Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Autor: Kerstin Hack (Seite 1 von 58)

Intuition, Achtsamkeit und Mut

Inspirierendstes Fundstück des gestrigen Tages:.

Intuition ist deine innere Stimme.

Achtsamkeit ist die Fähigkeit, ihr zuzuhören.

Mut ist das Handwerkszeug, das Gehörte umzusetzen.

Udo Schroeter

Das Zitat stammt aus dem Buch  Bin am Meer. Eine Erzählung für Männer. 

Mich hat das Zitat berührt, weil mich das Thema Achtsamkeit ja schon lange beschäftigt, ich auch darüber ein Impulsheft geschrieben und ein Quadro-Trainingsheft herausgegeben habe.

Achtsamkeit ist eine Haltung, die das Leben stärkt. Schon mal an und für sich. Es tut gut, nicht durchs Leben zu hetzen, sondern wahrzunehmen, was ist  – um einen herum und in einem drin an Gedanken und Emotionen.

Doch den Gedanken, dass Achtsamkeit das Bindeglied zwischen Intuition und Mut zum Handeln ist, finde ich als Frau, die gerne kraftvoll Dinge umsetzt, ausgesprochen faszinierend.

Dankbar für überraschende Hilfe

Als Frau, die Ästhetik liebt, stören mich die 100  Kleinigkeiten, die am Schiff noch nicht richtig schön sind. An der einen Stelle fehlen noch Leisten, in den Gästezimmern noch Ablagen für Bücher, Handys und Koffer.

Bootsbauer Helge ist eher mit den großen Dingen beschäftigt. Etwa den neuen Kaminofen für den Seminarraum zu installieren. Oder die Solaranlage weiterzubauen, damit ich möglichst schnell auch 220 V Strom selbst machen kann. Bisher produziert die kleine Solaranlage 12 Volt Atom. Das genügt an den meisten Tagen im Jahr um das Schiff zu beleuchten, Handys aufzuladen und die Trinkwasserpumpe zu betreiben. An den Tagen, an denen es nicht reicht. nutzen wir (teuren) Strom vom Land.

Um das Schiff dauerhaft möglichst autark und mit geringen Betriebskosten zu betreiben, bauen wir gerade an einer Solaranlage, die ca. 2500 Euro kosten wird (Material und Installation), aber dann ausreichend Strom produzieren sollte –  wenn nicht gerade 8 Wochen Regenwetter ist, was aber selbst in Berlin selten ist.

Weil solche Dinge wie Kaminofen und Solaranlage natürlich wichtiger sind, als die 100 Kleinigkeiten, die für mein Gefühl von Ästhetik und Wohlfühlen wichtig sind, bleiben die natürlich erst mal leihen. Umso mehr freue mich mich, dass ich gerade sehr spontan drei Handwerker an Bord habe. Ich habe sie  von einem andern Projekt, das sich leider verzögert hat, ausgeliehen bekommen. Spontan. Am Montag kam die Anfrage, Mittwoch waren die Handwerker da und bleiben jetzt ein paar Tage.

Gestern war ich zu meinem Reflexionstag unterwegs – und fand es wunderschön, nach der Rückkehr ein neues Fensterbrett und eine bessere Ablage in der Toilette und frisch gestrichene Wände im Büro zu haben. Herrlich!

Die These an meiner Lebenstür

Das vielerorts gefeierte Reformationsjubiläum ist ein guter Anlass, darüber nachzudenken, wie denn Reformation im eigenen Leben aussehen könnte.

Luther hat sich mit seinen Thesen gegen Überzeugungen gewandt, die das entspannte (Glaubens)-Leben nicht förderten, sondern eher behinderten. Und lautstark seine Gegen-Sätze zu diesen einschränkenden Überzeugungen in die Welt gerufen. Dass der Stein, den er damit ins Rollen brachte, auch die eine oder andere Struktur mitriss, war so wohl nicht beabsichtig, aber das ist eine andere Geschichte.

Meine These

95 Thesen sind mir etwas zu viel des Guten. Simplify und minimalistischer Lebensstil sind ja in. Auch in meinem Kopf. Also hab ich mich auf einen Satz beschränkt, der mein Leben einschränkt.

„Du musst es schaffen!“

Dieser Satz ist ebenso umfassend wie unerbittlich. Er sagt: „Alles, was dir an To-Dos auf den Schreibtisch, ins Haus, in Gedanken, in Begegnungen in dein Leben kommt, das musst du schaffen!“ Wie grausam. Wie unbarmherzig. Wie ungnädig.

