Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Schlagwort: Glauben (Seite 1 von 2)

Ein ganz normaler Tag mit Gott

CIMG0121 (2) 730_319Derzeit passiert so viel, dass ich mit dem Schreiben kaum hinterher komme. Am Samstag war so ein „ganz normaler Tag mit Gott“.

Manche Tage sind weitgehend ohne große neue Erkenntnisse. Einfach normale Tage mit einem Gott, der mir begegnen will. Und durch mich anderen. Und durch andere mir. Mein tägliches Gebet ist: „Herr, gebrauche mich, um etwas von deinem Reich in meiner Welt sichtbar werden zu lassen.“ An diesem Samstag sah das so aus.

Samstag ist mein Schiffstag. Ich gehe zu meinem Schiff und helfe bei den Bauarbeiten mit. Ich empfand, dass ich zu einer bestimmten U-Bahn Station gehen sollte. Ich erlebe das relativ häufig, dass ich Gottes leise Stimme höre. Manchmal erkenne ich im Nachhinein den Sinn einer Anweisung. Oft auch nicht. Aber das ist ok. Ich vertraue, dass er schon weiß, was er tut.

Ich bin am Leben, weil ich so einem kleinen Impuls gefolgt bin. Vor Jahren luden mich Freundinnen zu einem Ausflug ein. In letzte Minute entschied ich mich, nicht mitzukommen, wegen eines eines „komischen Gefühls“ – damals konnte ich die leise Stimme des Heiligen Geistes noch nicht so gut. An einer Kreuzung fuhr ein Auto hinten auf sie drauf – so heftig, dass der Rücksitz bis auf den Vordersitz zusammengequetscht wurde – von vorne knallte es fast auf einen von rechts kommenden Bus. Den beiden ist nichts passiert, doch wäre ich mitgefahren wäre ich vermutlich zerquetscht oder vom Bus überrollt worden. Es ist hilfreich, auf die kleinen Impulse des Heiligen Geistes hören zu lernen. Und ihnen zu folgen.

Auf dem Weg zur S-Bahn sehe ich in einem Laden eine Frau mit Rollator. Wir kommen ins Gespräch. Sie sagt, dass sie Schmerzen in allen Gelenken hat. Ich kriege in dem engen, vollgestellten Laden die Kurve nicht, ihr Gebet anzubieten. Ich mag es definitiv lieber, wenn für Gebet mehr Zeit und Raum ist. Das mit den spontanen Gebeten in unbequemen Räumen will ich noch lernen.

In der SBahn kommt ein Anruf von einer Freundin. Ich hatte ihr erzählt, dass ich überlege, aus dem, was ich in England gelernt habe, einen Online-Kurs zu machen, so wie die Kurse, die ich zu Stärke im Leben, Arbeitsorganisation und Beziehung zu Gott schon entwickelt habe. Und vielleicht sogar einen Live-Trainings-Kurs in Berlin dazu mache. Einen Namen, der mir gefällt, habe ich schon: WUM: Wunder unter Menschen. Natürlich Gottes Kraft erleben.

Meine Freundin ist ganz begeistert – aufgeregt. „Du, ich wollte dir nur sagen, dass das mit deinem Kurs goldrichtig liegst. Ich habe mich gestern mit zwei jungen Frauen unterhalten, die auf einer Bibelschule waren, aber da nie gelernt haben, dass man auch im Geist und in der Beziehung zu Gott eine Gestalt hat und Grenzen. Die Grenzen kann man natürlich erweitern. Aber wenn man versucht, zu schnell über die Grenzen des bisherigen Wachstums in Gott hinaus zu gehen, landet man im Burnout oder in der Verzweiflung. Ich spüre, dass es total wichtig ist, dass du diesen Kurs machst und ich wollte dir anbieten, dass ich zu dem Thema „Wachsen im Geist“ eine Einheit machen könnte. Ich freue mich über die Ermutigung und antworte lachend „Für dieses Thema habe ich dich schon eingeplant!“

Am Schiff lasse ich es langsam angehen. Ich streiche, entferne Farbe von der neuen Tür, die jetzt zum Vorderschiff führt – und stelle fest, dass Farbe, die man mit der Heißluftpistole erwärmt hat, auch hinterher noch heiß ist. Ich helfe mit, große, unhandliche Holzplatten, von denen eine 50 Kilo wiegt, an Bord zu tragen. Danach tut mir der Rücken weh. Das ist aber glaube ich normal. Schade, dass niemand an Bord war, der stärker ist als ich.

Eine Helferin hat einen großen blauen Fleck, der nicht gut aussieht. Ich bete, dass alles gut verheilt.

Nach einer Runde in der Spree, in der ich mir vorstelle, von Gottes heilendem Wasser umgeben zu sein, mache ich mich auf dem Weg zum Geburtstag. Das Geburtstagskind war Teilnehmerin bei einem meiner Seminare. Sie hat ihre Gäste gebeten, mitzuhelfen die Teeküche an Bord meines Schiffes zu finanzieren! Wie wunderschön!

Ein Gast, den ich kenne, sieht traurig aus. Ich frage nach. Der Grund ist viel Last in der Pflege der alten Eltern. Ich höre zu und bete um Segen und neue Kraft. Ein anderer Gast erzählt mir, dass er den Mann des Geburtstagskindes von Seminaren in State kennt. Dieses kleine Dorf erlebte einen geistlichen Aufbruch, als ein neuer Pfarrer kam. Der erkannte, dass die ansässigen Bauern im Sommer kaum Zeit für geistliche Themen hatten – im Winter wohl. Sie stellten im großen Pfarrhaus Betten auf und machten in den Wintermonaten Bibelwochen. Menschen fanden zum Glauben. Gott wirkte. Eines Tages war der Pfarrer zu Gast in einem Haus für Diakonissen – quasi evangelische Nonnen. Er erzählt eine uralten Schwester von dem, was an seinem Ort geschah. Sie fing an zu weinen. Sie hatte an diesem Ort ein Kinderheim geleitet und jahrzehntelang dafür gebetet, dass dort ein geistlicher Aufbruch geschehen würde. Ich weinte mit, als ich das hörte. Wie oft wissen wir gar nicht, wer für den Segen, den wir erleben durch seine Gebete mit ausgelöst hat.

Im Bus auf dem Weg zu einem Benefizkonzert – so voll sind nicht alle meine Tage – hustet eine Frau auf eine Art, die sehr schmerzhaft klingt. Ich spreche sie an und sie erzählt von Allergien. Ich frage sie, ob ich beten darf und bete, als sie bejaht, über den Gang des Busses hinweg für sie.

In der U-Bahn, die teilweise überirdisch fährt, sah ich, dass es heftig regnete. Ich hatte keinen Regenschirm dabei und freute mich, dass ich am Fußboden der Haltestelle eine große Einkaufstasche aus Karton fand, die ich kurzerhand zum Regenhut umfunktioniere. Ich dachte darüber nach, dass wir als Gottes Kinder Licht in die Welt bringen – einfach nur durch unser Dasein und entschied mich, den Weg zum Ziel zu wählen, der mitten durch den Straßenstrich führten, wo Großteil der Frauen von Armut oder Menschenhändlern gezwungen werden, dort ihre Dienste anzubieten. An diesem Abend stehen sie nicht wie üblich an der Straße, sondern sitzen zusammengekauert unter einem Vordach, um sich vor dem Regen zu schützen. Als sie mich mit meinem „Regenhut“ sehen, fangen sie an zu lachen. Nicht hämisch, sondern das fröhliche Lachen von Kindern, die etwas Lustiges sehen.

