Das habe ich gerade erlebt – und gleich unter dem Punkt „P“ wie Perspektive in mein neues Buch „Leben. schlicht und ergreifend“ eingebaut. Ihr dürft vorab reinlesen…

„Danke für meine Arbeitsstelle“ – sang der Straßenmusiker. Natürlich weiß ich nicht, ob er von Herzen meinte, was er da sang. Dennoch berührte es mich. Das Lied kenne ich noch aus meinen Kindertagen. Ich weiß, wie der Text weitergeht „danke für jedes kleine Glück. Danke für alles Schöne, Helle und für die Musik“. Für das Schöne im Leben zu danken – das fällt leicht.
Doch könnte ich Gott und dem Leben auch dankbar sein, wenn ich mein Geld mit Straßenmusik verdienen müsste. Ich hatte, als ich an dem Musiker vorbeilief einen Strauß Tulpen im Fahrradkorb. Nicht die teuren, gefüllten Tulpen. Das gibt mein Budget gerade nicht her. Aber schöne, leuchtend orange Tulpen. Die kann ich mir gut leisten. Wie schön!
Mich hat die Begegnung sehr berührt. Im Grunde ist da ein Perspektiv-Wechsel passiert. Ich habe mein Leben mit dem verglichen, wie sein Leben vermutlich ist. Und dadurch die Schätze, die ich habe, neu entdeckt. Oft genug sehe ich die Schwierigkeiten und Herausforderungen, die mein Leben als Autorin und Verlegerin mit sich bringt. Die Begegnung machte mir neu deutlich, wie viel Grund zur Dankbarkeit ich habe. Ich bin auch dankbar, dass mir das durch diesen Mann neu bewusst wurde.