Meine Frage ist nicht: „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“ Dank Luther ist das ja schon mal sortiert: Durch das, was Christus getan hat, erhalten wir Gottes Gnade als Geschenk.

Meine Frage ist viel mehr: „Wie bekomme ich ein gnädiges Ich!“ 

Nachdenken

Mir hilft da erst mal Nachdenken. Diesen Satz habe ich von meinen Eltern übernommen. Die lebten auf einem Bauernhof. Da musste man die anstehende Arbeit schaffen, um versorgt zu bleiben, um zu überleben: Die Tiere mussten gefüttert werden, sonst würden sie sterben. Die Ernte musste eingebracht werden, sonst würde sie verderben.

Der Satz war und ist sinnvoll in Situationen, in denen das Überleben bedroht ist. Wenn man auf der Flucht um sein Leben rennt oder ein Sturm die Ernte bedroht, dann kann der Satz „Du musst es schaffen, sonst stirbst du!“ helfen, letzte Energiereserven zu aktivieren. Und das Leben zu sichern.

Der Unterschied zu heute ist, dass die Arbeit damals tatsächlich begrenzt war – durch die Größe der Felder und die Anzahl der Tiere. Damals konnten Menschen nicht einfach mit ein paar Klicks auf einer Tastatur anderen Menschen Aufgaben aufbürden, die Zeit und Mühe kosten.

Mails sind To-Dos, die andere für dich schreiben.  – Christine Carter

Anderes als früher haben Aufgaben heute fast keine Grenzen mehr. Zu denken, man müsste oder könnte alles schaffen, was irgendwie an Aufgaben an einen herangetragen wird, ist Anmassung und Hybris.

In dem  Satz „Du musst es schaffen!“ schwingt innerlich jedoch noch die gleiche Bedrohung des Lebens mit, die frühere Generationen empfunden haben, wenn sie ihn sagten.

Wir denken: „Du musst es schaffen, sonst ist dein Leben bedroht!“ Und realisieren oft gar nicht, dass gerade das Viele „schaffen müssen“ uns Kraft, Gesundheit und Leben raubt.

Nachfühlen

Negative Sätze sind nicht nur in unserem Denken abgelegt, sondern über Hormone und körperliche Reaktionen auch in unserem ganzen Körper. Der Satz „Du musst es schaffen!“ löst Stress und Angst aus.

Weil ich das weiß, habe ich mir erst einmal die Zeit genommen, zu spüren, wo im Körper und in der Seele ich diesen Satz spüre. Ganz klar im Nacken. Etwas auch im Bauch. Und dann durch gezielte rechts-links-Bewegungen, die ich aus dem Coaching kenne, den körperlichen Stress, der mit diesem Satz verbunden ist, neutralisiert. (Mehr dazu im Quadro „Blockaden lösen„)

Das tat gut.

Gegensatz finden – neue These

Vermutlich wird der Satz „Ich muss es schaffen!“ immer mal wieder in meinen Gedanken auftauchen. Ich habe mir überlegt, was ich dazu als Gegenthese brauche. Ganz klar war mir: Ich wollte mich nicht von dem „es“ herumkommandieren lassen. Nicht es bestimmt, sondern ich will bestimmen, ob ich es tue.

So heißt mein neuer Satz jetzt in Übereinstimmung mit dem, dass ich mich als die Regentin meines Lebens sehe:

Ich entscheide, was ich jetzt tue!

Und ergänzend dazu noch einen weisen Rat an mich selbst.

Nimm nicht mehr To-Dos an, als du auch wieder loswerden kannst.

Ich glaube, mit diesen beiden Sätzen habe ich eine gnädigere Lebensregentin gefunden als die alte mit ihrem dummen „muss“!

Das ist eine echte Reformation.

P. S: Ach ja…immer wenn ich an Luthers Thesen denke, erinnert mich das daran, dass ein Kind in einem Schulaufsatz mal schrieb: „Dann nagelte Luther seine Prothesen an die Tür.“ Die Vorstellung hat auch was.

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Entrümpeln – die Dinge

Ein Mann ist umso reicher, je mehr Dinge er hinter sich zurücklassen kann. – Thoreau

Jetzt will ich es wirklich wissen!

