Vor 6 Tagen habe ich erfahren, dass der Dachboden, in dem ich hier in Berlin eine Menge Bücher gelagert habe, wärme isoliert wird. Das ist ja an und für sich sehr zu begrüßen. Ich bin immer für sinnvollen Umwelt- und Klimaschutz. Nur praktisch bedeutet das: Ich muss fünf Tonnen Bücher und sonstiges Material anderswo unterbringen.
Zuerst hat mich die Vorstellung ziemlich erschlagen. In meinem 9qm großen Büro ist kein Platz dafür. Aber Jammern hilft auch nicht. Eine Lösung muss her. Eine praktikable und finanzierbare Lösung für alles, fiel mir nicht ein. Also mache ich es wie so oft, Schicht um Schicht. Ein oder zwei Mal am Tag gehe ich auf den Dachboden, schaue mir die Sachen an und lasse mir für ein oder zwei Dinge etwas einfallen.
Ich habe zwei Kunden, die mir in den Sinn kamen, angeschrieben. Beide sagten zu, einige Bücher (ca. 150 Kilo) abzukaufen. Ein Schritt weiter. An anderen Stellen ließ sich durch Umräumen Platz schaffen. Manches kommt zum Gebrauchtwarenhaus. Und für die anderen Sachen muss ich mir noch was einfallen lassen. Schicht um Schicht.
Ich erlebe das oft so. Wenn es keine große Lösung gibt, dann kann man etwas angehen, indem man es Schicht um Schicht angeht. An einer Stelle, an der man ein bisschen Lösung sieht, anfängt. Und dann weiter macht. Und irgendwann erstaunt feststellt, dass das scheinbar Unlösbare sich am Ende doch gelöst hat. Schicht um Schicht.


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