Kerstin Pur

Impulse und Notizen von Kerstin Hack

Schlagwort: Perspektive (Seite 2 von 2)

Worauf man Einfluss hat

Die Post stellt fest: Es werden weniger Briefe ausgeliefert als früher. Waren es im Dezember 2005 noch 21,5 Milliarden Briefe, sank die Zahl bis Dezember 2009 auf 20,7 Milliarden. Das trotz aller Werbesendungen und Rechnungen, die täglich aus den Briefkästen quellen. Der Grund. Menschen kommunizieren heute mehr online. Das spart Zeit und manchmal auch Papier.

Das Lustige: Der Konzernchef hat sich(laut Bundesnetzagentur vorgenommen, den Trend aufzuhalten. Er will „jeden Stein im Konzern umdrehen“, um den Rückgang zu stoppen. Das ist in meinen Augen ähnlich aussichtsreich wie der Versuch, sich gegen Ebbe und Flut zu stellen. Trends kommen und gehen. Man kann auf den Wellen mitschwimmen. Sie zu beeinflussen dürfte – zumindest bei großen internationalen Trends auch für einen großen Konzern wie die Post kaum möglich sein.

Für mich selbst wünsche ich mir, dass ich immer klarer und besser unterscheiden kann, womit ich es zu tun habe. Mit Dingen, die ich aktiv beeinflussen kann oder mit Wellen und Trends, die jenseits meines Einflussbereiches stehen. Und entweder aktiv werde. Oder gelassen auf den Wellen surfe.

Die Getränke-Hersteller alkoholischer Getränke scheinen da um einiges schlauer zu sein. Sie haben offensichtlich verstanden, dass sie die Tendenz zum Homing (zu Hause am Computer rumhängen statt rauszugehen) nicht aufhalten können. Also bemühen sie sich offensichtlich, die dadurch sinkenden Umsätze offensichtlich dadurch auszugleichen, dass sie Getränke für spezielle Zielgruppen entwickelt z. B. alkoholische Getränke, die besonders junge Mädchen ansprechen. Die dann zu viel trinken. Und krank davon werden. Im Jahr 2009 gab es 28.000 Einlieferngen ins Krankenhaus wegen Koma-Trinken (Jungs und Mädchen). Die Kids haben natürlich eine eigene Verantwortung. Aber die Getränkeindustrie scheint derartige Vorfälle zumindest billigend in Kauf zu nehmen. Hauptsache der Umsatz stimmt.


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Wembley-Tor, Fußball, Ausgleich und Vergebung

Derzeit schreibe ich ein Quadro zum Thema „Vergebung.“ Ein Kerngedanke ist, dass Menschen immer Ausgleich wünschen, wenn sie Ungerechtigkeit erlebt haben.

Das ist menschlich, natürlich und das Normalste, was man sich denken kann: Wenn einem etwas Ungerechtes widerfährt, will man Ausgleich für das erlittene Unrecht. Schadenersatz. Gerechtigkeit. Wiedergutmachung. Oder auch Rache. Rache ist nicht anderes als der Versuch, den Schmerz oder das Unrecht, das einem zugefügt wurde, wieder auszugleichen,  indem man einer anderen Person Schaden oder Unrecht zufügt.

Die paar kleinen Probleme

– Es gibt in jeder Situation mehrere unterschiedliche Sichtweisen. Meistens zwei. Mit Anwalt drei. Was für den einen schwerwiegend ist, ist für den anderen weniger tragisch. Da Menschen sich in ihrer Beurteilung unterscheiden, gibt es auch unterschiedliche Perspektiven ob und in welcher Höhe Ausgleich zu leisten ist.

– Es gibt auf dieser Welt keinen perfekten Maßstab für Ausgleich. Ist z. B. der Ehebruch oder Vertrauenbruch des einen Partners dadurch ausgeglichen, dass der andere Partner das gleich tut? Oder wiegt bewusster, absichtlicher Ehebruch oder Vertrauensbruch schwerer als unabsichtlicher? Oft ist es so, dass der eine empfindet „Jetzt ist es ausgeglichen.“ Der andere denkt: „Das reicht noch lange nicht.“ und fühlt sich benachteiligt.

– Oft beeinflusst noch eine dritte Partei das Geschehen.

Aktuelles Beispiel: Deutschland – England.

