Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Schlagwort: Musik

Ein ganz normaler Tag mit Gott

CIMG0121 (2) 730_319Derzeit passiert so viel, dass ich mit dem Schreiben kaum hinterher komme. Am Samstag war so ein „ganz normaler Tag mit Gott“.

Manche Tage sind weitgehend ohne große neue Erkenntnisse. Einfach normale Tage mit einem Gott, der mir begegnen will. Und durch mich anderen. Und durch andere mir. Mein tägliches Gebet ist: „Herr, gebrauche mich, um etwas von deinem Reich in meiner Welt sichtbar werden zu lassen.“ An diesem Samstag sah das so aus.

Samstag ist mein Schiffstag. Ich gehe zu meinem Schiff und helfe bei den Bauarbeiten mit. Ich empfand, dass ich zu einer bestimmten U-Bahn Station gehen sollte. Ich erlebe das relativ häufig, dass ich Gottes leise Stimme höre. Manchmal erkenne ich im Nachhinein den Sinn einer Anweisung. Oft auch nicht. Aber das ist ok. Ich vertraue, dass er schon weiß, was er tut.

Ich bin am Leben, weil ich so einem kleinen Impuls gefolgt bin. Vor Jahren luden mich Freundinnen zu einem Ausflug ein. In letzte Minute entschied ich mich, nicht mitzukommen, wegen eines eines „komischen Gefühls“ – damals konnte ich die leise Stimme des Heiligen Geistes noch nicht so gut. An einer Kreuzung fuhr ein Auto hinten auf sie drauf – so heftig, dass der Rücksitz bis auf den Vordersitz zusammengequetscht wurde – von vorne knallte es fast auf einen von rechts kommenden Bus. Den beiden ist nichts passiert, doch wäre ich mitgefahren wäre ich vermutlich zerquetscht oder vom Bus überrollt worden. Es ist hilfreich, auf die kleinen Impulse des Heiligen Geistes hören zu lernen. Und ihnen zu folgen.

Auf dem Weg zur S-Bahn sehe ich in einem Laden eine Frau mit Rollator. Wir kommen ins Gespräch. Sie sagt, dass sie Schmerzen in allen Gelenken hat. Ich kriege in dem engen, vollgestellten Laden die Kurve nicht, ihr Gebet anzubieten. Ich mag es definitiv lieber, wenn für Gebet mehr Zeit und Raum ist. Das mit den spontanen Gebeten in unbequemen Räumen will ich noch lernen.

In der SBahn kommt ein Anruf von einer Freundin. Ich hatte ihr erzählt, dass ich überlege, aus dem, was ich in England gelernt habe, einen Online-Kurs zu machen, so wie die Kurse, die ich zu Stärke im Leben, Arbeitsorganisation und Beziehung zu Gott schon entwickelt habe. Und vielleicht sogar einen Live-Trainings-Kurs in Berlin dazu mache. Einen Namen, der mir gefällt, habe ich schon: WUM: Wunder unter Menschen. Natürlich Gottes Kraft erleben.

Meine Freundin ist ganz begeistert – aufgeregt. „Du, ich wollte dir nur sagen, dass das mit deinem Kurs goldrichtig liegst. Ich habe mich gestern mit zwei jungen Frauen unterhalten, die auf einer Bibelschule waren, aber da nie gelernt haben, dass man auch im Geist und in der Beziehung zu Gott eine Gestalt hat und Grenzen. Die Grenzen kann man natürlich erweitern. Aber wenn man versucht, zu schnell über die Grenzen des bisherigen Wachstums in Gott hinaus zu gehen, landet man im Burnout oder in der Verzweiflung. Ich spüre, dass es total wichtig ist, dass du diesen Kurs machst und ich wollte dir anbieten, dass ich zu dem Thema „Wachsen im Geist“ eine Einheit machen könnte. Ich freue mich über die Ermutigung und antworte lachend „Für dieses Thema habe ich dich schon eingeplant!“

Am Schiff lasse ich es langsam angehen. Ich streiche, entferne Farbe von der neuen Tür, die jetzt zum Vorderschiff führt – und stelle fest, dass Farbe, die man mit der Heißluftpistole erwärmt hat, auch hinterher noch heiß ist. Ich helfe mit, große, unhandliche Holzplatten, von denen eine 50 Kilo wiegt, an Bord zu tragen. Danach tut mir der Rücken weh. Das ist aber glaube ich normal. Schade, dass niemand an Bord war, der stärker ist als ich.

