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Neues Buch. Gebet. Basics von A – Z
Ab Montag beginne ich mit dem Schreiben von meinem neuen Buch. Es ist eine Einführung ins Gebet, die den Buchstaben des Alphabets folgt.
Gebet von A – Z
A Anbetung. Über das Staunen über Gott.
B Bitten. Über die Herausforderung konkret zu werden.
C Christus-zentriert beten. Über die Brücke zum Vater
D Danken. Über die Kunst, das Leben von der positiven Seite zu sehen
E Einfach beten Über Zutrauen zu Gott. Glaubensvoll beten.
F Für andere beten / Fürbitte. Über die Bereitschaft, für andere einzustehen
G Gemeinsam beten. Über die Freude und Herausforderung mit anderen zu beten.
H Hören. Über die Kunst, Gott wahrzunehmen
I Innerlich beten. Über die Kunst, mit Gott verbunden zu sein.
J Jubeln. Über die Kunst, Gott und das Leben zu feiern.
K Klagen. Über die Kunst, das Herz vor Gott auszuschütten
L Laut und Leise. Über die Kunst, die richtige Form zu finden.
M Meditativ beten. Über die Kunst, sich auf einen Aspekt zu konzentrieren.
N Namen Gottes beten. Über die Kunst, sich von Gottes Wesen inspirieren zu lassen.
O Ohne Worte …Über die Kunst, wortlos zu beten.
P Politisch beten. Über die Kunst, sich einzumischen
Q Quirlig und kreativ. Über die Kunst, anregende Formen zu finden.
R Rituale und Traditonen. Über den reichen Schatz der gesammelten Gebete
S Segnend beten. Über die Kunst, anderen Gutes zuzusprechen.
T Themenorientiert beten. Über die Kunst, für bestimmte Anliegen zu beten.
U Umkehr. Die Kunst, Fehler einzugestehen. // Beichte. Bußgebet
V Verheißungsorientiert beten. Über die Orientierung an Gottes Zusagen.
W Wort Gottes beten. Über die Verankerung in Gottes Wort // Bibelstellen beten //
X X-beliebig beten. Über die kindliche Freiheit, alles mit Gott zu besprechen.
Y Yes we can. Über die Freude, Gott als Partner zu haben (Bund)
Z Zuversichtlich beten Über die Kunst, dran zu bleiben // Unerhörte Gebete // Wenn Gott schweigt.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat. Dann gibt es einen kurzen Text zum Thema, Praxistipps, Buch- und Medientipps (auch Internet-Seiten) und ein Modellgebet.
Bitte schreibt einen Kommentar, falls ihr Ideen, Gedanken, Zitate, Anregungen, Lieblingsbücher und Gebete habt, die zu dem Buch passen könnten. Ich freue mich über jede Anregung.
Gelassenheit
Heute las ich ein Zitat von James Stewart: «Glück ist, Veränderungen würdevoll zu akzeptieren.» In den letzten Tagen habe ich die Gelassenheit mancher Fussballer bewundert – insbesondere dann, wenn Ihnen in einem Spiel Unrecht geschehen war. In den Interviews danach haben sie oft gesagt: “Das ist vorbei. Jetzt wollen wir nach vorne schauen.”
Wie echt und tief die Gelassenheit war, kann ich natürlich nicht beurteilen. Dennoch hat es mich beeindruckt, dass sie es sich offensichtlich angewöhnt hatten, nicht unendlich lang über das “Was wäre gewesen, wenn..” nachzudenken. Sie blieben auf das fokussiert, was sie beeinflussen konnten. Die Gegenwart und Zukunft. Ich finde das beeindruckend.
Wembley-Tor, Fußball, Ausgleich und Vergebung
Derzeit schreibe ich ein Quadro zum Thema “Vergebung.” Ein Kerngedanke ist, dass Menschen immer Ausgleich wünschen, wenn sie Ungerechtigkeit erlebt haben.
