Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Kategorie: Glauben + Leben (Seite 2 von 11)

Septemberziel: Seminarraum winterwarm

2016-08-14 15.00.59Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das ist beim Schiffbau genauso wie im sonstigen Leben. Man braucht einen Plan, aber auch die Flexibilität auf aktuelle Gegebenheiten einzusteigen.

Der Plan für August war….

Wir hatten geplant, den Seminarraum weiterbauen, so dass ab Oktober dort Coachings und Seminare stattfinden können. Durch die Spendenaktion für die Stühle war genug Geld zusammengekommen, um die Stühle für den Seminarraum zu bestellen… ich dachte: Kein Problem, den Seminarraum in ein paar Wochen einsatzfertig zu haben…

Aber erstens….die schöne Realität

2016-08-23 07.19.04Das gute Wetter bot sich dafür an, eine Klappe als Zugang zum Boot zu bauen, und endlich im Eingangsbereich und im Steuerhaus Dachfenster einzusetzen. Das heißt: Stahl bzw. Alu aufschneiden, verzaubern, streichen, abdichten, Rahmen bauen, in den man die Fenster stabil einsetzen kann und das Glas austauschen – die sonst sehr teuren Fenster hatte ich gebraucht geschenkt bekommen, aber das Glas war halt kaputt….

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Eingang ist schön, hell und kann künftig gut belüftet werden (oben das Bild, wie es vorher aussah).

Und zweitens… die weniger schöne Realität

In den letzten Wochen breitete sich im untern Bereich des Schiffes ein muffeliger Geruch aus. Zuerst dachte ich, das kommt von Lebensmitteln. Doch den Kühlschrank zu putzen half nicht wirklich. Erst nach einer Weile stellten wir fest, dass durch ein Scharnier Brauchwasser ausgetreten war und sich am tiefsten Punkt des Schiffes unter dem Fussboden gesammelt hatte.

Den Fussboden in Schiffen verlegt man schwimmend, um für solche Fälle gerüstet zu sein. Ich dachte an einem Sonntag: „Ich wische das eben mal schnell auf!“ Das eben mal schnell waren drei Stunden, weil von oben immer mehr Wasser nachfloss.  Wasser ist noch die nette Beschreibung.  Bilder des „Wassers“ hab ich zwar gemacht, aber die erspare ich euch.

Ich hing also auf den Knien kopfüber auf dem Schiffsboden, schmiss Lappen nach unten, zog sie wieder raus und wrang sie aus… drei Stunden lang. In den nächsten Tagen kippten wir Frischwasser hinterher und  machte das ganze Spielchen nochmal. Puh. Fehlersuche und Beseitigung kostete ein paar Tage Arbeitszeit.

Der „Spass“ kostete ein paar Hundert Euro für neue Pumpen, damit uns das künftig nicht mehr passiert. Am wichtigsten: Eine ganz kleine, flache Pumpe im untersten Bereich des Schiffes, die Wasser, was da hinkommt, sofort wegpumpt. Das passiert bei einem Schiff immer. Da muss nur mal jemand einen Putzeimer umkippen – Wasser findet immer seinen Weg und sammelt sich am tiefsten Punkt. Kondenswasser tropft ebenfalls nach unten.

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Jetzt aber wirklich: Weiterbauen und  Kaminofen 

Die neuen Pumpen müssen zwar noch geliefert und eingebaut werden, aber trotzdem wollen wir jetzt mit Hochdruck am Seminarraum weiterbauen. Damit wir das Ziel erreichen und ab Oktober die ersten Seminare hier laufen können. Holz für die Regale und Kork für den Fussboden sind schon vorhanden.

Neben den noch fehlenden Türen ist die letzte große Anschaffung ein Kaminofen. Wir haben zwar einen kleinen Ofen, aber der zieht Sauerstoff aus dem Raum. Das ist ok wenn ein oder zwei Menschen am Schiff arbeiten. Aber es ist schwierig bis gefährlich,  wenn ein Dutzend Menschen in einem Seminar sitzt, atmet und Sauerstoff verbraucht. Mal abgesehen davon, dass Sauerstoffmangel müde macht, was bei Seminaren etwas kontraproduktiv ist.

Deshalb brauchen wir einen sogenannten raumluftunabhängigen Kaminofen. Die kosten ca. 800 Euro, mit Rohren und Einbau ca. 1000 Euro. Puh. Der nächste Große Brocken für den gerade kein Geld da ist.

Klar kannst du mithelfen…

Du kannst z. B. ein Stück Kamin sponsoren… 20 Menschen, die mit 50 Euro helfen, wären gerade eine große Entlastung. Oder wenn das nicht in deinem Budget ist – vielleicht magst du uns einen Tag Wärme schenken. Wir heizen den größten Teil des Schiffes (Eingang, Hauptraum, Schlafzimmer, Steuerhaus) bereits mit einem großen Pelletofen. Der verbraucht im Winter ca. 1 Sack Pellets (an sehr kalten Tagen etwas mehr). Ein Sack Pellets kostet ca. 3 – 4 Euro. Mit 5 Euro schenkst du uns garantiert einen ganzen Tag Wärme.

