Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Schlagwort: Blockaden lösen

Die These an meiner Lebenstür

Das vielerorts gefeierte Reformationsjubiläum ist ein guter Anlass, darüber nachzudenken, wie denn Reformation im eigenen Leben aussehen könnte.

Luther hat sich mit seinen Thesen gegen Überzeugungen gewandt, die das entspannte (Glaubens)-Leben nicht förderten, sondern eher behinderten. Und lautstark seine Gegen-Sätze zu diesen einschränkenden Überzeugungen in die Welt gerufen. Dass der Stein, den er damit ins Rollen brachte, auch die eine oder andere Struktur mitriss, war so wohl nicht beabsichtig, aber das ist eine andere Geschichte.

Meine These

95 Thesen sind mir etwas zu viel des Guten. Simplify und minimalistischer Lebensstil sind ja in. Auch in meinem Kopf. Also hab ich mich auf einen Satz beschränkt, der mein Leben einschränkt.

„Du musst es schaffen!“

Dieser Satz ist ebenso umfassend wie unerbittlich. Er sagt: „Alles, was dir an To-Dos auf den Schreibtisch, ins Haus, in Gedanken, in Begegnungen in dein Leben kommt, das musst du schaffen!“ Wie grausam. Wie unbarmherzig. Wie ungnädig.

Meine Frage ist nicht: „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“ Dank Luther ist das ja schon mal sortiert: Durch das, was Christus getan hat, erhalten wir Gottes Gnade als Geschenk.

Meine Frage ist viel mehr: „Wie bekomme ich ein gnädiges Ich!“ 

Nachdenken

Mir hilft da erst mal Nachdenken. Diesen Satz habe ich von meinen Eltern übernommen. Die lebten auf einem Bauernhof. Da musste man die anstehende Arbeit schaffen, um versorgt zu bleiben, um zu überleben: Die Tiere mussten gefüttert werden, sonst würden sie sterben. Die Ernte musste eingebracht werden, sonst würde sie verderben.

Der Satz war und ist sinnvoll in Situationen, in denen das Überleben bedroht ist. Wenn man auf der Flucht um sein Leben rennt oder ein Sturm die Ernte bedroht, dann kann der Satz „Du musst es schaffen, sonst stirbst du!“ helfen, letzte Energiereserven zu aktivieren. Und das Leben zu sichern.

Der Unterschied zu heute ist, dass die Arbeit damals tatsächlich begrenzt war – durch die Größe der Felder und die Anzahl der Tiere. Damals konnten Menschen nicht einfach mit ein paar Klicks auf einer Tastatur anderen Menschen Aufgaben aufbürden, die Zeit und Mühe kosten.

Mails sind To-Dos, die andere für dich schreiben.  – Christine Carter

Anderes als früher haben Aufgaben heute fast keine Grenzen mehr. Zu denken, man müsste oder könnte alles schaffen, was irgendwie an Aufgaben an einen herangetragen wird, ist Anmassung und Hybris.

In dem  Satz „Du musst es schaffen!“ schwingt innerlich jedoch noch die gleiche Bedrohung des Lebens mit, die frühere Generationen empfunden haben, wenn sie ihn sagten.

Wir denken: „Du musst es schaffen, sonst ist dein Leben bedroht!“ Und realisieren oft gar nicht, dass gerade das Viele „schaffen müssen“ uns Kraft, Gesundheit und Leben raubt.

Nachfühlen

Negative Sätze sind nicht nur in unserem Denken abgelegt, sondern über Hormone und körperliche Reaktionen auch in unserem ganzen Körper. Der Satz „Du musst es schaffen!“ löst Stress und Angst aus.

Weil ich das weiß, habe ich mir erst einmal die Zeit genommen, zu spüren, wo im Körper und in der Seele ich diesen Satz spüre. Ganz klar im Nacken. Etwas auch im Bauch. Und dann durch gezielte rechts-links-Bewegungen, die ich aus dem Coaching kenne, den körperlichen Stress, der mit diesem Satz verbunden ist, neutralisiert. (Mehr dazu im Quadro „Blockaden lösen„)

Das tat gut.

