Die Hütte und ich. Gott neu vertrauen - eine Reise. Buch der Autorin Kerstin HackIm Jahr 2010 habe ich Die Hütte und und ich. Gott neu vertrauen, eine Reise geschrieben und im Down to Earth Verlag veröffentlicht. Für mich als Autorin ist es das wohl persönlichste Buch aus meiner Feder.

Denn damals steckte ich fest: in der Trauer nach dem Zerbruch einer wertvollen Beziehung. Zugleich in tiefer Irritation in meinem Glaubensleben. Mich haben ähnliche Fragen bewegt wie den Autor des Buches Die Hütte – deshalb auch der Titel „Die Hütte und ich„.

Was war mein Thema als Autorin von „Die Hütte und ich“

Künstlerwohnung in AntwerpenIch bin damals für eine Woche in die wunderschöne Wohnung meiner Freunde in Antwerpen gefahren, um für mich die Frage zu klären: Kann ich nach all den Enttäuschungen Gott weiter vertrauen – und wenn ja, wie? 

Es mag sein, dass es Menschen gibt, die so was  im stillen Kämmerlein mit sich ausmachen können. Mir hingegen gelingt das meist nicht so gut.

Wohl habe ich  tatsächlich Stunden auf dem satinbezogenen „Thronsessel“ verbracht, gebetet, geweint und aus dem Fenster gesehen. Manchmal sah ich hinter den hohen Fenstern Menschen kochen, reden und lachen – oder erahnte ihre Aktivitäten hinter zugezogenen Gardinen. Das hat schon zur Klärung beigetragen.

Wo fand ich Antworten?

Zugegeben, einiger Trost kam in dieser Zeit im Traum zu mir, anderer in Zeiten des Gebets – doch die meisten Antworten fand ich, als ich in der Stadt unterwegs war. In der Kunst, in Begegnungen und in schier unglaublichen Zufällen. Oft schien mir genau das an Impulsen zuzufallen, was ich an diesem Tag brauchte. Vielleicht war ich in diesen intensiven Tagen einfach nur offener, sie zu empfangen.

Als Autorin schreibe ich ja vor allem Ratgeber, die etwas von meinem Leben einfließen lassen. Dieses Buch ist anders geworden. Hier erzähle ich sehr offen von mir und meinem Schmerz, meiner Verwirrung.

Deshalb hat Die Hütte und ich einen besonderen Platz in meinen Herzen.

Vertrautheit tut mir gut

Nach einer längeren Pause wieder in Antwerpen zu sein, berührt mich sehr. Auch weil hier sehr vieles gleich geblieben ist.

Beispielsweise der Laden Jaspers, rechts im Bild, bei dem man das Empfinden hat, ins letzte Jahrhundert zurück versetzt worden zu sein. Die wunderschöne Wohnung meiner Freunde hat sich kaum verändert. Ich erlebe sie als zugleich vertraut und inspirierend – für mich als Autorin ist das die perfekte Mischung.

Klar: Als Autorin brauche ich  Vertrautheit, um entspannt und locker schreiben zu können.  Deshalb bin ich nur etwas erschrocken, als ich den Lichtschalter zum Bad nicht spontan gefunden habe. Es scheint, dass ich wohl tatsächlich viel zu lange nicht hier war.

Offensichtlich war die Abwesenheit länger als gut für mich ist.  Die Schreibzeiten in Antwerpen haben für mich immer eine besondere Qualität. Darüber habe ich auch öfters in meinem Blog geschrieben.

Inspiration finden für mich als Autorin

Rathausmarkt AntwerpenNeben der Vertrautheit brauche ich auch Impulse und Anregungen. Die finde ich hier reichlich – in den neuen Bildern und Postern an den Wänden, dem kreativen Design und der Schönheit des Ortes.

Darüber hinaus lässt mein Gastgeber stets die Bücher, die er gerade liest, offen liegen. Aktuell je eines über die Juden in Antwerpen, eins über Rembrandt, ein Bibellexikon, die Geschichte Europas und Originaltexte verschiedener großer Europäer – Hildegard Hamm-Bücher auf Englisch! Außerdem ist seine Bibel bei Psalm 99 – 101 aufgeschlagen. Was ihn wohl bewegt hat?