Wenn du mithelfen willst, dass wir es auch im Winter schön warm haben, kannst du Paypal nutzen (info(äääääät)down-to-earth.de) oder mich nach der Kontonummer fragen.

Andere Idee: Du gönnst dir einen von unseren Online-Trainingskursen, die dich im Leben und Glauben stärken. Das tut dir gut und uns – die Einnahmen aus den Kursen helfen natürlich beim Weiterbauen.

Wir schaffen das. Tatsächlich! 

DANKE!!!

Und übrigens:

Am 11. September gibt es von 10 – 16.00 einen Tag der offenen Tür für alle, die das Schiff gern mal sehen wollen. Herzliche Einladung.

 

Als Frau in christlichen Kreisen stark sein – erlaubt?

45443_10150269187565249_4517196_n„Was – in der Gemeinde hat noch nie eine Frau gepredigt – und die nehmen als erste dich – mit deiner ganzen Unkonventionalität – nicht eine gesetztere Frau?“ Meine beste Freundin sprach mal wieder ziemlich direkt aus, was sie dachte.

Es war tatsächlich so – in dieser modern-konservativen Gemeinde (modern von Musik und Technik her, konservativ von den Traditionen) war es einer Frau noch nie erlaubt worden, sich in einem Sonntagsgottesdienst hinter das Rednerpult zu stellen. Bei Seminaren, in der Jugendgruppe ja  – aber nicht im Hauptgottesdienst.  Die traditionelle Meinung war. Lehre und Predigt ist Männern vorbehalten.

Diese Tradition überprüfte man, betrachtete die biblischen Aussagen genauer und der Großteil der Leitung kam zu dem Ergebnis: Einige der Bibelstellen, die Frauen das Leiten und Lehren verbieten zu scheinen, sind tendenziös übersetzt oder aus dem Kontext gerissen: die berühmte Stelle mit dem Schweigen der Frau in der Gemeinde befindet sich in einer Passage, wo den unterschiedlichsten Gruppen gesagt wird, sie sollen – zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Kontexten – schweigen. Bei den Frauen bezieht sich das Schweigen auf Fragen,  die sie nicht zwischendurch stellen, sondern liebe zu Hause den (damals meist gebildeteren) Mann fragen soll.

Die Gemeinde hatte sich also entschieden, eine Frau sprechen zu lassen – mich. Protest gab es trotzdem. Einige, die mit der Entscheidung nicht einverstanden waren,  verließen demonstrativ den Raum, als ich zum Sprechen nach vorne ging. Andere kritisierten hinterher meine Brille, die mein Gesicht verdeckt hat (ich hatte eine Bindehautentzündung und trug ausnahmsweise keine Kontaktlinsen – werden predigende Männer auch für ihre Brillenmode  kritisiert?). Oder auch dafür, dass ich kein Power Point verwendet hatte (ähm… hat Paulus Power Point genutzt).

Nichtsdestotrotz: Ich hab´s überlebt. Die Gemeinde auch. Seitdem sind 10 Jahre vergangen.  In vielen Christlichen Gemeinden hat man ein wertschätzendes Miteinander zwischen Männern und Frauen gefunden, die gemeinsam ihre von Gott geschenkten Gaben – auch die Gaben von Lehre und Leitung – zum Wohl aller einsetzen. Hat Worte wie Gal. 3, 28, die betonen, dass Christus die herkömmlichen Beurteilungs- und Bewertungskategorien (Rasse, Herkunft, Status, Geschlecht) aufgelöst hat: „in Christus zählt weder Mann-Sein noch Frau-Sein etwas).

An anderen Orten und in manchen Gemeinden hat man noch keine klare Position gefunden. Und manche Frauen suchen nach wie vor für sich den Weg, wie sie sowohl ihre von Gott geschenkten Gaben nutzen, aber auch  die Bibel ehren und achten können, die das Ausleben dieser Gaben an manchen Stellen einzuschränken scheint.

Für die Männer und Frauen, die diese Fragen bewegen, habe ich mich in den letzten Monaten noch einmal intensiv mit den ganzen Fragen, Meinungen und Positionen rund um das Thema „Frauen, die leiten und lehren“ auseinandergesetzt. Und dann habe ich dazu ein neues Quadro geschrieben:

Starke Frauen. Befreiende biblische Perspektiven.

45494_10150269190115249_2221367_nMir war wichtig, zuerst einmal deutlich zu machen, wozu es keinen Zweifel gibt. Das Quadro zeigt deshalb zuerst das Viele auf, was klar ist: Dass Gott Männer und Frauen begabt und beauftragt hat, dieser Erde und den Menschen und Geschöpfen auf ihr Gutes zu tun. Sie sollen Gottes liebevolle Herrschaft als seine Gesandten auszubreiten.

Das ist der Auftrag. der beiden Geschlechtern gemeinsam gegeben wurde und den Gott zu keinem Zeitpunkt zurückgenommen oder nur noch einem der beiden Geschlechter anvertraut hätte. Und das, obwohl natürlich manches in beiden Geschlechtern zerbrochen ist und geheilt werden darf.

