Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Kategorie: Schiff (Seite 1 von 21)

Klare Sicht voraus!

Die Vögel, die um mein Schiff herum leben, beglücken mich – wenn sie nicht gerade wie Heinz, der Hahn, in aller Frühe krähen oder wie Sigmund, der Schwan, mich im Schlaf wecken, weil sie sich einen Mitternachtssnack gönnen und Muscheln von der Bordwand knabbern. An Bord gibt´s Geräusche, die gibt es sonst gar nicht.

Abgesehen davon liebe ich es, den Vögeln beim Schwimmen und Fliegen zuzusehen – wenn ich sie sehe. Oft erblicke ich sie nur unscharf, weil meine Augen, besonders das Linke ziemlich kurzsichtig sind.

Das fing schon früh an.

Als ich in der Grundschule war, fiel der Lehrerin auf, dass ich beim Abschreiben von der Tafel häufiger Fehler machte als sonst und oft ein Auge verschloss. Es stellte sich heraus, dass ich auf einem Auge kurzsichtig, auf dem anderen weitsichtig war.

Im Lauf der Jahre hat sich das angeglichen, das weitsichtige Auge wurde auch kurzsichtig – doch weit weniger als das andere Auge – über 3,5 Dioptrin Unterschied.

Mit Kontaktlinsen trocknen meine Augen schnell aus und entzünden sich. Beim Tragen einer Brille entstehen unterschiedlich große Bilder, die vom Gehirn verarbeitet werden müssen. Das ist Stress pur. Die Folgen reichen von Auswirkungen auf Körperkoordination (ich sehe Hindernisse oft schlecht und verletzte mich) bis hin zu Müdigkeit und Verspannungskopfschmerzen. All das beeinträchtigt meine Lebensqualität ziemlich.

Die Entscheidung zur Operation

Ich sehne mich nach klarer Sicht.

Nach langem Überlegen habe ich mich deshalb zu einer Augenoperation entschieden, welche die Fehlsichtigkeit korrigiert, aber vermutlich von der Kasse nicht bezahlt wird. Langfristig kommt das billiger als Kontaktlinsen und/oder teure Gleitsichtbrillen. Kurzfristig kostet es einige Tausend Euro. Wenn ihr mich dabei unterstützen wollt, würde ich mich sehr freuen.

Die Operationen sind für den 7. + 8 November angesetzt. Bis dahin werde ich weiter beten, dass Gott die Augen übernatürlich heilt. Ich lade euch ein, das auch zu tun. Wenn das passiert, werde ich alles Geld, was ich für die Operation geschenkt bekommen habe, an eine Organisation spenden, die in armen Ländern grauen Star operiert und Menschen so ihr Augenlicht wieder schenkt – damit auch andere gut sehend werden.

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen

Ist das heftig!!! 

Vor sechs Monaten ist mein Pelletofen, der das gesamte Schiff heizt, kaputt gegangen. Seitdem sagte mir der Kundendienst bei Dutzenden von Telefonaten, dass er die Ersatzteile nicht vom Hersteller bekommt. Er sagte zu, den Ofen zu reparieren, sobald er die Ersatzteile hat.
Am Montag habe ich beim Hersteller sehr deutlich meinen Ärger zum Ausdruck gebracht. was mir nicht leicht fällt. Ich neigte bisher immer dazu, stets meine verständnisvolle Seite zu zeigen – selbst wenn Ärger durchaus angemessen wäre.

Das hat mit Erziehung und Prägung zu tun. Und auch damit, dass es in unserer Gesellschaft in der Regel akzeptiert wird, wenn Männer Ärger ausdrücken. Wenn Frauen das tun, selbst wenn es angemessener Ärger ist, wird das oft verachtet.
Doch siehe da – der respektvolle, aber klare Ausdruck meiner Unzufriedenheit bewegte das Hindernis: Noch am gleichen Tag wurden die Ersatzteile verschickt.

Das war Teil 1.

Heute schrieb mir dann der Kundendienst:

„Guten Tag Frau Hack, leider werden wir die Reparatur nicht vornehmen, da der Kamin nicht den technischen Vorraussetzungen des Herstellers entspricht.“

Wie bitte!!!!!

Ich koche gerade vor Wut.
Dass er die Reparatur nicht vornehmen will, hätte er mir auch vor 6 Monaten sagen können. Dann hätten wir das gute Wetter im Sommer nutzen können, um nötige Änderungen am Kamin vorzunehmen.