Eine Helferin hat einen großen blauen Fleck, der nicht gut aussieht. Ich bete, dass alles gut verheilt.

Nach einer Runde in der Spree, in der ich mir vorstelle, von Gottes heilendem Wasser umgeben zu sein, mache ich mich auf dem Weg zum Geburtstag. Das Geburtstagskind war Teilnehmerin bei einem meiner Seminare. Sie hat ihre Gäste gebeten, mitzuhelfen die Teeküche an Bord meines Schiffes zu finanzieren! Wie wunderschön!

Ein Gast, den ich kenne, sieht traurig aus. Ich frage nach. Der Grund ist viel Last in der Pflege der alten Eltern. Ich höre zu und bete um Segen und neue Kraft. Ein anderer Gast erzählt mir, dass er den Mann des Geburtstagskindes von Seminaren in State kennt. Dieses kleine Dorf erlebte einen geistlichen Aufbruch, als ein neuer Pfarrer kam. Der erkannte, dass die ansässigen Bauern im Sommer kaum Zeit für geistliche Themen hatten – im Winter wohl. Sie stellten im großen Pfarrhaus Betten auf und machten in den Wintermonaten Bibelwochen. Menschen fanden zum Glauben. Gott wirkte. Eines Tages war der Pfarrer zu Gast in einem Haus für Diakonissen – quasi evangelische Nonnen. Er erzählt eine uralten Schwester von dem, was an seinem Ort geschah. Sie fing an zu weinen. Sie hatte an diesem Ort ein Kinderheim geleitet und jahrzehntelang dafür gebetet, dass dort ein geistlicher Aufbruch geschehen würde. Ich weinte mit, als ich das hörte. Wie oft wissen wir gar nicht, wer für den Segen, den wir erleben durch seine Gebete mit ausgelöst hat.

Im Bus auf dem Weg zu einem Benefizkonzert – so voll sind nicht alle meine Tage – hustet eine Frau auf eine Art, die sehr schmerzhaft klingt. Ich spreche sie an und sie erzählt von Allergien. Ich frage sie, ob ich beten darf und bete, als sie bejaht, über den Gang des Busses hinweg für sie.

In der U-Bahn, die teilweise überirdisch fährt, sah ich, dass es heftig regnete. Ich hatte keinen Regenschirm dabei und freute mich, dass ich am Fußboden der Haltestelle eine große Einkaufstasche aus Karton fand, die ich kurzerhand zum Regenhut umfunktioniere. Ich dachte darüber nach, dass wir als Gottes Kinder Licht in die Welt bringen – einfach nur durch unser Dasein und entschied mich, den Weg zum Ziel zu wählen, der mitten durch den Straßenstrich führten, wo Großteil der Frauen von Armut oder Menschenhändlern gezwungen werden, dort ihre Dienste anzubieten. An diesem Abend stehen sie nicht wie üblich an der Straße, sondern sitzen zusammengekauert unter einem Vordach, um sich vor dem Regen zu schützen. Als sie mich mit meinem „Regenhut“ sehen, fangen sie an zu lachen. Nicht hämisch, sondern das fröhliche Lachen von Kindern, die etwas Lustiges sehen.

Ich lache und winke zurück und wünsche ihnen noch einen schönen Abend. Ich freue mich, dass ich ein ganz kleines bisschen Licht und Freude in ihre finstere Welt bringen konnte – und bin dankbar für Freunde von mir, die dort ein Café betreiben und den Frauen helfen, so gut sie können.

Beim Konzert genieße ich die herrliche Jazzmusik und Sarah Kaiser und ihre Band bete aus der Ferne segnend für eine Frau, die sehr unruhig wirkt und ein Korsett am Rücken trägt.

Eine Frau, die ich kenne, erzählt mir, ihr Mann sei ungeschickt gestürzt und habe sich vier Rippen gebrochen. Ich biete ihr Gebet an und empfinde, dass ich vor allem gegen Selbstvorwürfe beten soll, die er sich womöglich macht. Sich zu denken „Wie kann ich nur so dumm sein“ trägt vermutlich nicht zu schneller Heilung bei, wofür ich natürlich auch bete. Weniger bittend, als vielmehr segnend. In dem Wissen um die Autorität, die Jesus uns anvertraut hat.

