Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Schlagwort: Glauben + Leben (Seite 1 von 3)

Religion plus. Oder: Was den Glauben vergiften kann

2016-12-19-17-47-32Häufig wird darüber diskutiert, ob Glaube oder Religion (je nachdem, welchen Begriff man bevorzugt) an und für sich gut oder schlecht sei. Ich habe – inspiriert durch die Soziologin Brené Brown in Daring Greatly / Verletzlichkeit macht mich stark und die Rabbinerin Sharon Brous für mich drei Gleichungen aufgestellt (das Plus steht hierbei für und und das Minus für ohne)

  • Glaube + Leidenschaft – Empathie = Extremismus
  • Glaube – Leidenschaft – Empathie = Erstarrung
  • Glaube + Leidenschaft + Empathie = Echtheit

Was ich damit meine. Manche Menschen nehmen ihren Glauben leidenschaftlich ernst, so leidenschaftlich, dass sie dabei das Mitgefühl für sich selbst und vor allem die anderen Menschen vergessen, sich nicht einfühlen können, in Menschen, die nicht oder anders glauben und leben.

Die Lösung ist nicht, die Leidenschaft aus der Gleichung herauszunehmen. Denn dann kommt nur noch kalte, erstarrte Religion heraus, die niemanden innerlich nährt. Auch das löscht Leben aus.

Die Lösung scheint mir Glauben mit Leidenschaft zu leben, aber auch mit Empathie und Verletzlichkeit. Mit dem Wissen, dass wir beides sind – Staub und Asche und geschaffen im Ebenbild Gottes. Zu wissen, dass wir manches verstehen, aber nicht alles. Mitzufühlen mit uns selbst und mit anderen. Raum geben für großes Vertrauen. Verständnis haben für großen Zweifel. Wissen, dass Gott immer ein Mysterium bleiben wird und Staunen und Jubeln über das, was er uns über sich offenbart hat.

Tipp

Gottes VaterliebeÜber „Stark Glauben“  hab ich ein Quadro geschrieben. Und ich denke, dass gesunder, lebendiger Glaube immer in dem Herzenswissen über Gottes Vaterliebe verwurzelt sein muss – um das zu vertiefen empfehle ich das  Quadro Gottes Vaterliebe von Esther und Manfred Lanz.

Advent, Jan Hus und andere Revolutionen

nl-header_wunschzeit„Unerwarteter Gott. Dein Kommen schreckt uns auf!“

So lautet das traditionelle Adventsgebet der Anglikanischen Kirche: „Unexpected God, your advent alarms us.“

Das passt nicht unbedingt zu süßlicher Musik, Dekoration und ebenso süßem Gebäck, das wir kulturell mit der Adventszeit verbinden und zu Recht lieben. Ich zumindest liebe Adventskalender, Adventskränze und andere Traditionen. Auf Kaufhausmusik kann ich jedoch gern verzichten.

Aber das anglikanische Gebet passt auch zu der Tatsache, dass Gottes Kommen oft einiges durcheinander bringt.

 

Dort wo Dinge gott-los sind, ist was los, wenn Gott kommt.

 

Gerade lese ich einen biographischen Roman über den Tschechischen Reformator Jan Hus, der wie ein Löwe gegen die Missstände in der Kirche von damals gekämpft hat. Nur ein paar wenige: Drei Päpste waren mindestens zwei zu viel, Priester, die sich Ämter kaufen und finanziell von den Zwangsabgaben der Gläubigen profitieren konnten, ohne vor Ort seelsorgerlich tätig zu sein, Ablasshandel um den Krieg, den die Päpste gegeneinander führten, zu finanzieren.

Das Kommen Gottes – in Form des Reformators Jan Hus und seiner Freunde – brachte Licht in die damalige Finsternis. Es hat viele aufgeschreckt. Manche zu Erschütterung und Umkehr und neuer Freude und Freiheit in Gott. Andere zu noch mehr Hass und Grausamkeit, um die Finsternis – erfolglos – gegen das eindringende Licht zu verteidigen.

Das packend geschriebene Buch Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz hat mich aufgewühlt. So sehr, dass ich heute einige Stunden nicht einschlafen konnte. Es ist so krass, wie ein Mann und seine Freunde Schritt für Schritt Wahrheit erkannten und Licht in die stockfinstere Dunkelheit brachten.

Weniger wie ein Scheinwerfer, der auf einmal alles erhellt. Sondern eher wie Kerzen, die nacheinander angezündet wurden. Kerzen, deren Leuchtkraft begrenzt war, aber sich Kerze um Kerze, Erkenntnis um Erkenntnis, weiter in dunkle Ecken ausbreitete.

Was Jan Hus und seine Freunde – unter großen persönlichen Opfern – geleistet haben, um auch nachfolgenden Generationen Licht zu bringen, bringt mich zum Weinen. Vor Schmerz. Und Dankbarkeit.

Gottlos muss ja nicht unbedingt verdorben und ausbeuterisch heißen, wie in der Kirche vor Hus.

Gott-los kann einfach nur heißen – da ist Gott noch nicht hingekommen.

Ich frage mich:

Wo bin ich gott-los?

  • Wo ist Gott in meinem Leben bisher noch nicht hingekommen?
  • Welche Ecken meines Herzens halte ich noch verschlossen?
  • Wo ist es dunkel in mir, meinem Handel, meinem Herzen, meinem Denken?

 

Das wird mein Gebet für die Adventszeit sein:

Unerwarteter Gott. Da, wo ich gott-los bin, schrecke mich auf. Zur Erneuerung. Zu mehr Licht. Zu mehr Leben. 

stapel-bild0006Ganz praktisch Licht bringen 

Die Pragmatikerin in mir, will auch ganz praktisch und handfest Licht ins Leben von Menschen bringen.

In Form von Bäumen, die ich in Afghanistan pflanzen will. Dort, wo finstere Kräfte in grausamen Kriegen Millionen von Obstbäumen abgehackt haben, will ich Hoffnung pflanzen.

Hoffnung wie Kerzen. Die Stück um Stück Licht bringen.

Mein Ziel: 100 Bäume für Afghanistan. Oder mehr.