 
Wohnen. Impulsheft aus dem Down to Earth Verlag von Wohnberaterin Tanja Sauer

Ärger dient dazu, Hindernisse zu beseitigen.
Das habe ich kürzlich bei einem Seminar mit Dirk Eilert gelernt. Ich werde noch etwas abwarten, bis die erste, nicht so konstruktive Wut, verraucht ist und dann meinem Ärger deutlich Ausdruck verleihen. Und Lösungswege suchen.
Die Firma, bei der ich den Kaminofen gekauft habe, wirbt mit dem Slogan „Feuer ist unsere Leidenschaft!“ Meine derzeit auch.
Bis der Winter kommt, will ich einfach nur schön und warm wohnen.
Das Ziel möchte ich erreichen. Falls es nötig ist, dafür Ärger zu spüren und angemessen auszudrücken ist das schon ok. Ärger dient dem Leben. Auch meinem.

Ein paar Tage später:

Als der Kundendienst dann kam, war die erste Frage: „Ist das ein Gasofen?“ Wie bitte?! Ich erklärte ihm, dass es sich bei dem Gerät um einen Pelletofen handelt. Er meinte, dass er noch nie (!!!) einen Pelletofen repariert hätte. Mit Hilfe und unter Anleitung meines Bootsbauers, den ich vorsorglich gebeten hatte, zu dem Termin an Bord zu sein, hat es dann geklappt. Der Ofen läuft.

Traumsofa- Suche – ein kleiner Alptraum

2014-07-16-19-42-41Das Gästezimmer im Schiff ist wunderbar. Man wird beim Schlafen sanft von den Wellen hin – und hergezogen. Draußen vor den Bullaugen plätschert die Spree vorbei. Die Wände sind mit hellem Holz getäfelt, der Boden mit fuasangenehmen Kork belegt – ein Traum.

Es hat nur ein paar kleine Nachteile. 

  • Es ist schief. „Schiff kommt von schief“ sagt Bootsbauer Helge immer. Im Gästezimmer heißt das: Die Wand an der Backbordseite ist oben breiter als unten (ca. 40 cm) und hinten breiter als vorn. Um das abzufangen, haben wir schon ein Podest gebaut. Aber nur ganz oben unter der Decke wäre das Schiff breit genug, um zwei Menschen nebeneinander schlafen zu lassen. Aber da kriegt man dann keine Luft mehr!
  • Schmale Schlafecke: Der Schlafplatz ist an drei Seiten 1,50 breit, an der vierten 1,80. Das ist ok, um eine Person dort schlafen zu lassen (eine Matratze, die man schräg zuschneidet, kriegt man dort rein), aber für zwei ist es nicht ideal.  Mit nebeneinander liegenden Matratzen ist nicht ausreichend Fläche für zwei Menschen zu schaffen – es sei denn einer ist kürzer als 1,50 cm.
  • Die Treppe und die Tür sind schmal.

Da ich auch Paaren ermöglichen will, am Schiff zu schlafen war klar: Es musste ein Bettsofa her. Nur welches?

Bootsbauer Helge und ich haben neulich von 8.00 Abends bis 1.00 Morgens gegoogelt, um passende Modelle zu finden. Das sind die Stunden „Bauzeit“, die keiner sieht und die doch so wichtig sind, damit am Ende alles schön ist.

schlafsofa-frizzo-webstoff-stoff-zahira-tuerkis-3966968Ergebnis 

  • 90%  lösen bei mir das Gefühl aus, ästhtische Körperverletzung erlitten zu haben (Farbe, Form) z. B. Black-Red-White
  • 80% passen nicht durch die Tür des Gästezimmers
  • 70% sind von der Statik her nicht geeignet, der Schwerpunkt ist zu weit vorn, sie würden vom Podest kippen.
  • 40% sind unbezahlbar

Am Ende haben wir ein traumhaftes Schlafsofa. gefunden, das alle Kriterien erfüllt. Und es in einem Showroom in Berlin genau angesehen, vermessen – es passt wirklich.

Einziger Haken, der noch bleibt. Ich habe gerade keine 679,99 Euro, um das gute Stück zu kaufen. Das Konto ist fast bis zum Anschlag in den roten Zahlen. Jetzt Sachen für die Einrichtung kaufen, geht gar nicht.

Mein Wunsch wäre es, bis zu meinem Geburtstag Ende April, wenn ich viele Gäste erwarte, das gute Stück einsatzbereit zu haben. Wenn du mithelfen willst, dass der Traum vom Traumsofa wahr wird, dann frag mich nach meiner Paypal Mail oder Kontonummer. Wenn ich – wenigstens –  die Hälfte geschenkt bekomme, werde ich es bestellen. Dann ist es hoffentlich bis zum Geburtstag einsatzbereit.