Das ist menschlich, natürlich und das Normalste, was man sich denken kann: Wenn einem etwas Ungerechtes widerfährt, will man Ausgleich für das erlittene Unrecht. Schadenersatz. Gerechtigkeit. Wiedergutmachung. Oder auch Rache. Rache ist nicht anderes als der Versuch, den Schmerz oder das Unrecht, das einem zugefügt wurde, wieder auszugleichen, indem man einer anderen Person Schaden oder Unrecht zufügt.
Die paar kleinen Probleme
- Es gibt in jeder Situation mehrere unterschiedliche Sichtweisen. Meistens zwei. Mit Anwalt drei. Was für den einen schwerwiegend ist, ist für den anderen weniger tragisch. Da Menschen sich in ihrer Beurteilung unterscheiden, gibt es auch unterschiedliche Perspektiven ob und in welcher Höhe Ausgleich zu leisten ist.
- Es gibt auf dieser Welt keinen perfekten Maßstab für Ausgleich. Ist z. B. der Ehebruch oder Vertrauenbruch des einen Partners dadurch ausgeglichen, dass der andere Partner das gleich tut? Oder wiegt bewusster, absichtlicher Ehebruch oder Vertrauensbruch schwerer als unabsichtlicher? Oft ist es so, dass der eine empfindet “Jetzt ist es ausgeglichen.” Der andere denkt: “Das reicht noch lange nicht.” und fühlt sich benachteiligt.
- Oft beeinflusst noch eine dritte Partei das Geschehen.
Aktuelles Beispiel: Deutschland – England.
1966: England bekommt in einem Spiel ein Tor anerkannt, das keines war. Spannend. England ging damit 3:2 in Führung und gewinnt durch einen weiteren Treffer in den letzten Sekunden als sich schon Zuschauer auf dem Spielfeld befanden, die Weltmeisterschaft. Die Deutschen sehen sich im Unrecht. Und wünschen sich Ausgleich.
2010: Im Spiel Deutschland England wird ein Treffer der Engländer, der eindeutig die Linie überschritten hat, vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Die Deutschen behalten die Führung. Schießen noch zwei weitere Tore, sind eine Station weiter auf dem Weg zum Titel.
Unterschiedliche Sichtweisen
Zum Wembley – Tor
Die deutsche Perspektive: Es war kein Tor.
Und die Englische: Es war ein Tor
Die deutsche Sichtweise zum nicht anerkannten Tor 2010
- Das war ein klarer Schiedsrichter-Fehler. Aber der hat keinen Unterschied gemacht. Wir hätten auch dann gewonnen, wenn er das Tor anerkannt hätte, waren die eindeutig bessere Mannschaft.
Die Sichtweise des englischen Trainers und mancher, keineswegs aller Engländer:
- Der Schiedsrichter-Fehler hat das Spiel entscheidend geprägt. Hätte er das Tor anerkannt, wäre das Spiel womöglich anders geendet.
Ausgleich
- Manche Deutsche sehen in dem Tor den “Ausgleich für Wembley”. Sie sagen, nun hätten sie Ausgleich, Genugtuung, Rache für das damalige Unrecht erhalten. Andere empfinden, dass eine Fehlentscheidung, die keine Auswirkungen auf das Ergebnis hatte, kein ausreichender Ausgleich für den möglicherweise entgangenen WM Titel 1966 ist.
- Manche Engländer könnten argumentieren, dass ein eindeutiges Tor nicht anzuerkennen weit schlimmer ist, als ein zweifelhaftes Tor anzuerkennen.
Die dritte Partei
Der sowjetische Linienrichter von 1966 antwortete kurz vor seinem Tod auf die Frage, wieso er dies als Tor gewertet habe, obwohl er doch gesehen haben müsste, dass es keines war, mit einem einzigen Wort: “Stalingrad” Auch da war offensichtlich noch eine Rechnung offen.
Stehen uns nun weitere 40 Jahre Suche nach dem Ausgleich bevor?
