2017 war ein intensives Jahr. Ich frage mich gerade beim Schreiben, ob es bei mir überhaupt Jahre gibt, die nicht intensiv sind. Wie dem auch sei – ich sehe jetzt, wo ich Rückblick halte,  extrem viel, auf das ich stolz bin.

Das Wort „Stolz“ hat in christlichen Kreisen manchmal einen schlechten Ruf.  Und das zu Recht, wenn man anmaßenden Stolz meint, der sich auf Dinge etwas einbildet, für die man nichts kann: Etwa das eigene Aussehen, Intelligenz, Herkunft.

Im Kontrast dazu ist angemessener Stolz motivierend. Also Stolz,  der den eigenen Beitrag zu einer erbrachten Leistung würdigt und dankbar und eben ein wenig stolz anerkennt. Diese Art von Stolz gibt uns Rückenwind. Letztlich ist natürlich alles, was wir tun können, ein Geschenk für das wir dankbar sein können. Für mich schließen sich Dankbarkeit und Stolz nicht aus.

Worauf ich im Rückblick auf 2017 stolz bin – Top 5

Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, auf die ich stolz bin. Darunter ragen einige besonders hervor.

Ich habe gecoacht

Das wohl Erfüllendste dieses Jahr war, dass ab Herbst das Coaching stark zunahm. Ich bin ja unter anderem Coach für systemische Kurzzeitkonzepte.  Die beanspruchen, wie der Name schon sagt, nur kurze Zeit.  Dennoch bin ich oft fassungslos vor Glück, wenn sich oft in einer einzigen Stunde ein tiefsitzender alter Knoten, eine Angst oder verschobene Selbstwahrnehmung auflöst.

Nur eines von vielen Coaching Highlights 2017: Eine Frau,  die 30 Jahre lang Angst davor hatte, mit dem Aufzug zu fahren, schrieb mir nach der ersten !!!! Coaching-Stunde, in der wir das Thema angepackt hatten:

Mich hat ja jahrelang niemand auch nur in die Nähe eines Aufzugs gebracht. Nach dem Coaching mit dir hatte ich Lust, auszuprobieren, ob es jetzt geht. Und habe auf dem Rückweg bei der S-Bahn die Aufzüge gleich mehrfach ausprobiert. Es ging.

Auch wenn ich ähnlich erstaunliche Dinge öfter erlebe, bin ich doch jedes Mal fassungslos vor Glück – und dankbar für meine fundierten Ausbildungen – und die Wunder, die sich mit oder ohne mein Zutun einstellen. Und die Menschen, die mir vertrauen.

Ich habe geschrieben

Klar, Autorinnen schreiben. Es ist dann doch einiges geworden:

Schreiben ist zum Teil Geschenk, das mir in die Wiege gelegt wurde. Da habe ich vermutlich etwas an Ausdrucksfähigkeit geerbt, für das ich nur dankbar sein kann.

Stolz hingegen bin ich darauf, dass ich das Talent geformt und trainiert habe. Und dass ich mir in diesem Jahr sehr bewusst und diszipliniert Zeit und Raum fürs Schreiben genommen habe – das war angesichts der anderen Herausforderungen nicht immer leicht. Deshalb bin ich besonders glücklich und stolz.

Ich habe den Verlag vorangebracht – mit meinem Team

Im September 2016 war die Situation im Verlag so heftig, dass wir einen Hilfeschrei losließen: „Das Wasser steht uns bis zum Hals“!  Ein gutes Jahr später, sieht die Situation schon besser aus. Aktuell reduzieren wir die zu hohen Lagerbestände um 1% pro Monat. So richtig prickelnd ist das noch nicht. Aber im Vergleich zu 2016 wo es im ganzen Jahr 2% waren ist das schon viel besser.

Über das hinaus, was mir selbst an Lösungen einfiel,  habe ich mir externe Berater geholt. Wir arbeiten an Struktur und Prozessen. Mein Team und ich arbeiten daran, die Schätze die wir entwickelt haben, besser zu präsentieren, um sie mehr „zum Leuchten“ zu bringen. Denn was nützten die schönsten Dinge, wenn niemand sie findet.

Ein Projekt war die Erneuerung der Internet-Seite, auf der wir unsere Online-Trainingskurse vorstellen. Das hat – wie oft bei Online-Projekten länger gedauert als gehofft… aber wir haben es kurz vor Jahresende geschafft, die Seite fertigzustellen. Schaut einfach selbst mal dort nach.

Freude und Stolz und SchaufensterfigurenIch habe Zeit mit Freunden verbracht

Freundschaften sind wunderbar – doch ihre Pflege erfordert Zeit. Ich hatte mir zu Beginn des Jahres vorgenommen, Freundschaften in diesem Jahr aktiver zu pflegen, weil Freundschaft für mich einen hohen Wert hat. ihre Bedeutung ist für mich so hoch, dass ich mehrere Titel über die Kunst geschrieben habe, Freundschaften aufzubauen. Zwei Impulshefte, und das schöne Buch Freunde. Schlicht und ergreifend. 

Deshalb habe ich in diesem Jahr Freundschaft mit aller Kraft gelebt und bin stolz darauf, dass es mir recht gut gelungen ist, trotz eines vollen Lebens regelmäßig Zeit mit meinen engsten Freundinnen und Freunden zu verbringen. Es gibt eine kleine Zahl Menschen, mit denen ich mich fast jede Woche tief austausche, ein paar weitere mit denen das seltener geht.

Darüber hinaus gab es 2017 viele besondere Freundschaftszeiten:  Ich habe meinen 50. Geburtstag gefeiert, was das Zeug hielt. Nicht nur mit zwei Parties – mit meiner Familie und Freunden. Sondern auch mit vielen einzelnen besonderen Aktivitäten mit lieben Menschen: Konzerte, leckeres Essen, viele Kaffees. Zuletzt im Dezember bei Freuden aus Rotterdam, die mir die Reise zu ihnen zum Geburtstag geschenkt haben.

Ich habe aufgeräumt und minimiert

Worauf ich am meisten stolz bin: in den letzten Monaten hab ich physisch extrem viel aufgeräumt.

  • 1620 Dinge (von Kerzen über Socken bis Geschirr) aus meiner Wohnung. Bis zum Jahresende will ich noch die 2000 erreichen!
  • Noch heftiger: 18 Kilo Papier mit Ideen, was ich angehen könnte. Ich habe viele Ideen umgesetzt, doch in den fast 18 Jahren seit Firmengründung haben sich eben auch 18 Kilo mit Notizen zu Ideen angesammelt, die ich aus Mangel an Zeit, Finanzen oder Kraft nicht umgesetzt habe… oder weil noch bevor ich die eine Idee umsetzen konnte, die nächste vor der Tür stand.
  • Dateien…Hunderte. Hier hab ich nicht mitgezählt, aber im Dezember täglich 5 – 20 Dateien auf dem PC gelöscht oder zwei Dateien zu einer zusammengefasst, Bilddateien reduziert usw. Mein Ziel, nichts Ungeliebtes und Ungenutztes auf dem PC zu haben, ist noch nicht erreicht. Doch täglich komme ich ihm näher.

Jetzt bin ich ein bisschen stolz und vor allem sehr tief dankbar!

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