Wenn ich das Geld nicht zusammenbekomme, muss ich halt warten und improvisieren…

Aber…Ich würde mich riesig freuen, wenn es klappt.

 

 

Schiff im Februar

2017-01-22-12-56-12Nach frostkalten Wintertagen gibt es sie jetzt wieder – diese einzelnen Stunden, wo man eingewickelt in warme Decken und mit einer heißen Tasse Tee zumindest eine Weile draußen in der Sonne sitzen kann.

In den letzten Wochen ging es nicht so sehr voran, weil ich selbst wenig Kapazitäten habe, da ich intensiv mit der Arbeit an meinem neuen Buch und dem neuen Onlinekurs Swing Dein gutes Leben beschäftigt bin und wenig Helfer hatte.

Aber am Wochenende kommt Bootsbauer Helge, da wollen wir weiterbauen 

  • Ein Treppengeländer, damit Menschen sicher an Bord kommen
  • Decken im Eingangsbereich
  • Decken im Steuerhaus

Wenn das geschafft ist, haben alle Räume im Schiff (bis auf den Maschinenraum) Deckenverkleidungen. Das wäre mal wieder ein Meilenstein.

Dann fehlt noch an großen Dingen 

  • Tür für den Seminarraum
  • Kaminofen für den Seminarraum
  • Treppe nach unten
  • Böden im Eingang und Seminarraum schleifen und mit Kork bekleben
  • Lüftung

Da alles, jedes einzelne Brett, das an die Decke kommt, auf Maß zugeschnitten und angepasst werden muss, ist das alles  bei einem Schiff viel mehr Arbeit als etwa bei dem Neubau eines Hauses.

Aber ich freue mich über jeden Zwischenschritt. Und darüber, dass Menschen, die Orientierung brauchen, das Angebot nutzen (im Winter bisher weniger, obwohl das Schiff gut geheizt ist!).

Weitermachen

Ich bin nach wie vor dankbar für jeden Menschen, der mir mit Finanzen oder indem er ein paar Stunden oder Tage hilft. Kurz: Über alles, was dazu beiträgt, dass mein Traum, bis zu meinem 50. Geburtstag im April ein fertiges Schiff zu haben, Realität wird.

 

 

 

Weiterbauen und Schweizer Schulden

2016-12-09-21-25-38Während ich unterwegs war und Urlaub und Herausforderungen erlebte, hat Helge hier gut zwei Wochen weitergebaut. Das Ergebnis: Das Steuerhaus, also mein Büro, hat jetzt Fussboden und zwei blau gestrichene Wände…

In anderen Worten: Jetzt sind alle Räume im Schiff im Groben fertig, haben Böden und Wände.

Das ist mal wieder ein Meilenstein! Ich bin dankbar

Wir bauen weiter: Es fehlt noch an großen Sachen

  • Deckenverkleidung im Flur, Büro und auf der Toilette
  • Tür zum Seminarraum und Kaminofen dort
  • Treppe nach unten
  • Lüftung
  • Korkfussboden im Seminarraum und Eingangsbereich
  • Regale an manchen Stellen und weitere 10.000 Kleinigkeiten

Rückzahlung Darlehn

Auch wenn wir in den nächsten Monaten noch weiter bauen werden und ich auch da für jede praktische und finanzielle Hilfe dankbar bin, will ich versuchen, Darlehn zurück zu zahlen. In der Anfangsphase der Bauzeit haben einige Freunde mir Geld geliehen, damit ich das Schiff kaufen und mit dem Projekt starten kann.

Besonders die Darlehn aus der Schweiz – insgesamt 20.690 Euro liegen mir im Magen, weil bei Rückzahlung in kleinen oder großen Schritten immer auch Bankgebühren anfallen. Ich suche deshalb aktuell besonders nach Schweizer Freunden, die mir 10, 50, 100 oder 500 Franken Schulden von meinem Schuldenberg abnehmen wollen. Wenn ihr es auf dem Herzen habt, mich da zu entlasten, schreibt mir einfach den Betrag. Ich gebe euch dann die Kontonummer meiner Schweizer Freunde und wir können gemeinsam den Berg etwas abbauen.

Ich würde mich riesig freuen!

Update 1 Woche später: 

Ich freue mich riesig. Durch ein richtig großes Geschenk sind die Schweizer Darlehn jetzt um 10% geschrumpft. Das nimmt den Schuldenbergen schon mal ihre Spitze!