Schließlich ist in Antwerpen an jeder Ecke Schönheit und Kunst zu finden. Klassische Kunst von mittelalterlicher Bauweise bis hin zu den  Gemälden und Skulpturen der alten Meister: Rubens, Breughel und mehr. Sie bilden spannende Kontraste zu  der modernen Kunst, die ebenfalls im Stadtbild zu erkennen ist.

Autorin sieht Besitzerin von Poppins vor vor ihrem Blumenladen in AntwerpenLeben pur

Vielleicht bin ich hier offener für die Lebendigkeit – vielleicht sind die Belgier tatsächlich lebensfroher. Aber in Deutschland ist es mir noch nie passiert, dass ein Verkäufer in seinem Laden alle Songs mitsang oder mir eine Frau gleich erzählte, dass sie früher Bühnenbildnerin war und jetzt mit ihrem Freund ausgestopfte Tiere verkauft.

Oder auch nicht, dass  ich die Besitzerin eines Ladens vor ihrem Geschäft tanzen sah. Genau das ist mir gestern vor Poppins Bloemen passiert, einem neuen Blumenladen in Antwerpen.

Dann,  einige Momente später, erzählte mir eine Frau, die sich als früheres Kindermädchen von „Miss Poppins“ outete, Details aus der Geschichte von „Miss Poppins“, die es nicht leicht gehabt hatte. 
Blumen bei Poppins in Antwerpen

Möglicherweise hat gerade das ihre Kreativität gefördert. Beispielsweise als sie den Besitzer eines seit 6 Jahren leer stehenden Ladengeschäftes überzeugte, den Laden an sie zu vermieten. Dort funktioniert die Elektrizität nicht richtig, also beleuchten vor allem energiesparenden LED-Ketten das Geschäft und die kreativen Blumenarrangements.

Solche Geschichten berühren mich.  Ich habe gleich einige Karten gekauft, um ihr in der ersten Woche Selbständigkeit ein bisschen Geld in die Kassen zu bringen. Außerdem habe ich ihr mehrfach gesagt, dass sie wunderschön ist und ich ihr Segen wünsche.

Als Autorin sind solche Erlebnisse eine Fundgrube. Vielleicht wird „Miss Poppins“ eines Tages in einem meiner Bücher erwähnt. Jetzt erst mal hier.

Veränderungen in der Stadt

Die Stadt verändert sich. Auch wenn vieles bleibt – wie etwa die Skulptur von der Hand des Riesen, die der Stadtheld Bravo abgehauen und weggeworfen hat. Daher kommt auch angeblich der Name der Stadt „Ant-Werpen“ (Hand-Werfen).

Doch manche vertrauten Orte verschwinden. Etwa das Café, das immer belgische Pralinen zum Kaffee serviert, ist weg.

Dort hatte ich philosophiert, ob man Gottes Liebe daran erkennt, ob eklige Orangenpralinés oder zartschmelzende Köstlichkeiten aus Nougat neben der Tasse liegen. Zwischenstand meiner philosophischen Überlegungen: Daran misst man es besser nicht.

Veränderungen in mir als Autorin

Stühle in AntwerpenIm Gegensatz zu der Zeit damals, in der meine Seele traurig und meine Gedanken verwirrt waren, erlebe ich mich als viel lebendiger als früher.

Weil ich nur selten in Antwerpen bin, nehme ich den Kontrast hier wohl besonders intensiv wahr. Ich kann mich deutlich erinnern , wie kalt und unbeweglich sich mein Herz damals anfühlte. Jetzt ist es voller Leben. In den letzten Tagen habe ich mehrfach fast geweint, weil ich so vieles intensiv spürte und erlebte.

Wenn ich zurückblicke, bin ich dankbar, dass ich dem Schmerz und den Fragen nicht ausgewichen bin, sondern mich dem Verwirrenden  gestellt habe. Auch dadurch ist wieder Farbe in mein Leben gekommen. Mein neues Buch ist bunter als das damalige. Mein  Leben auch. Das  finde ich wunderbar.

Und „Henk und Henriette“, deren Ehekrise ich in „Die Hütte und ich“ beschrieben habe, sind wieder glücklich miteinander. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich in den nächsten Tagen erzählen werde.

Kleiner Hinweis

Aktuell gibt es nur noch ca. 50 Exemplare von „Die Hütte und ich“. Es steht noch nicht fest, ob es einen Nachdruck gibt. Wenn ihr das Buch haben möchtet, holt es euch am besten bald.

Frage

Was macht euch lebendig? Im Glauben und im Leben?