Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Kategorie: Allgemein (Seite 1 von 26)

Intuition, Achtsamkeit und Mut

Inspirierendstes Fundstück des gestrigen Tages:.

Intuition ist deine innere Stimme.

Achtsamkeit ist die Fähigkeit, ihr zuzuhören.

Mut ist das Handwerkszeug, das Gehörte umzusetzen.

Udo Schroeter

Das Zitat stammt aus dem Buch  Bin am Meer. Eine Erzählung für Männer. 

Mich hat das Zitat berührt, weil mich das Thema Achtsamkeit ja schon lange beschäftigt, ich auch darüber ein Impulsheft geschrieben und ein Quadro-Trainingsheft herausgegeben habe.

Achtsamkeit ist eine Haltung, die das Leben stärkt. Schon mal an und für sich. Es tut gut, nicht durchs Leben zu hetzen, sondern wahrzunehmen, was ist  – um einen herum und in einem drin an Gedanken und Emotionen.

Doch den Gedanken, dass Achtsamkeit das Bindeglied zwischen Intuition und Mut zum Handeln ist, finde ich als Frau, die gerne kraftvoll Dinge umsetzt, ausgesprochen faszinierend.

Dankbar für überraschende Hilfe

Als Frau, die Ästhetik liebt, stören mich die 100  Kleinigkeiten, die am Schiff noch nicht richtig schön sind. An der einen Stelle fehlen noch Leisten, in den Gästezimmern noch Ablagen für Bücher, Handys und Koffer.

Bootsbauer Helge ist eher mit den großen Dingen beschäftigt. Etwa den neuen Kaminofen für den Seminarraum zu installieren. Oder die Solaranlage weiterzubauen, damit ich möglichst schnell auch 220 V Strom selbst machen kann. Bisher produziert die kleine Solaranlage 12 Volt Atom. Das genügt an den meisten Tagen im Jahr um das Schiff zu beleuchten, Handys aufzuladen und die Trinkwasserpumpe zu betreiben. An den Tagen, an denen es nicht reicht. nutzen wir (teuren) Strom vom Land.

Um das Schiff dauerhaft möglichst autark und mit geringen Betriebskosten zu betreiben, bauen wir gerade an einer Solaranlage, die ca. 2500 Euro kosten wird (Material und Installation), aber dann ausreichend Strom produzieren sollte –  wenn nicht gerade 8 Wochen Regenwetter ist, was aber selbst in Berlin selten ist.

Weil solche Dinge wie Kaminofen und Solaranlage natürlich wichtiger sind, als die 100 Kleinigkeiten, die für mein Gefühl von Ästhetik und Wohlfühlen wichtig sind, bleiben die natürlich erst mal leihen. Umso mehr freue mich mich, dass ich gerade sehr spontan drei Handwerker an Bord habe. Ich habe sie  von einem andern Projekt, das sich leider verzögert hat, ausgeliehen bekommen. Spontan. Am Montag kam die Anfrage, Mittwoch waren die Handwerker da und bleiben jetzt ein paar Tage.

Gestern war ich zu meinem Reflexionstag unterwegs – und fand es wunderschön, nach der Rückkehr ein neues Fensterbrett und eine bessere Ablage in der Toilette und frisch gestrichene Wände im Büro zu haben. Herrlich!

Entrümpeln – die Dinge

Ein Mann ist umso reicher, je mehr Dinge er hinter sich zurücklassen kann. – Thoreau

Jetzt will ich es wirklich wissen!

Von meinem kreativen Wesen her bin ich kein Mensch, der Ordnung an und für sich liebt. Sie ist mir nicht um ihrer selbst willen wichtig. Ich neige dazu, wenn ich ganz oder halb fertig bin, die Dinge einfach irgendwo hin zu legen und mich der nächsten Idee zuzuwenden.

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass Ordnung mein Leben leichter macht. Und Leichtigkeit ist etwas, das ich durchaus liebe. Sehr sogar. Ordnung erspart mir Suche und schenkt mir Schönheit.

Einige gute Gewohnheiten erleichern es mir, Ordnung zu halten.

  • Dinge gleich nach dem Benutzen wegräumen
  • Emails sofort komplett beantworten
  • Abends ein kleiner Aufräumspaziergang durch die Wohnung
  • Für jede neue Sache, die reinkommt, zwei alte aussortieren

Kerstin Hack Aufgeräumt. Aufgaben und Dingen Struktur geben Neues Quadro

Viele meiner besten Tipps und Tricks, um das ständig drohende Chaos in den Griff zu bekommen und im Griff zu behalten, habe ich in meinem neuen Quadro beschrieben:

Aufgeräumt. Aufgaben und Dingen Struktur geben.