Ich lache und winke zurück und wünsche ihnen noch einen schönen Abend. Ich freue mich, dass ich ein ganz kleines bisschen Licht und Freude in ihre finstere Welt bringen konnte – und bin dankbar für Freunde von mir, die dort ein Café betreiben und den Frauen helfen, so gut sie können.

Beim Konzert genieße ich die herrliche Jazzmusik und Sarah Kaiser und ihre Band bete aus der Ferne segnend für eine Frau, die sehr unruhig wirkt und ein Korsett am Rücken trägt.

Eine Frau, die ich kenne, erzählt mir, ihr Mann sei ungeschickt gestürzt und habe sich vier Rippen gebrochen. Ich biete ihr Gebet an und empfinde, dass ich vor allem gegen Selbstvorwürfe beten soll, die er sich womöglich macht. Sich zu denken „Wie kann ich nur so dumm sein“ trägt vermutlich nicht zu schneller Heilung bei, wofür ich natürlich auch bete. Weniger bittend, als vielmehr segnend. In dem Wissen um die Autorität, die Jesus uns anvertraut hat.

Auf dem Nachhausweg schreit ein Mann, den ich durch das offene Wohnungsfenster höre sehr aggressiv. Die Worte, die ich hier nicht wiederholen mag, sind beleidigend. Es macht keinen Sinn, Dämonen rauszuwerfen, die sofort danach wieder eingeladen zu werden. Ich will die Person schützen, die angeschrieen wird, also binde ich den aggressiven Geist. Es ist Ruhe. Ich gehe nach Hause. Ein ganz normaler Tag mit Gott geht zu Ende.

Innere Verschiebungen. Oder: wenn Gott neue Perspektiven gibt

2015-05-18 18.07.35Am Morgen bat mich die Freundin der Frau, für die ich gestern gebetet hatte um Gebet für körperliche Heilung. Wenn die wüssten, wie neu das alles für mich ist!!! Das Gebet war aber dann einfach schön. Jesus hat im Gebet einige Verknotungen zwischen Körper und Seele gezeigt. Und dann haben wir für Heilung gebetet.

Wie gut, dass es Menschen gibt, die etwas sehen, wo man selbst noch blinde Flecken hat. Weil Rob, der uns normalerweise betreut, gerade eine Woche Urlaub hat, kam eine Frau aus dem Team hierher, um sich mit mir zu treffen und mich zu fragen, wie es mir geht.

Ich habe ihr von meinen ersten Erfolgen, aber auch von dem Frust, von der Enttäuschung gegenüber Gott, dass ich bisher hier nur so wenig Heilungen erlebt habe, usw. erzählt.

Sie hatte die brillante Idee, mich zu fragen, ob ich das Gefühl der Enttäuschung schon von früher kenne und wenn ja, von wann. Wir haben Gott gebeten, uns zu zeigen, ob das jetzige „Gefühl“, von Gott in meinen Bitten und Hoffnungen nicht gesehen und gehört zu werden, in alten, ungelösten Erfahrungen festhängt.

Nach der Zeit der Stille tauschten wir uns aus. Sie hatte den Eindruck, es hat mit dem Alter von 10 Jahren zu tun. Ich hatte mehrere Szenen von Erlebnissen, die passiert waren, als ich 10 Jahre alt war!

Eine davon war, dass ich – wie die anderen Kinder meines Heimatdorfes – bei einem Feuerwehrfest in unserem Dorf Schilderträgerin für die Feuerwehren aus anderen Dörfern war. Meine Mutter hatte mir geholfen, ein wunderschönes Schild zu basteln. Die Feuerwehrmänner gaben uns Kindern Trinkgeld fürs Schildertragen. Eine Mark pro Person. Ich trug das Schild für eine kleine Gruppe von acht Feuerwehrmännern und bekam folglich acht Mark. Meine Freundinnen hatten zum Teil Gruppen von 50 oder gar 120 Männern. Und bekamen unermesslich viel Trinkgeld. Ich war zutiefst traurig, dass ich nur so wenig bekommen hatte. In mir setzte sich der Gedanke fest „Die anderen bekommen mehr und besseres als ich!“ Und damit verbunden tiefe Traurigkeit.

Der Gedanke „Die anderen kriegen was, ich nicht“ und das damit verbundene Gefühl der Enttäuschung und Hilflosigkeit, kommt immer mal wieder hoch. Gerade in letzter Zeit Gott gegenüber, wenn ich sehe, dass andere Menschen Gaben oder Geschenke von ihm erhalten, die ich mir auch wünschen würde.

Wir haben dann um Trost gebeten und Gott gebeten, mir zu zeigen, was die Wahrheit ist. Ich hatte dann nur den Satz im Kopf „Manchmal hat man Glück, manchmal Pech. Manchmal bekommt man etwas, manchmal nicht!“ Eine banale Wahrheit. Aber dennoch tief tröstend. Es ist unrealistisch zu erwarten, man würde im Leben immer die besten Plätze bekommen – wo sollten dann die anderen hin?

Später sah ich dann im Internet ein Schild aus der Londoner U-Bahn: „Falls du heute einen schlechten Tag hast, dann erinnere dich daran, dass Ron Wayne 1976 seinen 10% Anteil an Apple für 800 Dollar verkaufte. Heute wäre der Anteil 58.056.210.000 Dollar wert.“ Das ist wirklich Pech! Wenn man so will. Wayne sagt in einem Interview selbst, dass er es nicht bedauert, Apple verlassen zu haben. Er Sein Seelenfrieden war ihm wichtiger.

Für mich war das Gespräch und die Gebetszeit mit Claire sehr aufschlußreich. Ich frage mich wie oft ich und andere Menschen vielleicht auch Gedanken und Gefühle auf Gott projizieren, die mit ihm gar nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun haben, sondern ungeheilten Schmerzen entspringen. Es kann sinnvoll sein, sich selbst und Gott zu fragen: Woher kenn ich diese Gedanken oder jenes Gefühl? Wann traten sie zuerst in meinem Leben auf.

Ich will das im Blick haben. Falls ich wieder auf die Idee kommen sollte, Gott etwas vorzuwerfen, was seinem Wesen nicht entspricht, dann will ich mich fragen: Von woher kenne ich das Gefühl? Und Gott bitten, alten Schmerz zu heilen und mir statt dessen seine Wahrheit zu offenbaren.

Zum Schluss hat sie mir noch etwas Spannendes gesagt. Sie meinte der Traum mit dem Dickmach-Kostüm könnte auch meinen Frust, in bestimmten Bereichen durchbrechen zu wollen und keinen Durchbruch zu erleben, bedeuten. Und dass Gott meine Erfahrung damit benutzen wird, um mit anderen mitzufühlen, die an der einen oder anderen Stelle wirklich intensiv kämpfen und noch keinen Durchbruch haben.

Ja, damit mitfühlen kann ich wirklich. Und wie.