Erbauliche Zeiten

2016-01-09-16-08-32Im April 2017 werde ich 50 Jahre alt.

So, das Geheimnis ist jetzt auch raus.

Bis dahin möchte ich das Schiff wirklich, wirklich fertig gebaut haben…

Ich habe immer geflachst: Ich habe gebetet, dass das Schiff bis zu meinem Geburtstag fertig wird, aber habe versäumt ,das Jahr zu erwähnen. Jetzt erwähne ich es mit, wenn ich bete! Geburtstag 2017!!!!
2016-03-19-12-32-32Was aktuell noch aussteht: 
– Steuerhaus (Mein Büro) isolieren und ausbauen – das gehen wir jetzt als nächstes  an, weil es im Winter bei einfach verglasten Fenstern sonst superkalt ist.
– Böden im Seminarraum und Eingang schleifen und mit Kork bekleben
– Böden und Arbeitsplatten im Wohnzimmer schleifen und Ölen
– Regale / Einbauten für Klo, Bad, Gästezimmer 1 + 2, Werkzeugraum
– Dusche für mein Schlafzimmer
– Decken im Eingangsbereich
– Lüftungssystem fertigstellen
– Türen für Seminarraum
– Neuer Kaminofen für Seminarraum
und gefühlte 10.000 Kleinigkeiten.
(Bild: Holzplatten für mein Schiff streichen am Nachbarschiff – da war mehr Platz).
Wer mithelfen will, ist herzlich eingeladen, mich zu kontaktieren und wenn es passt, für ein paar erbauliche Stunden oder Tage an Bord zu kommen.  
Ein paar Stunden pro Tag zu malen, zu putzen, Holz zu sägen oder was auch immer gerade ansteht.  Ob mit oder ohne handwerkliche Fähigkeiten. Genug zu tun gibt es für Handwerker aller Abstufungen.
Und nebenbei ist es möglich,  das eine oder andere Gespräch mit mir zu haben, um selbst „erbaut“ zu werden oder das Leben zu sortieren.
Wenn dich das interessiert, dann bist du herzlich eingeladen, mit mir Kontakt aufzunehmen.
Auf erbauliche Zeiten! 

Nächstes Projekt: Winterfestes Büro

2016-09-30-09-04-57Heute fiel teilweise der Strom auf dem Schiff aus.

Unter anderem funktionierte die Steuerung der großen Heizung nicht mehr – brrr. Zu allem Überfluss war es sehr windig und der Wind pfiff durch die Ritzen der Fensterrahmen im Steuerhaus, wo ich mein Büro habe. Ich hab das erst mal mit Mullbinden notdürftig abgedichtet (Betonung auf dürftig).  Die einfach verglasten Scheiben sind ohnehin nicht der Hit. Und nicht sonderlich Energie – effizient.

Es ist ganz klar: Hier muss etwas bald geschehen, sonst überstehe ich den Winter nicht gut.

Nächste Woche kommt Bootsbauer Helge für etwa zwei Wochen und wird das „Projekt Steuerhaus“ in Angriff nehmen.

  • Alle Fugen und Ritzen isolieren
  • Eine zweite Schicht Fensterglas anbringen (juchu!)
  • Die Decken und Wände verkleiden
  • Den Fussboden legen

Damit sollte das Büro dann zumindest halbwegs winterfest sein.

Natürlich kostet das.

  • Ein paar Hundert Euro fürs Glas
  • 100 – 150 Euro fürs Isoliermaterial
  • 100 – 200 Euro für Farben, Dichtmasse usw.
  • Arbeitszeit

Alles in allem schätze ich, dass das Ganze 1500 bis 2000 Euro kosten wird. Im Grunde nicht viel für den Ausbau eines ganzen Raumes. Aber doch viel, wenn man es nicht hat.

Aktuell habe ich Minus 20 Euro auf dem Konto. Es ist also mal wieder herausfordernd.

Wenn ihr das Projekt „Winterwarmes Büro“ unterstützen möchtet, seid ihr herzlich willkommen. Entweder durch eine Finanzspritze. Oder indem ihr ein paar Stunden oder Tage mithelft.

Der Ofen läuft wieder.  Mit Ausnahme vom Steuerhaus und dem Eingangsbereich ist es überall an Bord kuschlig warm.

Herzlich willkommen.

10 Stunden später: Was ich ganz vergessen habe, zu erwähnen:

2016-10-30-11-47-28Die Stühle sind da. Nach langer Wartezeit sind die Stühle für den Seminarraum schon vor einer Weite endlich angekommen. Und wunderwunderwunderschön.