Einfach entrümpeln

Ganz klar: Aufräumen ist leichter, wenn man wenig hat.

Bevor ich aufs Schiff gezogen bin, habe ich viele Bücher verkauft und zwei Verschenke-Partys mit Hunderten von Gegenständen gemacht. Nach dem Umzug stellte ich fest: Der Platz reicht noch nicht. So verbrauchte und entsorgte ich in den nächsten Monaten 600 weitere Gegenstände. Der Unterschied war kaum bemerkbar.

Ich spüre die Last: Es ist nach wie vor zu viel da. Luftpostbriefumschläge und selbst gemachtes Geschenkpapier aus meiner Jugend! Sanddornlikör und afrikanische Gewürze, Prospekte, Flyer und Karten. Der Durchschnittsmensch besitzt etwa 10.000 Gegenstände. Mit Büro und Schiffbauwerkstatt sind es sicher 30.000.

Ich entschied am 20. September:

Bis Jahresende sollen es 2.000 Dinge weniger werden. Wenn ich pro Tag 10, an Wochenenden 50 Dinge entsorge, schaffe ich das.

Von innen nach außen

Das Problem:

High-Speed-Entsorgen klappt nur, wenn ich vieles wegwerfe. Verschenken oder verkaufen kostet mehr Zeit als ich dafür verwenden will.

AUTSCH: Da war innerlich ein dicker Knoten. 

In mir steckt durch meine Erziehung die Botschaft: „Du bist schlecht und unverantwortlich, wenn du Dinge einfach wegwirfst, die jemand anderes vielleicht noch brauchen kann.“

Also habe ich mich selbst gecoacht. Ich nahm die alten Botschaften und den damit verbundenen inneren Stress wahr. Anschließend ent-stresste ich mich selbst mit wirksamen Coaching-Methoden, weil ich nicht gegen inneren Stress entrümpeln wollte, sondern ohne ihn.

 Das Ergebnis

In  den ersten 20 Tagen des Experiments habe ich mit Leichtigkeit 272 Gegenstände entsorgt. Ich führe natürlich eine Liste, weil ich das ja irgendwie kontrollieren will. Und auch, weil Erfolg mich stark motiviert.

Christoph Schalk und Kerstin Hack Blockaden lösen. Selbstcoaching mit wingwave Fast jeder Mensch hat Blockaden. Das kann im Bereich Aufräumen sein oder bei anderen Dingen, die er eigentlich tun will, aber dann doch irgendwie wieder nicht: Nein sagen, auf Menschen zugehen, etwas Neues wagen usw.

Es ist sinnvoll, sich nicht mit aller Gewalt zu etwas zu zwingen, was man eigentlich nicht will. Sondern zuerst die Blockade zu lösen: Durch Gespräche, Gebet oder gutes Coaching – häufig reicht schon eine Stunde aus, um alten Mustern auf die Spur zu kommen und sie zu lösen.

Das kann befreiend sein und die Kraft geben, Dinge, die man lange vor sich hergeschoben hat, endlich anzugehen.

Ich liebe es, eigene Blockaden zu lösen und andere Menschen beim Lösen ihrer Blockaden zu unterstützen.

Das ist Berufung und Beruf – wenn du live in Berlin oder per Telefon von mir gecoacht werden willst, findest du Infos auf meiner Seite www.kerstinhack.de.

Wenn dafür die Zeit oder die Kapazitäten nicht reichen, empfehle ich dir das Quadro Blockaden lösen. Selbstcoaching mit Wingwave.

Kerstin Hack Aufgeraeumt

Hier erklären mein Kollege Christoph Schalk und ich eine der effizientesten Techniken, um alte Blockaden zu lösen. Ich schlage Menschen meist vor, sich einmal ein Coaching zu gönnen, um das unter Anleitung einzuüben und anschließend eigenständig mit dem Quadro weiterzuarbeiten.

Gratis-Ebook: Aufgeräumt für immer

Wenn du keinerlei Blockaden hast und gleich mit dem Aufräumen loslegen willst: Hier gibt es ein gratis Ebook mit den besten Tricks zum Aufräumen. Das kannst du auch gern an Freunde weiterleiten.