Klar ist auch, dass es durch die biblische und weltliche Geschichtsschreibung hindurch unzählige Frauen gab, die genau das getan haben. Sie haben die Welt mit ihren Gaben und Talenten und mit ihrem Mut gesegnet – manchmal still im Hintergrund, manchmal vorne dran. Einige der Frauen, die auf ihre Art und Weise geleitet und ihre und unsere Welt geprägt und verändert haben, stelle ich in dem Quadro ebenfalls vor.

Neben dem Vielen, was klar und eindeutig ist, gibt es einiges, was verwirrt und nicht zu passen scheint. Ich bin in dem Quadro auch auf diese schwierigen Stellen eingegangen – manche Spannungen lassen sich relativ leicht auflösen, wenn man den Kontext näher betrachtet. Andere nicht. Das habe ich ehrlich formuliert und stehen gelassen.

Mir hat es gut getan, mich noch einmal intensiver mit all dieser Thematik  zu beschäftigen. Es hat mir – neben einigen Fragen, die bleiben – vor allem neu die Klarheit geschenkt. Es kommt nicht so sehr darauf an, welche Chromosomen wir in uns tragen, sondern welchen Herrn!

Soweit in Kürze. Ausführlicher zu all den Themen dann in dem Quadro, von dem ich mir erhoffe, dass es vielen beim Sortieren hilft und Klarheit schenkt.

Mein Tipp:

Bestelle es dir gleich hier – am besten gleich einen 10er Pack– eines für dich und neun zum Verschenken an andere, die sich bei der Fragestellung Klarheit und einen festen Stand wünschen oder es gebrauchen könnten! 

Alle Mann an Bord – schnell!!!

NEIN, nicht auch das noch!

Am Samstag Abend eröffnete mir Helge, dass er voraussichtlich nur noch bis Ende April hier ist. Sein bester Freund arbeitet auch an einem Projekt und braucht dringend Hilfe. Helge ist gelernter Bootsbauer und er hat in den letzten Jahren auf Honorarbasis bei mir an Bord gearbeitet und den Umbau planerisch und praktisch mit betreut. Ohne seine Erfahrung und sein Wissen wäre das Projekt – bei aller Hilfe durch Freunde – nicht möglich gewesen.

Ich hatte geplant, bis zum Sommer weiterzubauen und dann einzuziehen und hielt das für realistisch. Es fehlen noch einige Einbauten in Schlafräumen und Küchen, Korkfussboden, Notfallpumpen, zwei Türen, Oberlichter und Deckenverkleidung im Seminarraum und Eingangsbereich und der komplette Ausbau von Steuerhaus / Büro. Und Holzböden an Deck. Nichtmehr so viel, doch mehr als man in vier Wochen zu zweit – Helge und ich – schaffen kann. Ich war geschockt, wollte weinen, aber selbst die Tränen blieben mir im Hals stecken.

In der Nacht habe ich unruhig geschlfen und geträumt, dass ich mit dem Rad unterwegs war und plötzlich nicht weiter konnte, weil eine Flut, in der auch kleinere Eisberge schwammen mir den Weg versperrte. So ähnlich fühlt sich das gerade auch an. Im Traum gab mir dann jemand noch den etwas kryptischen Rat, ich solle nicht messen, sondern rechnen (ich nehme das mal als Impuls, nicht die viel zu kurze Zeit zu messen, sondern mit Gottes unbegrenzten Möglichkeiten zu rechnen).

Am Morgen hab ich dann gemacht, was ich bei Krisen immer mache: Erst mal mein Herz sortiert und bei meinem Gott ausgeschüttet. Und ich habe mich gefragt, was für mich das schlimmste alle Szenarien wäre.

Ergebnis – die schlimmsten und besten Szenarien

Am Schlimmsten wäre es für mich, im Sommer aufs Schiff zu ziehen, um doppelte Miete zu sparen und dann im Herbst, wenn Helge wieder Zeit hat – noch mal wochen- oder monatelang eine Baustelle an Bord zu haben, während ich schon dort lebe und arbeite. Das wäre ein Alptraum. Ich sehne mich sooooo sehr danach, fertig zu sein. Und das Projekt abzuschließen.

Am zweitschlimmsten wäre es, wenn sich der Einzug weiter verzögert, ich dann aber später als geplant auf ein fertiges Schiff ziehen könnte.

Am Schönsten wäre es, in den nächsten 6 – 10 Wochen bis Ende Mai sehr viel Hilfe bekommen, so dass das Schiff Ende Mai tatsächlich fertig ist und ich im Juni einziehen kann. Ich werde selbst meine Arbeitszeiten an Bord zu erhöhen: Bisher war ich Mittwoch Nachmittag und Samstags hier. Jetzt will ich zusätzlich auch Freitag Nachmittag kommen.

JA, so könnte es gehen

Gebet

Rechnen mit Gottes Hilfe. Ihr könnt mit mir beten….

  • dass Helge so lange bleiben kann, wie es für ihn und mich gut ist.
  • dass in den nächsten Wochen sehr viele Helfer an Bord kommen – gerade auch solche, die handwerkliche Erfahrung haben und eigenständig arbeiten können.
  • dass ich im Juni (10. Juni) einziehen kann und  das dann Schiff fertig ist (keine großen Baustellen mehr)
  • dass ich Gelassenheit und Frieden bewahre… Heute nacht hab ich geträumt, dass wir auf einer Konferenz auf Schweizerdeutsch gesungen haben: „Lehn dich bei mir an“ und mir jemand seinen starken Rücken zum Anlehnen angeboten hat. Ein Trost.