Weil noch eine Bauphase vor uns liegt, hab ich erst drei ausgepackt und aufgebaut. Aber die sind superbequem – so wie ich es mir gewünscht habe. Und so breit, dass man sogar im Schneidersitz darauf sitzen kann – ein Genuss.

DANKE allen, die eine Stuhlpatenschaft übernommen und das ermöglicht haben.

Das ist soo ein Geschenk.

Baucamp im November

2016-09-30-09-04-57Ende November / Anfang Dezember wird Bootsbauer Helge hier sein und mein Büro im Steuerhaus weiterbauen (siehe Bild).

Einfach verglaste Fenster und Wände aus schwarzer Isolierung sind auf Dauer nicht so schön… und mit vier Paar Socken im Büro zu sitzen auch nicht.

Ich suche für diese Zeit

– 1 – 3 Schiffs-Gäste und Helfer (vom 20. 11. – 6. Dezember oder einen Teil der Zeit)
Menschen, die in dieser Zeit Lust haben, eine Auszeit an Bord zu machen und 2 – 3 Stunden am Tag mitzuhelfen (leichte Sachen: Streichen, Ordnen, Putzen).

Die Gästezimmer und das ganze Schiff sind beheizt, es gibt ne Dusche…

– Einen Ferienort für mich ( 23. 11. – 30. 11.)

Ich kann ja in der Zeit mein Büro im Schiff nicht nutzen und will deshalb gern einen Schreiburlaub machen.

Seele baumeln lassen und an meinem neuen Buch schreiben.

Am liebsten an einem Ort, wo es noch sonnig und WARM ist. Ferienhaus am Meer? Halbwegs bezahlbar. Wer hat ne Idee?

Ab heute beginnt mein neues Leben!

Ja, heute beginnt mein neues Leben.

Nicht im Sinne von gutem, aber nicht der Realität des eigenen Leben entsprechenden unhaltbaren Vorsatzes  – etwa „Ab heute ernähre ich mich nur noch gesund!“ Oder „Ab heute mache ich täglich Sport!“ 

Sondern im Sinne von: Dieser Tag, 1. Oktober 2016, markiert einen Meilenstein und eine neue Ausrichtung.

Seminare an Bord

14494867_10157617146560249_4184559263018248559_nBis gestern haben wir gebaut.

Heute räumen wir den Seminarraum, der zugleich Werkstatt war, auf. Das Bild zeigt den aktuellen Zustand – 2 Stunden vor Beginn des Seminars.

Fertig ist der Seminarraum noch nicht – es fehlen Korkfussboden, eine Tür, die gespendeten Stühle und ein Kamin, der Sauerstoff nicht aus dem Raum holt. Dennoch wird heute das erste – sehr improvisierte Workshop im neuen Seminarraum stattfinden. Was für ein Meilenstein.

Und es haben sich für die nächsten Wochen schon zwei Leitungsteams angefragt, die gern mit mir einen Workshop an Bord machen möchten, um neue Ausrichtung zu finden. Der Raum kommt in seine Funktion – und mit ihm auch ich.

Aktuell sieht es noch aus wie.. .naja… das wird mein Sportprogramm, das bis 17.00  noch begehbar zu machen.

Büro geordnet

2016-09-30-09-04-57Als ich hier eingezogen bin, hab ich erst mal alles aus meinem alten Büro ins neue gestellt, das allerdings nur halb so groß war. Wann immer ich Zeit hatte, hab ich nach Feierabend zwei Aktenordner auf einen zusammengeschrumpft…bei 40 Ordnern aus 15 Jahren Verlagstätigkeit eine Mammutaufgabe. Letzte Woche hab ich dann an der Schreibtisch-Aufräum-Challenge von Nicole Isenegger von Erfolgsraum teilgenommen.  Eigentlich nur, weil ich sehen wollte, wie andere Coaches ihre Seminare machen.

Am Freitag war die Aufgabe, alles aus den Schubladen zu räumen, zu putzen und neu einzuräumen. Das fiel zeitlich auf den Tag, an dem Helge den Bürofussboden isolieren wollte. Das bedeutete, dass ich unfreiwillig die Strebervariante gebucht hab.

2016-10-01-12-26-26 Das GANZE Büro, inklusive aller Möbel ausräumen (oberes Bild = fast Leerzustand), bevor ich es wieder einräumen kann. Dafür sieht es jetzt superschick aus. Und ich hab mir einen neuen Teppich gegönnt. Der alte hatte schon 15 Jahre Leben und viel Tee und Kaffe hinter sich, darf vorübergehend noch in den Eingangsbereich des Schiffes, bevor er ganz von Bord geht, sobald auch da warmer Kork gelegt ist.