Lernen, Fehler machen und Gottes Kommunikation erkennen lernen

2013-01-10 15.50.41Ich will lernen, lernen, lernen. Wenn ich hier weggehe, will ich in vielen Bereichen sicherer sein als ich es zu Beginn hier war. Und ich habe (fast) keine Angst davor, Fehler zu machen. Fehler gehören dazu. Das sage ich nicht einfach so als Kopfwissen. Vor einigen Jahren half  mir eine wahre Geschichte, zu erkennen, wie wichtig Fehler fürs Lernen sind.

Vor einigen Jahre habe ich mal von  Robert Kiyosaki gelesen, der ein sehr erfolgloser Verkäufer von Xerox Kopiergeräten war. Als er seinem Mentor davon erzählte, sagte der: „Du führst derzeit  nur ein paar wenige Verkaufsgespräche pro Tag. Wie in aller Welt willst du da lernen, was funktioniert und was nicht? Du musst einen Weg finden, deine Fehlerquote zu erhöhen, um schneller zu lernen!“ 
Der Mann suchte sich, um bewusst seine Fehlerquote zu erhöhen, neben seinem Job bei Xerox noch einen zweiten Job als Telefonverkäufer. Dort musste er jeden Abend vier Stunden lang am Telefon Leuten etwas verkaufen. Am Anfang machte er einen Fehler nach dem anderen. Aber weil er so viele Gespräche führte, lernte er schnell, was funktioniert und was nicht. Und wurde immer besser – als Telefonverkäufer und dann auch als Xerox Verkäufer. Er wurde am Ende als bester Verkäufer seines Bundeslandes ausgezeichnet, verlies dann aber Xerox um sich selbständig zu machen.

Auch wenn geistliche Dinge nicht mit dem Verkaufen von Kopiergeräten zu vergleichen sind, ist es doch so, dass wir vieles lernen müssen. Ich hab zum Beispiel bisher keine Ahnung, wie man das mit dem Gebet für Kranke wirklich macht. Oder gar wie ich unterscheiden kann, ob jemand eine „normale“ Krankheit hat oder etwas, was durch dämonischen Einfluss hervorgerufen wurde. Eine normale Krankheit heilt man. Wenn dämonischer Einfluss vorliegt, ist es sinnvoll, erst zu schauen, wie der reinkam (oft durch Traumata, Schmerz oder durch Ungehorsam Gott gegenüber). Wenn das dann bereinigt ist, kann man in der Autorität Jesu entspannt um Befreiung beten. Soweit die Theorie. Wie das praktisch geht, will ich auch noch lernen. Habe aber heute Aliss nach ihren Erfahrungen befragt.

Für heute war die Aufgabe, Worte der Erkenntnis zu üben. Es ist – soweit ich weiß, theologisch nicht 100% geklärt, wie das definiert ist. Aber viele Menschen im geistlichen Dienst verstehen darunter, dass man Erkenntnis über eine Situation im Leben eines Menschen  bekommt,  die man natürlicherweise nicht über eine Person wissen kann, es sei denn, Gott hat es offenbart.

Oft Zeit Gott durch ein Wort der Erkenntnis etwas, was einer anderen Person wichtig ist, oder eine Schwierigkeit in Beruf oder Beziehungen, bei der Gott ihnen helfen will. Oder Gott offenbart eine Krankheit oder einer anderen Not, der er begegnen möchte.

Die Art, wie man ein Wort der Erkenntnis empfängt, kann ganz verschieden sein. Manchmal hat man ein inneres Empfinden, manchmal sieht man ein Bild oder hat ein bestimmtes Wort im Kopf, manchmal spürt man selbst Schmerz an der Stelle die Gott bei einem anderen Menschen heilen möchte.

Als ich betete und Gott um so ein Wort bat, erinnerte ich mich daran, dass ein Mann hier mir erzählt hatte, dass er eine bestimmte Sache nicht macht. Ich empfand, dass da etwas dahinter steckt, dem Gott begegnen will. Ich fragte ihn danach. Er kratze sich am Kinn: „Hmm, das könnte sein!“ Nicht gerade ein Volltreffer.

Dann empfand ich, dass die Tante einer Frau ihr als Kind etwas weggenommen hat, das ihr persönlich wertvoll war. Ich erzählte ihr davon. Und sie meinte: „Ich habe nur eine Tante – sie hat uns allen das Leben schwer gemacht.  Aber ob sie mir etwas weggenommen hat, weiß ich nicht. Daran kann ich mich nicht erinnern.“ 

Hmm…Volltreffer klingen anders. Aber ich lerne. Und mache Fehler.

Später kam mir bei einer Begegnung mit einer anderer Frau das Wort „Bruder“ in den Sinn. Ich fragte sie, ob sei einen Bruder hat. Sie erzählte mir einige Details aus ihrer Familiengeschichte und dass sie in den letzten Tagen viel an ihren Bruder gedacht hatte. Da ich weiter nichts Klares von Gott dazu hatte, fragte ich sie, ob ich für die Beziehung unter den Geschwistern beten dürfe. Und ich hab einfach um Segen gebetet. Sie war berührt und ermutigt. Ich auch. Ich finde es schön, dass man hier so Schritt für Schritt an Neues angeführt wird. Und ich will lernen, lernen, lernen.

Der Mann, den ich fragte, ob er sich kürzlich am Finger geschnitten hatte, verneinte. Klarer Fehler. Auch ok. Kein Weltuntergang.

Zum Thema „Gottes Stimme hören“, haben wir als vertiefende Lektüre das Buch von Steve Thompson „Alle können prophetisch reden!“ empfohlen bekommen. Ich hab Steve schon mal live erlebt – er ist ein genialer Trainer. Schon der erste Abschnitt des Kapitels über die Art, wie Gott redet, hatte es in sich: „Wenn wir Gottes Stimme hören lernen wollen, ist es wichtig, zuerst einmal wahrzunehmen, dass es sich bei Gottes Stimme selten um eine Stimme handelt!“

Es gibt natürlich die dramatischen Kommunikationsformen Gottes. Engel, Visionen, in den Himmel entrückt werden. Die kriegt man mit, wenn man sie erlebt. Aber häufig verpassen wir das Reden Gottes, weil es so unscheinbar daher kommt. Er beschreibt dann unterschiedliche Arten und Weisen, wie Gott kommuniziert:

