Schon seit einer ganzen Weile habe ich mir gewünscht, mit meinen Fähigkeiten als Coach geflüchtete Menschen dabei unterstützen zu können, stressige Erlebnisse effizient zu verarbeiten. Bisher hat das aus verschiedenen Gründen – von Kommunikation bis zur anderen Faktoren – nie so richtig geklappt.

Heute hatte ich das erste Coaching mit einem geflüchteten jungen Mann. Ich arbeite ja mit Wingwave, einer Methode, mit der man den Stress erst genau fokussiert, indem man nach den inneren Bildern, Gefühlen, Körpergefühlen und negativen Selbstaussagen fragt, die mit einer bestimmten Situation verbunden sind.

Das könnte dann zum Beispiel so klingen:  Immer wenn ich an Hunde denke, sehe ich den kläffenden Hund der Nachbarn vor mir, ich spüre Angst, meine Schultern ziehen sich zusammen und ich denke: Ich bin dem ausgeliefert.

In meiner Erfahrung mit deutschen Klienten habe ich oft sehr erstaunte Blicke geerntet, wenn wir über ein Gefühl sprachen und ich dann fragte: Wo im Körper spüren Sie dieses Gefühl? Viele konnten das überhaupt nicht benennen. Nicht so der junge Mann aus Syrien. Er fand es nicht leicht, die passende Szene zu finden, aber bei der Frage nach der körperlichen Wahrnehmbarkeit des Gefühl kam es wie aus der Pistole geschossen: „Im Bauch“, „Im Herzen“, „Im Kopf“, „In den Wangen!“ usw.

Das hat mich richtig fasziniert. Und gefreut… die Freude… die spüre ich im Herzen und im Kopf. Und im Mund. Der lächelt.