Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Kategorie: Besser leben (Seite 1 von 21)

Winterschön

Auch wenn der Sommer meine Lieblingsjahreszeit ist, mag ich auch den Herbst und Winter. Im Herbst fuhr ich nach einem Termin mit dem Zug durch Brandenburg. Zwischen den für die Gegend typischen, eher monotonen Kiefern blitzten immer mal wieder buntgefärbte Laubbäume auf, ab und zu ein kleines Birkenwäldchen mit gelben Blättern, die zart im Wind tanzen.

Herbststürme

Dann kamen die  ersten große Herbststürme. Bei Xavier hat selbst auf der harmlosen Spree meterhohe Wellen geschlagen, auf denen die Enten fröhlich surften – fröhlich zumindest so weit ich das beurteilen kann. Leider hat er auch an Bord Schäden hinterlassen – ein Dachfenster hat durch einen herunterfallenden Gegenstand einen Riss bekommen und muss erneuert werden.

Ich habe die Krise erst nach meiner Rückkehr von einer Reise gemerkt und leider hat es in den Tagen meiner Abwesenheit heftig geregnet, so dass auch der Korkfußboden in Mitleidenschaft gezogen wurde. Kein Weltuntergang, aber vermutlich doch ein paar Hundert Euro Schaden.

Dennoch bin froh, dass das Kamindrama – nachdem ich meinen Ärger gut gezeigt habe – endlich ein Ende gefunden hat und ich es an Bord wieder kuschelig und warm habe.

Kamin und Coaching

Neuer Kaminofen – noch nicht eingebaut.

Im Seminarraum gibt es einen weiteren Kamin, der seit kurzem kuschelige Wärme verbreitet. Am Wochenende ist ein Coaching-Gast an Bord und sie darf dann gerne bei prasselndem Kaminfeuer ihren Gedanken nachhängen, ihr Leben sortieren und neue Perspektiven entwickeln – bei Bedarf auch mit einem Coaching.

In den letzten Monaten hat Coaching vor Ort und am Telefon stark zugenommen – sowohl zeitlich als auch geographisch. Es ist schon ein wenig verrückt, jemanden, der 5000 km entfernt wohnt per Telefon zu coachen – aber es geht.

Gleichzeitig bin ich oft auch zu Tränen gerührt, wenn ich miterlebe, was sich beim Coaching löst und wie schnell. Es gibt Menschen, die ein Leben lang von Familie und Umfeld fehlgeprägt wurden – da brauchen Veränderungen ihre Zeit. Doch sehr häufig erlebe ich, dass ein Denkmuster oder eine Emotion, die das Leben stark blockiert, sich in nur einer Stunde löst und dauerhaft gelöst bleibt. Das ist zum Weinen schön.

Herausfordernd ist und bleibt die verschiedenen Verantwortungsbereiche – Neugestaltung des Verlags, Coaching, Schiff, Schreiben meines neuen Buches – unter einen Hut zu bringen. Immer wieder gut zu entscheiden, was für jetzt das Richtige ist, ist manchmal herausfordernd. Da tut es gut, regelmäßig Pausen zu machen und einfach nur die schöne Herbstnatur zu betrachten – so wie eben jetzt.

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Ich schreibe ein Buch – auf dem Laufband

Der vielleicht ungewöhnlichste Aspekt meines Schreibens an Das gute Leben war für viele, dass ich große Teile des Buches in Bewegung geschrieben habe – einige Kapitel passiv bewegt in der S-Bahn oder dem Zug. Und sehr viele in aktiver Bewegung auf dem Laufband.

Seit ich gelesen hatte, dass die Autoren-Kollegin Christine Carter langsam auf dem Laufband gehend ihre Bücher schreibt, hat mich die Idee begeistert.

Vorteil Nr. 1: Gehen ist gut für das Gehirn.

Ich bin ja ausgebildeter Wingwave Coach. Wingwave ist eine Methode, die seelische Blockaden mit Hilfe von bilateraler Hemisphären-Stimulation auflösen hilft. Hinter dem Begriff verbirgt sich nichts anderes als die schlichte Erkenntnis, dass der Mensch stressige Erlebnisse besser verarbeitet, wenn abwechselnd (bilateral) beide Gehirnhälften (Hemisphären) aktiviert (Stimulation) werden. Das setze ich im Coaching ein – mit teils dramatisch bewegenden Resultaten. 

Intuitiv wissen wir das: Nach einer Nacht Schlaf sieht die Welt schon ganz anders aus (in den REM Phasen werden beide Gehirnhälften aktiviert). Oder nach einem Spaziergang ist der Kopf viel klarer. Das hat nichts mit der schönen Natur zu tun, sondern tatsächlich mit der Bewegung. Wissenschaftler haben herausgefunden: Stress baut sich kaum ab, wenn man in einem Rollstuhl durch die Natur geschoben wird – sich also nicht bewegt. Gehen auf dem Laufband hatte einen ähnliche stark stressabbauenden Effekt wie das Laufen im Freien.

Insgesamt kann man sagen: Man kann beim Laufen kreativer und klarer denken und ist oft fokussierter. Kurz: Es ist gut für das Denken und das Gehirn. Das hat mich motiviert. 

Vorteil Nr. 2:  Sitzen ist schlecht, Gehen ist gut für den gesamten Körper

Gehen hat eine Vielzahl positiver Nebeneffekte den Körper. Vor einigen Wochen habe ich das Buch Sitzen ist fürn Arsch gelesen, dessen Titel den Inhalt recht drastisch zusammenfasst. Das viele Sitzen ist tatsächlich Gift für den Körper: Herz- und Kreislauf, Bewegungsapparat und Gehirn. Menschen die viel Sitzen, haben ein doppelt so hohes Risiko an einer Herz- Kreislauferkrankung zu erkranken wie Menschen, die keine sitzende Tätigkeit ausüben.