  • Ein innerer Gedanke – das ist die berühmte „leise, innere Stimme“, die wir oft wegschieben. Was mir beim Erkennen dabei, ob es Gottes Stimme ist, hilft ist die Abwehreaktion. Wenn ein Gedanke von mir selbst entspringt,  dann denke ich selten gleich danach „Was ist denn das für ein komischer Gedanke? Wo kommt der denn her?“ Wenn ich einen Gedanken als „merk-würdig“ einstufe, kann das ein Hinweis darauf, dass er nicht aus mir, sondern aus Gott entsprungen ist.
  • Ein Gefühl, das nicht typisch für einen selbst ist (ich habe mich mal bei einer Gebetsreise sehr minderwertig gefühlt, was untypisch für mich ist. Ich dachte, ich fühle das, weil ich die jüngste und unerfahrendste im Team war. Nach drei Tagen stellten wir fest, dass alle im Team sich so fühlten – selbst die Leute, die in meinen Augen geistliche Helden waren. Wir verstanden, dass Gott uns ein Gefühl fühlen lies, das nicht unseres war, aber das das Land, in dem wir waren, kennzeichnet – viele Menschen dort fühlten sich offensichtlich so. Das gab uns einen Hinweis darauf, wie wir beten konnten. Ähnliches habe ich oft gespürt, wenn wir betend in Berlin oder anderswo unterwegs waren: Plötzlich war eine Bedrückung zu spüren oder Freude oder Ungezogenheit oder… Das waren nicht „meine“ Gefühle, sondern Gottes Art, mir über meine Gefühle etwas mitzuteilen, was in dieser Gegend los war.
  • Ähnlichkeiten: Wenn man jemanden sieht, plötzlich an jemand anderen erinnert zu werden und denken. Es kann sein, dass Gott einen so auf eine Ähnlichkeit aufmerksam macht z. B. dass die Person, die man sieht eine ähnliche Berufung oder ähnliche Probleme hat wie der Mensch, den man kennt. Eine sehr lustige Variante dieser Art Gottes zu reden, habe ich eben erlebt. Ich habe in der Küche eine Frau getroffen, die ich schon kannte. Ihre Nase hat mich an eine Kartoffelknolle erinnert. Das habe ich ihr natürlich nicht gesagt, ich wollte sie schließlich nicht beleidigen. Aber ich dachte an das, was ich gerade über „Assoziationen mit Ähnlichkeiten“ gelesen habe und habe dann weiter überlegt, wofür Kartoffel steht. Ganz klar für Nahrung. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich empfinde, dass sie jemand ist, der viele Menschen nährt – nicht mit Süßkram, sondern mit gesunder Basisnahrung. „Ja, das stimmt!“ sagte sie. „Meine Familie kommt aus Irland und meine Kartoffeln sind einfach die besten. Meine Kinder und Enkel nennen mich deshalb „Kartoffel-Königin!“ Wie bitte. Ich hätte das mit der Kartoffel doch sagen sollen (das mit der Nase natürlich nicht). Dann habe ich dafür gebetet, dass Gott sie segnen soll. Und beim Beten habe ich an die Geschichte eines Schweizer Landwirts gedacht, der in einem trockenen Jahr im Vertrauen auf Gott Kartoffeln geerntet hat, obwohl das Kraut vollkommen vertrocknet war. Seine Kartoffeln waren riesig. Ich empfand, dass sie tief graben soll und dann auch an Stellen Ernte erleben wird, wo sie es nicht erwartet. Sie erzählte, dass sie im letzten Jahr dachte, ihre Kartoffelpflanzen hätten keinen Ertrag gebracht. Aber als sie dann im Winter die alte Kartoffelerde umgrub, stieß sie in der Tiefe auf riesige Kartoffeln – die leider nicht mehr essbar waren. Wenn Gott durch ein Bild spricht, das man tatsächlich selbst erlebt hat, ist die Wahrscheinlichkeit natürlich groß, dass man sich daran erinnert. Ich weiß nicht, was „tief graben“für sie bedeutet…aber ich vermute, dass sie das nicht so schnell vergessen wird.  Ich glaub das war so nah an einem Volltreffer dran, wie man an einem ersten Tag nur kommen kann.
  • Schmerzen / Körpergefühle: Manche Menschen spüren, wenn sie für jemand anderen beten, plötzlich einen Schmerz an einer Stelle, an der sie sonst eigentlich keine Schmerzen haben. Das kann ein Hinweis Gottes auf einen Schmerz sein, den die betreffende Person hat – und darauf, dass Gott das heilen möchte.
  • Gerüche und Geschmack: Etwas riechen oder schmecken, das eigentlich nicht wahrnehmbar ist und nicht zu der Umgebung oder dem passt, was man als letztes gegessen hat  z. B. kann ein wunderbarer Geruch, den man plötzlich wahrnimmt auf Anbetung hinweisen.

Es gibt noch viele weitere Formen, wie Gott kommunizieren kann…z. B. Zeichen: ich sehe oft Verkehrsschilder und Inschriften – und plötzlich bekommen sie für mich eine geistliche Bedeutung.

Ganz oft geht es gar nicht darum, Gott zum reden zu bringen. Er redet dauernd und gern. Es ist vielmehr eine Kunst, zu lernen, sein vielfältiges Kommunizieren mit uns und durch uns für andere wahrzunehmen.

Ich habe Rob, den Leiter hier, gefragt, wie er selbst denn Worte der Erkenntnis bekommt. Er gab mir ein paar wertvolle Impulse:

  • Übe dich darin, in einer Haltung der Aufmerksamkeit Gott gegenüber zu sein.
  • Wir werden nie 100% sicher sein, ob wir ein Wort von Gott haben oder nicht. Glaube buchstabiert sich immer so: R. I. S. K. I. O.
  • Ich nutze meine Vorstellungskraft, um ins Hören einzusteigen. Oft gehe ich Morgen in Gedanken zum Thron des Vaters. Dann frage ich ihn: Was hast du heute für mich in deiner Hand? Für mich als Geschenk oder für mich zum Weitergeben an andere? Dann versuche ich, mit meinen geistigen Augen wahrzunehmen, was er in der Hand hat.
  • Die Zeit zwischen Wach sein und Schlaf ist oft eine Zeit, in der Gott viel redet. Die Bibel nennt das „nächtliche Visionen“, was etwas anderes als Träume sind. Wenn ich wach genug bin, um mir zu notieren, was ich in diesen Phasen zwischen Schlafen und Wachen sehe, dann sind das oft die klarsten und kostbarsten Eindrücke.
  • Wir haben den Sinn Christi. Von daher ist – wenn wir geprägt und geformt von ihm sind, oft kein großer Unterschied, zwischen dem, was wir denken und dem, was Christus gerade tun will. Ich war gestern beim Abendessen und hatte es einfach auf den Herzen, die Kellnerin zu ermutigen. Eine Wasserkaraffe mit Zitronen erinnerte mich an das Sprichwort: „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann mach Limonade daraus!“ Ich hatte das Empfinden, dass sie eine Frau sein, die Schweres in Positives verwandeln kann und sagte ihr das. Sie erzählte dann, dass ihre Oma vor einer Woche verstorben war und  dass dies ihr erster Arbeitstag sei und dass das Wort sie ermutigen würde.

Ich werde Rob und andere hier weiter Löcher in den Bauch fragen. Und von ihren Erfahrungen lernen. Man darf alle Fehler selbst machen, aber ab und zu ist es auch praktisch, von den Fehlern und Erfahrungen anderer zu profitieren. Dann lernt man schneller.

Jetzt erst mal schlafen: Ab Morgen ist hier 3 Tage Konferenz. Da werde ich vermutlich auch nicht zum Schreiben kommen. Aber hinterher.

Der Ball ist im Loch! Erste Erfahrungen mit Golf und dem Gebet für Fremde

2015-05-03 18.09.41Ich juble. Gestern habe ich zum ersten Mal beim Golfen einen Ball ins Loch geschlagen – eingeputtet, wie das im Fachjargon heißt. Und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einem fremden Menschen Gebet angeboten. Wobei letzteres für mich der größere Meilenstein war. Aber erst mal der Reihe nach.