1966: England bekommt in einem Spiel ein Tor anerkannt, das keines war. Spannend. England ging damit 3:2 in Führung und gewinnt durch einen weiteren Treffer in den letzten Sekunden als sich schon Zuschauer auf dem Spielfeld befanden, die Weltmeisterschaft. Die Deutschen sehen sich im Unrecht. Und wünschen sich Ausgleich.

2010: Im Spiel Deutschland England wird ein Treffer der Engländer, der eindeutig die Linie überschritten hat, vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Die Deutschen behalten die Führung. Schießen noch zwei weitere Tore, sind eine Station weiter auf dem Weg zum Titel.

Unterschiedliche Sichtweisen

Zum Wembley – Tor
Die deutsche Perspektive: Es war kein Tor.
http://www.youtube.com/watch?v=DYixmHvnN0s&feature=related
Und die Englische: Es war ein Tor

Die deutsche Sichtweise zum nicht anerkannten Tor 2010
– Das war ein klarer Schiedsrichter-Fehler. Aber der hat keinen Unterschied gemacht. Wir hätten auch dann gewonnen, wenn er das Tor anerkannt hätte, waren die eindeutig bessere Mannschaft.
Die Sichtweise des englischen Trainers und mancher, keineswegs aller Engländer:
– Der Schiedsrichter-Fehler hat das Spiel entscheidend geprägt. Hätte er das Tor anerkannt, wäre das Spiel womöglich anders geendet.

Ausgleich

– Manche Deutsche sehen in dem Tor den „Ausgleich für Wembley“. Sie sagen, nun hätten sie Ausgleich, Genugtuung, Rache für das damalige Unrecht erhalten.  Andere empfinden, dass eine Fehlentscheidung, die keine Auswirkungen auf das Ergebnis hatte, kein ausreichender Ausgleich für den möglicherweise entgangenen WM Titel 1966 ist.

– Manche Engländer könnten argumentieren, dass ein eindeutiges Tor nicht anzuerkennen weit schlimmer ist, als ein zweifelhaftes Tor anzuerkennen.

Die dritte Partei

Der sowjetische Linienrichter von 1966 antwortete kurz vor seinem Tod auf die Frage, wieso er dies als Tor gewertet habe, obwohl er doch gesehen haben müsste, dass es keines war, mit einem einzigen Wort: „Stalingrad“ Auch da war offensichtlich noch eine Rechnung offen.

Stehen uns nun weitere 40 Jahre Suche nach dem Ausgleich bevor?

Der Verzicht auf Ausgleich

Ob man beim Fußball vergeben kann, weiß ich nicht. In privaten Situationen hingegen hilft es mir, anzuerkennen, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt und oft dritte Parteien die Situation beeinflussen. Mich entlastet der Gedanke, dass  perfekter Ausgleich nicht möglich ist. Wenn es nicht ohnehin möglich ist, zu perfektem Ausgleich zu kommen, kann ich – aus freien Stücken – auch darauf verzichten. Weil es mich aus dem aussichtslosen Kampf um Ausgleich führt und ich Ausgleich nicht (immer) brauche, um mein Leben weiter gut zu leben, Manche Menschen nennen diesen Verzicht auf Ausgleich auch „Vergebung.“


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Stärken entdecken

Eigentlich sind Gabentests ja etwas Ernsthaftes. Man füllt sie aus, liest das Ergebnis und weiß hinterher (mehr), wer man ist und was man gut kann. Dachte ich. Gestern habe ich den Strenghtsfinder 2.0. einen der besten wissenschaftlichen Tests zum Entdecken eigener Stärken gemacht.
Als ich die Beschreibung meiner Stärken las, fing ich laut an zu lachen. Selten hat mich jemand so gut und so präzise beschrieben. Meine Fähigkeit, quer zu denken, Lösungen zu entdecken, wo andere noch nicht mal das Problem wahrgenommen haben, Mengen an Ideen zu kreieren – all das war so präzise beschrieben, dass ich aus dem Lachen und Staunen nicht mehr heraus kam. Einer Freundin, der ich meine Ergebnisse zeigte, ging es genauso.
Ich habe gelernt: Gabentests können durchaus amüsant sein. Was mir – außer den treffsicheren Beschreibungen an dem Test noch gut gefiel, war die Tatsache, dass es zu jeder Stärke Tipps gab, wie man sie weiter entwickeln kann. Das finde ich sehr hilfreich. Ich kann es nur empfehlen.