Nur was tun, wenn man von Beruf als Autorin, Verlegerin und Coach scheinbar gezwungen ist, viel zu sitzen. Zum einen übe ich mich gerade darin, in der U-Bahn stehend und auf dem Trampolin wippend zu lesen. Lesend durch die Landschaft zu gehen, wie das zu Spitzwegs Zeiten wohl üblich war, habe ich noch nicht ausprobiert.

Reines Stehen ist auch kaum besser. Deshalb war – nach einer Testphase mit improvisiertem Stehpult und Wackelbrett – klar: Das funktioniert. Ein Laufband muss her.

Meine Kriterien

  • Schmal (Die Fussbodenfläche in meinem Büro ist nur 2m breit, 1,50 m lang und zusammenklappbar
  • Mit schmalem Aufbau, so dass man eine Halterung für den Laptop befestigen kann
  • Preislich ok

Das fand ich dann online. Schön ist es nicht. Das wäre Kriterium Nr. 4 gewesen.

Tag 0:

Bootsbauer Helge entwirft einen Aufsatz, ich mache erste Geh- und Schreibversuche.

Tag 1:

Ich wiege mich und messe meinen Körper aus: Bauch, Taille, Hüfte, Oberschenkel, weil mich interessiert, ob sich selbst langsames Gehen auf Umfang und Gewicht auswirkt.

Ich stelle mir das Tempo auf die niedrigste Stufe und schreibe los. Ein ganzes Kapitel meines neuen Buches entsteht im Gehen. Das Laufband hat keine Speicherfunktion und schaltet nach 30 Min aus Sicherheitsgründen ab (ein Nachteil, wenn man mehrere Stunden schreiben will).  Deshalb kann ich nur schätzen: 1,2 Kilometer, die ich sonst nicht gelaufen wäre, ca. 100 Kalorien. Ok.

Als ich draußen an Deck Pause mache, bin ich erstaunt, wie gut mir das gelingt. Oft bin ich in Pausen hippelig und nervös, kann nicht still sitzen – vermutlich weil ich vorher schon lange gesessen bin. Ich bin gespannt, ob der Effekt anhält.

Nebenbei beantworte ich viele Fragen meiner Facebookfreunde:

Freund 1: Wie viel km/h ?? 😉

Kers Tin Hack: Aktuell 1,1 Stundenkilometer…. wenn es mehr Routine geworden ist, werde ich das Tempo erhöhen….
Was ich auch spannend finde – ich erlebe mich beim Schreiben auf dem Laufband als achtsamer als wenn ich am Schreibtisch sitze. Ich muss mich etwas mehr konzertrieren und tue es auch.

Freund 2: Du kannst echt tippen, während du läufst? Das ist erstaunlich. Can you really type while walking? That’s amazing.

Kers Tin Hack: In a book Christine Carter mentioned that she did that. I had been looking for ways to reduce sitting – which is hard when you are a writer and coach and had started to write standing while on a wabbly plate… and writing at slow speed walking works quite well.

Freund 2: That might be something for me to try too.

Kers Tin Hack: Two pages = 0,6 km and 49 calories…

Freundin 2: Du verhaust dich nicht mit den Tasten? Bemerkenswert

Kers Tin Hack: Ich erlebe mich sogar fokussierter als sonst… ist echt spannend,….

Freund 3: You got one!

Freundin 4: Und das Gerät ist erstaunlich klein im Vergleich zu den Oschis im Studio ????????

Kers Tin Hack:  Ich hab 4 Monate gesucht, bis ich eins gefunden habe, das klein ist, LAAAAANGSAM laufen kann und bezahlbar ist. Das mag ich. Superleise ist es nicht, aber ich hör halt nebenbei ruhige WingwaveMusik. Auch ok.

Freundin 5: Geht das?? Ich hatte Probleme beides zur gleichen Zeit zu tun!!

Kers Tin Hack:  Es ist erstaunlich leicht. Du kannst ja auch vieles gleichzeitig: Kochen + reden, stricken + fernsehen usw. Früher gingen die Leute LESEND spazieren… Man kann nicht gleichzeigit zwei Denk-Sachen (Rechnen und Text schreiben) machen, aber eine körperliche Routinesache + denken/schreiben, das geht.

Tag 2:

Ich erhöhe das Tempo auf 1,5 Stundenkilometer. Das lässt sich noch locker laufen. Es macht so viel Spass, dass ich statt einem Kapitel gleich eineinhalb schreibe. Und nur aufhöre, weil das Lauband stoppt und mich andere Aufgaben rufen. Ich höre nebenbei Wingwave-Musik, um die Geräusche des Laufbandes zu übertönen.

Beim Laufen stoßen meine Oberschenkel innen aneinander. Ich frage mich, ob das wohl im Lauf der Zeit besser wird.

Tag 3:

Ich wache morgens mit müden Beinen auf.  Kein Muskelkater, aber müde, schwere Beine. Auch wenn es noch nur zwei oder drei Kilomenter waren – mein Körper ist das noch nicht gewöhnt.

Wegen einer Verletzung an der Halswirbelsäule habe ich jede Woche einen Physiotherapie. Der Therapeut sieht mich zu Beginn an und sagt: „Hast du abgenommen?“ Und „Du wirkst irgendwie körperlich dynamischer als sonst!“  Sind das erste Auswirkungen der Laufbandstrategie?

Nachmittags noch mal ein Kapitel Buch und ca. 3 Kilometer – tut gut!