Gegensatz finden – neue These

Vermutlich wird der Satz „Ich muss es schaffen!“ immer mal wieder in meinen Gedanken auftauchen. Ich habe mir überlegt, was ich dazu als Gegenthese brauche. Ganz klar war mir: Ich wollte mich nicht von dem „es“ herumkommandieren lassen. Nicht es bestimmt, sondern ich will bestimmen, ob ich es tue.

So heißt mein neuer Satz jetzt in Übereinstimmung mit dem, dass ich mich als die Regentin meines Lebens sehe:

Ich entscheide, was ich jetzt tue!

Und ergänzend dazu noch einen weisen Rat an mich selbst.

Nimm nicht mehr To-Dos an, als du auch wieder loswerden kannst.

Ich glaube, mit diesen beiden Sätzen habe ich eine gnädigere Lebensregentin gefunden als die alte mit ihrem dummen „muss“!

Das ist eine echte Reformation.

P. S: Ach ja…immer wenn ich an Luthers Thesen denke, erinnert mich das daran, dass ein Kind in einem Schulaufsatz mal schrieb: „Dann nagelte Luther seine Prothesen an die Tür.“ Die Vorstellung hat auch was.

Merken

Lösung ist, wenn sich etwas löst.

Gestern wollte ich an meinem neuen Buch schreiben. Das klappte nicht. Zum einen, weil Bootsbauer Helge lautstark Lüftungslöcher in die Außenwand des Metallschiffes bohrt…das macht einen Höllenlärm, der der Konzentration nicht zuträglich ist.

Zum anderen, weil ich einen Aufruf erhielt, der mich aufgekratzt glücklich macht:

„Kerstin, ich bin frustriert und zugleich hoffnungsvoll. In den letzten Jahren hab ich extrem viel Zeit und Energie in Beratung investiert. doch an meinen Problemen hat sich nichts geändert. Doch seit dem Coaching mit dir (Thema: Blockaden / Angstzuständen) halte ich dauernd Ausschau nach Aufzügen, um mir zu zeigen, dass ich es kann. Geschlossene Aufzüge machen mir noch Probleme, aber offene Aufzüge fahre ich jetzt locker.

Wenn ich sehe, was sich in nur einer Stunde mit dir verändert hat, dann frustriert mich, dass ich an Stellen investiert habe, die mich nicht weiterbrachten. Und ich bin hoffnungsvolll. Ich will die noch  ungelösten Sachen jetzt gern intensiv anpacken  – mit dir. Hast du in nächster Zeit Kapazitäten?“

Wenn ich so was höre, explodiere ich vor Freude. Als Coach begleite ich Menschen sehr gern mit Herz und dem Handwerkszeug, das ich zur Verfügung habe. Egal wo – es ist genial, wenn Menschen beim Coaching Veränderung erfahren.

Ich bin ja in einer ganzen Reihe von klassischen Methoden (Systematisches Coaching – siehe auch mein Quadro Coaching Basics  , EKS – Business Coaching (siehe Fokus finden) und Gewaltfreie Kommunikation) ausgebildet, daneben noch in Wingwave, einem Ansatz, der sehr effizient bei Ängsten, Blockaden – von Aufzugangst bis Auftrittsangst  und Süchten von Schokolade bis Rauchen wirkt.

Ich habe in meinem Blog bereits davon erzählt: Wenn Altes wirklich vergeht.

In den letzen Wochen erlebte ich als Folge von Coaching das z. B.