Der Verzicht auf Ausgleich
Ob man beim Fußball vergeben kann, weiß ich nicht. In privaten Situationen hingegen hilft es mir, anzuerkennen, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt und oft dritte Parteien die Situation beeinflussen. Mich entlastet der Gedanke, dass perfekter Ausgleich nicht möglich ist. Wenn es nicht ohnehin möglich ist, zu perfektem Ausgleich zu kommen, kann ich – aus freien Stücken – auch darauf verzichten. Weil es mich aus dem aussichtslosen Kampf um Ausgleich führt und ich Ausgleich nicht (immer) brauche, um mein Leben weiter gut zu leben, Manche Menschen nennen diesen Verzicht auf Ausgleich auch “Vergebung.”
Krisen und Klarheit
In letzter Zeit habe ich öfters den Satz gehört “Der- oder diejenige hat mich in einen Konflikt gebracht.” Das scheint vordergründig zu stimmen, wenn die Frage oder Bitte eines Menschen in irgendeiner Form nicht zu den eigenen Vorstellungen passt.
Doch ich glaube das nicht mehr, dass ein Mensch die Macht hat, mich in einen inneren Konflikt zu bringen. Ich glaube mittlerweile, dass ein innerer Konflikt nichts weiter ist als ein Hinweis, der mir zeigt: Hier habe ich noch keine Klarheit.
Bei Down to Earth habe ich jede Menge Konflikte: Soll ich mich hierauf konzentrieren oder auf jenes? Soll ich meine Kraft hier investieren oder dort? Jeder Konflikt fordert mich auf, Klarheit zu gewinnen. Zu entdecken, was mir wichtig ist. Dinge, Möglichkeiten, Ereignisse oder Menschen können nie gleich wichtig sein. Irgend etwas ist einfach einen Hauch wichtiger oder besser.
Die Klarheit darüber zu gewinnen, was mir in einem bestimmten Moment oder generell wichtig ist, stärkt ungemein. Und gibt mir Freiheit.
Das ist meine Meinung. Was denkt ihr?
Nebeneinander
Vor ein paar Jahren hat Erfolgsautor Rick Warren, der bei der Amtseinführung von Präsident Obama gebetet hat, ein Interview gegeben. Er erlebte die erfolgreichste Zeit seines Lebens. Sein Buch “Leben mit Vision” wurde ein Welterfolg, das Tausenden von Menschen half, Perspektive zu gewinnen. Zur gleichen Zeit kämpfte seine Frau gegen Krebs.
Er sagte sinngemäß, dass er bisher immer gedacht hatte, im Leben würde es mal gute, mal schlechte Phasen geben. Doch nun wäre ihm klar geworden, dass es oft nebeneinander liegt. Manchmal liegt ganz Wunderbares und Begeisterndes direkt neben Schmerzhaftem und irritierenden.
Ich finde das eine sehr treffende Beschreibung und erlebe das Ähnlich. Da gibt es begeisternde Entwicklungen auf der einen Seite und Schmerzhaftes auf der anderen. Nah beieinander. Die Kunst besteht darin, es auch nebeneinander zu lassen. Den Schmerz zu bewältigen und sich zugleich am Schönen zu freuen.
[Kommentare mit euren Gedanken zu diesem Eintrag wie auch zu allen anderen sind herzlich willkommen.]
Feiern und Denken
Gestern hab ich es genossen, von Morgens 11.00 bis heute Morgen um 1.00 mein Leben zu feiern…Zeit zu haben für Freunde, Gespräche, gutes Essen. Zwei Freunde blieben über Nacht und am Morgen bei Frühstück auf dem Balkon erzählte Miriam:
“Mir ist neulich klar geworden, dass Gott uns sowohl den Auftrag gibt, unsere Eltern zu ehren als auch sie zu verlassen.”
Das finde ich einen ausgesprochen spannenden Gedanken. Spannend auch im Sinne einer Spannung, die es auszuhalten und zu gestalten gilt.



