Auch hier bin ich – anders als andere Autoren – in der glücklichen Lage, mitbestimmen zu können, wie mein Buch gestaltet wird. Die meisten Autoren müssen ja mit dem leben, was der Verlag entscheidet. Das kann manchmal phantastisch sein, manchmal weniger begeisternd. Ich würde Autoren deshalb immer empfehlen, bei der Auswahl eines möglichen Verlages immer auch zu prüfen, ob man die Art mag, wie dieser Verlag Bücher gestaltet.

Das ist zumindest dann wichtig, wenn einem Ästhetik ähnlich wichtig ist wie mir – ich finde hässliche Bücher so schmerzhaft, dass ich für übles Design den Begriff „ästhetische Körperverletzung“ geprägt habe. Das fühlt sich für mich oft (fast) genauso schlimm an, wie körperlich geprügelt zu werden.

Meine Prioritäten

Mir war für die Gestaltung des Buches wichtig:

  • Die Kernsätze sollten prominent erkennbar sein
  • Die Gestaltung  sollte Humor und Leichtigkeit ausstrahlen
  • Das Buch sollte praktischen Nutzen bieten

Die Umsetzung

Gemeinsam mit der Illustratorin Monika Avakian habe ich mich dann an die Umsetzung gemacht.

  • Dicke, ganzseitige Kreise in schöner Schrift enthalten die Kernsätze und markieren den Kapitelanfang
  • Jedes Kapitel erhält eine oder zwei von Hand gezeichnete Illustrationen.
  • Es gibt eine ganze Seite mit praktischen Tipps, die mit eigenen Icons gegliedert sind

Gerade die Icons haben uns oft zum Lachen gebracht. Monika und ihr Mann haben viel Zeit im Ausland verbracht – was gelegentlich zu amüsanten Wortneuschöpfungen führte. So übersetzte Monika das Wort Icons ins Deutsche und sprach stets  von den Ikonen für das Buch

Der Drucksatz

Gutenberg Biographie von Kerstin HackMein Held ist Gutenberg. Als er den Drucksatz erfunden hat, dachte er nicht nur daran, Worte auf Papier oder Pergament zu bringen. Er überlegte auch, wie das mit größtmöglicher Ästhetik geschehen könnte. Seine Bibel sollte den handgeschriebenen Bibeln in nichts an Schönheit nachstehen.

Er entwickelte spezielle Abkürzungen z. B. das ß für sz, um den Platz im Blocksatz möglichst gleichmäßig zu füllen. Außerdem den sogenannten Durchschuss, der dafür sorgt, dass die Zeilen auf der Rückseite auf gleicher Höhe beginnen, wie auf der Vorderseite. Das verhindert, dass Schrift unangenehm in den Zwischenzeilen durchschimmert. Zu seiner Zeit hat man das mit speziellen Rahmen und Fixierstiften gemacht, die das Papier in Position hielten.

Heute geht das leichter. Man muss Druckbögen nicht mehr von Hand anlegen und prüfen, sondern kann vieles elektronisch tun. Dennoch ist viel Feinarbeit und Akribie nötig, damit bei einem Buch, das auch Illustration enthält, das Gesamtbild stimmig ist, keine Zeilen überhängen usw.

Mein zweiter Held ist deshalb Michael Zimmermann, mit dem ich schon seit Jahren zusammenarbeite. Ich staune immer wieder, welche Details er sieht – und bin dankbar, den Abschluss eines so komplexen Projektes in seinen guten Händen zu wissen – mit allem, was dazu gehört: Drucksatz, Einarbeitung letzter Korrekturen, Übermittlung der Dateien an die Druckerei, damit am Ende ein rundum stimmiges Buch entsteht.