Seit der Impuls kam nach England zu gehen und mich im Bereich des Übernatürlichen trainieren zu lassen, habe ich mir vorgenommen, mutiger zu sein und auch fremden Menschen direkt Gebet anzubieten, wenn ich von Problemen höre. Das war der Plan. Geschafft habe ich bis heute kein einziges Mal.
Da erzählt mir ein Angestellter in meinem Lieblingsfalafel-Laden, dass er und seine Frau keine Kinder bekommen können. Ich sage ihm, dass ich Gott darum bitten werde. Aber wage es nicht, das sofort zu tun. Hätte in dem Kontext – mit anderen wartenden Kunden – vielleicht auch nicht so ganz gepasst.

Schwerwiegender war für mich die Taxifahrerin hierher zum Zentrum. Beim Einladen des Gepäcks schrie sie vor Schmerz auf. Der Koffer war tatsächlich sehr schwer, aber das eigentliche Problem war ihr verstauchter Fuß. Ich erzählte ihr, dass die Leute hier in Little Mollington Hall für Kranke beten, aber habe es nicht gewagt, ihr direkt Gebet anzubieten. Ich hab mich danach so schlecht gefühlt. Ich will so gerne Menschen die Liebe von Jesus nahebringen, wenigstens die Tür öffnen helfen. Und ich war so traurig über mich, dass ich nicht den Mut gefunden habe. Selbst wenn Jesus nicht gleich offensichtlich gehandelt hätte, wäre es ein Zeichen von Nähe und Mitgefühl gewesen.

Am zweiten Tag hatten wir dann die Aufgabe, Gott zu bitten, uns einen Menschen zu zeigen, dem wir Gebet anbieten könnten. Das ist an und für sich schon herausfordernd. Aber wenn es ununterbrochen regnet, kein Bus in die Stadt fährt und nur wenige Menschen unterwegs sind, noch mehr.

Wagemutig habe ich mich in den Regen gestürzt ins nächste Dorf gelaufen. Unterwegs bin ich einem Golfer begegnet, der nicht zum Gespräch aufgelegt war, mich aber immerhin freundlicherweise vor herumfliegenden Golfbällen warnte. Dann einer fröhlichen Wandergruppe, die auch nicht das geeignete Objekt für Gebet zu sein schien. Und dann sah ich eine Frau aus Südasien – in einem wunderschönen türkisen traditionellen Gewand und mit rotem Punkt auf der Stirn. Ich empfand, dass ich sie ansprechen sollte. Bis der Gedanke sich von meinem Hirn bis in meine Füße – Befehl stehenbleiben – ausgewirkt hatte, waren 20 Meter zwischen uns. Sie drehte sich tatsächlich noch mal nach mir um. Aber ich hatte nicht den Mut au sie zuzugehen. Chance verpasst. Schon wieder Frust. Ich betete, dass ich der Frau noch einmal begegnen möge, falls es tatsächlich die Person war, die Gott durch mich ansprechen wollte.

Ich lief weiter durch das Dorf, aber bei dem Wetter war praktisch niemand auf der Straße oder so weit weg, dass ich hätte rennen müssen, um sie einzuholen. Zu allem Überfluss bestand der Rest des Dorfes aus einem riesigen Krankenhauskomplex, aber Kranke und eventuelle Besucher hatten sich offensichtlich alle in ihren Häusern verschanzt und auch die Kirche war abgesperrt.

Als ich das Dorf etwa eine Stunde später wieder verlies, kam mir die Frau von voher entgegen. Mit Handy am Ohr. In der Nacht hatte ich davon geträumt, dass ich eine Frau, die ich kenne ermutigt habe. Dass Gott ihr sagt, dass sie eine gute Mutter ist und dass sie, wenn sie an ihre Grenzen kommt, ihn um Hilfe bitten soll und er ihr helfen wird. Ich habe im Traum gleich direkt für sie gebetet, was ich irgendwie ziemlich praktisch fand. Wenn man schon im Schlaf betet, spart man tagsüber Zeit. Ich habe der Frau meinem Traum gemailt , aber noch keine Antwort erhalten.

Ich habe mich, weil mich der Traum selbst so bewegt hat, gefragt, ob Gott mir durch den Traum vielleicht auch sagen will, dass ich auch hier eine Mutter ermutigen soll und hatte deshalb immer wieder gebetet, dass – falls ich das richtig sehe – er mich zu der Frau führen soll. Als ich also die Frau mit dem asiatischen Gewand wieder sah,  fiel ich – etwas unelegant gleich mit der Tür ins Haus und fragte  sie:

„Haben sie Kinder!“ Sie antwortete: „Kindermädchen!“ Ich erzähle ihr von meinem Traum und sagte, dass Gott ihr bei ihrer Aufgabe helfen würde. Sie fragte „Helfen?“ Ich sagte „Ja, Gott will Ihnen dabei helfen.“ Sie strahlte übers ganze Gesicht. Dann fragte sie „Haus?“ „Ich zeigte auf die andere Seite des Tales, wo ich gerade wohne und fragte, wo sie wohnt. „Chester!“

Dann ging sie – noch bevor ich eine Chance hatte oder ergreifen konnte, für sie zu beten. Ich habe keine Ahnung, was von dem, was ich gesagt habe, bei ihr ankam, da ihre Sätze nur aus Nomen bestanden. Und ob es tatsächlich das war, was Jesus ihr sagen wollte. Aber immerhin hat sie gestrahlt. Etwas Positives war bei ihr angekommen. Von daher kein glänzender Erfolg in Sachen „Gebet für Fremde!“ – aber wohl ein ehrenwerter Versuch.

Und am Abend schrieb mir dann übrigens die Mutter, für die ich im Traum gebetet hatte, dass das genau ins Schwarze traf – die Frage der Erziehung würde sie gerade sehr beschäftigen.

Was mir hier gefällt ist das ein so großer Schwerpunkt auf Gebet, Nachsinnen über Gottes Wort, persönliche Begegnung und geistliche Übungen, um den Begegnungsraum mit ihm zu erweitern und vertiefen, gelegt wird. Ja, die Sehnsucht danac2015-05-03 18.07.30h, ihn auch in all seiner Macht handeln zu sehen, ist da. Aber der Fokus liegt auf dem Wachsen in der Beziehung zu ihm, nicht auf dem Handeln mit ihm.

Also habe ich den Nachmittag unter einem blühendem Kirschbaum – herrlich – verbracht und die Nachmittagsaufgabe ausgeführt: Über Psalm 1, 1 – 3 nachsinnen und meditieren.

  • Glücklich ist, wer nicht lebt wie Menschen, die von Gott nichts wissen wollen.
  • Glücklich ist, wer sich kein Beispiel an denen nimmt, die gegen Gottes Willen verstoßen.
  • Glücklich ist, wer sich fern hält von denen, die über alles Heilige herziehen.
  • Glücklich ist, wer Freude hat am Gesetz des Herrn und darüber nachdenkt – Tag und Nacht. Er ist wie ein Baum, der nah am Wasser steht, der Frucht trägt jedes Jahr und dessen Blätter nie verwelken. 

