Zu Neujahr gehört es zur Tradition, dass man sich gute Vorsätze fürs neue Jahr vornimmt. Die guten Vorsätze sind besser als ihr Ruf. Ich hab die Statistik vergessen, aber viele werden tatsächlich eingehalten. Zumindest wenn sie ziemlich spezifisch sind.

Wie man gute Vorsätze so fasst, dass man größtmögliche Chancen hat, erfolgreich zu sein, habe ich vor einer Weile in dem Artikel Gute Ziele setzen beschrieben.

Eine ganze Reihe zusätzlicher Tipps und Tricks findest du hier.  Und die klare Antwort auf die Frage, ob ich mir selbst gute Vorsätze vornehme: Eindeutig jein.

Statt guter Vorsätze für ein Jahr – Projekte für begrenzte Zeit

Ein ganzes Jahr ist ganz schön lang. Auch wenn Neujahr eine gute Zäsur darstellt, sind 365 Tage oder sogar 366 eine Phase, für die man einen ziemlich langen Atem braucht.

Ziele im Beruf plane ich für ein ganzes Jahr und breche sie in einzelne Projekte herunter. Meistens bin ich etwas zu ambitioniert, doch ich erreiche immerhin eine ganze Menge davon. Das habe ich zum Beispiel mal wieder beim Jahresrückblick 2017 festgestellt .

Die meisten meiner persönlichen guten Vorsätze laufen eher kürzer – so hatte ich mir im September vorgenommen, mein Schiff bis zum Jahresende um 2000 Gegenstände zu befreien. Aktuell bin ich bei 1613 – es ist also bis Jahresende noch etwas zu tun. Oh. Ich hab die 40 Teller vergessen, die ich neulich verschenkt habe. Also 1653. Puh.

Solche Projekte sind oft motivierender als gute Vorsätze, die man ein ganzes Jahr lang durchhalten „muss“. Man kann natürlich auch einen großen guten Vorsatz in mehrere kleine Projekte herunterbrechen. Sowas ist bei Projekten wie Ausmisten, Aktensortieren etc. oft recht hilfreich.

Statt guter Vorsätze gute Gewohnheiten

Viele Dinge, dich ich mir vornehme sind eher ein Einüben neuer Gewohnheiten als klassische gute Vorsätze. Coach Jon Butcher hat gesagt, dass eine gute Gewohnheit, wenn man sie auf Dauer praktiziert, zum Charakter wird. Das finde ich ziemlich cool, einen ganz praktischen Weg zu haben, meinen Charakter zu prägen.

Davon inspiriert habe ich beispielsweise eine ganze Weile lang bewusst geübt, wenn jemand den Raum betritt, den Kopf zu heben und die Person anzusehen. Ab und an vergesse ich es, doch insgesamt bin ich durchs Einüben ein etwas aufmerksamerer Mensch geworden.

Aktuell arbeite ich daran, mir nach dem Lesen von Texten immer Fragen zu stellen. Ich hoffe, auf diese Woche zu einem fokussierteren und aufmerksameren Menschen zu werden. Und auch mehr von dem zu haben, was ich lese.

Sich gute Vorsätze leicht machen

Was Sport anbelangt, geht es mir oft so, dass es eine gewisse Diskrepanz zwischen meinen Vorsätzen und meiner Motivation gibt. Als Coach weiß ich, dass man Motivation nicht direkt beeinflussen kann. Das sagt auch der gesunde Menschenverstand. Mit Sätzen wie „jetzt sei mal ein bisschen motiviert“ kriegt man keinen vom Sofa hoch.

Man kann Motivation aber indirekt beeinflussen, indem man an den drei Stellschrauben dreht, die zusammen Motivation ergeben – und es sich so möglichst leicht machen, die guten Vorsätze umzusetzen.

  • Sinn: Man kann überlegen, wie man mehr Sinn in einer Sache sehen kann oder sich den Sinn, den man weiß, bewusst vor Augen malen.
  • Rahmenbedingungen: Man kann das Umfeld, die Umgebung usw. so verändern, dass es angenehmer ist. Ich habe mir beispielsweise extra Schlafanzüge gekauft, in denen ich auch joggen kann. Ich finde es angenehmer, morgens gleich loszulaufen, ohne mich vorher umziehen zu müssen. Das hat meine Motivation drastisch erhöht.
  • Fähigkeiten: Motiviert ist man, wenn man etwas tut, was den eigenen Fähigkeiten entspricht und sie leicht herausfordert. Das kann man beeinflussen. Ich habe beispielsweise versucht, kreativer als bisher zu schreiben und im Gehen – auf einem Laufband.

Gute Vorsätze brauchen Erinnerung

Wenn das Jahr erst einmal fortgeschritten ist, rutschen die guten Vorsätze im Kopf häufig erst mal weiter nach hinten. Deshalb schaffe ich mir Erinnerungshilfen.

  • Kleine, neue Gewohnheiten, die ich mir angewöhnen will, schreibe ich auf eine schöne Karte, die auf meinem Couchtisch steht. Aktuell steht da z. B. „3 D“. Das erinnert mich daran, dass ich meine Gliedmassen nicht nur auf und ab, sondern wie eine Tänzerin im ganzen Raum bewegen will. Das macht beweglicher.
  • Listen zum Abhaken oder ausfüllen an einer Stelle, wo ich sie oft sehe, helfen mir bei Projekten, die umfassender sind – z.B. 52 Buchkapitel schreiben oder die Wohnung um 2000 Gegenstände minimieren. Sie wachsen zu sehen,  motiviert mich, dran zu bleiben.
  • Erinnerungen in meiner To-Do Liste. Ich verwende Todoist, weil es sehr schlank ist und ich dort die Möglichkeit habe, Aufgaben als täglich oder wöchentlich einzutragen. Da steht täglich 5 min Sport, mein Land segnen, 2 kleine Marketing-Sachen. Und wöchentlich werde ich an meine guten Vorsätze erinnert, Buchführung zu machen.

Gute Vorsätze im Bauch verankern

Es gibt messbare Ziele – wie etwa 2000 Dinge aus der Wohnung entfernen. Aber auch Verhaltensziele. Hier haben Forscher der Universität Zürich herausgefunden, dass ein klar formuliertes Ziel wie etwa „Ich will mehr auf Menschen zugehen“ dem Gehirn noch nicht genügt, um motiviert zu sein und zu wissen, was es tun soll.

Das Gehirn, das in Bildern denkt,  reagiert besser auf sogenannte „Motto-Ziele“. Das sind bildhafte  Beschreibungen dessen, wie man sich verhalten will. Eines meiner Ziele ist strategischer zu handeln. Mein Mottoziel dafür lautet

„Wie ein Jäger sammle ich achtsam Informationen, die mich meiner Beute näher bringen!“

Auch schön.

Gute Vorsätze und Ziele erreichenKompakt und genau beschrieben habe ich das Vorgehen in einem Blogbeitrag: „Ziele stecken und erreichen“  für Down to Earth . Und mein Coaching-Kollege Christoph Schalk hat ein super Trainingsheft  / Quadro dazu geschrieben. Ziele erreichen. Wie persönliche Veränderung gelingt.

Das kann ich allen empfehlen, die ihre guten Vorsätze nicht aus reiner Gewohnheit setzen, sondern sie tatsächlich erreichen wollen. Viel Erfolg!