteck (vermutlich)

Vielleicht kann ich ja mit einigen Menschen tauschen z. B.

  • Kinderbücher gegen Kissen
  • Kunst gegen Küchenmöbel
  • Tücher gegen Solar-Ladegeräte
  • Servietten gegen Blumentöpfe oder Pflanzkästen
  • Schränke gegen Gartenmöbel
  • Alles mögliche gegen Blei fürs Schiff
  • Wer hat was?

Was mich für die nächsten Wochen besonders motiviert: Ende April habe ich Geburtstag. Da gibt es traditionell einen Geburtstagstisch – für meine Gäste. Dort sind alle Dinge drauf, die ich verschenken will. Und wer will, darf sich bedienen! Es ist jedes Jahr eine Freude, zu sehen, wenn Dinge, die ich nicht mehr brauche, einen neuen, glücklicheren Besitzer finden.

Nachmachen erlaubt – Freiraum tut gut: Es  gibt sogar Impulse von mir dazu – Verschlanken macht das Leben schöner und leichter. Wunderbar.

Impulsheft Loslassen

Wie ich die Dinge geregelt kriege – 4

Es sieht schön aus hier. Klarer, geordnet. Um mich herum und in mir drin auch. Aus dem Buch Wie ich die Dinge geregelt kriege habe ich noch zwei Impulse mitgenommen

Antwort-erwartet-Liste: Manchmal mailt man Menschen oder bittet sie um etwas und muss auf Antwort warten. Das hat man dann im Kopf. Damit man es nicht im Kopf hat, ist es schlauer man hält es gleich irgendwo auf einer „Antwort erwartet“ Liste fest. Entweder auf Papier oder elektronisch oder in einem gesonderten Ordner im Posteingang.

Referenzmaterial und To-Do Sachen trennen. Es gibt Unterlagen, die hebt man auf, weil man da ab und zu nachsehen muss – das sind bei mir z. B. Titel- und ISBN-Listen oder die Listen mit den Neuerscheinungen. An den Neuerscheinungen arbeite ich natürlich auch und da gibt es Dinge zu tun und zu planen. Landet alles – Referenzmaterial und To-Dos in einer Liste oder Mappe wird das bald unklar. Besser man trennt klar: In eine Abteilung / Mappe / In-Box kommen alle Unterlagen, mit denen man noch etwas tun muss. In eine andere nur die Unterlagen, die man zum Nachsehen braucht.

Der Vorteil: Dieses Vorgehen reduziert schnell die Dicke der Arbeitsberge und macht Prozesse klarer und übersichtlicher. Man muss sich nicht durch Stapel von Papier wühlen, sondern hat nur die „aufgabenbehafteten“ Blätter vor sich. Sehr entspannend.

Bei Null fängt der Spass an

Es gibt Momente, die sind einfach wunderbar. So wie dieser jetzt. Seit erstem Mal seit langem bin ich in drei Bereichen bei NULL angekommen.
Mein Posteingangskorb ist bei Null – leer bis auf den Post-It Block, der dahin gehört, um neue Papiere gleich mit dem „To-Do“ zu versehen. Alle Anfragen von Behörden und anderen Menschen sind beantwortet.
Mein Email-Posteingang ist bei Null. Alle Anfragen sind gelöscht, delegiert, beantwortet oder in den entsprechenden Arbeits-Ordnern und To-Do Listen.
Die Ablage ist auf Null. Alle Papiere sind dorthin abgelegt, wo sie sein sollen.

Nur der Lesestapel ist die einzige „Sammelstelle“, die ich noch nicht auf Null reduziert habe – aber bis Weihnachten liegen noch einige Bus, U-Bahn und Zugfahrten vor mir, die ich zum Lesen nutzen kann.

Was für ein Gefühl!

Guter Grund, mal wieder Hafiz zu zitieren:

ZERO
Is where the Real Fun starts.

There is too much counting
Everywhere else.

NULL
Ist da, wo der Spass beginnt.

Überall sonst wird einfach
zu viel gezählt.