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Kleines Glück

Schon seit einer ganzen Weile habe ich mir gewünscht, mit meinen Fähigkeiten als Coach geflüchtete Menschen dabei unterstützen zu können, stressige Erlebnisse effizient zu verarbeiten. Bisher hat das aus verschiedenen Gründen – von Kommunikation bis zur anderen Faktoren – nie so richtig geklappt.

Heute hatte ich das erste Coaching mit einem geflüchteten jungen Mann. Ich arbeite ja mit Wingwave, einer Methode, mit der man den Stress erst genau fokussiert, indem man nach den inneren Bildern, Gefühlen, Körpergefühlen und negativen Selbstaussagen fragt, die mit einer bestimmten Situation verbunden sind.

Das könnte dann zum Beispiel so klingen:  Immer wenn ich an Hunde denke, sehe ich den kläffenden Hund der Nachbarn vor mir, ich spüre Angst, meine Schultern ziehen sich zusammen und ich denke: Ich bin dem ausgeliefert.

In meiner Erfahrung mit deutschen Klienten habe ich oft sehr erstaunte Blicke geerntet, wenn wir über ein Gefühl sprachen und ich dann fragte: Wo im Körper spüren Sie dieses Gefühl? Viele konnten das überhaupt nicht benennen. Nicht so der junge Mann aus Syrien. Er fand es nicht leicht, die passende Szene zu finden, aber bei der Frage nach der körperlichen Wahrnehmbarkeit des Gefühl kam es wie aus der Pistole geschossen: „Im Bauch“, „Im Herzen“, „Im Kopf“, „In den Wangen!“ usw.

Das hat mich richtig fasziniert. Und gefreut… die Freude… die spüre ich im Herzen und im Kopf. Und im Mund. Der lächelt.

Klare Sicht voraus!

Die Vögel, die um mein Schiff herum leben, beglücken mich – wenn sie nicht gerade wie Heinz, der Hahn, in aller Frühe krähen oder wie Sigmund, der Schwan, mich im Schlaf wecken, weil sie sich einen Mitternachtssnack gönnen und Muscheln von der Bordwand knabbern. An Bord gibt´s Geräusche, die gibt es sonst gar nicht.

Abgesehen davon liebe ich es, den Vögeln beim Schwimmen und Fliegen zuzusehen – wenn ich sie sehe. Oft erblicke ich sie nur unscharf, weil meine Augen, besonders das Linke ziemlich kurzsichtig sind.

Das fing schon früh an.

Als ich in der Grundschule war, fiel der Lehrerin auf, dass ich beim Abschreiben von der Tafel häufiger Fehler machte als sonst und oft ein Auge verschloss. Es stellte sich heraus, dass ich auf einem Auge kurzsichtig, auf dem anderen weitsichtig war.

Im Lauf der Jahre hat sich das angeglichen, das weitsichtige Auge wurde auch kurzsichtig – doch weit weniger als das andere Auge – über 3,5 Dioptrin Unterschied.

Mit Kontaktlinsen trocknen meine Augen schnell aus und entzünden sich. Beim Tragen einer Brille entstehen unterschiedlich große Bilder, die vom Gehirn verarbeitet werden müssen. Das ist Stress pur. Die Folgen reichen von Auswirkungen auf Körperkoordination (ich sehe Hindernisse oft schlecht und verletzte mich) bis hin zu Müdigkeit und Verspannungskopfschmerzen. All das beeinträchtigt meine Lebensqualität ziemlich.

Die Entscheidung zur Operation

Ich sehne mich nach klarer Sicht.

Nach langem Überlegen habe ich mich deshalb zu einer Augenoperation entschieden, welche die Fehlsichtigkeit korrigiert, aber vermutlich von der Kasse nicht bezahlt wird. Langfristig kommt das billiger als Kontaktlinsen und/oder teure Gleitsichtbrillen. Kurzfristig kostet es einige Tausend Euro. Wenn ihr mich dabei unterstützen wollt, würde ich mich sehr freuen.

Die Operationen sind für den 7. + 8 November angesetzt. Bis dahin werde ich weiter beten, dass Gott die Augen übernatürlich heilt. Ich lade euch ein, das auch zu tun. Wenn das passiert, werde ich alles Geld, was ich für die Operation geschenkt bekommen habe, an eine Organisation spenden, die in armen Ländern grauen Star operiert und Menschen so ihr Augenlicht wieder schenkt – damit auch andere gut sehend werden.