  • Wurzeln für alte, behindernde Muster aufgespürt werden konnten
  • ein Mann im Blick auf die Vergangenheit mehr inneren Frieden spürte
  • eine Frau die entspannter in die Zukunft blicken kann
  • ein Mann nach nur einer Stunde Coaching ein deutlich reduziertes Verlangen nach Zigaretten hatte.
  • eine Frau, die erstmals in ihrem Leben das Wort „Selbstbewusstsein“ positiv assoziieren konnte
  • eine Frau, die psychischen Ursache auf die Spur kam, die zur Entwicklung von vielen Allergien beitrugen .
  • eine Frau, die mehr Sinn in ihrem Leben sieht.

Details kann und darf ich natürlich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht mitteilen – leider. Manche Geschichten sind so bewegend, dass ich sie lieben d gern erzählen würde, um andere Menschen zu ermutigen, das Lösung gefunden werden können.

Blockaden lösen. Selbstcoaching mit wingwave Christoph Schalk und Kerstin Hack Kurz: Ich liebe meinen Beruf. Und nutze eine Vielzahl von Werkzeugen, um Menschen im Coaching vor Ort in Berlin oder am Telefon weiterzuhelfen.

Wingwave ist die Methode der Wahl, die ich zum Lösen von Blockaden einsetze.

Mein Kollege Christoph Schalk​ und ich haben das Trainings-Quadro Blockaden lösen dazu geschrieben, wie man die Methode auch im Selbstcoaching nutzen kann, um Blockaden loszuwerden.

Das funktioniert – wenn gleich ich selbst immer Coaching mit einem echten Coach bevorzugen würde, wenn es möglich ist. Wenn das aus Zeit- Kosten oder sonstigen Gründen nicht geht, ist Selbstcoaching eine fantastische Alternative.

Wie zum Beispiel als ich so aufgekratzt war, dass ich nicht mehr klar fokussieren konnte. Dann höre ich Wingwave-Musik, weil die zugleich anregt und beruhigt.

Was mich interessieren würde: Hast du selbst schon mal Coaching in Anspruch genommen? Was waren deine Erfahrungen?

Wunderbares Coaching – wenn Altes wirklich vergeht

2014-03-02 17.07.45Dieses Erlebnis ist schon vor ein paar Wochen passiert – doch es war so wunderbar, dass es mich noch immer sehr bewegt. Sechs Stunden mit dem Zug zu einer Weiterbildung kostet etwas. Finanziell wie zeitlich. Und manchmal stelle ich mir schon die Frage, ob sich das lohnt, ob weniger nicht auch ok wäre, ob ich mir Professionalität und Weiterbildung so viel kosten lassen soll. Und dann gibt es diese Momente, wo die Antwort auf die Frage einen findet.

Elisabeth*, eine Frau, weit über 70, erzählte mir, dass sie vor über 50 Jahren einen der ersten Banküberfälle miterlebt hat. Ihr Chef war gerade ins Bad gegangen, um den Briefmarkenschwamm anzufeuchten – so was gab´s damals noch. Er hat kein Licht angemacht – und als er aus dem dunklen Gang trat, wurde er von dem Bankräuber erschossen – neben ihr. Sie sollte auch erschossen werden, kam aber wie durch ein Wunder mit dem Leben davon. Nach dem Überfall war sie – natürlich – extrem traumatisiert. Doch in den 60er Jahren gab es kaum psychologische Angebote für traumatisierte Menschen. Sie wurde auf eine Kneipp-Kur geschickt. Die tat ihr tatsächlich gut. Was vermutlich auch daran liegt, dass jede rechts-links Bewegung (etwa Spazierengehen oder wie bei Kneipp Wassertreten) die Stressverarbeitung tatsächlich fördert. Es half etwas – doch der tiefe Schrecken blieb. Ein Jahrzehnt später fand sie zum Glauben. Sie erlebte große Erleichterung, nachdem sie in einem Gottesdienst segnendes Gebet empfangen hatte. Das Trauma verblasste. Was blieb, war Angst vor dunklen Fluren. Wann immer sie in einen dunklen Flur blickte, kam Panik auf, innere Enge, Übelkeit.