Einen Obstbaum zu pflanzen kostet nur 5 Euro.

Ein Baum  kann zur Ernährung und zum Einkommen einer Familie entscheidend beitragen.

Ich würde mich freuen, wenn du mitmachst. Aktuell (Stand 1. Advent Morgens)  warte ich noch auf eine Antwort, dann wird das Projekt zum Spendensammeln freigeschaltet. Aber du kannst jetzt schon Fan werden. Und dann mitmachen, sobald es losgegangen ist.

Licht nach innen. 

Licht nach außen. 

Das wird ein guter Advent. 

Als Frau in christlichen Kreisen stark sein – erlaubt?

45443_10150269187565249_4517196_n„Was – in der Gemeinde hat noch nie eine Frau gepredigt – und die nehmen als erste dich – mit deiner ganzen Unkonventionalität – nicht eine gesetztere Frau?“ Meine beste Freundin sprach mal wieder ziemlich direkt aus, was sie dachte.

Es war tatsächlich so – in dieser modern-konservativen Gemeinde (modern von Musik und Technik her, konservativ von den Traditionen) war es einer Frau noch nie erlaubt worden, sich in einem Sonntagsgottesdienst hinter das Rednerpult zu stellen. Bei Seminaren, in der Jugendgruppe ja  – aber nicht im Hauptgottesdienst.  Die traditionelle Meinung war. Lehre und Predigt ist Männern vorbehalten.

Diese Tradition überprüfte man, betrachtete die biblischen Aussagen genauer und der Großteil der Leitung kam zu dem Ergebnis: Einige der Bibelstellen, die Frauen das Leiten und Lehren verbieten zu scheinen, sind tendenziös übersetzt oder aus dem Kontext gerissen: die berühmte Stelle mit dem Schweigen der Frau in der Gemeinde befindet sich in einer Passage, wo den unterschiedlichsten Gruppen gesagt wird, sie sollen – zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Kontexten – schweigen. Bei den Frauen bezieht sich das Schweigen auf Fragen,  die sie nicht zwischendurch stellen, sondern liebe zu Hause den (damals meist gebildeteren) Mann fragen soll.

Die Gemeinde hatte sich also entschieden, eine Frau sprechen zu lassen – mich. Protest gab es trotzdem. Einige, die mit der Entscheidung nicht einverstanden waren,  verließen demonstrativ den Raum, als ich zum Sprechen nach vorne ging. Andere kritisierten hinterher meine Brille, die mein Gesicht verdeckt hat (ich hatte eine Bindehautentzündung und trug ausnahmsweise keine Kontaktlinsen – werden predigende Männer auch für ihre Brillenmode  kritisiert?). Oder auch dafür, dass ich kein Power Point verwendet hatte (ähm… hat Paulus Power Point genutzt).

Nichtsdestotrotz: Ich hab´s überlebt. Die Gemeinde auch. Seitdem sind 10 Jahre vergangen.  In vielen Christlichen Gemeinden hat man ein wertschätzendes Miteinander zwischen Männern und Frauen gefunden, die gemeinsam ihre von Gott geschenkten Gaben – auch die Gaben von Lehre und Leitung – zum Wohl aller einsetzen. Hat Worte wie Gal. 3, 28, die betonen, dass Christus die herkömmlichen Beurteilungs- und Bewertungskategorien (Rasse, Herkunft, Status, Geschlecht) aufgelöst hat: „in Christus zählt weder Mann-Sein noch Frau-Sein etwas).

An anderen Orten und in manchen Gemeinden hat man noch keine klare Position gefunden. Und manche Frauen suchen nach wie vor für sich den Weg, wie sie sowohl ihre von Gott geschenkten Gaben nutzen, aber auch  die Bibel ehren und achten können, die das Ausleben dieser Gaben an manchen Stellen einzuschränken scheint.

Für die Männer und Frauen, die diese Fragen bewegen, habe ich mich in den letzten Monaten noch einmal intensiv mit den ganzen Fragen, Meinungen und Positionen rund um das Thema „Frauen, die leiten und lehren“ auseinandergesetzt. Und dann habe ich dazu ein neues Quadro geschrieben:

Starke Frauen. Befreiende biblische Perspektiven.

45494_10150269190115249_2221367_nMir war wichtig, zuerst einmal deutlich zu machen, wozu es keinen Zweifel gibt. Das Quadro zeigt deshalb zuerst das Viele auf, was klar ist: Dass Gott Männer und Frauen begabt und beauftragt hat, dieser Erde und den Menschen und Geschöpfen auf ihr Gutes zu tun. Sie sollen Gottes liebevolle Herrschaft als seine Gesandten auszubreiten.

Das ist der Auftrag. der beiden Geschlechtern gemeinsam gegeben wurde und den Gott zu keinem Zeitpunkt zurückgenommen oder nur noch einem der beiden Geschlechter anvertraut hätte. Und das, obwohl natürlich manches in beiden Geschlechtern zerbrochen ist und geheilt werden darf.

Klar ist auch, dass es durch die biblische und weltliche Geschichtsschreibung hindurch unzählige Frauen gab, die genau das getan haben. Sie haben die Welt mit ihren Gaben und Talenten und mit ihrem Mut gesegnet – manchmal still im Hintergrund, manchmal vorne dran. Einige der Frauen, die auf ihre Art und Weise geleitet und ihre und unsere Welt geprägt und verändert haben, stelle ich in dem Quadro ebenfalls vor.

Neben dem Vielen, was klar und eindeutig ist, gibt es einiges, was verwirrt und nicht zu passen scheint. Ich bin in dem Quadro auch auf diese schwierigen Stellen eingegangen – manche Spannungen lassen sich relativ leicht auflösen, wenn man den Kontext näher betrachtet. Andere nicht. Das habe ich ehrlich formuliert und stehen gelassen.

Mir hat es gut getan, mich noch einmal intensiver mit all dieser Thematik  zu beschäftigen. Es hat mir – neben einigen Fragen, die bleiben – vor allem neu die Klarheit geschenkt. Es kommt nicht so sehr darauf an, welche Chromosomen wir in uns tragen, sondern welchen Herrn!