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen

Ist das heftig!!! 

Vor sechs Monaten ist mein Pelletofen, der das gesamte Schiff heizt, kaputt gegangen. Seitdem sagte mir der Kundendienst bei Dutzenden von Telefonaten, dass er die Ersatzteile nicht vom Hersteller bekommt. Er sagte zu, den Ofen zu reparieren, sobald er die Ersatzteile hat.
Am Montag habe ich beim Hersteller sehr deutlich meinen Ärger zum Ausdruck gebracht. was mir nicht leicht fällt. Ich neigte bisher immer dazu, stets meine verständnisvolle Seite zu zeigen – selbst wenn Ärger durchaus angemessen wäre.

Das hat mit Erziehung und Prägung zu tun. Und auch damit, dass es in unserer Gesellschaft in der Regel akzeptiert wird, wenn Männer Ärger ausdrücken. Wenn Frauen das tun, selbst wenn es angemessener Ärger ist, wird das oft verachtet.
Doch siehe da – der respektvolle, aber klare Ausdruck meiner Unzufriedenheit bewegte das Hindernis: Noch am gleichen Tag wurden die Ersatzteile verschickt.

Das war Teil 1.

Heute schrieb mir dann der Kundendienst:

„Guten Tag Frau Hack, leider werden wir die Reparatur nicht vornehmen, da der Kamin nicht den technischen Vorraussetzungen des Herstellers entspricht.“

Wie bitte!!!!!

Ich koche gerade vor Wut.
Dass er die Reparatur nicht vornehmen will, hätte er mir auch vor 6 Monaten sagen können. Dann hätten wir das gute Wetter im Sommer nutzen können, um nötige Änderungen am Kamin vorzunehmen.

 
Wohnen. Impulsheft aus dem Down to Earth Verlag von Wohnberaterin Tanja Sauer

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen.
Das habe ich kürzlich bei einem Seminar mit Dirk Eilert gelernt. Ich werde noch etwas abwarten, bis die erste, nicht so konstruktive Wut, verraucht ist und dann meinem Ärger deutlich Ausdruck verleihen. Und Lösungswege suchen.
Die Firma, bei der ich den Kaminofen gekauft habe, wirbt mit dem Slogan „Feuer ist unsere Leidenschaft!“ Meine derzeit auch.
Bis der Winter kommt, will ich einfach nur schön und warm wohnen.
Das Ziel möchte ich erreichen. Falls es nötig ist, dafür Ärger zu spüren und angemessen auszudrücken ist das schon ok. Ärger dient dem Leben. Auch meinem.

Ein paar Tage später:

Als der Kundendienst dann kam, war die erste Frage: „Ist das ein Gasofen?“ Wie bitte?! Ich erklärte ihm, dass es sich bei dem Gerät um einen Pelletofen handelt. Er meinte, dass er noch nie (!!!) einen Pelletofen repariert hätte. Mit Hilfe und unter Anleitung meines Bootsbauers, den ich vorsorglich gebeten hatte, zu dem Termin an Bord zu sein, hat es dann geklappt. Der Ofen läuft.

Was ich wähle, ist das Handeln

Am 24. 9. haben wir Deutschen gewählt – genauer gesagt 75,6%  von uns.

Seit das Wahlergebnis fest steht – mit 12,6 % Stimmen für die AfD – ist in den Massenmedien und sozialen Medien der große Ärger und das große Jammern ausgebrochen. Ich poste auf Facebook in der Regel nichts zu politischen Themen, weil in diesem Medium eine echte inhaltliche Auseinandersetzung, Dialog usw. nur sehr begrenzt möglich ist. Und verkürzte Darstellungen niemandem weiterhelfen.

Einzige Ausnahme – ein Spiel mit Worten, das ich mir nicht verkneifen konnte.

Finde den Unterschied:
Die AfD jagt und klammert.
Der Rest klagt und jammert.

Ich will auch auf meinem Blog keine politische Diskussion starten. Dafür ist an anderer Stelle Platz.  Nur so viel: Ich will keine Partei wählen, bei denen ich noch nicht mal die Wahlplakate verstehe – etwa: „Berlin ist das Tor zur neuen Seidenstrasse“.