Tag 4:

Ich muss viel verschiedenen Kleinkram erledigen. Zwischen verschiedenen Fenstern zu wechseln, das geht am Laufband noch nicht so gut.  Der Vorteil daran: Wenn ich an Texten arbeite, bleibe ich fokussierter, weil die Versuchung „schnell mal wo zu schauen“ geringer ist. Ich erlebe mich als fokussierter als sonst.

Insgesamt fühle ich mich energievoller und bewegungsfreudiger. Am Abend benutze ich voller Freude einen riesigen Haufen Reisig als „Bio-Trampolin“, den ich durch beherztes Hüpfen auf die Hälfte des Volumens verkleinere.

Eine Freundin, die das Schreib-Laufband ausprobiert, tippt schon auf den ersten 100 Metern bei 2.5 km Geschwindigkeit, fehlerfrei. Streberin!

Tag 5:

Ich steigere auf 2 km oder mehr. Bei 25 Grad wird mir dabei gut warm. Ich spüre die Bewegung der Muskeln. Leider kann ich das Laufband nicht lange benutzen, weil der Konstrukteur noch einige Verbesserungen anbringen will: Eine Halterung für mein Handy, eine Rille, die den Laptop vom Abrutschen schützt.

Ich sitze also fast den ganzen Tag am Schreibtisch. Und frage mich, wie in aller Welt ich das früher ausgehalten habe. Mein Rücken fühlt sich nicht gut an, ich habe mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen. Boah, fühlt sich das schlecht an.

Woche 2

An den meisten Tagen schreibe ich 1 – 3 Stunden bei nun 2,5 bis 3,5 Stundenkilometern. Das schnellere Tempo ist – da das Laufband leicht bergauf steht, dann doch etwas anstrengend. 2,5 erlebe ich als entspannend. Ich entdecke, dass es mir leichter fällt, beim Thema zu bleiben und mich weniger ablenken zu lassen. Sitze ich beim Verfassen von Texten am Schreibtisch, passiert es mir relativ häufig, dass ich mit einem Text nicht weiterkomme. Dann einfach nur sitzenzubleiben, bis mir der nächste Gedanke einfällt, ist sterbenslangweilig. In solchen Momenten ist die Gefahr sehr groß, dass ich mich selbst aus der unangenehmen Situation befreie, nicht weiter zu wissen, indem ich „mal schnell“ auf andere Internet-Seiten gehe – und dann häufig hängenbleibe und sehr lange brauche, bis ich den Faden wieder finde.

Am Laufband passiert mir das fast gar nicht. Wenn ich nicht weiter weiß, gehe ich einfach weiter. Ich lasse den Blick nach draußen schweifen und laufe einfach weiter. Oft fällt mir dann schon nach einigen wenigen Schritten der nächste Satz ein.

Woche 3

Eine Woche fast ohne Laufband-Schreiben liegt hinter mir.  Ein Tagescoaching, zwei Tage Teamworkshop, zwei Tage Weiterbildung und ein kaputter Laptop, der zum Doktor musste. Das lag nicht am Laufband, sondern an einem dummen Virus, den er sich eingefangen hatte. Nach nur einer Woche ohne täglisches Laufen und Schreiben spüre ich die Auswirkungen – auf der Waage (das verschwundene Kilo ist zurückgekehrt), bei der Verdauung und in meiner allgemeinen körperlichen Verfassung: Ich schlafe schlechter, fühle mich müde und matt. Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so krass auswirkt.

Woche 4

Die Berliner Kreativen trifft man in den einschlägigen Szenelokalen oder bei Modulor, einem Laden für Architektur- und Kunstbedarf, wo man von Farben über Papiere, Schablonen und Rahmen alles findet, was das kreative Herz begehrt. Dort laufe ich der Fotografin Debora Ruppert über den Weg. Sie begrüsst mich mit den Worten: Ich habe dir eben geschrieben. Du hast mich inspiriert.

Dann erzählt sie mir, dass sie schon lange mit dem Gedanken gespielt hat, sich einen höhenverstellbaren Schreibtisch zu kaufen und das – inspiriert durch mich – jetzt kombiniert mit einem Laufband in die Tat umgesetzt hat. Und damit glücklich ist.

Wir tauschen unsere Erfahrungen aus.  Die sind sehr ähnlich. Wenn wir in der Vergangenheit beim Sitzen am Schreitisch in eine Gedankeblockade kamen, gingen wir entweder vom Schreibtisch weg oder sprangen zu einer Internet-Seite. Jetzt laufen wir einfach ein paar Schritte weiter und – schwups – ist die Blockade weg und es kommen neue Gedanken.

Später finde ich ihren Text im Handy (ich bin mit dem guten Stück nicht verwachsen, schaue nur alle paar Stunden mal drauf):

Ich wollte Dir noch sagen, dass der Besuch bei Dir auf dem Schiff mich inspiriert hat. Ich hatte schon länger überlegt mir einen höhenverstellbaren Schreibtisch zu besorgen & der Besuch bei Dir war dann mit ausschlaggebend. Ich habe mir das Gestell für einen höhenverstellbaren Schreibtisch besorgt & ein Laufband darunter gestellt. Ich merke, dass ich viel effektiver arbeite & kreativer bin. Die Verknüpfung rechte & linke Gehirnhälfte lässt grüßen. Merci für Inspiration

 

Als das Buch fertig war, habe ich damit begonnen, auch viele meiner „normalen“ Schreibzeiten aufs Laufband zu verlegen – an Tagen, wo ich am „normalen“ Computer sitzen muss, weil z.B. Buchführung zu erledigen ist, bin ich am Abend oft erschöpft. An Tagen, an denen ich einige Kilometer bei aktuell 2,4 Kilometer pro Stunde schreibend laufe, habe ich am Ende des Tages noch Energie. Und finde es wunderbar.