Von meinem kreativen Wesen her bin ich kein Mensch, der Ordnung an und für sich liebt. Sie ist mir nicht um ihrer selbst willen wichtig. Ich neige dazu, wenn ich ganz oder halb fertig bin, die Dinge einfach irgendwo hin zu legen und mich der nächsten Idee zuzuwenden.

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass Ordnung mein Leben leichter macht. Und Leichtigkeit ist etwas, das ich durchaus liebe. Sehr sogar. Ordnung erspart mir Suche und schenkt mir Schönheit.

Einige gute Gewohnheiten erleichern es mir, Ordnung zu halten.

  • Dinge gleich nach dem Benutzen wegräumen
  • Emails sofort komplett beantworten
  • Abends ein kleiner Aufräumspaziergang durch die Wohnung
  • Für jede neue Sache, die reinkommt, zwei alte aussortieren

Kerstin Hack Aufgeräumt. Aufgaben und Dingen Struktur geben Neues Quadro

Viele meiner besten Tipps und Tricks, um das ständig drohende Chaos in den Griff zu bekommen und im Griff zu behalten, habe ich in meinem neuen Quadro beschrieben:

Aufgeräumt. Aufgaben und Dingen Struktur geben.

Einfach entrümpeln

Ganz klar: Aufräumen ist leichter, wenn man wenig hat.

Bevor ich aufs Schiff gezogen bin, habe ich viele Bücher verkauft und zwei Verschenke-Partys mit Hunderten von Gegenständen gemacht. Nach dem Umzug stellte ich fest: Der Platz reicht noch nicht. So verbrauchte und entsorgte ich in den nächsten Monaten 600 weitere Gegenstände. Der Unterschied war kaum bemerkbar.

Ich spüre die Last: Es ist nach wie vor zu viel da. Luftpostbriefumschläge und selbst gemachtes Geschenkpapier aus meiner Jugend! Sanddornlikör und afrikanische Gewürze, Prospekte, Flyer und Karten. Der Durchschnittsmensch besitzt etwa 10.000 Gegenstände. Mit Büro und Schiffbauwerkstatt sind es sicher 30.000.

Ich entschied am 20. September:

Bis Jahresende sollen es 2.000 Dinge weniger werden. Wenn ich pro Tag 10, an Wochenenden 50 Dinge entsorge, schaffe ich das.

Von innen nach außen

Das Problem:

High-Speed-Entsorgen klappt nur, wenn ich vieles wegwerfe. Verschenken oder verkaufen kostet mehr Zeit als ich dafür verwenden will.

AUTSCH: Da war innerlich ein dicker Knoten. 

In mir steckt durch meine Erziehung die Botschaft: „Du bist schlecht und unverantwortlich, wenn du Dinge einfach wegwirfst, die jemand anderes vielleicht noch brauchen kann.“

Also habe ich mich selbst gecoacht. Ich nahm die alten Botschaften und den damit verbundenen inneren Stress wahr. Anschließend ent-stresste ich mich selbst mit wirksamen Coaching-Methoden, weil ich nicht gegen inneren Stress entrümpeln wollte, sondern ohne ihn.

 Das Ergebnis

In  den ersten 20 Tagen des Experiments habe ich mit Leichtigkeit 272 Gegenstände entsorgt. Ich führe natürlich eine Liste, weil ich das ja irgendwie kontrollieren will. Und auch, weil Erfolg mich stark motiviert.

Christoph Schalk und Kerstin Hack Blockaden lösen. Selbstcoaching mit wingwave Fast jeder Mensch hat Blockaden. Das kann im Bereich Aufräumen sein oder bei anderen Dingen, die er eigentlich tun will, aber dann doch irgendwie wieder nicht: Nein sagen, auf Menschen zugehen, etwas Neues wagen usw.

Es ist sinnvoll, sich nicht mit aller Gewalt zu etwas zu zwingen, was man eigentlich nicht will. Sondern zuerst die Blockade zu lösen: Durch Gespräche, Gebet oder gutes Coaching – häufig reicht schon eine Stunde aus, um alten Mustern auf die Spur zu kommen und sie zu lösen.

Das kann befreiend sein und die Kraft geben, Dinge, die man lange vor sich hergeschoben hat, endlich anzugehen.

Ich liebe es, eigene Blockaden zu lösen und andere Menschen beim Lösen ihrer Blockaden zu unterstützen.

Das ist Berufung und Beruf – wenn du live in Berlin oder per Telefon von mir gecoacht werden willst, findest du Infos auf meiner Seite www.kerstinhack.de.