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  • Ihr  könnt mich für die Endphase finanziell unterstützen – das würde es mir ermöglichen, Material zu kaufen und ggf. Aufträge an Fremdfirmen zu geben, um die Prozesse zu beschleunigen. Ich brauche noch einige Tausend Euro für Holz, Türen, Fussboden, Farbe. Ich freue mich wirklich mich aber über jeden Euro (5 Euro = ein kleiner Topf Farbe). Fragt mich gern nach meiner Kontonr – Paypal kriselt gerade.
  • Ein Darlehn könnte beim Endspurt auch helfen.

Helfen

  • Wenn ihr ein, zwei oder mehr Tage an Bord kommen und helfen könnt wäre das eine große Hilfe. Man kann am Schiff bereits komfortabel übernachten und sogar warm duschen!
  • Wenn ihr Leute kennt, die gern handwerklich tätig sind, erzählt ihnen von dem Projekt und ladet sie ein, zu kommen.
  • Wenn ihr in Berlin oder Umgebung wohnt, ist es auch eine Hilfe, wenn ihr nur mal für zwei oder drei Stunden kommt.  Jeder Handgriff zählt.Ich bin wie gesagt in der Regel Mittwoch und Freitag Nachmittag und Samstag an Bord, Helge Mo – Sa ganztägig.

Bild: Schubladen für einen Wandschrank. Auf Maß gefertigt, weil ein Schiff unten schmaler ist als oben und vorne schmaler ist als weiter hinten:

Ein schöner Traum oder eigentlich zwei…. Rosenbälle und Tagesgast-Räume

2016-01-09 14.05.28Lächelnd aus einem schönen Traum aufzuwachen ist ein schöner Tagesbeginn.

Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mit einer Gruppe von Freunden unterwegs durch verschneite Winterlandschaft war, Wir haben zu zweit für Verschiedenes gebetet, später eine Schneeballschlacht gemacht. Ich war recht weit vorne, überquerte eine Kreuzung in der Nähe eines Hauses, das mir im Traum gehörte. Ich stellte fest, dass da kaum mehr Schnee war. Also warf ich einen „Schneeball“ aus Rosenblättern auf die anderen.

Zwei Frauen wollten gern noch in meinem Haus bleiben, weil es ihnen gut tat. Ich bot ihnen an, einfach noch dort zu verweilen und es zu genießen.

Ich fand das wunderschön. Ein „Schneeball“ aus Rosen, den man zu anderen wirft. Augenblicklich ist die Diskussionsatmosphäre in Deutschland gerade bei vielen Menschen sehr vergiftet, der Ton sehr aggressiv. Man schleudert sich harte, böse, abwertende Worte entgegen – von Steinen und Brandsätzen mal ganz zu schweigen. In dieser Situation möchte ich jemand sein, der „Rosenbomben“ wirft…Worte der Wertschätzung, Liebe und Annahme – sogar denjenigen gegenüber, die Schnee- und Eisbälle werfen.

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Und dann fand ich das mit den Gästen in meinem Haus interessant. Gerade denke ich darüber nach, dass viele geflüchtete Menschen in großen Notunterkünften wohnen – in Berlin ca. 40.000. Sie haben kaum Privatsphäre. Viele BerlinerInnen arbeiten von Zuhause aus – als Eltern oder Selbstständige und haben Raum zur Verfügung, wo sich ein Gast tagsüber aufhalten könnte. Er oder sie könnte dort in Ruhe Deutsch lernen, ungestört mit Angehörigen telefonieren oder einfach mal nur ein paar Stunden schlafen, ohne dass ein paar Dutzend Menschen neben ihm schnarchen oder schreien….

„Ihr könnt hier einfach noch bleiben!“ sagte ich zu den Frauen im Traum.“

Mein Blick ins neue Jahr 2016

2013-01-10 14.53.03 730_3192016 – was soll werden?

Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist sie zu gestalten. – Willy Brandt

Man kann natürlich nicht alles gestalten, aber doch oft mehr als man denkt. Im Newsletter meines Down to Earth Verlags habe ich den Lesern 10 Fragen gestellt, die ihnen vielleicht in Bezug auf das neue Jahr beim Fokussieren und Nachdenken über das Wichtige in ihrem Leben helfen können.

Hier will ich die zehn Fragen mal  mal für mich selbst beantworten.

1. Was in meinem Leben soll so bleiben wie es ist, weil es gut ist? Finde so viele Antworten wie möglich.

Mein Haus, mein Boot, meine Freundschaften, mein Verlag, die Online-Kurse, meine Stadt. Schreiben, coachen, inspirieren. Schönheit um mich herum, mich engagieren, grüne Smoothies, Mittagspausen im Park oder auf dem Balkon (bei gutem Wetter), Trampolin, der Blick in die Weite von meinem Boot aus, Menschen begleiten…

2. Was müsste ich tun, um zu verhindern, dass mein Leben in eine positive Richtung geht?

Mich verzetteln. Zu viele Dinge auf einmal tun wollen.