Soweit in Kürze. Ausführlicher zu all den Themen dann in dem Quadro, von dem ich mir erhoffe, dass es vielen beim Sortieren hilft und Klarheit schenkt.

Mein Tipp:

Bestelle es dir gleich hier – am besten gleich einen 10er Pack– eines für dich und neun zum Verschenken an andere, die sich bei der Fragestellung Klarheit und einen festen Stand wünschen oder es gebrauchen könnten! 

Kuchen, Zuckerguss und Bobby Connor

2015-05-09 15.51.15Eine Freundin von mir, mit der ich seit 15 Jahren nur per Mail Kontakt hatte, war extra aus Südengland angereist, um mich zu sehen. Sie sagte mir bei einem abschließenden Mittagessen, wie kostbar die Zeit für sie war. „Es war so toll, dich zu sehen – und Bobby Connor – einer der Sprecher – war dann noch der Zuckerguss auf dem Kuchen!“ Hier gibt es extrem leckeren Karottenkuchen der an und für sich schon toll schmeckt, aber der herrlich weiche Guss obendrauf macht ihn besonders gut.

Bobby Connor (auf dem Foto links) ist ein Mann, der seit Jahrzehnten mit Gott unterwegs ist und im Dienst für Gott schon so ungefähr alles erlebt hat, was man erleben kann. Seine Predigten –falls man seine geistlichen Impulse mit spontanen dramatischen Einlagen so bezeichnen kann – waren ausgesprochen originell. Bobby ist eine Nummer für sich. Äußerst unkonventionell und zugleich kraftvoll und tief. Der Mann kennt das Wort Gottes und die Kraft Gottes. Eine seiner Lieblingsstellen ist, aus einem Psalm, in dem beschrieben wird, dass Gott dem Psalmisten die Kraft eines wilden Ochsen gegeben hat. Das findet er ziemlich gut.
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Es hat mich berührt, dass meine Freundin mich – im Vergleich mit diesem Mann – als den Kuchen und Bobby, Gottes wilden Ochsen, als den Zuckerguss bezeichnet hat. Als ich darüber nachdachte wurde mir klar, dass sie recht hat. Coole Inspiration, auch starkes Wirken Gottes, kommt nicht an den Wert lange gelebter Freundschaft, Einstehen füreinander, Liebe und Gebet heran. Tiefe, gelebte Beziehung ist der Kuchen – auch im Leben mit Gott. Tolle Erfahrungen, Zeichen und Wunder der „Zuckerguss“ obendrauf, der natürlich dazu gehört. Ohne den Guss ist der Kuchen nahrhaft, aber etwas trocken.

Zuckerguss-Bobby war definitiv gehaltvoll. Da er im gleichen Haus untergebracht war, hatte ich Abends nach den Veranstaltungen die Möglichkeit, noch viele weitere Geschichten zu hören und ihm die eine oder andere Frage zu stellen. Er ist jemand, der klar Gottes Stimme hört, beeindruckende, übernatürliche Erfahrungen und Gebetserhörungen hat, regelmäßig Heilungen erlebt – natürlich wollte ich wissen, was sein Geheimnis ist. „Tiefe Zeiten mit Gott und seinem Wort sind der schnellste Weg, im Übernatürlichen zu wachsen“ antwortete er. Und zitierte gleich noch Psalm 42, 7 im Englischen kommt da zum Ausdruck, dass die Tiefe in uns sich danach sehnt, mit der Tiefe in Gott in Resonanz zu gehen: „Deep calls onto deep!“

Das ist auch das, was mir hier so gefällt – dass immer wieder betont wird, dass die persönlichen, innigen Zeiten mit Jesus der Schlüssel für alles Wirken mit Gott sind. Klar ist die Sehnsucht nach seiner Kraft da. Und Aliss sagt immer wieder, wenn sie von etwas hört, das sie noch nicht erlebt hat: „Das will ich auch sehen!“

Doch bei allem Spaß, den begeisternde Wunder mit sich bringen – es ist keine Sensationslust, sondern der Wunsch, Menschen die Liebe und die Kraft Gottes nahe zu bringen. Das merkt man Bobby auch an – wenn er von Heilungen und Befreiungen erzählt, die er erlebt hat, dann spürt man die tiefe Barmherzigkeit, die er mit Menschen hat.

Etwa als ihn während eines Vortrags eine Frau verfluchte und anschrie. Er ging zu ihr, schaltete das Mirko aus, lies alle anderen warten und sagte ihr, was Gott ihm gezeigt hatte – dass sie als Kind brutal missbraucht worden war. Sie fing an zu weinen, bestätigte das. Er betete um Befreiung für sie. Unter ihrer extremen Aggression sah er den leidenden Menschen.

Oder die Geschichte als ein extrem gewalttätiger Einbrecher ihm ne Pistole an den Kopf hielt. Er hatte zuvor mehrere Monate lang immer wieder über die Bibelstelle gesprochen „Was ihr auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel gebunden sein…“ (Matthäus 18, 18), was er so verstand: Wenn wir als Kinder Gottes auf der Erde etwas beschließen, stimmt der Himmel mit uns überein.
Also unterband er das Schießen und obwohl er es versuchte, konnte der Mann nicht abdrücken und flüchtete. Weil er als so gefährlich galt, wurden 150 Polizisten einer Spezialeinheit abkommandiert, um ihn zu stellen. Bobby wurde aus Sicherheitsgründen in den Mannschaftswagen der Polizei gesteckt. Dort bekam er alle Funksprüche mit. Unter anderem den Befehl, den Mann zu erschießen.
Er entschied sich, das zu unterbinden, weil er nicht wollte, dass der Mann sterben würde und betete und gebot still. Direkt nach seinem Gebet darauf nahm der Kommandant den Befehl zurück. Dann wurde er gefragt, was denn geschehen sollte. Er sagte und gebot: „Der Mann soll mit den Händen hinter dem Kopf aus dem Versteck kommen und es soll ihm kein Leid zugefügt werden!“ So geschah es. Er hätte guten Grund gehabt, dem Mann Schlechtes zu gönnen, aber hatte Barmherzigkeit und Erbarmen.