Ich schreibe ein Buch – und gönne mir Pausen

Tau, SeilPausen sind für das Leben ebenso wichtig wie in der Musik. Ohne kurze und lange Pausen, die ein Musikstück gliedern, wäre es reiner Lärm, eine stressige Kakophonie von Tönen.

Wie wichtig Pausen sind, habe ich glücklicherweise schon früh im Leben gelernt – und mir vermutlich auch dadurch meine Energie erhalten.

Zu meinen Lebensprinzipien, über die ich auch in meinem Buch schreibe, gehört die Pause zu Monatsbeginn – ein ganzer Tag, den ich mir für Genuss, Gebet und Reflexion gönne.

Deshalb gibt es heute keinen ausführlichen Beitrag über das Schreiben, sondern den Link zu einen Artikel im  Magazin von Down to Earth, in dem ich meinen besonderen Tag beschrieben habe.

 

Ich schreibe ein Buch – und gebe Einblick

Um euch die Wartezeit bis zum Erscheinen meines neuen Buches „Das gute Leben. Was ich in 50 Jahren, vier Monaten und sieben Tagen über Leichtigkeit und Lebensfreude entdeckt habe“ zu verkürzen, gebe ich hier immer ein Stück Einblick in den Entstehungsprozess.

Auf dem Bild seht ihr mich bei der Feier meines 50. Geburtstages, der ja, wie der Titel des Buches schon sagt, Anlass für das Schreiben war.

Außerdem findet ihr Beiträge auf Facebook  und Bilder auf Instagram.

Ist das interessant für dich?

Wenn ja, was würde dich in Bezug auf den Entstehenungsprozess eines Buches besonders interessieren?

Du kannst mir gern deine Fragen unten als Kommentar stellen – ich bin gespannt drauf und werde sie so gut ich kann beantworten.

 

 

Die These an meiner Lebenstür

Das vielerorts gefeierte Reformationsjubiläum ist ein guter Anlass, darüber nachzudenken, wie denn Reformation im eigenen Leben aussehen könnte.

Luther hat sich mit seinen Thesen gegen Überzeugungen gewandt, die das entspannte (Glaubens)-Leben nicht förderten, sondern eher behinderten. Und lautstark seine Gegen-Sätze zu diesen einschränkenden Überzeugungen in die Welt gerufen. Dass der Stein, den er damit ins Rollen brachte, auch die eine oder andere Struktur mitriss, war so wohl nicht beabsichtig, aber das ist eine andere Geschichte.

Meine These

95 Thesen sind mir etwas zu viel des Guten. Simplify und minimalistischer Lebensstil sind ja in. Auch in meinem Kopf. Also hab ich mich auf einen Satz beschränkt, der mein Leben einschränkt.

„Du musst es schaffen!“

Dieser Satz ist ebenso umfassend wie unerbittlich. Er sagt: „Alles, was dir an To-Dos auf den Schreibtisch, ins Haus, in Gedanken, in Begegnungen in dein Leben kommt, das musst du schaffen!“ Wie grausam. Wie unbarmherzig. Wie ungnädig.

Meine Frage ist nicht: „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“ Dank Luther ist das ja schon mal sortiert: Durch das, was Christus getan hat, erhalten wir Gottes Gnade als Geschenk.

Meine Frage ist viel mehr: „Wie bekomme ich ein gnädiges Ich!“ 

Nachdenken

Mir hilft da erst mal Nachdenken. Diesen Satz habe ich von meinen Eltern übernommen. Die lebten auf einem Bauernhof. Da musste man die anstehende Arbeit schaffen, um versorgt zu bleiben, um zu überleben: Die Tiere mussten gefüttert werden, sonst würden sie sterben. Die Ernte musste eingebracht werden, sonst würde sie verderben.

Der Satz war und ist sinnvoll in Situationen, in denen das Überleben bedroht ist. Wenn man auf der Flucht um sein Leben rennt oder ein Sturm die Ernte bedroht, dann kann der Satz „Du musst es schaffen, sonst stirbst du!“ helfen, letzte Energiereserven zu aktivieren. Und das Leben zu sichern.

Der Unterschied zu heute ist, dass die Arbeit damals tatsächlich begrenzt war – durch die Größe der Felder und die Anzahl der Tiere. Damals konnten Menschen nicht einfach mit ein paar Klicks auf einer Tastatur anderen Menschen Aufgaben aufbürden, die Zeit und Mühe kosten.

Mails sind To-Dos, die andere für dich schreiben.  – Christine Carter

Anderes als früher haben Aufgaben heute fast keine Grenzen mehr. Zu denken, man müsste oder könnte alles schaffen, was irgendwie an Aufgaben an einen herangetragen wird, ist Anmassung und Hybris.

In dem  Satz „Du musst es schaffen!“ schwingt innerlich jedoch noch die gleiche Bedrohung des Lebens mit, die frühere Generationen empfunden haben, wenn sie ihn sagten.

Wir denken: „Du musst es schaffen, sonst ist dein Leben bedroht!“ Und realisieren oft gar nicht, dass gerade das Viele „schaffen müssen“ uns Kraft, Gesundheit und Leben raubt.

Nachfühlen

Negative Sätze sind nicht nur in unserem Denken abgelegt, sondern über Hormone und körperliche Reaktionen auch in unserem ganzen Körper. Der Satz „Du musst es schaffen!“ löst Stress und Angst aus.