Nach zwei Stunden Lesen, Wiederholen und Nachsinnen über diese Verse, hatte ich das Bedürfnis, mich zu bewegen und lief über den nahegelegenen Golfplatz. Ich betete, dass Gott mir hier genügend neue Erfahrungen im Bereich Gebet für Heilung etc. schenken möge, damit ich mich in dem neuen sicher fühlen würde, bis ich nach Hause komme.
Ein Mann spielte eine Runde Golf mit seinem Sohn. Da ich noch nie in meinem Leben einen Golfschläger in der Hand hatte, fragte ich, ob ich mal probieren dürfe. Die ersten beiden Schläge gingen in die Luft, dann traf ich tatsächlich den Ball. Der rollte – und ich erntete ein anerkennendes „Nicht schlecht für den ersten Schlag!“ von Colin, dem Vater. Aber das Loch war…naja…noch etwa 20 Meter entfernt. Also weiter. Schließlich sollte der Ball ja ins Loch. Nach dem fünften Versuch machte es das ersehnte „Plop“! Eingeputtet!
2015-05-03 18.24.14Dann fragte mich Colin, was ich hier machen würde. Ich erzählte, dass ich hier sei, um trainiert zu werden. Jesus hätte ja immer Meschen geheilt und ich wollte das lernen – so wie man das Golfen üben müsste. Und dass ich bei Leuten sei, die oft erleben, dass Jesus Menschen durch ihr Gebet heilt – von Arthritis, Knochenbrüchen, chronischen Kopfschmerzen.
„Chronische Kopfschmerzen – das klingt nach mir. Ich habe ständig Kopfschmerzen. Ich denke, das liegt an meiner Frau!“ sagte Colin. „Ich kann dafür beten, dass Jesus das heilt!“ sagte ich. „Danke!“ antwortete er. Ich erklärte ihm, dass es für mich leichter sei, gleich hier vor Ort für ihn zu beten, als weit weg. Er meinte Okay. Also betete ich ein einfaches Gebet: „Jesus, ich weiß nicht, woher Colins Kopfschmerzen kommen, ob von der Frau oder von etwas anderem. Aber ich bitte dich, ihn zu heilen und von seinen Kopfschmerzen zu befreien. Im Namen von Jesus. Amen!“

Colin sagte fröhlich: „Es ist schon viel besser!“ – ich bin mir nicht sicher, ob er das aus Höflichkeit, im Spaß oder im Ernst gesagt hat. Aber das ist fast egal – obwohl ich es mir für ihn natürlich stark wünsche, dass es tatsächlich besser und sogar ganz weg ist. Ich glaube und hoffe, dass Jesus ihm da begegnet ist.

Und ich war glücklich – zum ersten Mal in meinem Leben haben ich für einen fremden Menschen für Heilung gebetet. Für mich ist das ein Meilenstein. Das erste Mal ist immer das schwerste. Und das erste Mal liegt jetzt hinter mir. Was für eine Erleichterung und Freude! Gar nicht so schlecht fürs erste Mal. Der Ball ist im Loch. Plopp.

Kann man Wunder bewirken lernen?

rothko-bluegoldSchiff, Verlag, Coaching, Schreiben… an Herausforderungen mangelt es mir gerade eher nicht. Trotzdem hat sich Gott offensichtlich ausgedacht. mich auf ein neues Abenteuer loszuschicken.

Vor zwei Wochen sah ich eine Prophetie von Aliss Cresswell auf Youtube. Eigentlich nur aus Neugierde, weil mich einfach interessierte, was diese Frau mit den hüftlangen feuerroten Locken wohl zu sagen hat. Die ruhige, natürliche Art, mit der sie sprach, aber auch das, was sie sagte, berührte mich sehr. Aliss ist eine Frau, die Gott sehr stark im Bereich Zeichen und Wunder gebraucht, aber weniger bei großen Events als vielmehr im Alltag – in ihrem Buch Natürlich übernatürlich beschreibt sie, wie sie mal eben im Supermarkt zwischen Nudeln und Suppen jemanden von Schwerhörigkeit heilt. Oder in dem Cafe, das sie betrieb, erlebte wie Knochenbrüche spontan geheilt wurden.

In der Nacht, nachdem ich die Prophetie gelesen hatte, träumte ich, ich sei in England an einem Ort, den ich schon kannte, in einem christlichen Zentrum und würde dort auch in einem Dachzimmer übernachten. Da ich an dem Ort, wo Aliss und ihr Team sind, schon zum Schüleraustausch war – ihn also kenne – empfand den Traum als Hinweis von Gott, diesem Ort einen Besuch abzustatten und fragte per Mail bei Aliss und ihrem Team an, ob das möglich war. Ich empfand, dass Gott mir sagte, Mai sei die richtige Zeit. Aber das schrieb ich ihnen nicht.

Die Antwort überraschte mich dann doch. Sie luden mich zu einem 28 Tage langen, persönlichen intensiven Training in Zeichen und Wundern ein. Intensiv heißt: Es sind nur zwei Leute als Teilnehmer!!! Das Training ist eine Mischung aus viel Zeit mit Jesus,  Bibelstudium gemischt mit Mentoring, Teilnahme an den Aktivitäten und Herausforderungen für den eigene Glauben. Ach ja – der Zeitpunkt, zu dem sie mich einluden, wo noch ein Platz frei sei war … Mai!

28 Tage!!! Mir blieb die Spucke weg. Das ist lang, wenn man selbständig ist, einen Verlag leitet und ein Schiff baut. Ein zweites Mal staunte ich. als ich in den Kalender sah. Mai ist der einzige !!! Monat im ganzen Jahr 2015 an dem ich keinen einzigen Termin habe.

Als ich betete und Gott fragte, ob ich mich auf diese verrückte Sache einlassen soll, wurde ich an meinen Vater in seinen Jugendjahren erinnert. Er war sehr guter Handballspieler – spielte damals in der Bayernauswahl. Also so was ähnliches wie Bundesliga heute. Er war extrem schnell und konnte kräftig werfen. Mit rechts. Eines Sommers entschied er sich, seinen linken Arm zu trainieren. In Ermangelung von Fitnessstudios, stach er einen ganzen Sommer lang, das geerntete Heu auf dem Bauernhof mit dem linken Arm von der Tenne in den Heuschober. Am Ende des Sommers war er links genauso schlagkräftig wie rechts. Die Gegner seiner Mannschaft stellten in der Regel zwei Spieler ab, um ihn zu decken! Er war einfach zu gefährlich.

Beim Nachdenken über diese Begebenheit, schien es mir als würde Gott mir sagen: „Du hast die letzen 10 Jahre deine natürlichen Fähigkeiten, deinen rechten Arm, stark traininert. Durch Coachingausbildungen, Lernen etc. Jetzt ist es dran, deine übernatürlichen Fähigkeiten zu trainieren, dienen linken Arm, um in meinem Reich noch schlagkräftiger zu sein….“ 

rothko-blau-gelb-Es stimmt. Wenn ich coache habe ich eine „Erfolgsquote“ von fast 100%. Praktisch nach jedem Coaching sagen mir Menschen, dass sich ihr Problem gelöst hat oder zumindest besser lösbar geworden ist. Beim Gebet für Kranke sieht das anders aus. Es haben schon viele Menschen für mich gebetet – besonders für Heilung der Auswirkungen mehrere Unfälle. Bisher ohne spürbare Veränderung. Und  Ich habe in den letzten Jahrzehnten wahrscheinlich Hunderte von Malen , vielleicht sogar  Tausende von Malen für kranke Menschen gebetet.