Auf dem Nachhausweg schreit ein Mann, den ich durch das offene Wohnungsfenster höre sehr aggressiv. Die Worte, die ich hier nicht wiederholen mag, sind beleidigend. Es macht keinen Sinn, Dämonen rauszuwerfen, die sofort danach wieder eingeladen zu werden. Ich will die Person schützen, die angeschrieen wird, also binde ich den aggressiven Geist. Es ist Ruhe. Ich gehe nach Hause. Ein ganz normaler Tag mit Gott geht zu Ende.

Auf dem Schiff – Fortschritt erkennbar

Es ist schön, zu sehen, dass es voran geht. Ich bin dem Bootsbauer Karl so dankbar, wie sehr er mich auf dem Laufenden hälst und wie er sich durchbeißt…Platte für Platte, die entrostet und abgeschliffen und neu gestrichen werden muss. Das meiste macht er allein…

Die Leistung, die das bedeuted kann vermutlich nur derjenige abschätzen, der das Schiff vor der Renovierung gesehen hat (siehe Bild unten rechts)

Der Bootsbauer Karl Maria Kinsky ist übrigens auch ein genialer Musiker. Ihr könnt ihn für Konzerte und Events buchen…

Es ist noch ein gutes Stück Weg, das vor uns liegt. Nach wie vor brauchen wir

Material: Holz, Farbe, zwei schöne Kaminöfen, Fenster, Metall….

– Mitarbeiter: Wer Zeit und Lust hat, ein paar Stunden oder Tage in Hamburg mitzuhelfen – herzlich willkommen.

– Finanzen: Eine Stunde Renovierung kostet (Material und Personal) so ca. 30 Euro. Da kommt was zusammen.

– Gebet: Es ist ein Geschenk, wenn Dinge gut voran gehen…ein Geschenk, um das man bitten kann.

– Geduld: Es ist noch eine große Wegstrecke und viel Arbeit vor uns…

 

 

 

 

 

 

55 x 5 – Es gibt noch mal 5 CDs zu ersteigern

Diesmal:

– Martin Pepper: Saitenwechsel

– Lothar Kosse: Zieh mich höher

– Heiko Bräuning: Hand aufs Herz

– Armin Knothe: Schritt für Schritt

– Mandi : Listen to the poet.

Der Erlös geht ins Schiffsprojekt. Bieten könnt ihr bis Sonntag 5.55 p.m.

 

 

55 x 5 Aktion fürs Schiff

In etwa 55 Wochen werde ich, wenn alles klappt, auf dem Schiff leben können (wenn nicht alles klappt, muss ich noch länger geduldig sein). Auf dem Schiff wird nicht alles Platz haben, was ich derzeit besitze. Und ich kann noch jede Menge Geld für die Renovierung (täglich ca. 50 Euro Kosten) gebrauchen.

Deshalb gibt es jetzt die Aktion 55 x 5.

Jede Woche verkaufe ich fünf Gegenstände. Bücher, CDs, Schmuck, Deko… Der Erlös aus dem Verkauf kommt aufs Schiffskonto.

Im Kommentarfeld könnt ihr Gebote abgeben.

Mindestgebot: 1 Euro. Ab dann in 50 Cent Schritten weiter.

Den Zuschlag erhält, wer bis Sonntag 5. 55 (Nachmittags) das höchste Gebot abgeben hat.

Sofort kaufen: Wenn du etwas unbedingt haben möchtet und das Bootsprojekt unterstüzen willst, kannst du auch die Sofort-Kaufen Option nutzen: für 55 Euro ist es deins.

Diese Woche gibt es 5 CDs (teils recht neu, teils schon öfter abgespielt):

– Martin Pepper: Featuring Bluecube

– Matt Redman: The father´s song

– E. v. Knorre, Tessa Wiley: Land der Lebendigen

– Morning Star: Glory

– Morning Star: Warfare

Ich bin gespannt. Viel Spass beim Bieten!

