Es ist ausgesprochen schwierig für ein Geschehen, das vor 2000 Jahren stattgefunden hat und die Welt bis heute noch nachhaltig prägt, passende Bilder zu finden. Die meisten Bilder, die in diesen Tagen um Ostern in Netz und in der Presse publiziert werden, sind im schlimmsten Fall kitschig, oft abgegriffen – in dem Sinn, dass die Art der Darstellung schon so oft verwendet wurde, dass sie kaum mehr berührt.

Dennoch schaffen es einzelne Bilder tiefer zu berühren – weil sie die alte Wahrheit der Erlösung aus einer neuen Perspektive zeigen. Mich haben in den letzten Tagen drei Oster-Bilder besonders angesprochen, weil sie für mich neue Aspekte gezeigt oder betont haben.

Die Opferanode (siehe Beitrag vom 25.3.) Der Vergleich mit der Opferanode, die sich bei Stahlschiffen aufopfert um die Substanz zu schützen ist für mich zu einem Bild dafür geworden, dass Christus zum Opfer für uns wurde. Er bietet uns an, dass wir unsere inneren und körperlichen Schmerzen und Spannungen zu ihm hin ableiten können – statt uns von ihnen unsere Substanz zerstören zu lassen.

– Der Mensch als Kreuz: In der szenischen Darstellung der Johannespassion gab es eine Szene, in der Christus von Pilatus weg nach Golgatha geht. Er trägt sein Kreuz. Doch das ist nicht aus Holz. Er trägt einen Menschen auf seinem Rücken, auf seinem Kreuz. Damit wurde sehr anschaulich deutlich gemacht: Wir sind das Kreuz, das Christus getragen hat.

ChristusalsGeisel– Christus als Geisel. Die Collage von Peter Aschoff, die an die Geiselnahmen von Schleyer bis Iran erinnert, berührt mich. Die Hände auf dem Bild , die das Schild halten, sind die Hände seines eigenen Sohnes.Dieses Bild hat mich neu ahnen lassen, was es den Vater gekostet hat, seinen Sohn als Geisel für die Menschheit zu geben. Ihn nicht freizukaufen, sondern sterben zu lassen. Für uns.