Wie ich die Dinge geregelt kriege – 3

Eine Freundin sagte mir gestern: „Eigentlich hätte ich mir das Buch gar nicht kaufen brauchen – von dir erfahre ich ohnehin die besten Tipps.
Also: Hier die nächsten.
Die für mich größte Herausforderung, aber auch stärkste positive Veränderung, besteht darin, folgenden Tipp zu beherzigen:
– Wenn du deinen Posteingang bearbeitest, dann mache eines nach dem anderen. Nimm das nächste Blatt (oder die nächste Mail) erst in die Hand, wenn du dich entschieden hast, was du mit dem vorherigen machst. Gilt übrigens auch für Ablage.

Meine bisherige Methode war: Ich blättere oder scanne den Eingangsordner durch, erledige erst mal das, was ich schnell und leicht erledigen kann. Das andere bleibt erst mal liegen – für irgendwann. Doch bevor „irgendwann“ kommt, kommen eine Reihe neuer Dinge dazu, die leichter und einfacher zu erledigen sind. Im Lauf der Zeit sammelte sich dann das an, was ich als „Leichenhallen“ bezeichne: Eine ganze Menge von Zeugs, bei dem ich nicht entschieden habe, was damit zu tun ist.

Jetzt beherzige ich bei Papier zu 99% (bei Email nur etwa zu 80%) den Rat: Ein Blatt in die Hand nehmen, entscheiden, was zu tun ist.
– Wenn nichts damit zu tun ist: wegwerfen.
– Wenn es für Referenzzwecke aufgehoben werden sollte – dann in die Ablage.
– Wenn jemand anderes es tun kann – delegieren.
– Wenn ich es in weniger als 2 Minuten erledigen kann – gleich machen.
– Wenn es länger als 2 Minuten dauert: Entscheiden, was zu tun ist und das auf die To-Do Liste zu setzen.

Auf die Art und Weise habe ich in der letzten Woche
– die Ablage komplett auf „0“ gekriegt
– der Post-Eingangs-Ordner ist um etwa um 70% reduziert
– E-Maileingang und Lesestapel sind etwas reduziert…aber noch die größten Baustellen.

Aber – es ist Land in Sicht. Ich denke immer seltener „Da könnte noch was sein, was ich vergessen habe.“ und genieße die Energie, die es mir gibt, zunehmend Klarheit und noch bessere und hilfreichere Strukturen zu haben.

Wie wunderbar!

Wie ich die Dinge geregelt kriege – 2

Jetzt habe ich das Buch Wie ich die Dinge geregelt kriege halb durchgelesen und schon einiges gelernt.
Besonders hilfreich fand ich folgende Ratschläge:
– Wann immer man ein Projekt oder eine Aufgabe ansieht, gleich zu überlegen: Was ist die nächste Handlung, die ich tun kann.
Alle , wirklich alle, Dinge, die man erledigen muss, auf eine Liste, die man regelmäßig durchsieht, aufzuschreiben. Nicht nur die Wichtigen, sondern wirklich alles, was einem durch den Kopf geht, was man tun sollte. Um dann den Kopf für die anstehenden Aufgaben frei zu haben.
Ausnahmen:

– Termine. Die kommen in den Terminkalender
– Dinge, die weniger als zwei Minuten dauern. Die werden gleich erledigt.

Ich habe das jetzt mal eine Woche lang gemacht und merke, wie entlastend das ist, nicht mehr denken zu müssen „das darf ich nicht vergessen“…sondern statt dessen zu wissen, es ist alles festgehalten.

Ich habe letzte Woche mal alles, was ich von der Liste erledigt habe, festgehalten, um zu sehen, wie viel es ist. Das Ergebnis:

– Rezepteschubfach aufräumen
– Bad aufräumen
– Geschenke-Liste ausdrucken
– Ordner „Aktuelle Projekte“ starten
– Uhrenarmband kaufen
– Kundenmail schreiben: Kalender kreativ / Stille / Notizbücher Reflexion Hand Methode
– Sachen für F. vom Dachboden
– 40 Tage prüfen
– Geplante Bücher auf Monate+Leute verteilen
– Schreibtisch 10 Sachen wegsortieren
– Liste Artikel aktuell aufräumen
– Bestellung Impulshefte erledigen
– Gebet prüfen Illustration
– Eltern (Freitag)
– Aktenordner anbieten
– Schweizer Preise eintragen
– Neue Titel eintragen
– S. anmailen – Bedienungsanleitung
– Termin klären Fr 12.20 – 13.00
– Geschenken für M. + B. besorgen
– Schnell-Lesekurs recherchieren
– Januar – Reflexionstage organisieren
– Manuskript Gebet – Änderungen prüfen
– Vorschau – Bearbeiten
– Termin Mi absagen telef.
– Vorschau – fehlende Texte schreiben
– Schreibtisch 6 Sachen
– Konto kündigen
– Fotos besprechen für Paket
– Vorschau ausdrucken
– Intro-Text Vorschau schreiben
– Hr. B. anrufen
– Frank Sch. Kurse anfragen
– Überweisungen
– M. – Unterlagen für Seminar klären
– Paket – Inhalt + Verpackung entscheiden (Kunst-Kiste, Beziehungskiste, Zitate-Kiste, Alles auf einmal – Kiste)
– Konto 01 Schreiben an Bank + MC
– Rechnungen schreiben
– Aquisemail Landlust
– Aquisemail home + more
– Libreka-Vertrag ausfüllen und absenden
– Display Fotos machen
– Texte schreiben für Paket Basic / Premium
– Werkhaus Display entscheiden und bestellen
– CM – Info lesen
– Paket –Verpackung entscheiden
– Intro für Wazala Store schreiben
– Mentoring-Konzeption für Stiftung
– Päckchen zur Post
– Schreibtisch 6 Sachen
– Marketing – einzelne Projekte ausdrucken
– Gebet prüfen Texte
– Geschenk für S. kaufen
– Schreibtisch 5 Sachen wegsortieren
– Auslandskrankenvers.+ Lebensvers. + Reiserücktrittvers. Prüfen
– Termine 2011 eintragen
– Impftermin machen
– C. – Gefällt mir / Share für Lesbar erklären
– Akku Mr. President kaufen
– Orga: Fotos für Facebook Shop
– Mail an C. – Handy Nr. erbitten
– Buchführung



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Wie ich die Dinge geregelt kriege – 1


Vor ein paar Tagen habe ich damit begonnen, das Buch Wie ich die Dinge geregelt kriege von David Allen zu lesen. Ich halte mich schon für einen relativ gut strukturierten Menschen, der die Dinge recht gut im Griff hat. Dennoch finde ich das Buch sehr hilfreich. Es zeigt, wie man lernt, konsequent Dinge aus dem eigenen Kopf zu verbannen („Ich sollte noch“ und „ich müsste doch“). Statt dessen baut man ein zuverlässiges System aufzubauen, das alles erfasst und mit dessen Hilfe man leichter planen und besser strukturieren kann. Gefällt mir. Und hat mir schon beim Lesen Energie gegeben, manches, was schon lange auf meiner mentalen „sollte“ Liste steht, gleich anzupacken.

Schicht um Schicht


Vor 6 Tagen habe ich erfahren, dass der Dachboden, in dem ich hier in Berlin eine Menge Bücher gelagert habe, wärme isoliert wird. Das ist ja an und für sich sehr zu begrüßen. Ich bin immer für sinnvollen Umwelt- und Klimaschutz. Nur praktisch bedeutet das: Ich muss fünf Tonnen Bücher und sonstiges Material anderswo unterbringen.
Zuerst hat mich die Vorstellung ziemlich erschlagen. In meinem 9qm großen Büro ist kein Platz dafür. Aber Jammern hilft auch nicht. Eine Lösung muss her. Eine praktikable und finanzierbare Lösung für alles, fiel mir nicht ein. Also mache ich es wie so oft, Schicht um Schicht. Ein oder zwei Mal am Tag gehe ich auf den Dachboden, schaue mir die Sachen an und lasse mir für ein oder zwei Dinge etwas einfallen.
Ich habe zwei Kunden, die mir in den Sinn kamen, angeschrieben. Beide sagten zu, einige Bücher (ca. 150 Kilo) abzukaufen. Ein Schritt weiter. An anderen Stellen ließ sich durch Umräumen Platz schaffen. Manches kommt zum Gebrauchtwarenhaus. Und für die anderen Sachen muss ich mir noch was einfallen lassen. Schicht um Schicht.
Ich erlebe das oft so. Wenn es keine große Lösung gibt, dann kann man etwas angehen, indem man es Schicht um Schicht angeht. An einer Stelle, an der man ein bisschen Lösung sieht, anfängt. Und dann weiter macht. Und irgendwann erstaunt feststellt, dass das scheinbar Unlösbare sich am Ende doch gelöst hat. Schicht um Schicht.


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