Weil ich das weiß, habe ich mir erst einmal die Zeit genommen, zu spüren, wo im Körper und in der Seele ich diesen Satz spüre. Ganz klar im Nacken. Etwas auch im Bauch. Und dann durch gezielte rechts-links-Bewegungen, die ich aus dem Coaching kenne, den körperlichen Stress, der mit diesem Satz verbunden ist, neutralisiert. (Mehr dazu im Quadro „Blockaden lösen„)

Das tat gut.

Gegensatz finden – neue These

Vermutlich wird der Satz „Ich muss es schaffen!“ immer mal wieder in meinen Gedanken auftauchen. Ich habe mir überlegt, was ich dazu als Gegenthese brauche. Ganz klar war mir: Ich wollte mich nicht von dem „es“ herumkommandieren lassen. Nicht es bestimmt, sondern ich will bestimmen, ob ich es tue.

So heißt mein neuer Satz jetzt in Übereinstimmung mit dem, dass ich mich als die Regentin meines Lebens sehe:

Ich entscheide, was ich jetzt tue!

Und ergänzend dazu noch einen weisen Rat an mich selbst.

Nimm nicht mehr To-Dos an, als du auch wieder loswerden kannst.

Ich glaube, mit diesen beiden Sätzen habe ich eine gnädigere Lebensregentin gefunden als die alte mit ihrem dummen „muss“!

Das ist eine echte Reformation.

P. S: Ach ja…immer wenn ich an Luthers Thesen denke, erinnert mich das daran, dass ein Kind in einem Schulaufsatz mal schrieb: „Dann nagelte Luther seine Prothesen an die Tür.“ Die Vorstellung hat auch was.

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Klare Sicht voraus!

Die Vögel, die um mein Schiff herum leben, beglücken mich – wenn sie nicht gerade wie Heinz, der Hahn, in aller Frühe krähen oder wie Sigmund, der Schwan, mich im Schlaf wecken, weil sie sich einen Mitternachtssnack gönnen und Muscheln von der Bordwand knabbern. An Bord gibt´s Geräusche, die gibt es sonst gar nicht.

Abgesehen davon liebe ich es, den Vögeln beim Schwimmen und Fliegen zuzusehen – wenn ich sie sehe. Oft erblicke ich sie nur unscharf, weil meine Augen, besonders das Linke ziemlich kurzsichtig sind.

Das fing schon früh an.

Als ich in der Grundschule war, fiel der Lehrerin auf, dass ich beim Abschreiben von der Tafel häufiger Fehler machte als sonst und oft ein Auge verschloss. Es stellte sich heraus, dass ich auf einem Auge kurzsichtig, auf dem anderen weitsichtig war.

Im Lauf der Jahre hat sich das angeglichen, das weitsichtige Auge wurde auch kurzsichtig – doch weit weniger als das andere Auge – über 3,5 Dioptrin Unterschied.

Mit Kontaktlinsen trocknen meine Augen schnell aus und entzünden sich. Beim Tragen einer Brille entstehen unterschiedlich große Bilder, die vom Gehirn verarbeitet werden müssen. Das ist Stress pur. Die Folgen reichen von Auswirkungen auf Körperkoordination (ich sehe Hindernisse oft schlecht und verletzte mich) bis hin zu Müdigkeit und Verspannungskopfschmerzen. All das beeinträchtigt meine Lebensqualität ziemlich.

Die Entscheidung zur Operation

Ich sehne mich nach klarer Sicht.

Nach langem Überlegen habe ich mich deshalb zu einer Augenoperation entschieden, welche die Fehlsichtigkeit korrigiert, aber vermutlich von der Kasse nicht bezahlt wird. Langfristig kommt das billiger als Kontaktlinsen und/oder teure Gleitsichtbrillen. Kurzfristig kostet es einige Tausend Euro. Wenn ihr mich dabei unterstützen wollt, würde ich mich sehr freuen.

Die Operationen sind für den 7. + 8 November angesetzt. Bis dahin werde ich weiter beten, dass Gott die Augen übernatürlich heilt. Ich lade euch ein, das auch zu tun. Wenn das passiert, werde ich alles Geld, was ich für die Operation geschenkt bekommen habe, an eine Organisation spenden, die in armen Ländern grauen Star operiert und Menschen so ihr Augenlicht wieder schenkt – damit auch andere gut sehend werden.

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen

Ist das heftig!!! 

Vor sechs Monaten ist mein Pelletofen, der das gesamte Schiff heizt, kaputt gegangen. Seitdem sagte mir der Kundendienst bei Dutzenden von Telefonaten, dass er die Ersatzteile nicht vom Hersteller bekommt. Er sagte zu, den Ofen zu reparieren, sobald er die Ersatzteile hat.
Am Montag habe ich beim Hersteller sehr deutlich meinen Ärger zum Ausdruck gebracht. was mir nicht leicht fällt. Ich neigte bisher immer dazu, stets meine verständnisvolle Seite zu zeigen – selbst wenn Ärger durchaus angemessen wäre.

Das hat mit Erziehung und Prägung zu tun. Und auch damit, dass es in unserer Gesellschaft in der Regel akzeptiert wird, wenn Männer Ärger ausdrücken. Wenn Frauen das tun, selbst wenn es angemessener Ärger ist, wird das oft verachtet.
Doch siehe da – der respektvolle, aber klare Ausdruck meiner Unzufriedenheit bewegte das Hindernis: Noch am gleichen Tag wurden die Ersatzteile verschickt.

Das war Teil 1.

Heute schrieb mir dann der Kundendienst:

„Guten Tag Frau Hack, leider werden wir die Reparatur nicht vornehmen, da der Kamin nicht den technischen Vorraussetzungen des Herstellers entspricht.“

Wie bitte!!!!!

