Kirchen sind hier überall zu sehen. Große, beeindruckende, hässliche (groß, beeindruckend und hässlich schließt sich nicht aus), kleine, schöne, heruntergekommene, einfache – die Gebäude sind wahrscheinlich ebenso so vielfältig wie das geistliche Leben der Menschen, die sich dort treffen.

Ich war gestern mit meinen Freunden in der North Brooklyn Vineyard Gemeinde, einer kleinen Gemeinde, mit gestern etwa 40 Besuchern im Morgengottesdienst. Entspannt und locker. Kaffee und Bagels, die es umsonst gibt, kann man auch an den Platz mitnehmen. Treffpunkt ist Morgens eine kleine Schulturnhalle (die eher die Größe eines sehr großen Wohnzimmers hat), Abends eine Bar.

Nach der Predigt gab es eine Zeit, wo die Anwesenden gemeinsam oder auch persönlich Gott ihre Liebe oder ihr Vertrauen ausdrücken konnten. Was mich berührt hat. Ein Mann empfand, dass Gott einer Frau in einer ganz spezifischen Situation etwas sagen wollte und gab diesen Impuls weiter. Die Situation, die er beschriebe, entsprach genau einer konkreten Situation, die mich sehr intensiv beschäftigt. In diese Situation hinein zu hören „Gott sieht dich!“ hat mich sehr berührt.

Keine Ahnung, warum Gott manchmal den Weg wählt, über andere Menschen zu einem zu sprechen…vielleicht ist man da weniger in Gefahr, das anzuzweifeln…und nur als Ausgeburt der eigenen Phantasie zu betrachten.

Nach dem Mittagessen bei IKEA…- gleiche Möbel, gleiches Essen, vor Gott und IKEA sind alle Menschen gleich – hab ich meine Freunde Möbel kaufen lassen und selbst das am Wochenende kostenlose Wassertaxi an die Südspitze Manhattans genommen. Mit vielen orthodoxen Familien, die ihre Kinder – bis zu sieben an der Zahl – zum Teil in gleicher Kleidung gekleidet hatten, wohl um sie im IKEA – Gewühl schneller wieder zu finden.

Schlendern durch die Wall-Street Gegend und später Soho, das am Wochenende fast genauso voll ist, wie unter der Woche. Auf dem Bürgersteig betete ein Moslem auf einem Pappkarton. Ob Allah das als „Teppich“ akzeptiert. Praktisch ist es allemal.

Mein Highlight: Eine Galerie verkaufte Original-Lithographien von Chagall, Picasso und Dali – zum Teil wunderschön. Und gar nicht sooo teuer. Ab 3000 Dollar war man dabei. Sogar neue Drucke von den alten Druckplatten die Rembrandt benutzt hatte, waren zu sehen. Die fand ich allerdings nicht so schön wie die Originale, die ich in einer Ausstellung gesehen hatte. Ein bisschen Patina muss bei Rembrandt schon sein.

Noch eine heiße Schokolade in einem Café…dann nach Hause zu einem türkischen Abendessen…unterwegs war ich noch lange an der Tür eines Lokals gestanden, in dem wunderbarer Live Jazz gespielt wurde…traumhaft.

Am 1. Tag des Monats nehme ich mir in der Regel Zeit, meine Aufzeichnungen des vorangegangenen Monats zu lesen, zu planen, zu beten….das habe ich, weil ich gestern den Tag mit Freunden verbringen wollte, auf heute verschoben.


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