Bobby lebt vor, welche Bedeutung Gottes Wort für ihn hat und das die Begegnung mit dem lebendigen Gott und seinem lebendigen Wort seine Kraftquelle ist. In meinem ganzen Leben als Christ habe ich noch nie jemanden erlebt, der so viele Bibelstellen auswendig kann. „Du fragst dich xy – die Antwort ist in Bibelstelle z!“ Seine Predigten war letztlich nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Fragen und Antworten in Form von Bibelversen, die er aus dem Gedächtnis zitierte. In einem Tempo, das ich mit dem Schreiben nicht hinterher kam. Gesprenkelt mit Anekdoten, musikalischen Einlagen, Louis Armstrong Imitaten und prophetischen Impulsen für einzelne Zuhörer – auch meist in Form von Bibelversen. Für fromme Menschen, die eine strukturierte drei-Punkte Predigt erwarten, sicher gewöhnungsbedürftig. Für alle anderen eine Bonbonmaschine, die in raktetenartigem Tempo ein geistliches Schmankerl und Kraftpaket nach dem anderen herauswarf.

Der Mann kennt seine Bibel. Und glaubt ihr wie ein Kind. Er spricht – wie ein Kind – auch gelegentlich in der dritten Person von sich. „Weißt du, ich hab mir gedacht: Vor Gott gibt es kein Ansehen der Person. Also hab ich Gott gesagt: Ich will das auch erleben, was die anderen Leute in der Bibel erlebt haben. Und ihm gesagt: Bobby will das alles auch erleben – gib´s ihm oder erkläre ihm, wieso es nicht geht!“ Wow!

Er macht keinen Hehl daraus, dass einige der Erfahrungen, die er mit Gott gemacht hat, auch viel gekostet haben. Gott bitten ist ein Schlüssel. Wahre Autorität hat jedoch immer ihren Preis – Wachstum, Charaktertransformation, Herausforderungen meistern. Das war bei Jesus nicht anders. Von ihm heißt es, dass er erfüllt mit dem Heiligen Geist in die Wüste ging. Und dort vom Teufel versucht wurde. Nachdem er den Test bestanden hatte, war er nicht mehr „nur“ mit dem Geist Gottes erfüllt, sondern diente und sprach kam in der Kraft Gottes. (Lukas 4, 1 -15)

Bobby ist in der Regel fünf mal pro Woche irgendwo predigen und Menschen dienen – ich hab ihn gefragt, wie er das schafft, bei so einem Reisepensum ruhige Zeiten mit Gott zu haben. Er meinte „In der Bibel steht, dass man zum Beten in sein Kämmerchen gehen soll. Das muss keine Kammer im materiellen Sinn. Ich habe in meinem inneren eine Kammer geschaffen, in die ich mich zurückziehen kann, selbst wenn um mich das Leben tobt.“ Nochmal wow!

Gott kennen und mit ihm handeln

11179943_10155445607590623_8127252150424667995_nAm 1. Mai fahre ich nach England um mich einen Monat lang im Glauben und im übernatürlich handeln lernen, herausfordern und trainieren zu lassen. Wie es dazu kam hab ich vor ein paar Wochen in dem Blogbeitrag Wunder bewirken lernen beschrieben.

Mir geht es nicht um Sensationslust – auch wenn ich es ziemlich cool finde, wenn Menschen aus Rollstühlen kommen, chronische Schmerzen oder Hautausschläge verschwinden. Jesus hat so was dauernd gemacht. Seine Jünger auch. Ich glaube, dass er es heute noch tun will. Für die Menschen. Er tut mächtige Dinge allein – weil er Gott ist. Und er will uns an seinem Handel beteiligen – weil er uns seine Freunde nennt.

Das Training dort wird viel Bibelstudium und Lesen und praktische Herausforderungen beinhalten. Ergänzend dazu will ich bewusst einüben, mein Herz tiefer vor Jesus zu öffnen. Gerade lese ich Gebet als Begegnung von Charles Bello und Kristian Reschke. Da gibt es eine Anleitung für das sogenannte Examen – eine geistliche Praxis von Ignatius von Loyoloa.

Er empfiehlt, am Ende des Tages betend zu fragen:

  • Was war heute der stärkste Moment des Zuspruchs? (Wann war ich heute am lebendigsten?)
  • Was war heute der stärkste Moment der Verwüstung? (Wann war ich heute am wenigsten lebendig?)

Und dann diese Momente noch einmal nachzuspüren und Gott zu fragen, was genau mich den Moment als so besonders wahrnehmen lies. Und was er mir zeigen möchte.

Inspiriert durch das wunderschöne Buch Sleeping with Bread, das auch in die Praxis der Tagesreflexion einführt, habe ich das schon mal eine Weile gemacht. Aber nicht mit dem Aspekt, dann noch tiefer Jesus zu fragen, was genau das Bewegende war.  Hier wünsche ich mir, tiefer zu gehen in der Begegnung mit ihm und liebe zu ihm.

Ich werde dafür das wunderschön gestaltetes Lieblings-Notizbuch Stille Gedanken mitnehmen, das ich liebe, weil es keine Linien, sondern zarte Punkte hat…und tolle Zitat!!! Und bin gespannt, was ich erleben werden… an Gottes Wirken mit mir und in mir.

Noch was Praktisches:

Ich freu mich auf England. Gleichzeitig kostet es etwas. Einen Monat lang nicht arbeiten UND gleichzeitig höhere Ausgaben haben, ist als Selbstständige herausfordernd.

Ein Tag England (Unterkunft, Kursgebühr, Verpflegung, Reisekosten) kostet gut 50 Euro. Ich bin 30 Tage dort…das sind….


Ich sehe es als Investition in meine Zukunft und die Zukunft anderer.
Falls du die Zeit dort unterstützen magst, freue ich mich sehr.
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Das zweitbeste Ostern aller Zeiten – Er ist wieder da!!!

Ostern 2015 wird für mich das wohl bewegendste Osterfest bleiben, das ich je miterlebt habe!!!