Bisher habe ich nur vier Mal etwas erlebt, was ich als offensichtliche Gebetserhörung und übernatürliches Eingreifen Gottes werten würde.

  • Als die Tochter von Nachbarn wegen Bulimie in Lebensgefahr schwebte, haben eine andere Frau und ich monatelang für ihr Überleben und ihre Heilung gebetet. Irgendwann wusste ich: Jetzt ist es gut. Sie konnte bald darauf entlassen werden. Ich sehe sie in der Regel 1 x im Jahr beim Weihnachtsgottesdienst in meiner Heimatstadt… und habe jedes Mal Tränen in den Augen: Sie lebt… und vermutlich bin ich mit beteiligt daran.
  • Bei einem Kostümfest in England bekam eine Freundin heftige Magenschmerzen. Ich suchte im ganzen Haus erfolglos nach Kräutertee, als ich keinen fand, kam ich auf die Idee zu beten. Als die Magenschmerzen nach dem Gebet plötzlich weg waren, war ich diejenige, die am erstauntesten war.
  • Als ich im Januar 2013 mit meiner Freundin Rosemarie in Wales beim Gebetszentrum Ffald – y – Brenin war, wo öfters Heilungen geschehen, bat sie mich für ihren Rücken zu beten, der ihr immer wieder Schmerzen machte. Seit dem Gebet hatte sie nie wieder Schmerzen in dem Bereich.
  • Einmal habe ich für eine Frau gebetet, die sie dem 9. Lebensjahr keinen Haarwuchs mehr hatte. Nirgends. Keine Augenbrauen, keine Achselhaare und natürlich keine Haare auf dem Kopf. In den Wochen nach dem Gebet begannen die Haare wieder zu sprießen – zum ersten Mal seit über 15 Jahren!!! Dann fielen die neu gewachsenen Haare wieder aus. Nein, ich verstehe das auch nicht!

Die drei bzw. vier Erlebnisse waren beeindruckend. Sie sind aber – ehrlich gesagt – eine magere Ausbeute für unendlich viel Gebet. Als Coach hatte ich vermutlich schon längst aufgegeben, wenn meine Resultate im Coaching ähnlich schlecht wären, wie beim Beten für Kranke. Dass da so wenig passiert, frustriert und irritiert mich zutiefst. Aber irgendwie bleibe ich dran. Auch weil Jesus es klipp und klar gesagt hat, dass das zu unseren Aufgaben als Jünger gehört, für Kranke zu beten bzw. er sagt nicht, dass wir für sie beten sollen, er sagt noch steiler „Heilt Kranke, weckt die Toten auf!“ (Matthäus 10, 8).

Aber es stimmt auch: In meine Coachingausbildungen habe ich weit über 10.000 Euro gesteckt, habe jahrelang gelernt – in Seminaren, aus Büchern und von Menschen, die es richtig gut kennen. Im Bereich „Heilung für Kranke“ hab ich wenig gelesen, mal einen Workshop besucht… aber bisher noch nicht wirklich mit und von Menschen gelernt, die darin geübt sind und die es besser „können“ als ich.

Was mich auch bewegt ist, dass Bereich Gebet für Kranke so viel Schräges läuft. Lautstärke, Dramatik, Kraftlosigkeit oder – am Schlimmsten – Schuldvorwürfe an den Kranken, wenn auf Gebet hin mal wieder nichts passiert ist. „Du hast halt nicht genug geglaubt!“ Was für eine Last, die man da Menschen aufbürdet. Wie schrecklich!

Ich sehne mich, danach, im Bereich körperliche Heilung und Befreiung effektiver zu werden. Gerade liegt ein lieber Freund von mir nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Das nimmt mich mit. Wie wunderbar wäre es, da ganz einfach Heilung zu bewirken. Tatsächlich zu erleben, dass ich Menschen nicht nur bei seelischen, sondern auch bei körperlichen Problemen helfen kann. Zu erleben, dass mehr Heilungen geschehen. Auf eine Art und Weise, die respektvoll und einfühlend ist – und zugleich kraftvoll und wirkungsvoll.

Ein betender Freund, der von meinem Englandabenteuer weiß, schrieb mir dazu:

Du lebst Deine natürlichen Fähigkeiten und alles das, was Du im sichtbaren Bereich tust (Schiff!) hochgradig bewusst als im Angesicht Gottes, mit Ihm, für Ihn.Und das, was Du im übernatürlichen Bereich zunehmend tun wirst, bei und nach diesem Training, genauso. Und das ist das Kostbarste daran: Nicht das, was Du schaffst, oder was Gott Übernatürliches durch Dich schafft, sondern dass Gottes Gegenwart dadurch so konkret wird, dass Ihn viele Menschen sehen, spüren, in Ehrfurcht verstummen und Ihn anbeten.

Und eine Freundin, die selbst viel richtig Schräges und Schreckliches mit Menschen erlebt hat, die sich an Heilung versucht haben, schrieb mir, dass sie mir zutraut, dass ich anders mit Menschen umgehe. Mich rührt ihre Wertschätzung zutiefst. Und ich hoffe, dass ich dem in mich gesetzten Vertrauen gerecht werde.
Also werde ich vom 1. – 28. Mai genau das tun. Mich darauf einlassen, mich von Menschen mit mehr Erfahrung in dem Bereich trainieren zu lassen. Und vor allem von Jesus und seinem Wort lernen, mehr im Übernatürlichen zu leben und zu handeln. Ich bin aufgeregt und mega-gespannt.
Die erste Herausforderung für mich als Selbständige ist, einen Monat nicht zu coachen und auf andere Art und Weise Einkommen zu generieren und gleichzeitig die Kursgebühr und Unterkunft, Reisen und Aufenthalt zu zahlen.  Herzliche Einladung, wenn du mir dabei helfen möchtest.
 
Ich empfinde das Training in England als Investition in meine Zukunft, in das Schiffsprojekt und die Menschen, die dorthin kommen werden und denen ich dann hoffentlich noch kraftvoller dienen kann… und ja, ich werde über meine Erfahrungen berichten! Versprochen!
Ergänzung: Wenige Stunden, nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, kam die Nachricht, dass Matthias, dessen Gehirn vor einigen Tagen aufgehört hat, zu funktionieren, wieder auf Ansprache reagiert und Aufforderungen wie „drück meine Hand, halte den Damen hoch, lass meine Hand los“ nachkommen kann. Die Ärzte sind geschockt. Die Krankenschwestern auch. Und ich weine vor Glück! Das ist wohl Heilung Nr. 5, die ich selbst miterlebe – und die größte von allen.