Ich koche gerade vor Wut.
Dass er die Reparatur nicht vornehmen will, hätte er mir auch vor 6 Monaten sagen können. Dann hätten wir das gute Wetter im Sommer nutzen können, um nötige Änderungen am Kamin vorzunehmen.

 
Wohnen. Impulsheft aus dem Down to Earth Verlag von Wohnberaterin Tanja Sauer

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen.
Das habe ich kürzlich bei einem Seminar mit Dirk Eilert gelernt. Ich werde noch etwas abwarten, bis die erste, nicht so konstruktive Wut, verraucht ist und dann meinem Ärger deutlich Ausdruck verleihen. Und Lösungswege suchen.
Die Firma, bei der ich den Kaminofen gekauft habe, wirbt mit dem Slogan „Feuer ist unsere Leidenschaft!“ Meine derzeit auch.
Bis der Winter kommt, will ich einfach nur schön und warm wohnen.
Das Ziel möchte ich erreichen. Falls es nötig ist, dafür Ärger zu spüren und angemessen auszudrücken ist das schon ok. Ärger dient dem Leben. Auch meinem.

Ein paar Tage später:

Als der Kundendienst dann kam, war die erste Frage: „Ist das ein Gasofen?“ Wie bitte?! Ich erklärte ihm, dass es sich bei dem Gerät um einen Pelletofen handelt. Er meinte, dass er noch nie (!!!) einen Pelletofen repariert hätte. Mit Hilfe und unter Anleitung meines Bootsbauers, den ich vorsorglich gebeten hatte, zu dem Termin an Bord zu sein, hat es dann geklappt. Der Ofen läuft.

Was ich wähle, ist das Handeln

Am 24. 9. haben wir Deutschen gewählt – genauer gesagt 75,6%  von uns.

Seit das Wahlergebnis fest steht – mit 12,6 % Stimmen für die AfD – ist in den Massenmedien und sozialen Medien der große Ärger und das große Jammern ausgebrochen. Ich poste auf Facebook in der Regel nichts zu politischen Themen, weil in diesem Medium eine echte inhaltliche Auseinandersetzung, Dialog usw. nur sehr begrenzt möglich ist. Und verkürzte Darstellungen niemandem weiterhelfen.

Einzige Ausnahme – ein Spiel mit Worten, das ich mir nicht verkneifen konnte.

Finde den Unterschied:
Die AfD jagt und klammert.
Der Rest klagt und jammert.

Ich will auch auf meinem Blog keine politische Diskussion starten. Dafür ist an anderer Stelle Platz.  Nur so viel: Ich will keine Partei wählen, bei denen ich noch nicht mal die Wahlplakate verstehe – etwa: „Berlin ist das Tor zur neuen Seidenstrasse“.

Wählbar ist für mich auch keine, die allen Ernstes noch Plakate mit „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ Werbung macht und damit zeigt, dass sie weder sprachlich noch inhaltlich in der Gegenwart angekommen ist. (Kein Witz, die Plakate der alten kommunistischen Parteien hingen in meiner Umgebung, ich hab´s leider verpasst, sie zu fotografieren.)

Wählbar ist für mich auch keine Partei, die sich nicht von rechtsradikalen Menschen in ihrer Mitte und ihrem Umfeld abgrenzen kann oder will. Das hat für mich weniger mit der Vergangenheit unseres Landes zu tun, als vielmehr mit der Gegenwart und Zukunft: Es gehört zu meinen Werten, Menschen aller Herkunft zu achten und wo es möglich ist, Schwächere im Rahmen unserer Kräfte zu unterstützen.

Soweit zur Erklärung und Abgrenzung.

Ich ärgere mich nicht

Als ich das Wahlergebnis und die empörten, verärgerten, klagenden Reaktionen in den sozialen Medien las, hab ich mich gefragt, was ich jetzt tun kann. Betonung auf ich. Punkt.

Verachten will ich niemanden – auch nicht, wenn er andere Werte wichtig findet als ich und anders wählt als ich. Ich weiß, was mir wichtig ist und was ich will und hoffe es gelingt mir, Menschen auch dann mit Respekt zu begegnen, wenn wir Dinge anders sehen.

Ärgern, wo man nichts mehr ändern kann, hielt ich schon immer für Energieverschwendung. Ein Seminar bei Dirk Eilert am Wahlwochenende hat das noch einmal bestätigt. Er sagte sinngemäß:

„Ärger ist eine Emotion, die dazu dient, Energie freizusetzen, um Hindernisse zu beseitigen. Können sie nicht beseitigt werden (etwa, wenn man in einem Stau steht), bringt einem Ärger nichts – im Gegenteil. Hier könnte Trauer eine angemessenere Reaktion sein.“

Ärgern über etwas, was nun schon Vergangenheit ist und mich empören – das wollte ich nicht! Was dann?

Ich spürte Traurigkeit. Wenn ich daran denke, dass einige Millionen Menschen für die „Alternativen“ die ihnen in der AfD angeboten werden, Werte in Kauf nehmen, die ich nicht gut heiße, schmerzt mich das. Und ich frage mich, was ich tun kann.

Was ich jetzt tue – Alternativen zur Alternative suchen

Ich fühle mich zu 1/80 Millionstel für das Wahlergebnis und auch für mein Land verantwortlich. Nicht für alles, aber für etwas. Und ich habe überlegt, was ich jetzt tun kann, will und möchte.

Kein Wahlplakat, sondern ein uraltes Schild in einer Berliner U-Bahn.