Wählbar ist für mich auch keine, die allen Ernstes noch Plakate mit „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ Werbung macht und damit zeigt, dass sie weder sprachlich noch inhaltlich in der Gegenwart angekommen ist. (Kein Witz, die Plakate der alten kommunistischen Parteien hingen in meiner Umgebung, ich hab´s leider verpasst, sie zu fotografieren.)

Wählbar ist für mich auch keine Partei, die sich nicht von rechtsradikalen Menschen in ihrer Mitte und ihrem Umfeld abgrenzen kann oder will. Das hat für mich weniger mit der Vergangenheit unseres Landes zu tun, als vielmehr mit der Gegenwart und Zukunft: Es gehört zu meinen Werten, Menschen aller Herkunft zu achten und wo es möglich ist, Schwächere im Rahmen unserer Kräfte zu unterstützen.

Soweit zur Erklärung und Abgrenzung.

Ich ärgere mich nicht

Als ich das Wahlergebnis und die empörten, verärgerten, klagenden Reaktionen in den sozialen Medien las, hab ich mich gefragt, was ich jetzt tun kann. Betonung auf ich. Punkt.

Verachten will ich niemanden – auch nicht, wenn er andere Werte wichtig findet als ich und anders wählt als ich. Ich weiß, was mir wichtig ist und was ich will und hoffe es gelingt mir, Menschen auch dann mit Respekt zu begegnen, wenn wir Dinge anders sehen.

Ärgern, wo man nichts mehr ändern kann, hielt ich schon immer für Energieverschwendung. Ein Seminar bei Dirk Eilert am Wahlwochenende hat das noch einmal bestätigt. Er sagte sinngemäß:

„Ärger ist eine Emotion, die dazu dient, Energie freizusetzen, um Hindernisse zu beseitigen. Können sie nicht beseitigt werden (etwa, wenn man in einem Stau steht), bringt einem Ärger nichts – im Gegenteil. Hier könnte Trauer eine angemessenere Reaktion sein.“

Ärgern über etwas, was nun schon Vergangenheit ist und mich empören – das wollte ich nicht! Was dann?

Ich spürte Traurigkeit. Wenn ich daran denke, dass einige Millionen Menschen für die „Alternativen“ die ihnen in der AfD angeboten werden, Werte in Kauf nehmen, die ich nicht gut heiße, schmerzt mich das. Und ich frage mich, was ich tun kann.

Was ich jetzt tue – Alternativen zur Alternative suchen

Ich fühle mich zu 1/80 Millionstel für das Wahlergebnis und auch für mein Land verantwortlich. Nicht für alles, aber für etwas. Und ich habe überlegt, was ich jetzt tun kann, will und möchte.

Kein Wahlplakat, sondern ein uraltes Schild in einer Berliner U-Bahn.

Meine Ideen: 

  • Mit AfD Sympathisanten  im eigenen Umfeld reden. Ich hatte nur ein einziges Gespräch mit einer Freundin, die frustriert über die etablierten Parteien war, und mit dem Gedanken spielte, AfD zu wählen. Sie war verwirrt, wie sie sich angesichts der oft tendenziösen Presse zurechtfinden konnte. Wir haben uns lange unterhalten, ich habe ihr erzählt, woran ich mich in dem Ganzen orientiere. Und ihr noch en paar Links geschickt. Wo sich künftig Gelegenheiten ergebe, will ich weiter verständnisvoll für die echten Fragen der anderen und auch klar für meine Werte kommunizieren.

 

  • Im Osten unseres Landes Urlaub machen. Wenn man in Berlin lebt, ist das ja eigentlich nicht so weit. Ich nutze Urlaub meist, um Freunde zu besuchen. Wenn man den Analysen glauben darf, ist die Perspektivlosigkeit einer der Hauptgründe, dass dort die AfD so viele Stimmen bekam. Die Jugend wandert ab, es gibt zu wenig Arbeit für die, die bleiben. Um etwas zur Verbesserung beizutragen, will ich  in den nächsten 4 Jahren 4 x 4 Tage Urlaub im Osten Deutschlands machen. Wenn es sich ergibt, will ich mit Menschen, die da leben ins Gespräch kommen.

 

  • Geflüchtete coachen. Menschen, die geflüchtet sind, haben oft viel Stress in den Knochen. Das kann alter Stress durch Krieg und Flucht sein oder der Stress, in einem neuen Land anzukommen. Ich bin überzeugt davon, dass Menschen, die Stress abbauen konnten (ob allein oder mit Coach), besser in einer neuen Umwelt ankommen. Und dass es dann nicht nur ihnen besser geht, sondern das nebenbei (hoffentlich) auch rassistisch gesinnten Menschen etwas Wasser aus den Mühlen nimmt. Von daher möchte ich zwei Coachingstunden pro Monat geflüchteten Menschen gratis oder reduziert zur Verfügung stellen.