3. Welche Beziehungen will ich stärken? Wie?

  • Die zu meinen engsten Freundinnen, einfach weiter viele Dinge mit ihnen erleben.
  • Zu Freunden und Patekind in England – eine Reise an Ostern.
  • Zu neuen, nach Berlin geflüchteten Freunden – zusammen essen und arbeiten.

4. Welche Dinge, Menschen oder Aufgaben passen nicht mehr in mein jetziges Leben? Was möchte ich bis Silvester 2016 loslassen?

  • Viel Materielles, Kleidung, Bücher, das auf dem Boot keinen Platz mehr finden wird – hier bin ich schon kräftig am Aussortieren und Ausräumen. Manches ist mühsamer. Kisten mit Dias will ich erst scannen, bevor ich die Originale wegwerfe, das braucht Zeit.
  • Organisatorische Aufgaben im Verlag – ich würde mich gern stärker auf Inhalt und auf Coaching und Inspirieren konzentrieren, weniger auf Orga und Marketing.

5. Was würde ich gern noch lernen – und wie?

  • Grundwortschatz Arabisch – mit Online-Programm und durch persönliche Begegnung.

6. Wie möchte ich Ende 2016 charakterlich sein? Was soll gestärkt werden?

  • Fokus. Ich möchte eine klar fokussierte Frau sein. Das war schon 2015 mein Fokus und wird es noch weiter bleiben.

7. Was möchte ich bis 31. 12. 2016 bewirkt haben? (Welche Missstände belasten mich so sehr, dass ich etwas ändern möchte? Oder welche Potentiale reizen mich so sehr, dass ich sie nutzen will?)

  • Weiterhin: Menschen inspirieren und stärken, so dass ihr Glaube fröhlicher, ihre Beziehungen entspannter und ihr Leben stärker wird.
  • Neu: Mithelfen, dass viele Tausend Flüchtlinge in WGs und bei Familien unterkommen und so leichter in das neue Leben hier hineinfinden. Viele = 10.000 oder mehr in Berlin. Und viele Tausende darüber hinaus.

8. Was möchte ich 2016 zum ersten Mal tun oder erleben?

  • Ein Sommerkonzert in der Berliner Waldbühne
  • 5 Tage Island…oder Indien (länger als fünf!)
  • Mein Schiff einweihen!

Welche wohltuende Routine möchte ich 2016 einüben?

  • Mails nur dann öffnen, wenn ich sie tatsächlich gleich beantworten kann (nicht lesen und dann unbeantwortet lassen).
  • Längere Zeiten – d.h. 60 -90 Minuten – fokussiert am Stück arbeiten, mich weniger unterbrechen lassen / selbst unterbrechen
  • Jeden Werktag Morgen 7 – 20 Min Bewegung.

Was müsste ich anders über mich, Gott oder die Welt glauben, damit mein Leben eine positive Veränderung erfährt?

Über die Frage denke ich gerade noch betend nach…alte Muster zeigen sich ja nicht so einfach…

Die Fragen stammen übrigens aus dem Impulsheft „Zukunftsfragen„. Ich liebe gute, anregende Fragen. In dem Heft und in den anderen Impulsheften der Fragen-Serie habe ich einige der besten und hilfreichsten Fragen, die ich kenne, zusammengestellt.

Abnehmen – so mache ich es. Teil 4

„Gehen Sie zurück auf Los!“ So ähnlich fühlt sich das an. Die letzten Monate waren extrem intensiv. Zu den ohnehin geplanten Vortrags- und Seminarterminen kamen noch zwei weitere wichtige Konferenzen, eine Buchvorstellung und eine Hochzeit dazu – so dass es kaum mehr Lücken zum Durchatmen gab. Und natürlich auch wenig hilfreiches Essen. Wenn ich zu Gast bin, esse ich, was angeboten wird und sage nicht: „Zum Frühstück hätte ich lieber einen grünen Smoothie!“

Zu allem Überfluss habe ich mich auch noch richtig stark erkältet. Eitrige Halsentzündung. Und oft schlecht geschlafen. Fremde Betten, Lärm, zu kalte Zimmer…  Dann noch zwei Wochen Urlaub bei Freunden… mit weit mehr Essen als ich es üblicherweise zu mir nehme.

Das Ergebnis: Mein Körper hat sich sein Polster zurückgeholt und ich bin gewichtsmässig wieder  wieder am Anfang. Ich finde das gar nicht lustig. Und auch wenn es alles gut erklärbar und nachvollziehbar ist, kann ich mit allen mitfühlen, die am Jojo – Effekt leiden.

Was soll´s. Ich bin wieder zurück und fang von vorne an.

Was ich mache

  • Viel Vitamin C und Ingwer um die Erkältung zu bekämpfen.
  • Hula Hoop – das hab ich im Urlaub für mich entdeckt und finde es genial! Siehe: IMG_6309
  • Seelenkur
  • Aufräumen

Seelenkur 

In der Ordensregel der Benediktiner habe ich gelesen: „Achte darauf, dass sich nicht Übersättigung oder Trunksucht einschleichen….Dazu mahnen wir vor lalem: Man unterlasse das Murren!“ 
Ich finde es spannend, dass die Benediktiner offensichtlich einen Zusammenhang zwischen Unzufriedenheit und Sucht – zu viel Essen, zu viel Trinken – sahen.