Wenn dafür die Zeit oder die Kapazitäten nicht reichen, empfehle ich dir das Quadro Blockaden lösen. Selbstcoaching mit Wingwave.

Kerstin Hack Aufgeraeumt

Hier erklären mein Kollege Christoph Schalk und ich eine der effizientesten Techniken, um alte Blockaden zu lösen. Ich schlage Menschen meist vor, sich einmal ein Coaching zu gönnen, um das unter Anleitung einzuüben und anschließend eigenständig mit dem Quadro weiterzuarbeiten.

Gratis-Ebook: Aufgeräumt für immer

Wenn du keinerlei Blockaden hast und gleich mit dem Aufräumen loslegen willst: Hier gibt es ein gratis Ebook mit den besten Tricks zum Aufräumen. Das kannst du auch gern an Freunde weiterleiten.

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Kleines Glück

Schon seit einer ganzen Weile habe ich mir gewünscht, mit meinen Fähigkeiten als Coach geflüchtete Menschen dabei unterstützen zu können, stressige Erlebnisse effizient zu verarbeiten. Bisher hat das aus verschiedenen Gründen – von Kommunikation bis zur anderen Faktoren – nie so richtig geklappt.

Heute hatte ich das erste Coaching mit einem geflüchteten jungen Mann. Ich arbeite ja mit Wingwave, einer Methode, mit der man den Stress erst genau fokussiert, indem man nach den inneren Bildern, Gefühlen, Körpergefühlen und negativen Selbstaussagen fragt, die mit einer bestimmten Situation verbunden sind.

Das könnte dann zum Beispiel so klingen:  Immer wenn ich an Hunde denke, sehe ich den kläffenden Hund der Nachbarn vor mir, ich spüre Angst, meine Schultern ziehen sich zusammen und ich denke: Ich bin dem ausgeliefert.

In meiner Erfahrung mit deutschen Klienten habe ich oft sehr erstaunte Blicke geerntet, wenn wir über ein Gefühl sprachen und ich dann fragte: Wo im Körper spüren Sie dieses Gefühl? Viele konnten das überhaupt nicht benennen. Nicht so der junge Mann aus Syrien. Er fand es nicht leicht, die passende Szene zu finden, aber bei der Frage nach der körperlichen Wahrnehmbarkeit des Gefühl kam es wie aus der Pistole geschossen: „Im Bauch“, „Im Herzen“, „Im Kopf“, „In den Wangen!“ usw.

Das hat mich richtig fasziniert. Und gefreut… die Freude… die spüre ich im Herzen und im Kopf. Und im Mund. Der lächelt.

Klare Sicht voraus!

Die Vögel, die um mein Schiff herum leben, beglücken mich – wenn sie nicht gerade wie Heinz, der Hahn, in aller Frühe krähen oder wie Sigmund, der Schwan, mich im Schlaf wecken, weil sie sich einen Mitternachtssnack gönnen und Muscheln von der Bordwand knabbern. An Bord gibt´s Geräusche, die gibt es sonst gar nicht.

Abgesehen davon liebe ich es, den Vögeln beim Schwimmen und Fliegen zuzusehen – wenn ich sie sehe. Oft erblicke ich sie nur unscharf, weil meine Augen, besonders das Linke ziemlich kurzsichtig sind.

Das fing schon früh an.

Als ich in der Grundschule war, fiel der Lehrerin auf, dass ich beim Abschreiben von der Tafel häufiger Fehler machte als sonst und oft ein Auge verschloss. Es stellte sich heraus, dass ich auf einem Auge kurzsichtig, auf dem anderen weitsichtig war.

Im Lauf der Jahre hat sich das angeglichen, das weitsichtige Auge wurde auch kurzsichtig – doch weit weniger als das andere Auge – über 3,5 Dioptrin Unterschied.

Mit Kontaktlinsen trocknen meine Augen schnell aus und entzünden sich. Beim Tragen einer Brille entstehen unterschiedlich große Bilder, die vom Gehirn verarbeitet werden müssen. Das ist Stress pur. Die Folgen reichen von Auswirkungen auf Körperkoordination (ich sehe Hindernisse oft schlecht und verletzte mich) bis hin zu Müdigkeit und Verspannungskopfschmerzen. All das beeinträchtigt meine Lebensqualität ziemlich.

Die Entscheidung zur Operation

Ich sehne mich nach klarer Sicht.