Auf jeden Fall ist es wunderschön, jetzt ein superschönes, besser strukturiertes Büro zu haben. Das passt zu den anderen inneren Prozessen.

A und O – neue Balance

Der Wechsel zwischen dem analytischen und dem Originellen, kurz das A und O einer Idee hat mich sehr beschäftigt, wie ich in meinem letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Dazu kam – unter anderem durch drastisch gestiegene Kosten im Vertrieb –  die wirtschaftliche Notwendigkeit, etwas zu verändern. Wenn allein die Lagerkosten von 120 Euro im Monat auf 500 im Monat steigen, dann braucht man kein Business-Genie zu sein, um zu wissen, dass man etwas ändern muss.

Es ist tatsächlich gerade richtig herb – das hab ich auch offen beschrieben. Und zugleich bin ich begeistert, wie schnell manche Maßnahmen greifen – und was für tolle Kunden ich hab. Eine Idee, um die Lagerkosten zu reduzieren waren Sonderangebote – nicht super originell, aber wirksam. Die andere war, ein Abo für alle Neuerscheinungen anzubieten. Unsere Druckerei macht das als Service. Ich hab mich riesig gefreut, dass Menschen das Vertrauen in uns haben, dass wir schon Gutes produzieren werden – und das Abo gebucht haben. Das macht uns das Leben tatsächlich viel leichter.

Mir hilft es, immer wieder den Fokus auf das A zu legen. Zu Analysieren: Was ist jetzt wichtig? Wer genau sollte das erfahren? Wie?

Unterstützung

Der letzte Grund, warum gerade ein neues Leben für mich beginnt, ist dass ich gerade Unterstützung in Bereichen bekomme, in denen ich schwach bin.

  • Ein Steuerberater und Unternehmensberater hilft mir dabei, meine Finanzen so zu strukturieren, dass klarer wird, welche Einnahmen und Ausgaben zu welchen Tätigkeitsbereichen gehören (Verlag, Coaching, Seminare, Online-Kurse) um klarer steuern zu können.
  • Eine Frau, die sich super in Social Media auskennt, gibt mir gerade Nachhilfe, wie man das so aufzieht, dass es kein Herumgestolpere und Rumprobieren ist, sondern auch eine klare Strategie hat.
  • Eine Frau, die richtig gut organisieren und die Details im Blick haben kann, beginnt ab Oktober vier Stunden pro Woche bei Down to Earth zu arbeiten – neben ihrem anderen Job. Der endet am 31. 12. und mein Traum wäre es, sie ab Januar mit 20 Stunden pro Woche für Seminarorganisation, Buchführung, Social Media und sonstige Administration anzustellen.

Ihr einen halben Job zu geben,  wäre mein langgehegter Traum, im organisatorischen Bereich Entlastung zu bekommen, um mich auf Schreiben, Coachen, Supervision und Seminare konzentrieren zu können. Und ich hoffe, dass die nächste Monate so erfolgreich werden, dass das von der Finanzlage her gelingen kann… Doch vier Stunden ist schon mal ein Anfang.

Mein bisheriges Leben war gut, richtig gut. Und ich freu mich auf mein neues Leben.

 

 

Die fünf Phasen einer Vision und woran man sie erkennt

Sommerwetter im September. Es war einer dieser strahlenden, warmen Tage. Ich hatte zum Tag der offnen Tür an Bord eingeladen.

Ich genoss die Kommentare der staunenden Gäste:

„Ich hätte nicht gedacht, dass das so groß ist!“

„Boah, das schön….“

Viele kannten das Projekt bisher nur von Facebook oder von meinem Blog und staunten über das, was geschehen war, seit ich das rostige DDR – Torpedoschiff gekauft hatte, um daraus einen Ort zu machen, an dem Menschen Inspiration und Orientierung finden können.

Nach einigen Führungen fing ich an, darüber zu flachsen, dass man als Visionärin die fünf Phasen der Umsetzung einer Vision an den Kommentaren der anderen erkennen kann…

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Seminarraum 2011 – bevor ich das Schiff kaufte.

Phase 1 – Beginn: „Du bist verrückt!“

Die einen sagen es offen, die anderen denken es nur. Sie gestanden mir dann später „Als du damit begonnen hast, dachte ich: `Jetzt ist sie wirklich verrückt geworden!“  Derartiges Feedback bekommt man meistens nur dann, wenn man es tatsächlich wagt, eine Idee oder einen Traum tatsächlich umzusetzen. Es gibt jede Menge Visionäre, die von Dingen, die man verändern könnte, träumen.