Ich finde die Praxis gut, mich am Ende des Tages betend zu fragen, wann ich an diesem Tag am lebendigsten und wann am wenigsten lebendig war, sehr gut (lat. Fachausdruck dafür „Examen“). Mir hilft das, dem auf die Spur zu kommen, was mir gut tut und was weniger schön ist. Ich mache das noch viel zu selten. Habe aber kürzlich bei Pray  as you go eine englische Anleitung dazu entdeckt, die man sich anhören kann. Manchmal finde ich das hilfreich, mich bei dem Weg in mein Herz etwas anleiten zu lassen.

2015-12-13 11.07.54Aufräumen

Schon seit Jahren fasziniert es mich, dass es zwischen äußerer und innerer Ordnung und zwischen schlankem Körper und schlanker Wohnung einen Zusammenhang gibt. Also hab ich – als ich entdeckte, dass die Waage Höchststand anzeigt, angepackt. Ich bin durch alle Schränke meiner Wohnung gegangen (so viele hab ich nicht – es sind nur vier, mit Büro 6) und hab erst mal relativ grob durchgeschaut: Was benutze ich tatsächlich nicht mehr? Das kam dann raus. Demnächst geht es dann an die Feinheiten: Bücher, Unterlagen, Fotos. Aber das Grobe ist erst mal geschafft.

An einem Sonntag hab ich dann – über eine Facebookgruppe – zu einer Verschenke-Party eingeladen.  Nachbarn haben auch noch etwas beigetragen (die zwei großen Kartons sind nicht von mir und ein Teil der Dinge waren Fehldrucke aus dem Verlag). Etwa 25 Menschen aus 10 Nationen, darunter eine ganze Reihe Flüchtlinge – kamen und habe sich an meinen Schätzen bedient. Es war richtig schön. Einige haben etwas zu Essen mitgebracht, andere haben mir beim Reparieren von Schrankgriffen geholfen – wie schön, dass jeder etwas zu geben hat.

Und ja, das erste Kilo ist auch schon wieder von der Hüfte verschwunden. Und es fühlt sich gut an.

 

Refugees in Berlin – a horror story of political failure

Kinder in Berlin 8.11.To all my friends around the globe – we need your help!

Here in Berlin we are desperate about our city government that does care for the refugees waiting at the central registration place LaGeSo in an appropriate way – letting them stand in the cold and rain for DAYS…see article in the New York times.

We have taken a lot of action – both to care for the refugees and get the politics – without any substantial change. As Berlin is a city depending on tourism it would be great if a lot of international people would help us increase the pressure on our government to act.

What you can do

1. Write to our Major Mr. Mueller – in your own words or use the text below. I think a few dozen or even hundreds of mails from around the globe will be noticed.

Email: Der-Regierende-Buergermeister@senatskanzlei.berlin.de

Dear Major Mueller,

I read in the New York times about the treatment that refugees experience at the LaGeSo in Berlin. I think this is horrible!
Berlin is a wonderful place and I think it can do so much better than this.
Please immediately take action and provide
-toilets, food and dry places for the refugees that wait
– improve the system

With best wishes from….

Yours,
________

2. Petition

You can also sign our petition – the more signatures we have the better
https://www.change.org/p/menschenunwürdige-zustände-vor-dem-lageso-beenden

3. Share this on to all of your friends!

Facebook, Twitter, Blogs, Instagram, press contacts, email!

4. Pray
Somehow this massive inability to improve the situation is so weird, that we think only divine intervention helps…. please pray for a breakthrough in unflexibel bureaucracy (I now understand why the word bureau and CRAZY are combined here)

5. Give
If you want to help us help the refugees with blankets, Tee, Food etc. you can use paypal: info@down-to-earth.de – Please write „FOR REFUGEES“ in your donation.

Umschalten – dankbar für die Zeit bei Matthias und seiner Familie

2015-11-25 19.10.27Gestern bin ich in Austin, Texas angekommen, nachdem ich eine Woche bei Matthias Beyer und seiner Familie verbracht habe. Heute hab ich viel getrödelt, gelesen, guten Kaffee getrunken – dem Familienvater gehört Café Medici.

Dankbar sehe ich auf die Tage bei Matthias und seiner Familie zurück. Ich habe es genossen, einfach nur Zeit mit ihm uns seiner Familie zu haben, bei Therapien dabei zu sein, Leben zu teilen.

Und es war einfach schön, Zeit zu haben. Kommunikation mit Matthias ist immer noch anstrengend für ihn – oft fallen ihm die richtigen Worte nicht ein. Doch es war wunderbar, mit ihm zu reden, zu beten oder zu erleben, wie intensiv und aufmerksam er zugehört und Mitgezählt hat. Matthias war schon immer ein sehr guter Zuhörer – aber jetzt war sein intensiver Blick, sein Händedruck, sein „Wow“, wenn ich ihm etwas Bewegendes erzählt habe, besonders tief.