Noch vor Ostern 1973, wo ich als kleines Mädchen die Tutenchamun Ausstellung besucht habe und von den schimmernden Alabastergefäßen so beeindruckt war, dass sie mein Verständnis für Ästhetik nachhaltig geprägt haben. Und Ostern 2010, als ich eine Stunde durchs nächtliche Berlin geradelt bin, um am Ostergottesdienst der Gethsemane-Kirche teilzunehmen. Oder der Nachtgottesdienst Ostern 2014… alles war eindrucksvoll. Doch nichts so sehr wie dieses Ostern.

Matthias Beyer and familyOstern dieses Jahr war überschattet vom Schicksal eines Freundes, Matthias Beyer, der eine Woche zuvor einen Schlaganfall durch ein Aneurisma (erweitertes Gefäss im Gehirn) erlitten hat. Als der Druck im Hirn immer weiter anstieg, mussten die Ärzte den Kopf öffnen und irgendwann am Montag vor einer Woche bei der Operation hörte das Gehirn von Matthias auf zu funktionieren. Als nicht mal „nur“ Koma, sondern ganz ohne Funktion. Da Matthias in den USA lebt, seine Eltern und Geschwister aber in Deutschland, entschieden sich die Ärzte, Matthias noch an lebenserhaltenden Maschinen angeschlossen zu lassen, bis die Eltern und Schwester am Ostersamstag Abend ankommen würden.

Mit Matthias habe ich vieles geteilt – besonders intensiv die Trauer nach dem Tod seiner Schwester vor einigen Jahren. Es ist – obwohl wir vom Temperament her sehr unterschiedlich sind – eine tiefe Nähe und Verbundenheit zwischen uns gewachsen. Wir hatten sogar mal überlegt, zusammen ein Unternehmen zu gründen. Wozu uns dann die 250000 Euro Startkapital fehlten. Und als Coaches begleiten tauschen wir uns ab und an gegenseitig aus. Als Geschwister beten  wir füreinander und ermutigen uns gegenseitig.

Angesichts eines Freundes, der an der Schwelle des Todes steht oder sie schon überschritten hat, haben Karfreitag und Ostern emotional noch mehr Gewicht bekommen. Manchmal hat es mich fast zerrissen vor Schmerz. Und ich habe nur geweint. Wollte einen lieben Freund nicht verlieren. Nicht jetzt, mit 32! Und dann wieder habe ich Hoffnung gespürt, habe mit Hunderten von anderen Menschen gebetet, dass Gott ihn uns noch mal zurück schenkt. Gebetet, dass seine Eltern nicht noch ein Kind verlieren, seine Frau nicht den Mann, seine Kinder nicht den Vater – und ich einen lieben Freund.

Beim Beten für ihn dachte ich manchmal an ein Bild, das ich innerlich hatte als ich – vor der Operation – für ihn gebetet habe. Da empfand ich, dass Gott mir sagte, dass er gerade in seinem Geist ein neues Betriebssystem installiert, mit mehr Kraft und Power als das bisherige… Und dass der Computer herunter gefahren wird, bevor das neue System gestartet werden kann. Immer wieder sah ich vor meinem inneren Auge Matthias im Krankenhausbett sitzen und sich in seiner unnachahmlichen Art eher ertaunt und ruhig umsehen, was da eigentlich gerade los ist.

Und immer wieder habe ich das Duett aus dem Elias von Mendelson Bartholdy zwischen der Witwe und Elias angehoert. Die Witwe ist verzweifelt, weil ihr einziger Sohn gestorben ist. Elias betet zu Gott. Die Witwe fragt ihn, was das soll. „Will Gott denn unter den Toten Wunder tun?“ Und Elias schreit zu Gott „Herr, lass die Seele dieses Kindes wieder zu ihm kommen!“ Dieser Kampf zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Glauben und Unglauben hat mich tief bewegt. Und immer wieder hab ich selbst gebetet „Herr, lasse die Seele dieses Mannes wieder zu ihm kommen!“

Noch nie konnte ich die Jünger verstehen und ahnen, wie sie sich wohl gefühlt haben müssen. Zwischen Verzweiflung, Trauer und Verwirrung über Zusagen Jesu, die so gar nicht zu dem passten, was jetzt wahr war. Einfach nur traurig. Und irgendwo troztdem – Hoffnung gegen alle Hoffnung. Diese Trauer, Verwirrung – was ist mit dem, was Gott (scheinbar) gesagt hat…. und irgendwo ein Funke von Hoffnung.

Und dann der Schock, als sie von der Auferstehung hörten. Wie soll man so was glauben? Das geht doch gar nicht! Ich kann nachvollziehen, dass die Jünger das erst nicht fassen konnten . Der moderne Thomas würde sagen: „Ich kann das nicht glauben, bis ich nicht ein Youtube Video davon gesehen habe!“

Matthias - he is risen_nSchock vor Glück. Vor mentaler Überforderung angesichts des unfassbar Guten. So wie es mir gerade ging, als ich die Nachricht auf Facebook las.

„Der Arzt kamen, um mit der Familie zu sprechen und um den Zustand von Matthias zu überprüfen. Er gab  haben Matthias spezifische Anweisungen: „Daumen hoch, drück meine Hand, lass meine Hand los!“  MATTHIAS HAT ALL DAS MIT ABSICHT GETAN! Ich würde das nicht posten, wenn es nicht total erstaunlich und wunderbar wäre.“

Wie bitte, was ist geschehen? Ich las es mehrmals, um es überhaupt zu begreifen! Dann hab ich es langsam erfasst… Matthias ist wieder da. Sein Gehirn funktioniert wieder. Er ist wieder da. Wirklich wieder da. Die Nachricht ist noch zu neu, die Ärzte können noch nichts Definitives über den weiteren Prozess sagen. Aber es ist einfach nur unfassbar schön. Er ist wieder da!

(Das Bild rechts ist schon älter, aber einfach wunderschön und passend!)

Das beste Ostern aller Zeiten für mich!

Ok. Das beste zu meinen Lebzeiten. Das zweitbeste aller Zeiten!

Übrigens: Die Familie hat jetzt hohe finanzielle Belastungen durch Verdienstausfall und Krankenhauskosten. Freunde haben einen Fund eingerichtet, für alle, die Matthias und seine Familie unterstützen moechten.

