2014-04-18 15.25.55Gerade komme ich von einem Kurzurlaub an der Ostsee zurück, der mir einfach gut getan hat. Eine Freundin und ich haben uns spontan entschieden, ein günstiges Oster-Special-Schnäppchen-Angebot zu nutzen, um über die Ostertage Wind, Sand, Sonne, Zeit, Gespräche, gutes Essen und vor allem Bücher, Ruhe, Weite und Meer zu genießen. Es hat mir sehr gut getan. Ich konnte gut abschalten, Gott Dinge in die Hand geben, mich ausruhen und die Zeit genießen.

Jetzt zurück geht mir mein Kontostand durch den Kopf. Da ist auch ein Wechsel von Ebbe und Flut. Derzeit er Ebbe. Im letzten Monate habe ich 5000 Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Außerdem ist meine Küchenuhr ebenso kaputtgegangen wie die Gangschaltung meines Fahrrades. Das nimmt mich schon mit. Die Kosten sind erklärbar. Zum einen hohe Kosten im Verlag für Lektorat, Druck, Grafik und vieles mehr. Immer, wenn wir neue Titel produzieren, müssen wir die ja erst mal vorfinanzieren – die Einnahmen kommen erst zeitverzögert hinterher. Und dann die Rückzahlung eines Darlehns fürs Schiff, hohe Materialeinkäufe (Komposttoilette, Farbe für die Decks, Siebdruckplatten für die Böden, doppelt isolierte Bullaugen). Angesichts der hohen Kosten sind „nur“ 5000 Minus eigentlich ganz ok. Nur viele solche Monate kann ich nicht durchhalten, sonst ist ganz Ebbe.

Es ist ganz schön schwer, die Balance hinzukriegen. Da ist auf der einen Seite das Gottvertrauen – er IST der Versorger und die gerade aufblühende Natur zeigt seine Großzügigkeit in verschwenderischem Maße. Und zwischen weiser Planung andererseits. Die Bibel fordert zu beidem auf – tiefem Vertrauen in Gottes Güte und Versorgung und weiser Planung als jemand, der selbst verantwortlich handelt.

Das mit der weisen Planung finde ich gerade echt schwer, weil so viele Faktoren nicht klar sind.

– Einkommen – als Selbständige bekomme ich ja kein Gehalt, sondern lebe vom Gewinn, den ich mache. Doch ob der da ist und wenn ja, wie hoch – lässt sich schwer voraussagen. Die Wintermonate sind im Verlag und Coaching oft gut, die Sommermonate oft eher dürr – allerdings fallen gerade dann die hohen Kosten für neue Titel an. Ein guter Monat kann in meiner Branche drei mal so gut sein wie ein schlechter schlecht ist.

– Sonstige Einnahmen: Ich versuche so viel wie möglich an gebrauchten Dingen aus meiner Wohnung und dem Schiff zu verkaufen – doch ob und wie schnell das geht und welche Einnahmen ich etwa mit dem Verkauf von gebrauchten Dingen bei Amazon oder Ebay erziele, lässt sich ebenso schwer schätzen, wie die Summe der Geschenke, die ich für das Schiffsprojekt bekomme.

– Schiffskosten – für einige der großen Posten, die noch anstehen wie etwa  Solar, Lüftung habe ich Angebote vorliegen, andere Kosten hängen stark davon ab, wie viele – fachkundige – Helfer ich habe, wie viel von der Arbeit ich an Fremdfirmen abgeben muss. Das kann bis zu einem Drittel der Kosten ausmachen. Natürlich hoffe ich auf viele Helfer. Und dass das ganze Projekt in einigen, wenigen Monate fertig ist.

Kurz – so richtig kalkulieren kann ich es nicht 100% – vermutlich nicht mal 50 oder 60%. Da kann ich nur hoffen, dass auf Ebbe wieder Flut kommt – ich bin dankbar für die letzten Monate, die eher flutreich waren. Und Monat für Monat mit dem, was da ist, weise planen und entscheiden. Persönliche Ausgaben auf ein Minimum reduzieren z. B. indem ich den Gefrierschrank leerfuttere statt Frisches zu kaufen. Und nicht unbedingt nötige Ausgaben verschieben. Sehr viel weiter als einen Monat kann ich nicht genau sehen. Aber ich kann weiter meinem Gott vertrauen – er hat mich bis jetzt durchgetragen – und wird es sicher weiter tun. Sicher.

Beim Spazierengehen und Beten heute ging mir immer wieder durch den Kopf: 2014-04-21 14.17.33

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt – der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. 

Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuss gehen kann.

Und außerdem freue ich mich, dass ich bald Geburtstag habe ….und dass die ersten Geschenke für mich schon eingetroffen sind…Juchu!