Das ist mein Plan oder sagen wir mal der erste Entwurf. Die Wahl war ja erst gestern. 

Gern würde ich von dir hören:

  • Was hältst du davon?
  • Was willst du jetzt machen?

Ich bin gespannt auf deine Kommentare.

Lösung ist, wenn sich etwas löst.

Gestern wollte ich an meinem neuen Buch schreiben. Das klappte nicht. Zum einen, weil Bootsbauer Helge lautstark Lüftungslöcher in die Außenwand des Metallschiffes bohrt…das macht einen Höllenlärm, der der Konzentration nicht zuträglich ist.

Zum anderen, weil ich einen Aufruf erhielt, der mich aufgekratzt glücklich macht:

„Kerstin, ich bin frustriert und zugleich hoffnungsvoll. In den letzten Jahren hab ich extrem viel Zeit und Energie in Beratung investiert. doch an meinen Problemen hat sich nichts geändert. Doch seit dem Coaching mit dir (Thema: Blockaden / Angstzuständen) halte ich dauernd Ausschau nach Aufzügen, um mir zu zeigen, dass ich es kann. Geschlossene Aufzüge machen mir noch Probleme, aber offene Aufzüge fahre ich jetzt locker.

Wenn ich sehe, was sich in nur einer Stunde mit dir verändert hat, dann frustriert mich, dass ich an Stellen investiert habe, die mich nicht weiterbrachten. Und ich bin hoffnungsvolll. Ich will die noch  ungelösten Sachen jetzt gern intensiv anpacken  – mit dir. Hast du in nächster Zeit Kapazitäten?“

Wenn ich so was höre, explodiere ich vor Freude. Als Coach begleite ich Menschen sehr gern mit Herz und dem Handwerkszeug, das ich zur Verfügung habe. Egal wo – es ist genial, wenn Menschen beim Coaching Veränderung erfahren.

Ich bin ja in einer ganzen Reihe von klassischen Methoden (Systematisches Coaching – siehe auch mein Quadro Coaching Basics  , EKS – Business Coaching (siehe Fokus finden) und Gewaltfreie Kommunikation) ausgebildet, daneben noch in Wingwave, einem Ansatz, der sehr effizient bei Ängsten, Blockaden – von Aufzugangst bis Auftrittsangst  und Süchten von Schokolade bis Rauchen wirkt.

Ich habe in meinem Blog bereits davon erzählt: Wenn Altes wirklich vergeht.

In den letzen Wochen erlebte ich als Folge von Coaching das z. B.

  • Wurzeln für alte, behindernde Muster aufgespürt werden konnten
  • ein Mann im Blick auf die Vergangenheit mehr inneren Frieden spürte
  • eine Frau die entspannter in die Zukunft blicken kann
  • ein Mann nach nur einer Stunde Coaching ein deutlich reduziertes Verlangen nach Zigaretten hatte.
  • eine Frau, die erstmals in ihrem Leben das Wort „Selbstbewusstsein“ positiv assoziieren konnte
  • eine Frau, die psychischen Ursache auf die Spur kam, die zur Entwicklung von vielen Allergien beitrugen .
  • eine Frau, die mehr Sinn in ihrem Leben sieht.

Details kann und darf ich natürlich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht mitteilen – leider. Manche Geschichten sind so bewegend, dass ich sie lieben d gern erzählen würde, um andere Menschen zu ermutigen, das Lösung gefunden werden können.

Blockaden lösen. Selbstcoaching mit wingwave Christoph Schalk und Kerstin Hack Kurz: Ich liebe meinen Beruf. Und nutze eine Vielzahl von Werkzeugen, um Menschen im Coaching vor Ort in Berlin oder am Telefon weiterzuhelfen.

Wingwave ist die Methode der Wahl, die ich zum Lösen von Blockaden einsetze.

Mein Kollege Christoph Schalk​ und ich haben das Trainings-Quadro Blockaden lösen dazu geschrieben, wie man die Methode auch im Selbstcoaching nutzen kann, um Blockaden loszuwerden.