Mein Angebot: Wer will, kann den Englischen LEA Online Kurs für besseres Leben gratis mitmachen. Ich bitte dafür um eine Spende für den Fund. Entweder in Hoehe der Kursgebühr oder in dem, was für euch halt moeglich ist. Der Kurs startet am Freitag.

 

Kann man Wunder bewirken lernen?

rothko-bluegoldSchiff, Verlag, Coaching, Schreiben… an Herausforderungen mangelt es mir gerade eher nicht. Trotzdem hat sich Gott offensichtlich ausgedacht. mich auf ein neues Abenteuer loszuschicken.

Vor zwei Wochen sah ich eine Prophetie von Aliss Cresswell auf Youtube. Eigentlich nur aus Neugierde, weil mich einfach interessierte, was diese Frau mit den hüftlangen feuerroten Locken wohl zu sagen hat. Die ruhige, natürliche Art, mit der sie sprach, aber auch das, was sie sagte, berührte mich sehr. Aliss ist eine Frau, die Gott sehr stark im Bereich Zeichen und Wunder gebraucht, aber weniger bei großen Events als vielmehr im Alltag – in ihrem Buch Natürlich übernatürlich beschreibt sie, wie sie mal eben im Supermarkt zwischen Nudeln und Suppen jemanden von Schwerhörigkeit heilt. Oder in dem Cafe, das sie betrieb, erlebte wie Knochenbrüche spontan geheilt wurden.

In der Nacht, nachdem ich die Prophetie gelesen hatte, träumte ich, ich sei in England an einem Ort, den ich schon kannte, in einem christlichen Zentrum und würde dort auch in einem Dachzimmer übernachten. Da ich an dem Ort, wo Aliss und ihr Team sind, schon zum Schüleraustausch war – ihn also kenne – empfand den Traum als Hinweis von Gott, diesem Ort einen Besuch abzustatten und fragte per Mail bei Aliss und ihrem Team an, ob das möglich war. Ich empfand, dass Gott mir sagte, Mai sei die richtige Zeit. Aber das schrieb ich ihnen nicht.

Die Antwort überraschte mich dann doch. Sie luden mich zu einem 28 Tage langen, persönlichen intensiven Training in Zeichen und Wundern ein. Intensiv heißt: Es sind nur zwei Leute als Teilnehmer!!! Das Training ist eine Mischung aus viel Zeit mit Jesus,  Bibelstudium gemischt mit Mentoring, Teilnahme an den Aktivitäten und Herausforderungen für den eigene Glauben. Ach ja – der Zeitpunkt, zu dem sie mich einluden, wo noch ein Platz frei sei war … Mai!

28 Tage!!! Mir blieb die Spucke weg. Das ist lang, wenn man selbständig ist, einen Verlag leitet und ein Schiff baut. Ein zweites Mal staunte ich. als ich in den Kalender sah. Mai ist der einzige !!! Monat im ganzen Jahr 2015 an dem ich keinen einzigen Termin habe.

Als ich betete und Gott fragte, ob ich mich auf diese verrückte Sache einlassen soll, wurde ich an meinen Vater in seinen Jugendjahren erinnert. Er war sehr guter Handballspieler – spielte damals in der Bayernauswahl. Also so was ähnliches wie Bundesliga heute. Er war extrem schnell und konnte kräftig werfen. Mit rechts. Eines Sommers entschied er sich, seinen linken Arm zu trainieren. In Ermangelung von Fitnessstudios, stach er einen ganzen Sommer lang, das geerntete Heu auf dem Bauernhof mit dem linken Arm von der Tenne in den Heuschober. Am Ende des Sommers war er links genauso schlagkräftig wie rechts. Die Gegner seiner Mannschaft stellten in der Regel zwei Spieler ab, um ihn zu decken! Er war einfach zu gefährlich.

Beim Nachdenken über diese Begebenheit, schien es mir als würde Gott mir sagen: „Du hast die letzen 10 Jahre deine natürlichen Fähigkeiten, deinen rechten Arm, stark traininert. Durch Coachingausbildungen, Lernen etc. Jetzt ist es dran, deine übernatürlichen Fähigkeiten zu trainieren, dienen linken Arm, um in meinem Reich noch schlagkräftiger zu sein….“ 

rothko-blau-gelb-Es stimmt. Wenn ich coache habe ich eine „Erfolgsquote“ von fast 100%. Praktisch nach jedem Coaching sagen mir Menschen, dass sich ihr Problem gelöst hat oder zumindest besser lösbar geworden ist. Beim Gebet für Kranke sieht das anders aus. Es haben schon viele Menschen für mich gebetet – besonders für Heilung der Auswirkungen mehrere Unfälle. Bisher ohne spürbare Veränderung. Und  Ich habe in den letzten Jahrzehnten wahrscheinlich Hunderte von Malen , vielleicht sogar  Tausende von Malen für kranke Menschen gebetet.

Bisher habe ich nur vier Mal etwas erlebt, was ich als offensichtliche Gebetserhörung und übernatürliches Eingreifen Gottes werten würde.

  • Als die Tochter von Nachbarn wegen Bulimie in Lebensgefahr schwebte, haben eine andere Frau und ich monatelang für ihr Überleben und ihre Heilung gebetet. Irgendwann wusste ich: Jetzt ist es gut. Sie konnte bald darauf entlassen werden. Ich sehe sie in der Regel 1 x im Jahr beim Weihnachtsgottesdienst in meiner Heimatstadt… und habe jedes Mal Tränen in den Augen: Sie lebt… und vermutlich bin ich mit beteiligt daran.
  • Bei einem Kostümfest in England bekam eine Freundin heftige Magenschmerzen. Ich suchte im ganzen Haus erfolglos nach Kräutertee, als ich keinen fand, kam ich auf die Idee zu beten. Als die Magenschmerzen nach dem Gebet plötzlich weg waren, war ich diejenige, die am erstauntesten war.
  • Als ich im Januar 2013 mit meiner Freundin Rosemarie in Wales beim Gebetszentrum Ffald – y – Brenin war, wo öfters Heilungen geschehen, bat sie mich für ihren Rücken zu beten, der ihr immer wieder Schmerzen machte. Seit dem Gebet hatte sie nie wieder Schmerzen in dem Bereich.
  • Einmal habe ich für eine Frau gebetet, die sie dem 9. Lebensjahr keinen Haarwuchs mehr hatte. Nirgends. Keine Augenbrauen, keine Achselhaare und natürlich keine Haare auf dem Kopf. In den Wochen nach dem Gebet begannen die Haare wieder zu sprießen – zum ersten Mal seit über 15 Jahren!!! Dann fielen die neu gewachsenen Haare wieder aus. Nein, ich verstehe das auch nicht!