Nach langem Überlegen habe ich mich deshalb zu einer Augenoperation entschieden, welche die Fehlsichtigkeit korrigiert, aber vermutlich von der Kasse nicht bezahlt wird. Langfristig kommt das billiger als Kontaktlinsen und/oder teure Gleitsichtbrillen. Kurzfristig kostet es einige Tausend Euro. Wenn ihr mich dabei unterstützen wollt, würde ich mich sehr freuen.

Die Operationen sind für den 7. + 8 November angesetzt. Bis dahin werde ich weiter beten, dass Gott die Augen übernatürlich heilt. Ich lade euch ein, das auch zu tun. Wenn das passiert, werde ich alles Geld, was ich für die Operation geschenkt bekommen habe, an eine Organisation spenden, die in armen Ländern grauen Star operiert und Menschen so ihr Augenlicht wieder schenkt – damit auch andere gut sehend werden.

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen

Ist das heftig!!! 

Vor sechs Monaten ist mein Pelletofen, der das gesamte Schiff heizt, kaputt gegangen. Seitdem sagte mir der Kundendienst bei Dutzenden von Telefonaten, dass er die Ersatzteile nicht vom Hersteller bekommt. Er sagte zu, den Ofen zu reparieren, sobald er die Ersatzteile hat.
Am Montag habe ich beim Hersteller sehr deutlich meinen Ärger zum Ausdruck gebracht. was mir nicht leicht fällt. Ich neigte bisher immer dazu, stets meine verständnisvolle Seite zu zeigen – selbst wenn Ärger durchaus angemessen wäre.

Das hat mit Erziehung und Prägung zu tun. Und auch damit, dass es in unserer Gesellschaft in der Regel akzeptiert wird, wenn Männer Ärger ausdrücken. Wenn Frauen das tun, selbst wenn es angemessener Ärger ist, wird das oft verachtet.
Doch siehe da – der respektvolle, aber klare Ausdruck meiner Unzufriedenheit bewegte das Hindernis: Noch am gleichen Tag wurden die Ersatzteile verschickt.

Das war Teil 1.

Heute schrieb mir dann der Kundendienst:

„Guten Tag Frau Hack, leider werden wir die Reparatur nicht vornehmen, da der Kamin nicht den technischen Vorraussetzungen des Herstellers entspricht.“

Wie bitte!!!!!

Ich koche gerade vor Wut.
Dass er die Reparatur nicht vornehmen will, hätte er mir auch vor 6 Monaten sagen können. Dann hätten wir das gute Wetter im Sommer nutzen können, um nötige Änderungen am Kamin vorzunehmen.

 
Wohnen. Impulsheft aus dem Down to Earth Verlag von Wohnberaterin Tanja Sauer

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen.
Das habe ich kürzlich bei einem Seminar mit Dirk Eilert gelernt. Ich werde noch etwas abwarten, bis die erste, nicht so konstruktive Wut, verraucht ist und dann meinem Ärger deutlich Ausdruck verleihen. Und Lösungswege suchen.
Die Firma, bei der ich den Kaminofen gekauft habe, wirbt mit dem Slogan „Feuer ist unsere Leidenschaft!“ Meine derzeit auch.
Bis der Winter kommt, will ich einfach nur schön und warm wohnen.
Das Ziel möchte ich erreichen. Falls es nötig ist, dafür Ärger zu spüren und angemessen auszudrücken ist das schon ok. Ärger dient dem Leben. Auch meinem.

Ein paar Tage später:

Als der Kundendienst dann kam, war die erste Frage: „Ist das ein Gasofen?“ Wie bitte?! Ich erklärte ihm, dass es sich bei dem Gerät um einen Pelletofen handelt. Er meinte, dass er noch nie (!!!) einen Pelletofen repariert hätte. Mit Hilfe und unter Anleitung meines Bootsbauers, den ich vorsorglich gebeten hatte, zu dem Termin an Bord zu sein, hat es dann geklappt. Der Ofen läuft.

Was ich wähle, ist das Handeln

Am 24. 9. haben wir Deutschen gewählt – genauer gesagt 75,6%  von uns.

Seit das Wahlergebnis fest steht – mit 12,6 % Stimmen für die AfD – ist in den Massenmedien und sozialen Medien der große Ärger und das große Jammern ausgebrochen. Ich poste auf Facebook in der Regel nichts zu politischen Themen, weil in diesem Medium eine echte inhaltliche Auseinandersetzung, Dialog usw. nur sehr begrenzt möglich ist. Und verkürzte Darstellungen niemandem weiterhelfen.