 

Perspektive

Das habe ich gerade erlebt – und gleich unter dem Punkt „P“ wie Perspektive in mein neues Buch „Leben. schlicht und ergreifend“ eingebaut. Ihr dürft vorab reinlesen…

„Danke für meine Arbeitsstelle“ – sang der Straßenmusiker. Natürlich weiß ich nicht, ob er von Herzen meinte, was er da sang. Dennoch berührte es mich. Das Lied kenne ich noch aus meinen Kindertagen. Ich weiß, wie der Text weitergeht „danke für jedes kleine Glück. Danke für alles Schöne, Helle und für die Musik“. Für das Schöne im Leben zu danken – das fällt leicht.
Doch könnte ich Gott und dem Leben auch dankbar sein, wenn ich mein Geld mit Straßenmusik verdienen müsste. Ich hatte, als ich an dem Musiker vorbeilief einen Strauß Tulpen im Fahrradkorb. Nicht die teuren, gefüllten Tulpen. Das gibt mein Budget gerade nicht her. Aber schöne, leuchtend orange Tulpen. Die kann ich mir gut leisten. Wie schön!
Mich hat die Begegnung sehr berührt. Im Grunde ist da ein Perspektiv-Wechsel passiert. Ich habe mein Leben mit dem verglichen, wie sein Leben vermutlich ist. Und dadurch die Schätze, die ich habe, neu entdeckt. Oft genug sehe ich die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die mein Leben als Autorin und Verlegerin mit sich bringt. Die Begegnung machte mir neu deutlich, wie viel Grund zur Dankbarkeit ich habe. Ich bin auch dankbar, dass mir das durch diesen Mann neu bewusst wurde.

Noonsong – a Lestival of nine Lessons and Carols

Unter diesem Titel hat der Berliner Noonsong letzten Samstag eine bewegende Stunde gestaltet. Gemeindeglieder, Pfarrer, Lokal- und Bundespolitiker lasen Bibeltexte. Von Schöpfung und Sündenfall bis Weihnachten – die Geschichte der Menschheit von der Trennung von Gott bis zur Geburt des Erlösers in ausgewählten, eindrücklichen Texten.

Dazwischen traumhaft schön gesungene mehrstimmige Kompositionen von Renaissance bis 2010 – zwei Welturaufführungen. Kirche, Politik und Kunst, verkünden gemeinsam die Botschaft der Hoffnung. Eindrücklich und bewegend.

Auf der Website von  Noonsong könnt ihr reinhören und euch auch inspirieren lassen.

Rhythmus und Lebensfreude

Schön, dass ich schon mal hier war und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht habe. Als ich vor zwei Jahren hier war, wollte ich natürlich unbedingt einige der New Yorker Sehenswürdigkeiten kennen lernen: Wall Street, Times Square, die Freiheitsstatue, den Central Park, MoMa, Ground Zero usw.

Jetzt kann ich es – noch mehr als damals – genießen, mich durch den Tag treiben zu lassen, Menschen zu beobachten und Stimmungen aufzufangen. Gestern kam ich in Brooklyn zufällig bei einem Rhythm and Blues Open Air Konzert vorbei. Musikalisch nicht soo mein Ding (zu viel E-Gitarre für meinen Blues Geschmack). Aber ich hab es so genossen, den Menschen zuzusehen. Besonders Linden. Sie tanzte das komplette Konzert mit einer ansteckenden Lebensfreude. Was umso bemerkenswerter war, da sie mit ihren etwa 11 Monaten noch nicht mal alleine stehen konnte. Ihr Vater hielt sie etwa eine Stunde lang ging sie in die Knie und wieder hoch, schwang die Arme im Takt der Musik, klatschte in die Hände und war einfach nur glücklich. Als der Vater ihr die Flasche gab, machte sie eine kurze Pause…aber kaum war ausgetrunken bewegte sie wieder ihre Hände im Takt…

Später bin ich noch über die Brooklyn Bridge nach Manhattan gelaufen – für mich der schönste Weg, in die Stadt zu gehen…habe Mutter-Theresa Nonnen beobachtet, die sich gegenseitig an einem Brunnen naßspritzen, dann beim Ground Zero nachgesehen, wie weit der Neubau ist (noch nicht sehr weit) und mir in einem Buchladen den amerikanischen E-book Reader Nook angesehen und fand ihn hässlich, hässlich, hässlich…ich glaube nicht, dass das Ding – wenngleich billiger – auf dauer mit dem Ipad mithalten kann.

Jetzt werde ich noch fertig Kaffee trinken, frühstücken … und dann auf zu neuen Abenteuern.


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Noonsong

Ich habe etwas Schönes, Neues in Berlin entdeckt: Noonsong.. Samstag Mittag gibt es in der Kirche am Hohenzollernplatz 30 Minuten Spirituelle Gesänge. Dann kann man noch bleiben und leckere Suppe essen oder über den Markt bummeln. Ein sehr schöner, geistlich-kultureller Wochen-Ausklang und Wochenendbeginn. Ich zumindest habe es sehr genossen.


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