Die drei bzw. vier Erlebnisse waren beeindruckend. Sie sind aber – ehrlich gesagt – eine magere Ausbeute für unendlich viel Gebet. Als Coach hatte ich vermutlich schon längst aufgegeben, wenn meine Resultate im Coaching ähnlich schlecht wären, wie beim Beten für Kranke. Dass da so wenig passiert, frustriert und irritiert mich zutiefst. Aber irgendwie bleibe ich dran. Auch weil Jesus es klipp und klar gesagt hat, dass das zu unseren Aufgaben als Jünger gehört, für Kranke zu beten bzw. er sagt nicht, dass wir für sie beten sollen, er sagt noch steiler „Heilt Kranke, weckt die Toten auf!“ (Matthäus 10, 8).

Aber es stimmt auch: In meine Coachingausbildungen habe ich weit über 10.000 Euro gesteckt, habe jahrelang gelernt – in Seminaren, aus Büchern und von Menschen, die es richtig gut kennen. Im Bereich „Heilung für Kranke“ hab ich wenig gelesen, mal einen Workshop besucht… aber bisher noch nicht wirklich mit und von Menschen gelernt, die darin geübt sind und die es besser „können“ als ich.

Was mich auch bewegt ist, dass Bereich Gebet für Kranke so viel Schräges läuft. Lautstärke, Dramatik, Kraftlosigkeit oder – am Schlimmsten – Schuldvorwürfe an den Kranken, wenn auf Gebet hin mal wieder nichts passiert ist. „Du hast halt nicht genug geglaubt!“ Was für eine Last, die man da Menschen aufbürdet. Wie schrecklich!

Ich sehne mich, danach, im Bereich körperliche Heilung und Befreiung effektiver zu werden. Gerade liegt ein lieber Freund von mir nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Das nimmt mich mit. Wie wunderbar wäre es, da ganz einfach Heilung zu bewirken. Tatsächlich zu erleben, dass ich Menschen nicht nur bei seelischen, sondern auch bei körperlichen Problemen helfen kann. Zu erleben, dass mehr Heilungen geschehen. Auf eine Art und Weise, die respektvoll und einfühlend ist – und zugleich kraftvoll und wirkungsvoll.

Ein betender Freund, der von meinem Englandabenteuer weiß, schrieb mir dazu:

Du lebst Deine natürlichen Fähigkeiten und alles das, was Du im sichtbaren Bereich tust (Schiff!) hochgradig bewusst als im Angesicht Gottes, mit Ihm, für Ihn.Und das, was Du im übernatürlichen Bereich zunehmend tun wirst, bei und nach diesem Training, genauso. Und das ist das Kostbarste daran: Nicht das, was Du schaffst, oder was Gott Übernatürliches durch Dich schafft, sondern dass Gottes Gegenwart dadurch so konkret wird, dass Ihn viele Menschen sehen, spüren, in Ehrfurcht verstummen und Ihn anbeten.

Und eine Freundin, die selbst viel richtig Schräges und Schreckliches mit Menschen erlebt hat, die sich an Heilung versucht haben, schrieb mir, dass sie mir zutraut, dass ich anders mit Menschen umgehe. Mich rührt ihre Wertschätzung zutiefst. Und ich hoffe, dass ich dem in mich gesetzten Vertrauen gerecht werde.
Also werde ich vom 1. – 28. Mai genau das tun. Mich darauf einlassen, mich von Menschen mit mehr Erfahrung in dem Bereich trainieren zu lassen. Und vor allem von Jesus und seinem Wort lernen, mehr im Übernatürlichen zu leben und zu handeln. Ich bin aufgeregt und mega-gespannt.
Die erste Herausforderung für mich als Selbständige ist, einen Monat nicht zu coachen und auf andere Art und Weise Einkommen zu generieren und gleichzeitig die Kursgebühr und Unterkunft, Reisen und Aufenthalt zu zahlen.  Herzliche Einladung, wenn du mir dabei helfen möchtest.
 
Ich empfinde das Training in England als Investition in meine Zukunft, in das Schiffsprojekt und die Menschen, die dorthin kommen werden und denen ich dann hoffentlich noch kraftvoller dienen kann… und ja, ich werde über meine Erfahrungen berichten! Versprochen!
Ergänzung: Wenige Stunden, nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, kam die Nachricht, dass Matthias, dessen Gehirn vor einigen Tagen aufgehört hat, zu funktionieren, wieder auf Ansprache reagiert und Aufforderungen wie „drück meine Hand, halte den Damen hoch, lass meine Hand los“ nachkommen kann. Die Ärzte sind geschockt. Die Krankenschwestern auch. Und ich weine vor Glück! Das ist wohl Heilung Nr. 5, die ich selbst miterlebe – und die größte von allen.

Zitterpartie – oder was Glaube (nicht) ist

2014-07-12 17.20.57Für so was bin ich definitv nicht geschaffen. Gern will ich die Decks (siehe Bild) vom Schiff noch vor dem Winter entrosten und – drei Mal – neu streichen. Das kostet eine Menge Zeit, dich ich investieren will und Geld – etwa 2500 Euro – das ich nicht habe. Deshalb läuft bis Ende September bei Startnext ein Fundraisingprojekt genau dafür: Rost besiegen!

Bisher sind knapp 1500 Euro an Unterstützung für das Projekt zugesagt worden. Das ist wunderbar. Und ich bin jedem dankbar, der bisher mitgeholfen hat. Nur das Problem: Bei Startnext ist es so, dass man die ganze Zielsumme erreichen muss, sonst bekommt man gar nichts.

