2013-10-11 09.41.40War ich heute / in den letzten Tagen lebendig?

Ja!

Besonders habe ich die milde Herbstluft und die buntbeblätterten Bäume genossen. Einfach wunderbar.

– Was habe ich Neues über das Leben entdeckt?

Der Schock sitzt noch tief: In weniger als 3 Wochen baut sich Muskelgewebe zu Fettgewebe um. Ich habe mir ja vor 3 Wochen einen Hexenschuss geholt und war deshalb in den letzten Wochen nicht so beweglich wie sonst. Besonders den unteren Rücken und das Gesäss hatte es erwischt. Weil es nicht besser werden wollte und ich vor Schmerzen jede Nacht wach werde (wie halten Eltern mit kleinen Kindern das nur durch) hat der Arzt vorsichtshalber ein MRT machen lassen. Entwarnung. Keine Bandscheiben geschädigt. Gott sei Dank! Aber das MRT offenbarte dennoch schreckliches. In weniger als drei Wochen hat mein Körper eine ganze Menge verspanntes Muskelgewebe als „inaktiv“ und damit wertlos klassifiziert, die (im MRT dunklen) Muskeln abgebaut und statt dessen (helle) Fettzellen, die weniger Energie brauchen dorthin gepackt. In nur drei Wochen! Das finde ich sehr heftig!

– Was habe ich Neues über mich entdeckt

Ich kann mich mit dem Glück anderer freuen – besonders intensiv, wenn ich daran irgendwie mitgewirken konnte.  Gestern erhielt ich eine Mail von einer Frau, die ich erst über Seminare und Coaching kannte und jetzt als Freundin bezeichnen würde. Sie schrieb mir, dass sie sich befreundet und verlobt hat. So was passiert ja öfter mal. Heute Morgen erinnerte ich mich an ein Coaching-Gespräch vor ein paar Jahren. Es ging um ihre Zukunft. Sie musste ihren absoluten Traumjob aufgeben, weil der Träger die – befristete – Stelle nicht weiter verlängern konnte.
Wir sprachen zuerst über  ihre Träume, ihren Wunsch, junge Menschen zu prägen und dann später darüber, welche Möglichkeiten es jetzt gäbe. Schließlich rückte sie mit der Sprache raus: „Ich hab schon eine Stelle. Als Leitung in einem betreuten Wohnprojekt für ältere MEnschen. Ich denke das ist das Richtige, da kann ich Leitungserfahrung sammeln Und die Leute dort wollen mich unbedingt.“ Sie  zählte mir weiter alle Vorteile der neuen Stelle auf. Ich wurde immer unruhiger. Es schien, als wollte sie sich und mich überzeugen, dass das das Richtige war.
Irgendwann nahm ich allen Mut zusammen und gab ihr offenes Feedback: „Du, deine Augen sagen etwas ganz anderes als dein Mund. Du sagst, dass das das Richtige ist, aber ich sehe keine Begeisterung.“
Mein Feedback führte dazu, dass sie sich eingestand, dass sie das selbst eigentlich gar nicht wollte, es sich nur schön geredet hatte. Sie sagte die Stelle ab und wagte es, sich selbständig zu machen – mit den Angeboten für junge Menschen, die immer ihr Traum gewesen waren. Es war nicht einfach, aber sie schaffte es. Schließlich zog sie an einen Ort, wo sie die passenden Räumlichkeiten dafür fand… und – Coaching happy End hoch 3 – auch noch den Mann fürs Leben.
Das ist natürlich eine traumhafte Coaching-Geschichte. So dramatisch ist es nicht immer, aber ich erlebe es oft, dass ich Menschen helfen kann, zu entdecken, was sie eigentlich möchten – nicht was sie denken, was sie sollten. Und wenn sie es wagen, ihren Träumen zu folgen, dann strahle ich mit vor Glück.
Und du – warst du heute lebendig?