Das funktioniert – wenn gleich ich selbst immer Coaching mit einem echten Coach bevorzugen würde, wenn es möglich ist. Wenn das aus Zeit- Kosten oder sonstigen Gründen nicht geht, ist Selbstcoaching eine fantastische Alternative.

Wie zum Beispiel als ich so aufgekratzt war, dass ich nicht mehr klar fokussieren konnte. Dann höre ich Wingwave-Musik, weil die zugleich anregt und beruhigt.

Was mich interessieren würde: Hast du selbst schon mal Coaching in Anspruch genommen? Was waren deine Erfahrungen?

Noch drei Monate Lutherjahr…puh

Martin Luther Einer, der auf die Kraft des Wortes bauteIch gestehe: Ich werde persönlich erleichtert sein, wenn das Lutherjahr und der ganze Trubel um den (nicht nur) guten Mann endlich vorbei ist. Luther Theaterstücke, Lutherkekse, schwarz-rot-goldene Luthersocken mit „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, Luther-Kaffee – natürlich fair gehandelt, Luther-Playmobil-Figur und Luther-Bibeln. 

Okay, die Luther-Bibel gab es schon vor dem Lutherjahr – wobei nebenbei erwähnt werden darf, dass Luther Teile des Alten Testaments von einer Übersetzung abschrieb, die einer der Täufer, die er blutig verfolgte, verfasst hatte. Man sollte sie also eigentlich Luther-Wiedertäufer-Bibel nennen. Aber ich vermute, das kommt marketingmäßig nicht so gut an. 

Manchmal habe ich in all dem Luther-Trubel fast den Eindruck, manche Kirchenleute halten Luther für wichtiger als Gott. Mag sein, dass der Eindruck trügt.

Luther hin oder her: Ich freu mich, dass unsere Kurzbiographie zu Martin Luther von vielen als Einstieg in die Beschäftigung mit ihm verwendet wird. Die ist auch wirklich gut.

Die anderen aber auch: Martin Luther King, Margarethe Steiff, Nelson Mandela, Coco Chanel, um nur einige der Weltveränderer zu nennen, die in ihrem Bereich Revolutionen oder Reformationen bewirkt haben.

Wer mehr über den Autor dieser und anderer Weltveränderer erfahren will, findet das Kurzportrait über Reiner Andreas Neuschäfer hier.

Die göttliche Ordnung – ein Film und ein Thema, das mich bewegt

Schweiz, 1971:

Während die Welt sich unruhig im Flower-Power-Hippie-68er Revolutionsrhythmus bewegt, scheint in einem Schweizer Dorf die Zeit stehengeblieben zu sein. Dort wird noch – so der Titel eines Films von Petra Volpe – als die göttliche Ordnung empfunden, dass Männer das Recht haben, allein über Geld und Geschicke ihrer Frauen zu bestimmen.

Das ändert sich als Nora, Mutter von zwei Kindern, den Wunsch äußert, arbeiten zu gehen. Ihr Mann, Hans, erlaubt ihr das nicht. Die Männer haben das Sagen – so regeln es die Gesetze, die ebenfalls von Männern gemacht werden – die Schweizer Frauen haben kein Wahlrecht.

In Nora erwacht etwas und sie beginnt in ihrem Dorf für das Wahlrecht der Frauen einzutreten. Andere Frauen schließen sich ihr an und am Ende organisieren sie einen Streik und legen Bügeleisen und Kochlöffel nieder, um auf die Dringlichkeit ihres Anliegens aufmerksam zu machen.
Natürlich kommt es zu Konflikten. Die alte Ordnung war so lange etabliert, dass sie als göttlich empfunden wurde. So was wirft man nicht von heute auf Morgen um. Hans wird als Ehemann einer Emanze verlacht, die Männer im Dorf versuchen ihre Frauen mit Gewalt einzuschüchtern.

Am Ende brechen verkrustete Muster auf. In einer bewegenden Szene erklärt Nora, dass die göttliche Ordnung ist, dass Männer und Frauen beide ihren Platz haben. Und ihrem Mann steht der Stolz auf seine mutige Frau ins Gesicht geschrieben. Und ja, die Mehrheit für das Frauenwahlrecht gewinnen sie auch. 

  • Extra Plus: Für Modefans lohnt sich der Film schon allein wegen der genialen 70er-Jahre Mode. Schlaghosen, Frisuren. Eine Augenweide.
  • Kleines Minus: Die Hochdeutsche Synchronisation (der Film ist im Original in Schweizerdeutsch) ist etwas holprig.