Ich werde langsam nervös. Schaue alle paar Stunden auf der Seite von Rost besiegen vorbei, um zu sehen, ob weitere Unterstützung reingekommen ist. Ich bin nicht cool und gelassen, sondern ziemlich hippelig. Ich frage mich, was in dieser Situation Glauben heißt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt gerade voller Glauben für diese Situation bin. Klar bitte ich Gott, dass das Geld am Ende zusammen kommt. Aber ob ich glauben kann oder sogar will, dass Gott das tun will und wird – hmmm da habe ich meine Zweifel.

Auch wenn ich nicht weiß, ob und wie diese konkrete Situation ausgehen wird – in mir ist ein tiefes Vertrauen: Gott ist gut. Er ist mit mir. Und ja, ich wünsche mir, es jetzt zu schaffen. Es wäre schade, wenn noch ein Winter lang Regen und Schnee auf die ohnehin verrosteten Decks fallen würde. Aber die Welt geht davon nicht unter. Und das Schiff hoffentlich auch nicht. Auch wenn ich mir da nicht ganz so sicher bin… 😉

 

Mir hilft das Bild vom Meer. Manchmal ist es an der Oberfläche ganz schön aufgewühlt. Da schlagen die Wellen hoch. Aber unten in der Tiefe ist Ruhe. So erlebe ich Glauben. In den Jahren ist in mir ein tiefes Vertrauen gewachsen, dass Gott zu mir steht und mit mir geht. Was nicht heißt, dass ich automatisch in jeder Situation das Vertrauen habe, dass sie so ausgehen wird, wie ich mir das wünsche. Manchmal

Und klar: Wenn ihr mithelfen wollt, dass die Zitterpartie bald ein Ende hat, seid ihr herzlich eingeladen, mitzuhelfen. Es ist ziemlich einfach. Einfach bei Rost besiegen auf „jetzt unterstützen“ klicken – alles andere wird erklärt.

Und: Es muss auch nicht viel sein – jeder Euro hilft einen Quadratmeter Rost zu besiegen und das Schiff sicher und schön zu machen. Und mein Zittern zu besiegen! Und es gibt richtig tolle Dankeschöns…von mir signierte Bücher, Seminargutscheine, Wochenenden an Bord usw. Sucht euch was aus!

 

Osterbilder

Es ist ausgesprochen schwierig für ein Geschehen, das vor 2000 Jahren stattgefunden hat und die Welt bis heute noch nachhaltig prägt, passende Bilder zu finden. Die meisten Bilder, die in diesen Tagen um Ostern in Netz und in der Presse publiziert werden, sind im schlimmsten Fall kitschig, oft abgegriffen – in dem Sinn, dass die Art der Darstellung schon so oft verwendet wurde, dass sie kaum mehr berührt.

Dennoch schaffen es einzelne Bilder tiefer zu berühren – weil sie die alte Wahrheit der Erlösung aus einer neuen Perspektive zeigen. Mich haben in den letzten Tagen drei Oster-Bilder besonders angesprochen, weil sie für mich neue Aspekte gezeigt oder betont haben.

Die Opferanode (siehe Beitrag vom 25.3.) Der Vergleich mit der Opferanode, die sich bei Stahlschiffen aufopfert um die Substanz zu schützen ist für mich zu einem Bild dafür geworden, dass Christus zum Opfer für uns wurde. Er bietet uns an, dass wir unsere inneren und körperlichen Schmerzen und Spannungen zu ihm hin ableiten können – statt uns von ihnen unsere Substanz zerstören zu lassen.

– Der Mensch als Kreuz: In der szenischen Darstellung der Johannespassion gab es eine Szene, in der Christus von Pilatus weg nach Golgatha geht. Er trägt sein Kreuz. Doch das ist nicht aus Holz. Er trägt einen Menschen auf seinem Rücken, auf seinem Kreuz. Damit wurde sehr anschaulich deutlich gemacht: Wir sind das Kreuz, das Christus getragen hat.

ChristusalsGeisel– Christus als Geisel. Die Collage von Peter Aschoff, die an die Geiselnahmen von Schleyer bis Iran erinnert, berührt mich. Die Hände auf dem Bild , die das Schild halten, sind die Hände seines eigenen Sohnes.Dieses Bild hat mich neu ahnen lassen, was es den Vater gekostet hat, seinen Sohn als Geisel für die Menschheit zu geben. Ihn nicht freizukaufen, sondern sterben zu lassen. Für uns.

 

Wunderschönes Alltagsglück

rothko-marshmelloEs gibt nur wenige Wetterlagen, bei denen ich nicht Fahrrad fahre. Heute war eine davon. Es wehte einfach eisig kalter Wind (gestern hatten wir Minus 17 Grad!). Ich wußte, dass ich nach 2 x 40 Minuten Fahrradfahren bis auf die Knochen durchgefroren sein würde. Also ausnahmsweise U-Bahn.

Auf dem Rückweg traf ich eine Obdachlose Frau, die mir schon einmal begegnet war. Bei der letzten Begegnung hatte sie mir erzählt, dass sie starke Schmerzen hatte. Wir stiegen an der gleichen Station aus und ich wollte ihr eigentlich anbieten, für sie zu beten. Aber war zu feige. Also habe ich „heimlich“ für sie gebetet, auf dem Nachhauseweg und noch ein anderes Mal, als ich sie sah.

Jetzt traf ich sie wieder, als sie in der U-Bahn die Obdachlosenzeitung verkaufte und gab ihr etwas Geld und fragte sie, wie es ihren Schmerzen denn ginge. Sie sagte, dass alles in Ordnung sei. Ich wollte ihr dann eigentlich noch sagen, dass ich für sie gebetet habe, aber da hatte sie sich schon umgedreht und stieg aus. Vielleicht ein andermal.

Ich freue mich, dass mein Gott offensichtlich ein Gebet erhört hatte – ohne dass ich davon wusste. Ich frage mich, wieviel mehr Gebete es gibt, die Gott erhört hat, ohne dass ich es weiß.

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