Einzige Ausnahme – ein Spiel mit Worten, das ich mir nicht verkneifen konnte.

Finde den Unterschied:
Die AfD jagt und klammert.
Der Rest klagt und jammert.

Ich will auch auf meinem Blog keine politische Diskussion starten. Dafür ist an anderer Stelle Platz.  Nur so viel: Ich will keine Partei wählen, bei denen ich noch nicht mal die Wahlplakate verstehe – etwa: „Berlin ist das Tor zur neuen Seidenstrasse“.

Wählbar ist für mich auch keine, die allen Ernstes noch Plakate mit „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ Werbung macht und damit zeigt, dass sie weder sprachlich noch inhaltlich in der Gegenwart angekommen ist. (Kein Witz, die Plakate der alten kommunistischen Parteien hingen in meiner Umgebung, ich hab´s leider verpasst, sie zu fotografieren.)

Wählbar ist für mich auch keine Partei, die sich nicht von rechtsradikalen Menschen in ihrer Mitte und ihrem Umfeld abgrenzen kann oder will. Das hat für mich weniger mit der Vergangenheit unseres Landes zu tun, als vielmehr mit der Gegenwart und Zukunft: Es gehört zu meinen Werten, Menschen aller Herkunft zu achten und wo es möglich ist, Schwächere im Rahmen unserer Kräfte zu unterstützen.

Soweit zur Erklärung und Abgrenzung.

Ich ärgere mich nicht

Als ich das Wahlergebnis und die empörten, verärgerten, klagenden Reaktionen in den sozialen Medien las, hab ich mich gefragt, was ich jetzt tun kann. Betonung auf ich. Punkt.

Verachten will ich niemanden – auch nicht, wenn er andere Werte wichtig findet als ich und anders wählt als ich. Ich weiß, was mir wichtig ist und was ich will und hoffe es gelingt mir, Menschen auch dann mit Respekt zu begegnen, wenn wir Dinge anders sehen.

Ärgern, wo man nichts mehr ändern kann, hielt ich schon immer für Energieverschwendung. Ein Seminar bei Dirk Eilert am Wahlwochenende hat das noch einmal bestätigt. Er sagte sinngemäß:

„Ärger ist eine Emotion, die dazu dient, Energie freizusetzen, um Hindernisse zu beseitigen. Können sie nicht beseitigt werden (etwa, wenn man in einem Stau steht), bringt einem Ärger nichts – im Gegenteil. Hier könnte Trauer eine angemessenere Reaktion sein.“

Ärgern über etwas, was nun schon Vergangenheit ist und mich empören – das wollte ich nicht! Was dann?

Ich spürte Traurigkeit. Wenn ich daran denke, dass einige Millionen Menschen für die „Alternativen“ die ihnen in der AfD angeboten werden, Werte in Kauf nehmen, die ich nicht gut heiße, schmerzt mich das. Und ich frage mich, was ich tun kann.

Was ich jetzt tue – Alternativen zur Alternative suchen

Ich fühle mich zu 1/80 Millionstel für das Wahlergebnis und auch für mein Land verantwortlich. Nicht für alles, aber für etwas. Und ich habe überlegt, was ich jetzt tun kann, will und möchte.

Kein Wahlplakat, sondern ein uraltes Schild in einer Berliner U-Bahn.

Meine Ideen: 

  • Mit AfD Sympathisanten  im eigenen Umfeld reden. Ich hatte nur ein einziges Gespräch mit einer Freundin, die frustriert über die etablierten Parteien war, und mit dem Gedanken spielte, AfD zu wählen. Sie war verwirrt, wie sie sich angesichts der oft tendenziösen Presse zurechtfinden konnte. Wir haben uns lange unterhalten, ich habe ihr erzählt, woran ich mich in dem Ganzen orientiere. Und ihr noch en paar Links geschickt. Wo sich künftig Gelegenheiten ergebe, will ich weiter verständnisvoll für die echten Fragen der anderen und auch klar für meine Werte kommunizieren.

 

  • Im Osten unseres Landes Urlaub machen. Wenn man in Berlin lebt, ist das ja eigentlich nicht so weit. Ich nutze Urlaub meist, um Freunde zu besuchen. Wenn man den Analysen glauben darf, ist die Perspektivlosigkeit einer der Hauptgründe, dass dort die AfD so viele Stimmen bekam. Die Jugend wandert ab, es gibt zu wenig Arbeit für die, die bleiben. Um etwas zur Verbesserung beizutragen, will ich  in den nächsten 4 Jahren 4 x 4 Tage Urlaub im Osten Deutschlands machen. Wenn es sich ergibt, will ich mit Menschen, die da leben ins Gespräch kommen.