Um den Test zu machen, muss man sich das Buch Strenghtfinder 2.0. besorgen (15 Euro, die sich lohnen). Hinten im Buch gibt es dann einen Code für den Test. Den Test kann man auf Deutsch machen, die Auswertungen gibt es leider nur auf Englisch.


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Glücklich

Gott weiß, wie er mich glücklich machen kann. In meinem Buch „Die Hütte und ich“ habe ich eine Liste mit verschiedenen Dingen beschrieben, in denen ich Gottes liebevolles Wirken in meinem Leben erahne und erlebe:

Beim Blick auf die Liste berührte mich am tiefsten, dass ich sehr oft genau die richtigen Bücher entdecke, die ich für die nächsten Entwicklungsschritte brauche. Ich bin nun mal ein Mensch, der viel durch inspirierende Bücher lernt. Ich könnte in diesen hilfreichen Entdeckungen den Zufall sehen, wenn ich möchte. Das wäre auch o.k. Ich hege jedoch den Verdacht, dass mein guter Gott mir augenzwinkernd das eine oder andere Buch in den Weg legt, weil er meine Entwicklung unterstützten möchte.

Das habe ich heute wieder erlebt. Der Kirchentag war mein letzter geschäftlicher Termin. Beim betenden Planen zu Beginn des Jahres 2010 habe ich empfunden, dass Gott mir empfiehlt, dass ich mir den Sommer von Terminen frei halten soll, um Zeit und Freiraum zum Träumen, Denken und Planen zu haben.  Ich will mir in den nächsten Wochen und Monaten Gedanken darüber machen, wohin ich mein Leben und meine Firma in den nächsten 7 Jahren entwickeln will.

Heute habe ich – völlig überraschend – das Buch „Strenght finder 2.0.“ geschenkt bekommen. Das ist ein professioneller Test der eigenen Stärken und Talente.  Ich weiß zwar schon im Groben wo meine Stärken liegen, aber das noch genauer zu entdecken und zu definieren ist genau das richtige zu Beginn dieses Entdeckungsprozesses. Ich freue mich riesig. Und ich glaube, Gott zwinkert mir zu und sagt: „Das hab ich gut gemacht“!


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1. Mai

Open Air Gottesdienst Kreuzberg 1. Mai 2010 Mit viel Dankbarkeit blicke ich zurück auf einen relativ friedlichen 1. Mai in Berlin. Da es auf dem Transforum Blog einen ausführlichen Bericht gibt, spare ich mir Details.
Was mich persönlich beeindruckt hat, war das Interview mit einem Vertreter der Polizei im Rahmen des Open-Air Gottesdienstes.
Er sagte die Polizei hat nur eingeschränkte Möglichkeiten, die Gewalt am 1. Mai einzudämmen. Er forderte die Christen auf, sich aktiv in ihren Kiezen / Bezirken einzubringen, sich um Jugendliche zu kümmern usw. Das fand ich sehr beeindruckend und weitsichtig.


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Vulkane und Erfindungen

Not macht erfinderisch. Am 10. 4. 1815 brach der Vulkan Tambora auf Indonesien aus. Es war der stärkste Vulkanausbruch der letzten 10.000 Jahre. Die Sonneneinstrahlung war so stark beeinträchtigt, dass im Jahr 1816 der Sommer in den USA und in Europa ausfällt. Mit verheerenden Folgen: katastrophale Missernten. Tausende von Tieren verendeten, weil die Nahrungsmittel fehlten.
Mit den fehlenden Pferden fehlten auch die Transportmittel. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Karl Friedrich Drais von Sauerbronn, ein badischer Forstmeister, dachte, dass es wichtig sei, dass der Mensch sich zur Not auch ohne die Hilfe von Tieren fortbewegen wollte. Er erfand die „Draisine“, eine „Schnelllaufmaschine“ aus Holz, das das Laufen erleichtern sollte und mit den Füßen angetrieben wurde. Das war ein wesentlicher Meilenstein in der Entwicklung des Fahrrades.
Könnte spannend sein, zu erfahren, was der aktuelle Vulkanausbruch an Erfindungsgeist freisetzt.

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