Meine Ideen: 

  • Mit AfD Sympathisanten  im eigenen Umfeld reden. Ich hatte nur ein einziges Gespräch mit einer Freundin, die frustriert über die etablierten Parteien war, und mit dem Gedanken spielte, AfD zu wählen. Sie war verwirrt, wie sie sich angesichts der oft tendenziösen Presse zurechtfinden konnte. Wir haben uns lange unterhalten, ich habe ihr erzählt, woran ich mich in dem Ganzen orientiere. Und ihr noch en paar Links geschickt. Wo sich künftig Gelegenheiten ergebe, will ich weiter verständnisvoll für die echten Fragen der anderen und auch klar für meine Werte kommunizieren.

 

  • Im Osten unseres Landes Urlaub machen. Wenn man in Berlin lebt, ist das ja eigentlich nicht so weit. Ich nutze Urlaub meist, um Freunde zu besuchen. Wenn man den Analysen glauben darf, ist die Perspektivlosigkeit einer der Hauptgründe, dass dort die AfD so viele Stimmen bekam. Die Jugend wandert ab, es gibt zu wenig Arbeit für die, die bleiben. Um etwas zur Verbesserung beizutragen, will ich  in den nächsten 4 Jahren 4 x 4 Tage Urlaub im Osten Deutschlands machen. Wenn es sich ergibt, will ich mit Menschen, die da leben ins Gespräch kommen.

 

  • Geflüchtete coachen. Menschen, die geflüchtet sind, haben oft viel Stress in den Knochen. Das kann alter Stress durch Krieg und Flucht sein oder der Stress, in einem neuen Land anzukommen. Ich bin überzeugt davon, dass Menschen, die Stress abbauen konnten (ob allein oder mit Coach), besser in einer neuen Umwelt ankommen. Und dass es dann nicht nur ihnen besser geht, sondern das nebenbei (hoffentlich) auch rassistisch gesinnten Menschen etwas Wasser aus den Mühlen nimmt. Von daher möchte ich zwei Coachingstunden pro Monat geflüchteten Menschen gratis oder reduziert zur Verfügung stellen.

Das ist mein Plan oder sagen wir mal der erste Entwurf. Die Wahl war ja erst gestern. 

Gern würde ich von dir hören:

  • Was hältst du davon?
  • Was willst du jetzt machen?

Ich bin gespannt auf deine Kommentare.

Verlag, Rollen und ich

Die letzten Wochen habe ich hier kaum geschrieben. Das lag auch daran, dass – neben dem neuen Buch, das ich schreibe, die Situation im Verlag mich intensiv beschäftigt hat.

Ich habe im August an die Empfänger unseres Newsletters, den ihr auch gern hier abonnieren könnt, geschrieben:

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Vor knapp einem Jahr hatten wir einen Hilfeschrei losgelassen: „Das Wasser steht uns bis zum Hals!“. Der Verlag machte Verluste, wir hatten Schulden und standen kurz davor, Rechnungen nicht mehr zahlen zu können.

Ich bat euch um Unterstützung durch fröhliches Einkaufen und beherztes Gebet. Mir selbst habe ich ein Jahr Zeit gegeben, um Wege zu suchen, die Situation zu verbessern und um dann zu
entscheiden, ob ich weitermachen kann, und wenn ja, wie. Dieses Jahr ist jetzt fast abgelaufen.

Die gute Nachricht
Es ist besser. Wir konnten Rechnungen zahlen und einige Schulden abbauen. Das ist für die relativ kurze Sanierungszeit ein großer Grund für Dankbarkeit.

Die Herausforderung
Es reicht noch nicht. Die Lagerbestände konnten wir etwas reduzieren, aber die Kosten sind nach wie vor sehr hoch. Hier suchen wir Menschen, die einmalig oder ab und zu von Gießen nach Berlin fahren und einige Kartons Bücher aus unserem Lager dort mitnehmen könnten. Hier in Berlin kann ich Dinge kostenlos lagern.

Ich konnte in den letzten Monaten Rechnungen und Mitarbeiter bezahlen, aber kein Gehalt für mich. Das ist super-frustrierend und belastend. So kann und will ich nicht dauerhaft leben.

Es bleibt spannend
Am 1. September ist mein Stichtag für die Entscheidung, ob und wie es mit Down to Earth weitergeht. Für mich ist der Ausgleich des aktuellen Defizits von ca. 10.000 Euro bis dann und ein Plus für mein Gehalt eine Voraussetzung zum Weitermachen.

Schaffen wir das zusammen?
Wir möchten euch mit unseren Büchern, Quadros und Kursen gern weiter inspirieren und stärken! Damit es uns gelingt, eine solide Basis dafür zu schaffen, wollen wir in den nächsten Wochen das Defizit ausgleichen. Speziell dafür gibt es bis Ende August einige Super-Special-Sonderangebote.

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Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es inmitten aller offenen Fragen herausfordernd war, „nebenbei“ noch ein Buch zu schrieben, eine neue Lektorin und einen neuen Webmaster einzuarbeiten (die beiden haben glücklicherweise einen großen Teil der Einarbeitung selbst übernommen. Dennoch gab es viel zusätzliche Kommunikationsarbeit.

Was für mich in allem Nachdenken und Beten deutlich wurde:

  • Geben: Mein Team und ich wir geben Menschen viel – das zu wissen tut uns gut.
  • Versorgung: Gott versorgt mich…manchal klassisch durch ein Gehalt, manchmal anders.
  • Härter vorgehen: Die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, waren gut, aber noch zu sanft. Mit drastischeren Maßnahmen – z. B. Umlagerung von Lagerbeständen in ein günstigeres Lager könnte der Verlag gesünder und stärker werden.
  • Begleitung: Ich brauche Beratung, um die Bereiche, in denen ich nicht so stark bin z. B. Analyse, Finanzen, Controlling auszugleichen.
  • Rollen im Team definieren und stärken: Wenn ich noch stärker als bisher Verantwortungsbereiche und Rollen definiere und Menschen in meinem Team darin trainiere, kostet das erst mal Zeit und Energie, aber entlastet mich dauerhaft, weil ich dann stärker in meinen Stärken handeln kann.