 

  • Geflüchtete coachen. Menschen, die geflüchtet sind, haben oft viel Stress in den Knochen. Das kann alter Stress durch Krieg und Flucht sein oder der Stress, in einem neuen Land anzukommen. Ich bin überzeugt davon, dass Menschen, die Stress abbauen konnten (ob allein oder mit Coach), besser in einer neuen Umwelt ankommen. Und dass es dann nicht nur ihnen besser geht, sondern das nebenbei (hoffentlich) auch rassistisch gesinnten Menschen etwas Wasser aus den Mühlen nimmt. Von daher möchte ich zwei Coachingstunden pro Monat geflüchteten Menschen gratis oder reduziert zur Verfügung stellen.

Das ist mein Plan oder sagen wir mal der erste Entwurf. Die Wahl war ja erst gestern. 

Gern würde ich von dir hören:

  • Was hältst du davon?
  • Was willst du jetzt machen?

Ich bin gespannt auf deine Kommentare.

Verlag, Rollen und ich

Die letzten Wochen habe ich hier kaum geschrieben. Das lag auch daran, dass – neben dem neuen Buch, das ich schreibe, die Situation im Verlag mich intensiv beschäftigt hat.

Ich habe im August an die Empfänger unseres Newsletters, den ihr auch gern hier abonnieren könnt, geschrieben:

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Vor knapp einem Jahr hatten wir einen Hilfeschrei losgelassen: „Das Wasser steht uns bis zum Hals!“. Der Verlag machte Verluste, wir hatten Schulden und standen kurz davor, Rechnungen nicht mehr zahlen zu können.

Ich bat euch um Unterstützung durch fröhliches Einkaufen und beherztes Gebet. Mir selbst habe ich ein Jahr Zeit gegeben, um Wege zu suchen, die Situation zu verbessern und um dann zu
entscheiden, ob ich weitermachen kann, und wenn ja, wie. Dieses Jahr ist jetzt fast abgelaufen.

Die gute Nachricht
Es ist besser. Wir konnten Rechnungen zahlen und einige Schulden abbauen. Das ist für die relativ kurze Sanierungszeit ein großer Grund für Dankbarkeit.

Die Herausforderung
Es reicht noch nicht. Die Lagerbestände konnten wir etwas reduzieren, aber die Kosten sind nach wie vor sehr hoch. Hier suchen wir Menschen, die einmalig oder ab und zu von Gießen nach Berlin fahren und einige Kartons Bücher aus unserem Lager dort mitnehmen könnten. Hier in Berlin kann ich Dinge kostenlos lagern.

Ich konnte in den letzten Monaten Rechnungen und Mitarbeiter bezahlen, aber kein Gehalt für mich. Das ist super-frustrierend und belastend. So kann und will ich nicht dauerhaft leben.

Es bleibt spannend
Am 1. September ist mein Stichtag für die Entscheidung, ob und wie es mit Down to Earth weitergeht. Für mich ist der Ausgleich des aktuellen Defizits von ca. 10.000 Euro bis dann und ein Plus für mein Gehalt eine Voraussetzung zum Weitermachen.

Schaffen wir das zusammen?
Wir möchten euch mit unseren Büchern, Quadros und Kursen gern weiter inspirieren und stärken! Damit es uns gelingt, eine solide Basis dafür zu schaffen, wollen wir in den nächsten Wochen das Defizit ausgleichen. Speziell dafür gibt es bis Ende August einige Super-Special-Sonderangebote.

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Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es inmitten aller offenen Fragen herausfordernd war, „nebenbei“ noch ein Buch zu schrieben, eine neue Lektorin und einen neuen Webmaster einzuarbeiten (die beiden haben glücklicherweise einen großen Teil der Einarbeitung selbst übernommen. Dennoch gab es viel zusätzliche Kommunikationsarbeit.