Ich erzählte ihr, dass ich unter anderen eine Coaching-Ausbildung namens wingwave gemacht habe, eine Methodik, die hilft, Ängste und Blockaden zu lösen. Die Methode wird viel bei Sportlern eingesetzt, wenn sie bei bestimmten Bewegungen Blockaden haben. Sie ist auch bei Auftrittsangst, Flugangst, Höhenangst, Prüfungsstress und anderen Ängsten und Blockaden sehr wirksam. Wingwave unterstützt – durch Aktivierung der rechten und linken Gehirnhälfte – die natürliche Stressverarbeitung. Nachts – in den sogenannten REM-Phasen – oder eben auch beim Spazierengehen laufen diese Stressverarbeitungsprozesse von selbst ab. Im Coaching macht man das quasi im Wachzustand nach, was oft zu erstaunlich schnellen und dauerhaften Lösungen verhilft.

Bei Elisabeth hatte zu Beginn des Coachings der Blick in den dunklen Flur noch Druck auf der Brust, Enge und Übelkeit ausgelöst. Nach weniger als einer halben Stunde war das entspannt. Sie konnte in den dunklen Flur blicken – und es war ok. Sie spürte keine Beklemmung mehr. Auch ein Stresstest zeigte: Der dunkle Flur löste tatsächlich keinen Stress mehr aus.

Doch hinter dem Banküberfall-Trauma tauchten noch zwei andere belastende Situationen auf – ihr Leben war in der Kindheit schon zwei Mal durch andere Menschen akut bedroht gewesen. Jedes Mal war sie dem Tod nur um Haaresbreite entkommen. Auch das saß ihr noch in den Knochen und in der Seele.

Richtig heftig. Und zugleich nicht untypisch. Oft brechen Leute erst nach der dritten ähnlichen Situation zusammen. Die erste Krise wird oft als Einzelfall abgespeichert: „Kann schon mal passieren.“ Die zweite bedrohliche oder belastende Situation als Zufall: „Erstaunlich, dass mir so was gleich zwei Mal passiert.“ Wenn dann zum dritten Mal etwas ähnlich Schreckliches passiert, dann empfinden Menschen das als Regel: „Mir passieren immer Katastrophen.“ Dann haben viele Menschen keine Ressourcen mehr, sich innerlich dagegen zu wehren. Deshalb kommen im Coaching, wenn eine akut belastende Situation gelöst ist, manchmal noch die Vorläufer ans Licht. Die gute Nachricht: Auch diese Belastungen können gelöst und entertest werden – wie bei Elisabeth.

In Elisabeths Gesicht zu sehen, das sich im Lauf des Coachings zusehend entspannte, war unendlich schön. Der Moment, als sie in den dunklen Flur blickte und keine Angst mehr spürte, war einfach nur wunderbar… wenn ich daran danke, habe ich immer noch Tränen in den Augen – vor Glück. Vor Glück. Und als ich dann später noch hörte, dass nach dem Coaching „nebenbei“ noch eine Entspannung ihrer chronisch verspannten Schultern eingetreten war, war das das Sahnehäubchen obendrauf.

Ich bin zutiefst dankbar, dass ich professionelle Ausbildungen habe und weiter machen kann, um Menschen mit aller Fachkenntnis zu helfen… und dass ich alles, was menschenunmöglich ist, meinem guten Gott anvertrauen kann. Dabei zu sein, wenn etwas Wunderbares passiert, ist einfach wunderbar….

Buchtipp: Blockaden lösen. Mein Wingwave-Coach-Kollege Christoph Schalk und ich haben ein Quadro geschrieben, das in die Methodik einführt und erklärt, wie man sie auch im Selbstcoaching für sich nutzen kann.

Blockaden lösen. Selbstcoaching mit wingwave. Kerstin Hack, Christoph Schalk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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