2015-11-27 15.56.25Eine Woche ist zu kurz, um – wenn gerade mal keine Wunder passieren – große Fortschritte zu bemerken, doch hatte ich den Eindruck, dass seine Sprachfähigkeit schon in diesen wenigen Tagen besser geworden ist. Er erzählte mir – auf meine Bitte hin – die Geschichte vom verlorenen Sohn. Manche Vokabeln wie „Umkehr“ hatte er natürlich nicht mehr parat aber „neuen Weg gehen“ ist eine passende Umschreibung. Und am Ende, als wir uns verabschiedeten, sagte er: „Ich bin gespannt, was los ist!“ (er meinte „Los sein wird), wenn wir uns das nächste Mal sehen. „Ich bin gespannt“ ist ziemlich cooles Vokabular. Ich bin auch gespannt.

2015-11-27 04.01.53Einer der schönsten Momente für mich passierte fast nebenbei. Seit dem Schlaganfall war der rechte Arm von Matthias gelähmt – vor einigen Wochen konnte er – nach einem Abend, an dem intensiv für ihn gebetet worden war – den Arm plötzlich wieder bewegen und die Hand bis zur Nase hochbringen. Die weitere Beweglichkeit das Arms war eine Sache, für die wir immer wieder gebetet haben. Ich hab immer wieder seine Schulter massiert und mich mit ihm gefreut, als die Hand bis auf seinen Kopf hochging. Am letzen Tag sassen wir zusammen, redeten noch ein bisschen – als er sich plötzlich räkelte und der Arm weit über seinen Kopf hinausging. Ich konnte es kaum fassen – und hab mich nur gefreut.

Dankbar blicke ich auf die Tage zurück – und freue mich auf die, die vor mir liegen – und bin gespannt, was los sein wird!

Reise zu Matthias – beim Aufbau mithelfen

Matthias - he is risen_nDer Tagesimpuls aus den Losungen heute hat mich sehr bewegt.
Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet.- Hesekiel 36,9
 
Ich finde es spannend, dass Gottes Wiederherstellungsprogramm nach einer Krise einen Prozess beinhaltet. Aufbauen und Besäen, pflegen, wachsen lassen,ernten dauert ja alles seine Zeit. Gott macht keine billige Hoffnung „Pämg. Ich werde mit einem Schlag wieder alles gut machen!“
 
Das bewegt mich auch, weil ich heute zu Matthias Beyer fahre, den Freund, der Ende März einen schlimmen Schlaganfall hatte und fast gestorben wäre. Die Ärzte bezeichnen seine Rückkehr ins Leben als medizinisch nicht erklärbar. Seine Geschichte hab ich auf meinem Kerstin pur Blog von Kerstin Hack erzählt.
 
Dennoch ist es ein Prozess. Gegen alle Prognosen der Ärzte macht Matthias erstaunliche Fortschritte. Er kann wieder laufen – braucht nur einen Gehstock als Stütze, hat wieder angefangen, ganze Sätze zu sprechen. Und kann seit kurzem seinen bisher gelähmten rechten Arm wieder bewegen. Auch das ist medizinisch überraschtend. Normal gilt. Was in 14 Tagen an Funktionalität nicht zurückgekommen ist, kommt nicht wieder.
 
Ich fahre, um ihn und seine Familie zu genießen, einfach Zeit zu haben. Und sie mit dem, was ich an Coaching-Fähigkeiten habe, beim Abbau von Stress und beim Aufbau des Neuen zu unterstützen. Gott stellt wieder her. Schritt für Schritt.
 
Für eure segnenden Gebete in dieser Zeit bin ich sehr dankbar.
 
Und: Eigentlich kann ich es mir nicht leisten, zu fahren, weil durch Schiffbau, Kamin kaufen etc. das Konto mehr als belastet ist. Wenn du es auf dem Herzen hast, mir beim „Taschengeld“ für die Reise zu helfen, freu ich mich. Paypal: Info@down-to-earth.de (oder fragt mich nach meiner Bankverbindung)

Ein typischer Tag im Leben eines Berliner Flüchtlings

Kinder in Berlin 8.11.In den letzen Wochen habe ich viel im Hintergrund gewirbelt, die Facebook-Gruppe „Volunteer Translators“ gestartet, Material und Spenden organisiert, einzelne Menschen unterstützt. Gestern war ich zum ersten Mal in unserer zentralen Registrierung- und Leistungsstelle für Flüchtlinge, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales, kurz LaGeSo.
Ich hab vieles mit eigenen Augen gesehen, was ich nur aus Medienberichten kannte – Unzählige Menschen, die auf der Straße schlafen, riesiges Gedränge, bei dem verzweifelten Versuch einen begehrten Platz in Bus zu erhalten, der zur Notunterkunft führt usw.
Typischer Tagesablauf eines Berliner Flüchtlings:
  • Vor 0.00 Aufstehen.
Fertigmachen. Fahrt  zum LaGeSo
  • 0.00 – 4.00 Warten
Warten auf dem Bürgersteig vor dem LaGeSo – auch mit Kindern /siehe Bild.
  • 4.00 Einlass
Die Wartenden dürfen aufs Gelände. Viel Gedränge, weil alle verzweifelt sind und rein wollen. Praktisch täglich kommt es da zu Verletzungen. 
  • 4.00 – 20.00 Warten
Warten im Gelände mit mehreren Hundert anderen, in der Hoffnung, heute dranzukommen. Wenn man Glück hat schafft man es an einem Tag, dranzukommen. Flüchtlinge sagen, es kommen nur dreißig von ihnen pro Tag dran. Das halte ich für etwas untertrieben, aber klar ist: Meist dauert es 7 Tage und Nächte oder auch 14. Dann hat man vielleicht 14 Tage Pause, bevor man sich wieder wegen eines Stempels, einer Bewilligung oder eines Übernachtungsplatzes anstellen muss. 
  • 20.00 – 24.00 Schlafen
Fahrt „nach Hause“ ins Hostel oder die Notunterkunft. Wenn die zu weit weg ist, bleibt man am LaGeSo.
 