Was für mich in allem Nachdenken und Beten deutlich wurde:

  • Geben: Mein Team und ich wir geben Menschen viel – das zu wissen tut uns gut.
  • Versorgung: Gott versorgt mich…manchal klassisch durch ein Gehalt, manchmal anders.
  • Härter vorgehen: Die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, waren gut, aber noch zu sanft. Mit drastischeren Maßnahmen – z. B. Umlagerung von Lagerbeständen in ein günstigeres Lager könnte der Verlag gesünder und stärker werden.
  • Begleitung: Ich brauche Beratung, um die Bereiche, in denen ich nicht so stark bin z. B. Analyse, Finanzen, Controlling auszugleichen.
  • Rollen im Team definieren und stärken: Wenn ich noch stärker als bisher Verantwortungsbereiche und Rollen definiere und Menschen in meinem Team darin trainiere, kostet das erst mal Zeit und Energie, aber entlastet mich dauerhaft, weil ich dann stärker in meinen Stärken handeln kann.

In den nächsten Wochen werde ich mein Buch weiterschreiben, die Prozesse im Verlag weiter voranbringen…und daneben hoffentlich noch viele schöne Herbsttage genießen.

Bedürfnisse erfüllen: Glücklich, wer vier Wege hat

Buchtipp der Woche für alle, die mehr als einen Weg finden wollen, ihre Bedürfnisse zu erfüllen

In Coaching-Gesprächen höre ich oft: „Mein Partner (oder Freund oder Chef oder Freundin/Chefin/Mutter) ist zu still. Zu passiv. Macht zu wenig Komplimente usw.“

Ich als Coach höre dahinter: Ich habe ein Bedürfnis, z. B. nach Wertschätzung, Entlastung usw., das der andere nicht erfüllt.

Ich spüre die Wut, den Ärger oder die Hilflosigkeit, die das bei meinen Coaching-Gästen auslöst. Sie sehen nur einen Weg, das Bedürfnis erfüllt zu bekommen: Der andere soll etwas tun. Wenn dieser Weg blockiert ist, weil der andere nicht will (sein gutes Recht), dann ist man tatsächlich hilflos.

Es sei denn, man ist kreativ genug, viele verschiedene Wege zu finden, die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Viele Anregungen dafür fand ich in einem Buch:

COach dich selbst, sonst liebe dich keiner

Ich würde das Buch eher nennen: Sorg gut für dich selbst und lade auch andere ein, dir Gutes zu tun. Wege zur Erfüllung der eigenen Bedürfnisse entwickeln.

Denn es ist ein inspirierendes Buch, das helfen kann, eigene Bedürfnisse zu erkennen und dann Wege zu finden, sie zu erfüllen – entweder indem man selbst dafür sorgt oder andere Menschen um Unterstützung bittet.

Für viele Bedürfnisse nennt sie selbst eine ganze Reihe von Ideen, wie man sie erfüllen kann. Nicht alles passt für jeden, aber ihre Listen geben eine Vielzahl von Anregungen.

Ein Schwachpunkt:

An manchen Stellen empfinde ich ihre Definition von Bedürfnissen etwas durcheinander und unklar: Recht haben nennt sie z. B. ebenso als Bedürfnis wie geliebt werden.

Kerstin Hack Gewaltfreie Kommunikation

In der Gewaltfreien Kommunikation würde man Recht haben eher als eine (erlernte) Strategie definieren, um ein echtes Bedürfnis, z. B. Autonomie/Sicherheit zu erfüllen.  In meinem Quado Gewaltfreie Kommunikation liste ich die grundlegenden Bedürfnisse des Menschen auf.

Insgesamt überwiegt das Inspirierende und die kreativen Ideen, die sie hat, um Bedürfnisse zu erfüllen.

Ich habe das Buch schon vor einigen Jahren gelesen und merke, dass mich der Gedanke befreit, dass ich immer wenigstens drei Wege zur Verfügung habe, für etwas zu sorgen, was ich brauche. Wenn ich – als gläubiger Mensch – auch noch den Dialog mit Gott und Bitten an ihn als weitere Möglichkeit sehe, habe ich sogar vier Wege.

Diese Erkenntnis hat meine Beziehungen entlastet: Wenn andere Menschen mich in der Erfüllung meiner Bedürfnisse unterstützen möchten, erlebe ich das als Geschenk. Unterstützung durch andere ist und bleibt eine meiner Lieblingsstrategien.

Wenn sie mich gerade nicht mit Wertschätzung, Unterstützung oder Wärme beschenken können oder wollen (weil sie gerade selbst mit eigenen Bedürfnissen beschäftigt sind) ist das auch o.k. Dann kann ich gelassen andere Wege finden. Das Buch von Talane Miedaner gibt viele gute Anregungen.

 
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