Aber nur Umsetzer-Visionäre übernehmen Verantwortung für ihre Idee und wage es, die Dinge tatsächlich anzupacken. Eine Idee ohne Umsetzung ist ein netter Geanke. Keine kraftvolle Vision. Hätte ich nur geträumt, auf dem Wasser einen Inspirationsort zu schaffen, hätten die meisten das vermutlich okay gefunden.  Schöner Traum. Nette, originelle Idee. Wäre ja toll, wenn so was ginge.

Aber als ich tatsächlich ein altes fast schrottreifes Schiff kaufte, löste das bei vielen Kopfschütteln bis hin zum Entsetzen aus.  Natürlich gab es 1000 Gründe, die dagegen sprachen, mich in so ein Abenteuer zu stürzen,. Da war zuerst einmal die mangelnde handwerkliche Erfahrung. Ich besaß nur einen Hammer, eine Säge und eine Zange – und auch nur gerade mal die Fähigkeit, um diese drei Werkzeuge einzusetzen. Das reicht nicht, um ein Schiff zu bauen. Dann natürlich das fehlende Geld. Und eigentlich – neben meinen anderen Aufgaben auch die fehlende Zeit…

Und                             und                               und.

Glücklicherweise gab es einige Menschen – keine Bank – die mich lange genug kannten, um zu vertrauen, dass das Projekt – so verrückt es war – Hand und Fuss haben würde. Und mir ihr Vertrauen aussprachen und zum Teil auch in Darlehn handfest zeigten.

Schlamm und Rost rausholen.

Schlamm und Rost rausholen.

Phase 2 – Umsetzung: „Du tust mir leid!“

Natürlich gibt es in einem Projekt Krisen. Die kleinen, wenn man sich mit dem Hammer auf den Daumen haut. Die großen, wenn der angeblich gute Stahl der Außenwand des Schiffes plötzlich daumengroße Löcher hat. Und man in die Werft muss, um das Schiff vor dem Untergang zu bewahren. Und noch größere Löcher in den Stahl schneidet, um später neue, schöne, teure Stahlplatten aufsetzen zu können.

Grenzwertig. Sehr grenzwertig.

Doch:

Nur wer an seine Grenzen geht, kann sie erweitern. – Martin Gaedt

Und dann just in dem Moment als lauter Löcher im Schiffsrumpf sind, von einem Hochwasser überrascht wird, das durch die Löcher ungehindert ins Innere des Schiffes dringen, aber später nicht mehr abfließen kann. Die unteren Räume stehen kniehoch voll Wasesr. Dümmer kann es nicht kommen. Mehr als grenzwertig. Einer der schlimmsten Momente.

Erfahrene Schiffbauer sagten mir: Es ist extrem selten, dass so etwas auf einer Werft passiert. Alle paar Jahrzehnte mal. Seltenes Pech, dass es gerade mich trifft. Und richtig gründlich. Versicherungen fühlen sich für höhere Gewalt kaum zuständig.

Bei zehn Grad Minus Außen- und Innentemperatur auf Metallstangen zu liegen und kopfüber von Hand das Wasser und den Schlamm abzuschöpfen  (siehe Bild) – nein, das macht wirklich keinen Spass. Neben den großen Krisen gab es 250 kleine von der Sorte, wie sie zu jedem Projekt gehören. „Du tust mir leid!“ wurde in dieser Phase zum Dauerkommentar. Gelegentlich tat ich sogar selbst mir leid. Ich finde, das darf – wenn es nicht zu lange anhält – auch mal sein.

Renovierung 2013

Renovierung 2013

Phase 3 – Fortschritt:  „Ich bewundere dich!“

Egal, in welcher Phase wir steckten und stecken: Das Ziel, alles fertig zu habe, schien noch unendlich weit weg. Doch es rückte jede Woche näher:

  • Der erste Raum ist fertig entrostet und mit Isolierung versehen
  • Das Schiff hat einen Kaminofen
  • Es gibt jetzt einen Trinkwassertank (nach 2 Jahren Wasserflaschen Schleppen ein Traum!)
  • Wir haben eine funktionierende Toilette!
  • Die ersten Gäste sind an Bord und empfangen Coaching und Orientierung
  • Das erste Mini-Seminar findet – sehr improvisiert auf einem Fussbodenbelag aus alten Kartons – statt.
  • Die Decke im Hauptraum ist fertig. Und die Küche für Gäste.
  • Es gibt Licht – aus der eigenen Solaranlage!