Mich hat dieser Film berührt. Als Frau bin ich dankbar für Frauen, die sich dafür einsetzten, dass Frauen ihr Potential entfalten können. Aber auch Männer. In dem Film werden die Männer im Dorf auch als in ihren festen Rolle unfrei und unglücklich gezeigt. Das zeigt eine tiefe Wahrheit.

Ich glaube zutiefst, dass da, wo Frauen klein gehalten werden, auch die Männer nicht glücklich sind. Da, wo Männer ihre Energie aufwenden müssen, um Pascha, Herrscher oder sonst was zu spielen, statt partnerschaftlich zu agieren. Das Ergebnis: beide Geschlechter leben unter dem Potential, das ihnen von Gott her zugedacht ist.

Im christlichen Bereich wurde es in vielen Bereichen als göttliche Ordnung empfunden, dass Frauen im Gemeinden nichts zu sagen haben – auf Grund einiger, meist aus dem Zusammenhang gerissener Stellen. Es ist ein komplexes, großes Thema, in dem sich Geschichte, Kultur, Prägung, Sichtweisen und Theologie vermischen.

Um etwas Licht in das Gestrüpp zu bringen, habe ich ein Quadro geschrieben: Starke Frauen. Befreiende biblische Perspektiven.

Kerstin Hack: Starke Frauen. Befreiende biblische PerspektivenMein Ziel mit diesem Quadro war, ein Bild von einer heilsamen, göttlichen Ordnung zu zeigen, in der Mann und Frau ihren Platz haben und gemeinsam Gutes in der Welt bewirken. Es gibt so viele Frauen, denen nach wie vor in Gemeinden oder Ehen das Ausleben ihres Potentials verboten wird. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre es der, dass Männer und Frauen, das Quadro im Zehnerpack kaufen und an andere weitergeben, um mitzuhelfen, andere, göttliche Perspektiven zu entdecken.

In meinem Blog hab ich schon öfter zu der Thematik geschrieben:

Und vermutlich wird es mich weiter beschäftigen. Weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir als Männer und Frauen nicht berufen sind, einander klein zu machen, sondern groß.

Deshalb hat mich auch der Titel des Films bewegt: Die göttliche Ordnung.

Ich glaube, dass wir Sinn im Leben nur dann finden, wenn wir dazu beitragen, dass wunderbare, lebensspendende göttliche Ordnung wieder hergestellt wird – in einer Welt, die an vielen Stellen weder gut geordnet noch himmlisch ist.

Wo man hinschaut sind Dinge nicht in Ordnung: In der Natur, im Sozialen, in der Wirtschaft. Wo und wie man anpackt, entspricht den eigenen Vorlieben, der Begabung und manchmal auch dem, was einem vor die Füße gelegt wird.

Das erfordert intensives Hinsehen und Denken. Oft werden gerade von Menschen, die privilegierte Positionen innehalten, Dinge als richtig und womöglich göttlich legitimiert bezeichnet – nur weil sie immer schon so waren. Da darf und kann man hinterfragen, überlegen, anhand der eigenen Überzeugungen und Aussagen der Glaubenstexte prüfen, ob das wirklich so ist.

Ein weiteres Kriterium ist die Atmosphäre oder wie auch immer man das nennen mag. Ich glaube zutiefst, dass da, wo etwas tatsächlich göttlicher Ordnung entspricht, auch sein Geist zu spüren ist. Der zeigt sich etwa in Freude, Frieden, Freundlichkeit, Güte, Geduld, Liebe, Sanftheit und Treue.

Mitgestalter, Mitregenten, Mitherrscher: Mich beeindrucken die biblischen Bilder und Texte, die davon sprechen, dass wir Auftrag und Würde haben, mit Gott diese Welt zu gestalten. Menschen, die nicht gläubig sind, könnten andere Bilder wählen, um sich als Gestalter einer guten Welt zu beschreiben.

Einfach ist es nicht. Dort wo Neues auf etablierte, alte, Ordnungen trifft, kommt es zum Konflikt. Doch dann entsteht neue, lebendige göttliche Ordnung, die Leben schenkt und befreit.

Nur so ne Frage: Über welche Unordnung in der Welt kannst du dich so aufregen, dass du Zeit, Energie und Geld einsetzen würdest, um dort tatsächlich etwas zu verändern?

Ich bin gespannt auf deine Antworten.

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