In den nächsten Wochen werde ich mein Buch weiterschreiben, die Prozesse im Verlag weiter voranbringen…und daneben hoffentlich noch viele schöne Herbsttage genießen.

Wie gehen wir mit Frauen um?

„Der Maßstab für jede Gesellschaft liegt darin, wie sie ihre Frauen und Mädchen behandelt“ –  Michelle Obama

In einer westlichen Demokratie brüstet sich ein Präsidentschaftskandidat damit, dass ein Mann, so bald er Macht hat, mit Frauen machen kann, was er will – und damit durchkommt. Michelle Obamas Satz bezieht sich auf ihn, doch geht weit darüber hinaus.

Vielleicht blickt sie auch zurück auf die Zeit in der Männer das gesetzliche Recht hatten, über alles zu bestimmen, was ihre Frauen taten: Beruf, Finanzen, Sexualität. Das wird in dem Film Die göttliche Ordnung über den Kampf der Schweizerinnen für das Wahlrecht eindrücklich geschildert.

Starke Frauen. Von Kerstin HackIch habe mich in den letzten Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, ob das Kleinhalten und Ausgrenzen von Frauen, das in manchen christlichen Kreisen noch praktiziert wird, tatsächlich vom Wort Gottes her haltbar ist. Und das Quadro Starke Frauen. Befreiende biblische Perspektiven zu dieser Frage veröffentlicht.

Für mich ist klar:  Ja, auch die Gesundheit einer christlichen Gemeinde kann man daran erkennen, wie sie mit Frauen umgeht, sie fördert, schätzt und ihnen den Raum gibt, die Gaben auszuleben, die der Vater ihnen zum Wohl aller anvertraut hat.

Kürzlich habe ich, weil ich das Thema gern noch tiefer verstehen will, das Buch Fashioned to reign  von Kris Vallotton gelesen. Er setzt sich darin mit zwei Fragen auseinander:

  • Dürfen Frauen in Gemeinde und Gesellschaft leiten?
  • Wie sieht weibliche Leiterschaft aus?

Zur ersten Frage kommt er nach gründlicher Analyse der biblischen Texte zu einem klaren „Ja“.  Er findet fundierte, plausible Erklärungen für einige der „schwierigen Stellen“. Eine Sache, die für mich neu war: Es gibt in den 66 Büchern der Bibel nur drei Bücher, in denen Stellen vorkommen, die die Leitung von Frauen einzuschränken scheinen. Das sind Briefe von Paulus an Gemeinden oder Leiter von Gemeinden, die sich in Ephesus, Korinth und Kreta (Titusbrief) an Orten.

Dort gab es einen sehr stark ausgeprägte Verehrung weiblicher Gottheiten gab – mit den dazugehörigen Vorstellungen, von denen sich auch die jungen Christen noch nicht gelöst hatten.  Bei vielen seiner Briefe schreibt Paulus am Ende, dass auch andere Gemeinden sie lesen sollen. Bei den drei Briefen mit den schwierigen Stellen tut er das nicht. Das kann als ein Hinweis darauf verstanden werden, dass die Ausführungen sich auf eine spezifische Situation, nicht auf alle Frauen an allen Orten zu verstehen sind.

Bemerkung von mir: Es kommt ja auch niemand auf die Idee, die Aufforderung an den an Magenproblemen leidenden Timoteus „Nimm etwas Wein für deinen Magen, trink nicht nur Wasser!“ als allgemeingültige Regel für alle Christen zu verstehen.

Interessanterweise schreibt Vallotton, dass die Frage nach der Art wie Frauen leiten für ihn weit herausfordernder war als die Frage, ob und wo sie leiten dürfen?

Wie leitet eine Frau?

Er gibt die Antwort, indem er fünf verschiedene Frauen beschreibt, die auf ganz unterschiedliche Weise leiten: Durch Sensibilität gegenüber dem Heiligen Geist, durch starkes Durchhaltevermögen und Solidarität, durch die Fähigkeit, Vision vor Augen zu malen, durch tiefes Mitgefühl mit den Armen und Schwachen und Vorbild sein oder auch durch gelebte Integrität.

Leiter sein kann heißen, vorne zu stehen und anderen zu sagen, wo es lang geht. Es kann aber auch heißen, etwas zu entwickeln, zu gestalten.

Ich bin glücklich, dass wir im Verlag eine Reihe von Kompaktbiographien über einige leitende Frauen herausgegeben haben und jeweils beschreiben, was diese Frauen in der Welt geleistet haben.

Weltveränderer Frauen

  • Sophie Scholl
  • Margarethe Steiff
  • Aung San Suu Kyi
  • Hildegard von Bingen
  • Marie Curie
  • Helen Keller
  • Coco Chanel
  • Mutter Teresa
  • Astrid Lindgren

Sie haben Spuren hinterlassen.

Sie haben unsere  Welt schöner, freier, mutiger und gesünder gemacht. Es lohnt sich, ihre Geschichten zu kennen und sie den eigenen Söhnen und Töchtern zu erzählen. Damit sie auch zu Menschen werden, die etwas in dieser Welt prägen.

Ich wünsche mir, dass in unserer Gesellschaft und gerade auch in den christlichen Gemeinden, Frauen Raum gegeben wird, das Potential zu leben, das in ihnen steckt – ob as nun Lehre oder Forschung, Politik oder Wirtschaft, Seelsorge oder Design ist.

 

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