Körper, Seele, Geist und was Mitgefühl mit Glauben zu tun hat

2014-02-06 08.13.28Wow! Gerade lese ich ein englisches Buch „What your body knows about God“ , das die Zusammenhänge zwischen Körper und Spiritualität erklärt. Was mich begeistert: Religiöse Empfindungen und Empathie mit Menschen sind in der gleichen Hirnregion aktiv. Das bedeutet, dass Gebet Empathie stärkt und umgekehrt. Es gab Versuche, bei denen Menschen aufgefordert wurden, 12 Minuten pro Tag von Herzen in Kommunikation mit Gott zu treten – also nicht nur „Automaten-Gebete“ zu beten: „Herr, mach dies, Herr mach das“.

Nach 8 Wochen war das betreffende Areal im Gehirn so gewachsen, dass man im MRT den Unterschied sehen konnte. Und bei weiteren Experimenten zeigte sich die Gruppe der Beter als weit großzügiger und mitfühlender als die Vergleichsgruppe, die ein rein kognitives Gehirntraining zur Steigerung der Gedächtnisleistung gemacht hatte.

Was das praktisch bedeutet: 

  • Wer ein hartes Herz und wenig Empathie für Mitmenschen hat, könnte das durch Gespräch mit Gott weicher bekommen.
  • Wer gerade eine Glaubenskrise hat, könnte durch Dienst an anderen wieder mehr Vertrauen zu Gott fassen (Studien belegen, dass nichts – weder Bibellesen noch Gottesdienst etc. – Glauben so sehr stärkt wie der Dienst an anderen Menschen).
  • Wer an miesen Stimmungen bis hin zu Depressionen leidet, könnte durch Dienst an anderen Linderung erfahren. Beim Dienen wird Oxytocin ausgeschüttet, das Wohlfühlhormon, das die Stimmung hebt. Natürlich nicht so viel, dass es Stress macht, denn Stress blockiert die guten Gefühle wieder.
  • Wer anderen dient, stärkt nebenbei den Bereich im Gehirn, der die Schönheit der Welt wahrnimmt – das wiederum kann sich positiv auf den Glauben auswirken.
  • Eltern können – neben Kuscheln und Zuhören – ihren Kindern Aufgaben im Haushalt übertragen. Alle drei Faktoren stärken die Empathiefähigkeit des Kindes und seine sozialen Kompetenzen.

Habe – gleich nachdem ich das gelesen habe, eine Runde Geschirr gespült, um meinen Glauben zu stärken 🙂 und werde jetzt ein bisschen beten, um meine Empathie zu fördern… und auch, weil Reden mit Gott einfach an und für sich gut ist.

Menschen lieben. Nächstenliebe verstehen und praktizieren.

 

Buchtipp:
Für alle, die das neu oder tiefer einüben möchten:

Menschen lieben. Nächstenliebe verstehen und praktizieren.
Vier Wochen lang täglich ein Impuls zum Einüben einer – für beide Seiten – wohltuenden Haltung.

An wen richte ich meine Gebete?

IMG_1100Heute vormittag hatte ich ein interessantes Gespräch, bei dem mir jemand erzählte: „Gott hat mir klargemacht: Du richtest deine Bitten an alle möglichen Stellen, aber du richtest sie nicht klar an mich.“

Mich hat das sehr berührt – der Satz hätte auch mir gegolten haben können. Manchmal bete ich ziemlich ins Blaue hinein…ein Hilfeschrei ins Irgendwo. Ich mache mir nicht immer bewusst, an wen ich mein Bitten eigentlich richte. Bitten werden vielleicht auch deshalb nicht erhört, weil sie gar nicht klar adressiert sind….

Die einzige Adresse für Gebete, die wirklich erhört werden können, ist der Schöpfer des Himmels und der Erde, der Allmächtige, der Vater, der Heiler, der Tröster, der Helfer, dem wir nahe sein können – durch die Erlösung, die sein Sohn für uns bewirkt hat. Deshalb können wir auch nur in seinem Namen bitten…

Ich will in meinen Gebeten künftig fokussierter sein. Nicht gleich losbeten. Sondern mir erst bewusst machen, an wen ich meine Gebete richte – und wieso ich dieses Privileg überhaupt habe – durch Jesus. Ich freu mich aufs Beten!

Schiff – es geht weiter Schritt für Schritt

Es ist für mich eine Freude aus der Ferne – das Schiff liegt immer noch in Hamburg – mitzuerleben, wie es Schritt für Schritt vorangeht.

Es liegt noch gut Arbeit für ein Jahr vor uns. Aktuell ist  Karl, der Bootsbauer,  vorallem mit Entrosten beschäftigt und hat schon ein paar Hundert Schleifscheiben verschlissen. Heute bekam er Hilfe von Alejandro, der mit angepackt hat – einfach so.  Der erste von hoffentlich vielen Helfen, die helfen, dass es vorangeht.

Mit Unmengen von Geld könnte das alles natürlich viel schneller gehen. Derzeit kann ich mir nur 50 Euro pro Tag leisten – und das ist schon herausfordernd genug. Für  mich ist es erstaunlich, jeden Monat zu erleben, wie das nötige Geld zusammenkommt. Durch eigene Einnamen (Coaching, Seminar, Verlag), durch Darlehn oder Spenden. Manche Menschen schenken mir einen Tag Renovierungsarbeit, heute bekam ich zwei Wochen geschenkt. Ich hab nie dick Geld im Voraus – doch es reichte in den letzten Monaten immer für das, was anstand. Einfach wunder-bar.

Ich bin einfach nur am Staunen, wie offensichtlich Gott dieses Projekt bestätigt. Nein, ich glaube nicht, dass immer alles glatt geht, wenn Gott hinter einer Sache steht. Als Jesus mal seine Jünger über den See schickte – seine Idee, dass sie da rüber sollten – ging der Sturm erst richtig los . Auch das kann Glauben sein. Und solche Zeiten kenne ich auch – manchmal mehr als mir lieb ist.

Doch manchmal ist es einfach so, dass es so wirkt, als ob Gott lächelt und sagt: „Ich zeige dir so richtig dicke, dass ich es gut mit dir meine.“ Solche Zeiten kann ich genießen – rundum.

Pilgerreise

Die ZEIT Autorin Özlem Topçu schreibt von einer Pilgerreise:  „Diese Reise: Zu einer Gläubigen hat sie mich nicht gemacht – aber zu jemandem, der sich seines Nichtglaubens nicht mehr sicher ist. „

Ich finde das sehr schön formuliert…sich seines Nichtglaubens nicht mehr so sicher sein. Es berührt mich, wenn Menschen unterwegs sind – und ich wünsche ihnen, dass sie da ankommen, wo sie zu Hause und geborgen sind. Voll Glauben und Vertrauen.

In Gottes Schule – von Hafiz

In der letzten Zeit habe ich die Gedichte von Hafiz, dem wohl bekanntesten persischen Dichter, wieder neu entdeckt. Leider kenne ich nur eine gute englische Übertragung. Ich werde in den nächsten Tagen immer mal wieder eines davon auf deutsch übersetzen und die englischen Texte auf meinem englischen Blog Heart of Berlin posten.

Für eine Weile

Wir alle sind an den richtigen Ort gekommen.
Wir sitzen alle in Gottes Klassenzimmer.

Jetzt,
mein Lieber,
gibt es für uns nur noch eines zu tun:

Mal für eine Weile damit aufhören,
Spuckekügelchen zu machen.

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