Gestern hat mir ein Flüchtling, dessen Arm kürzlich bei einem Ansturm aufs LaGeSo gebrochen wurde, gesagt: „Ich kann nicht glauben, dass das Deutschland ist.“ Ich kann es auch kaum glauben.“
 
Wie soll da Integration, Deutsch lernen, in dieser Stadt ankommen, gelingen?
Veränderungsideen
Mir ist klar: Es ist eine hohe Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter der Behörden. Und ich habe großen Respekt vor den Mitarbeitern, die Tag für Tag unter großen zeitlichen wie emotionalen Belastungen ihre Arbeit machen. 
 
Dennoch sehe ich eine Reihe von Ideen und Möglichkeiten, die Situation zu verbessern:12189019_10206022048805240_3684194413684169467_n
– Einige Aufgaben des LaGeSo zu dezentralisieren und Außenstellen in den Bezirken einzurichten (Mobile medizinische Teams, Verlängerungen etc.). Vielleicht nach dem Vorbild der Job Centers „Refugee Centers“ einrichten.
– Die vom Berliner Senat schon längst beschlossene Gesundheitskarte für Flüchtlinge endlich umzusetzen, damit Flüchtlinge nicht mit jedem Rezept eine Bewilligung für Kostenübernahme einholen – und wie in einem Fall (Mann mit Herzkrankheit) – sieben Tage und Nächte anstehen müssen.
GEZ stoppen: Den Flüchtlingen keine Aufforderungen schicken, Rundfunkgebühren zu zahlen (kein Witz, das funktioniert reibungslos, sobald sie ne Anschrift haben! / Bild)
Abholstellen einzurichten, wo Menschen, die bearbeitete Papiere nur abholen müssen, hinkommen können, statt sich in der Riesenschlange anzustellen
– Längere Bewilligungszeitraum: Bewilligugngen für Hostels, Notunterkünfte auf die gesetzlich maximale Frist auszudehnen, damit die Leute nicht alle paar Wochen anstehen müssen, sondern seltener
– Internet nutzen: Es gibt Skype, Email, Scanner, Apps. Nicht alle Verwaltungsvorgänge müssen doch live vor Ort gemacht werden. Wir sind doch im 21. Jahrhundert. Es wäre genial, wenn Berlin als innovative, moderne Stadt hier Modelle zur schlanken, virtuellen Administration entwickeln würde. Viele Programmierer würden da gern einen Beitrag leisen – eventuell sogar für die Flüchtlinge sogar umsonst.
– Hostels schneller zahlen: Viele Hostels weigern sich Flüchtlinge aufzunehmen, weil sie erst nach Monaten das Geld vom Senat erhalten. Das können sich selbständig tätige, kleinere Hotelbetreiber einfach finanziell nicht leisten.
Ein elektronisches Wartemanagement einzurichten (wurde meines Wissens nach von Programmieren schon erstellt, aber von den Behörden abgelehnt).
– Zelte öffnen: Die vorhandenen, beheizten Zelte auch nachts für die wartenden Menschen zu öffnen, nicht erst ab 4.00 Morgens. Zumindest für die Frauen, Familien und Kinder. Besser noch für alle. 

Ich wünsche mir, dass die erste Erfahrung, die Neuberliner mit unserer Stadt machen, eine von Effizienz und Herzlichkeit ist. Das wäre wunderschön für die Menschen und für unsere Stadt.
Wie ihr helfen könnt
– Schreibt an den Senat die Politiker eures Bezirks. Ihr dürft gern meine Schilderung  und Vorschläge verwenden. Schließlich warten da auch die Menschen, für die sie Verantwortung tragen
– Geht  einen Abend pro Woche zum LaGeSo allein oder mit eurer Jugendgruppe oder Gemeinde oder ein paar Freunden abends hin, mit Tee, Keksen, warmer Kleidung und Decken und ermutigt und unterstützt die wartenden Menschen.
Unterkünfte: Wenn ihr Leute oder Gemeinden kennt, die in relativer  Nähe des Lageso (Turmstrasse, Berlin Moabit) wohnen: Bittet Sie, von 20.00 – 24.00 einen Schlafplatz zur Verfügung zu stellen. Viele Flüchtlinge schaffen es nicht, von der Turmstrasse nach Spandau, Rudow, Lichtenberg usw. zu fahren, weil sie sich ohnehin gleich wieder anstellen müssen. Place4Refugees sind dankbar für jeden, der eine Nacht oder öfter mal ein Quartier bietet. 
– Betet für effizientere Strukturen, Licht, Liebe und Leben auf allen Ebenen des LaGeSo. 
Danke fürs Lesen! Und Mitfühlen!
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