Ich habe in dieser Phase gelernt, mich nicht so sehr auf das Ziel zu fokussieren, so wichtig das ist. Sondern vielmehr meine emotionale Energie aus jedem geleisteten Zwischenschritt zu ziehen. Mit jedem Arbeitsschritt,  den meine Freunde und ich auf dem Schiff leisteten und dokumentierten, wuchs das Staunen: Sie bleibt ja dran.

10  bis 20 Stunden. Jede Woche. Sommer und Winter. Sie  schafft es tatsächlich! Und immer mehr Menschen stiegen ein, und halfen mit, indem sie mir den einen oder anderen Eimer Farbe schenkten, für mich Baumaterial besorgten oder selbst Hand anlegten.

Morgens - Blick aufs Wasser.Und als das Schiff tatsächlich so 70% fertig war, fingen die ersten Besucher an, zu sagen:

„Ich kann mir vorstellen, wie das mal werden soll!“

Morgens – Blick aufs Wasser.

Schmunzelnde Anmerkung: Man bemerke den Unterschied zur Visionärin: Die sah, was es bereits werden soll schon bei 0%….

Ok. Um ehrlich zu sein: Ich sah das Potential des Schiffes auch erst nach 30 Minuten Besichtigung auf dem von den Vorbesitzern vollgestellten Schiff – siehe Bild). Aber für viele, nicht so stark visionäre Menschen ist es tatsächlich eine Leistung, sich schon bei 70% das Endprodukt vorstellen zu können, wohingegen es für Visionäre meist eher unmöglich ist, das Potential nicht in allem zu entdecken.

Phase 4 – Erfolg „Ich beneide dich!“

Fertig ist das Schiff noch nicht. Wenn alles gut geht und ich genug Hilfe habe, ist der Seminarraum Ende September einsatzbereit.

Und an anderen Ecken wie Lüftung, Treppe nach unten, meinem Büro und anderen Stellen wird es wohl noch sich bis neun Monate Arbeit geben. Dennoch höre ich jetzt viele Kommentare wie

„Immer wenn ich die Bilder sehe, die du auf Facebook postest, werde ich doch ein bisschen neidisch!“

„Du lebst deinen Traum – das wünsche ich mir auch.“

Das Nachbarschiff - wer will es haben?Phase 5 – Neue Vision „Was ist dein nächster Traum?“

Neben meinem Schiff liegt die Edelweiß, ein uraltes, riesiges Schiff, das zwar noch edel, aber nicht mehr weiß ist. Viele Besucher, die wissen, dass bei einer Visionärin der nahende Abschluss einer Idee nur den Beginn der nächsten markiert, zeigen auf das alte Schiff und fragen: „Wird das dein nächstes Projekt?“ Ich lächle und sage: „Ich hab ja schon ein Schiff!“ Zwei Mal den gleichen Traum träumen und umsetzen wäre irgendwie langweilig.

So ganz fertig ist das Schiff ja noch nicht. Ich denke, das wird – ja nach Unterstützung noch so ca. 6 Monate dauern. Und fürs Erste hab ich auch genug Rost und Sägespäne geschluckt. Ich will nun – hoffentlich bald – Schritt für Schritt die  Darlehn zurückzahlen. Und mehr noch als schon bisher – das auszuleben, wofür ich das Schiff umgebaut habe:

  • Leben: Ein Ort, wo andere und ich Wind, Wasser und Wellen genießen und sich begegnen können.
  • Orientierung: Menschen, die Orientierung brauchen, die Möglichkeit geben, eine kürzere oder längere Zeit hier mitzulesen, aufs Wasser zu starren und auf Wunsch Unterstützung beim Sortieren  zu erhalten.
  • Inspiration: Events zu veranstalten oder anderen den Raum dafür zu bieten, die Menschen inspirieren, stärken, weiterbringen….

Auch wenn ich noch Aber abgesehen davon träume ich natürlich schon von dem nächsten großen Projekt. Ich beginne, mir über die Umsetzung Gedanken zu machen und Pläne zu schmieden… Was es genau ist, wird noch nicht verraten. Nur so viel: Es hat eher mit Rost in den Köpfen zu tun als mit Korrosion auf Metall. Und ja, es ist eine Vision, die mich zum Lächeln bringt, meine Phantasie anregt. Und am Ende hoffentlich vielen Menschen Gutes bringt.

Auch wenn sie zwischendrin vielleicht zuerst einmal  sagen

„Du bist verrückt!“

„Du tust mir leid.“

„Ich bewundere dich!“

und vielleicht irgendwann auch mal

Ich beneide dich!“

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